Wie viel Süßigkeiten darf mein Kind am Tag essen?

Der Kampf der Eltern gegen die Süssigkeiten

Wir Eltern sollten unentwegt einen Blick auf die gesunde Ernährung und die Richtlinien der Ernährungspyramide werfen. Dennoch sehen wir uns immer wieder konfrontiert mit den bettelnden Blicken unserer Kleinsten, die ein weiteres Gummibärchen, ein Stück Schokolade, einen Riegel oder andere Süßigkeiten wollen. Wie viel und wie oft sollten wir Kindern Süßigkeiten geben? Ab welchem Alter ist es überhaupt sinnvoll, Süßes zu essen? Gibt es wirklich gesunde Alternativen, die bei Kindern hoch in der Gunst stehen? Im folgenden Beitrag stellen wir einen praktischen Ratgeber zum Umgang mit Süßigkeiten zusammen, um einen goldenen, zuckersüßen Mittelweg zwischen Schokolade, Goldbären, Lutscher, Apfel und Birne zu finden. Keine Sorge, die Lösung ist viel einfacher, als Sie vielleicht denken.

Süßigkeiten bei kindern

Eltern und Süssigkeiten für Kinder 4- Süsses – Urheber: kirillm / 123RF.com

 

Warum Kinder Süßigkeiten und Zucker so lieben?

Vielen Eltern fällt es schwer, ihren Kindern den Wunsch nach Süßigkeiten nicht nachzukommen. Sie greifen immer wieder in das Süßigkeitenfach, um für Nachschub zu sorgen. Dabei hat eine Überversorgung mit Zucker wirklich bedenkliche Folgen für die Gesundheit der Kinder. So setzt sich die Stiftung für Kindergesundheit mit Nachdruck für einen maßvollen und gesunden Umgang mit Leckereien ein. Insbesondere vor besonderen Anlässen türmen sich in Supermärkten und Ladengeschäften die Zuckerberge, die für uns Eltern den Einkauf mit den Kindern wohl mehr zum Spießrutenlauf um die nächste Tafel Schokolade machen.

Ehrlich gesagt, sind es nicht nur Kinder. Auch die Erwachsenen können dem Zuckerzeug oftmals nicht widerstehen. Unser Körper setzt Glückshormone frei, sobald wir süße Leckereien zu uns nehmen. Das scheint uns unwiderruflich glücklich zu machen.

 

Wie viel Süßigkeiten essen wir Deutschen pro Jahr?

Doch wollen wir in diesem Zusammenhang ins Gewissen rücken, das aktuelle Studien und Untersuchungen klare Verbindungen zwischen der Zunahme der Fettsucht, der übergewichtigen Jugendlichen und Kinder und dem enormen Zuckerverzehr sehen. Der Vorsitzende der Stiftung Kindergesundheit – Dr. Berthold Koletzko – verweist darauf, dass jeder unabhängig vom Alter 36 kg Zucker pro Jahr verbraucht.

 

Seit dem Jahr 1995 ist von einem Anstieg  des Zuckerkonsums um 400 g pro Person und Jahr auszugehen. Parallel dazu hat auch der Verzehr von süßen Erfrischungsgetränken zugenommen, um stattliche 2,4 Liter pro Person. In Verbindung mit Zucker haben wir es mit einem so genannten leeren Energieträger zu tun. So liefert Zucker weder Vitamine, noch Mineralstoffe, aber jede Menge Kalorien.

Insbesondere Werbung, die uns von allen Seiten aus dem Fernseher und Internet anspringt, bildet eine der größten Einflussfaktoren für das eigene Konsumverhalten. Eine erschreckende Tatsache: Die Nahrungsmittelindustrie hat jährlich 3,2 Milliarden € in die Werbung investiert (Stand: 2010). Hätten Sie vielleicht gedacht, dass die Süßwarenindustrie einen Anteil von 790 Millionen € hat? Kein Wunder, dass im folgenden Jahr ein Umsatz von 12,5 Milliarden € gemacht wurde und unwiederbringlich eine sechsprozentige Investition die Werbung folgte.

 

Die tägliche Zuckerschlacht und ihre Folgen

Nehmen wir uns einfach mal folgendes Beispiel:

Paul feiert seinen achten Geburtstag und hat viele Freunde eingeladen. Pauls Wunschliste ist lang. An oberster Stelle stehen weder Obstsalat, noch gesunde Zutaten. Er wünscht sich die große Zuckertorte, die er erst gestern in der Werbung gesehen hat. Auf ihr fahren kleine Rennwagen aus Zucker und Marzipan Runde um Runde. Pauls Augen leuchten, als seine Mutter an seinem Ehrentag die Torte auf den Tisch stellt. Sogleich geht es los. Jedes Kind lädt sich ein Stück auf den Teller. Dazu gibt es blaue Brause. Danach folgen einige Spiele an der Konsole und natürlich die heiß begehrten Preise. Hier hat sich Paul Schokoladenriegel, Bonbons, Zuckerwatte, und andere süße Leckereien ausgesucht. Am Ende des Tages reiben sich alle Kinder die Bäuche und gehen zugegebenermaßen mit einem etwas flauen Gefühl nachhause.

 

Was an diesem Tag bei Pauls Kindergeburtstag passiert, ist eines der plakativen Beispiele, die unmittelbar durch die Süßwarenindustrie und durch die Werbung angestachelt werden. Die eigentliche Torte, Pauls Rennwagen-Kuchen, reicht schon lang nicht mehr aus. Süße Geschenke, Preise und weitere leckere Snacks und zuckerhaltige Kinder-Getränke machen Pauls Kindergeburtstag perfekt.

 

Die Risiken von zu viel Zucker für Kinder und Jugendliche

Was können wir Eltern tun, um uns gegen die immerwährende Präsenz von Zucker und Süßigkeiten zu wehren? Wir sollten uns an dieser Stelle einfach vor Augen halten, dass Zucker nicht nur Übergewicht erhöht, sondern auch im späteren Verlauf des Lebens zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten der Industriestaaten führt:

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden,
  • Diabetes,
  • zu hoher Blutdruck,

 

 Süßes nicht verbieten –  Umgang lernen

Im Grunde genommen werden Sie keine Begeisterungsstürme ernten, wenn Sie mit den ersten Regeln ansetzen. Doch bilden diese eine Basis, um eine maßvolle Kooperation einzugehen. Schlussendlich sollten Sie Süßes nicht verbieten, sondern den gesunden Umgang lernen.

 

Hier liefern wir praktische Tipps für den Alltag, die das Maß und die Häufigkeit definieren:

  • Süßigkeiten sollten niemals als Belohnung eingesetzt werden. Für erledigte Aufgaben und gute Noten ist Zucker der falsche Preis. Auf diese Weise bemessen wir Zuckerprodukten und Süßigkeiten einen viel zu hohen Gefühlswert.
  • Konsequent verfolgen: Nicht nur Mama und Papa gehören zur Familie. Auch Oma und Opa, Tanten und Onkel sowie alle anderen Verwandten sollten die Familienregeln zu Süßigkeiten befolgen.
  • Am besten gibt es Süßigkeiten zu den Hauptmahlzeiten einmal am Tag. Ferner sollten sich die Kinder nach dem Verzehr die Zähne putzen. Vorliegende Studien haben erwiesen, dass Zucker in Verbindung mit den Hauptmahlzeiten keinen folgenschweren Einfluss auf die Zahngesundheit der Kleinsten hat. Das ändert jedoch nichts an dem viel zu hohen Kaloriengehalt. Bedenken wir, dass gerade Karies eine der schmerzhaften Begleiterscheinungen der Süßigkeiten ist.
  • Niemals süße Vorräte im Haus horten. Schlussendlich könnt Ihr Eurem Kind nur das geben, was Ihr auch wirklich zuhause habt.
  • Sprecht mit Euren Kindern über den Schaden, den Zucker anrichtet und die gesunden Alternativen.
  • Haltet bei dem Heißhunger der Kleinen immer gesunde Süßigkeiten, sprich Obst und Gemüse (Karotten) bereit. Auf diese Weise könnet Ihr reagieren und steht nicht hilflos vor Euren Kindern.
  • Nach dem Abendbrot und Zähneputzen darf nichts mehr gegessen werden. Auch kein Betthupferl!
  • Werdet zum Vorbild, haltet Euch an den Regeln und befolgt auch den maßvollen Umgang mit Süßigkeiten.

 

Wie viel Süßigkeiten pro Tag?

In diesem Zusammenhang sei klargestellt, dass nicht nur Bonbons und Schokolade zu den Süßigkeiten zählen, auch Limonaden und Knabbereien fallen in diesen Bereich, der niemals über 10 % des Energiegehalts einnehmen darf. In diesem Zusammenhang sind gerade für ein vierjähriges oder sechsjähriges Kind mit einer Kugel Eis und zwei Keksen am Tag der Wert erreicht. Spart Euch die zuckersüßen Getränke und Obstsäfte über den Tag hinweg und greift hier vornehmlich zu ungesüßtem Tee und Wasser. Denn mittlerweile haben Studien herausgefunden, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Softdrinks und dem globalen Problem des Übergewichts gibt.

 

Einfach Familie –  Praktische Tipps fürEltern

  1. Lagert oder sammelt niemals Süßigkeiten und werdet selbst zum Vorbild über einen maßvollen Umgang.
  2. Esst lediglich einmal am Tag Süßes – am besten zu den Hauptmahlzeiten. Benutzt Süßigkeiten und Zucker niemals als Belohnung!
  3. Nach dem Zähneputzen am Abend gibt es keine Leckereien mehr vor dem Schlafengehen.

 

 

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Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Vätermagazine, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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