Kinder während der Trennung begleiten

Die Scheidung oder Trennung gehört zu einem kritischen Lebensereignis für Kinder und Erwachsene. Im Zuge einer Trennung fühlen sich Kinder verlassen. Es verändert sich das gesamte Leben. Eben genau diese Veränderungen beziehen sich auf die eigene Identität und die Beziehungen innerhalb der Familie.

Trennungsgespräch mit Kind führen
Wie begleiten wir unsere Kinder in der Zeit der Trennung? Copyright: Anna Kraynova, bigstockphoto.com

Dabei bleibt die Trennung immer eine Lösung, die die Erwachsenen anstreben. Kinder möchten eigentlich niemals, dass ihre Eltern auseinandergehen. Ganz so ausgeglichen zeigt sich die Bilanz einer Scheidung wohl für keine der beteiligten Parteien. Auch wenn es nicht mehr gemeinsam geht, fühlen sich viele Eltern nach der Trennung ungerecht belastet.

Verpflichtungen, Arbeit, Zuständigkeiten und Kosten müssen erst einmal emotional wie auch materiell neu verteilt werden. Da bleiben oftmals die Kinder auf der Strecke. Sie durchleben eine schwierige Zeit während der Trennung. Wir als Eltern sollten sie begleiten und unterstützen. Wie das möglich ist, wollen wir in diesem Artikel erläutern.

Wie begleiten wir unsere Kinder in der Zeit der Trennung?

Wer eine Trennung bewältigt, muss sich entwickeln. Grundsätzlich können die Eltern und ihr Verhalten maßgeblich dazu beitragen, dass die Kinder die Trennung gut verarbeiten und mit der neuen Familiensituation zurechtkommen. Die weiterführende Entwicklung hängt also davon ab, wie die Eltern sich trennen. Ist die Trennungsphase von Diskussionen und Streits gekennzeichnet, ergeben sich in diesem Zusammenhang oftmals weitere Probleme für die Kinder.

Leider sind sich nur in den wenigsten Fällen die Eltern einig über den Werdegang und bereit, eine Lösung zu finden, die für die Kinder passt. Dabei sind sich oftmals beide Elternteile im Klaren darüber, was das Beste für ihre Kinder sei. Es gibt aber unterschiedliche subjektive Wahrheiten aus diversen Blickwinkeln. Das Kind nimmt die Position zwischen den Stühlen ein und ist von den Eltern abhängig.

Zum Zeitpunkt der Trennung orientiert sich ein Kind weiterhin an den Normen und Wertevorstellungen der Eltern. Decken sich die Erwartungen und Einstellungen von Mutter und Vater, ist davon auszugehen, dass auch die Kinder die Chance haben, sich loyal zu verhalten. Nun ist einer der ersten Hintergründe einer Scheidung grundverschiedene Einstellungen und Erwartungen. Demnach kommt es beim Kind zu einem schwierigen Loyalitätskonflikt.

Trennungsgespräch mit Kind führen
Wie reden wir mit unserem Kind in der Zeit der Trennung? Copyright: Anna Kraynova, bigstockphoto.com

Wie sieht die Zukunft der neuen Familie aus?

Nun finden wir in der  bundesweiten Rechtsprechung eine verallgemeinernde Regelung, wenn es um finanzielle Verpflichtungen geht. Hier hat das Gesetz bereits für die Eltern die wichtigsten Dinge geklärt. Das stellt die Weichen für die Zukunft der neuen Familie nach der Trennung.

Doch sind das genau die Aspekte einer Scheidung, die für ein Kind eine zweitrangige Rolle spielen. Ihnen geht es vielmehr darum, wie das Zusammenleben in Zukunft gestaltet ist. Wie verändert sich der Alltag für die Kinder? Ist ein weiterer intensiver Kontakt zur Mutter und Vater in Zukunft möglich? Wie fühlen sich die neuen Beziehungsräume und Lebensräume der Eltern nach der Scheidung?

Im Zuge der Trennung verändert sich die gesamte Ebene der Beziehungen und des Alltagslebens. Diese Veränderungsprozesse greifen auf die elementaren Beziehungen zu den Eltern zurück, was sich unmittelbar in inneren Prozessen der Kinder deutlich macht, die mit dieser Situation klarkommen müssen.

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Die wesentlichen Fragen in der Trennung

Was bedeutet Familie überhaupt noch? Wie läuft unser sonntägliche Frühstück jetzt ab? Wer sitzt überhaupt noch am Mittagstisch? Wie kann ich Papa sehen, wenn ich Hilfe brauche?

Was erwarten meine Eltern von mir? Was soll ich tun, wenn Mama traurig ist? Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Fragen, die den Kindern bei einer Scheidung und Trennung durch den Kopf schwirren.  Während der Verarbeitung müssen die Kinder die Fragen für sich beantworten können, um einen weiteren Schritt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu machen. Dabei tragen die Eltern eine große Verantwortung. Eben genau diese Verarbeitung ist wichtig für den Selbstwert und die spätere Fähigkeit, Beziehungen einzugehen.

Wie ihr mit euren Kindern während der Scheidung umgeht

Es gilt, die wesentlichen Grundsätze herauszustellen, an denen weder Mutter noch Vater rütteln. Sie sollten ihren Kindern gegenüber eine klare Haltung bewahren. Die Trennung ist nicht das Ende der Liebe von Mutter und Vater zum Kind. Auch wenn die Eltern nicht nur Zusammenleben, werden die Kinder weder ihre Mutter noch ihren Vater verlieren. Beide tragen weiterhin die gemeinsame Verantwortung, sind immer für sie da und werden sie lieben, egal was passiert.

Eigentlich brauchen Kinder in einer Trennung nichts weiter als Erwachsene, die sich darüber bewusst sind, dass ihre Kinder weiterhin eine Mutter und einen Vater haben und an diesem Grundsatz auch die zukünftigen Entwicklung nichts ändert. Leider rücken in vielen Scheidungsprozessen eben genau diese Grundsätze in den Hintergrund. Nicht für alle Eltern ist es einfach, die gemeinsame Verantwortung kollegial zu tragen.

Doch so groß die Verletzungen auf emotionaler Basis für beide Elternteile sein mögen, die Kinder solltet ihr vor dem elterlichen Konflikt bewahren. Sie haben nichts damit zu tun und gehören zu einem den wesentlichen Leidtragenden der Scheidung.

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Quellen:

  • Neurologen und Psychiater im Netz. Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankung. Psychische Folgen durch die Trennung oder Scheidung: mehr