Was ist eine Waldorfschule – 15 Antworten auf Fragen:

Ihr überlegt ob Ihr euer Kind in eine freie Waldorfschule schicken möchtet? Wir beantworten euch in diesem Artikel die wichtigsten Fragen zu dieser Schulform: Die Freien Waldorfschulen in Deutschland gehen auf ihren Begründer Rudolf Steiner zurück, der einst nach der Waldorfpädagogik unterrichtete. Bundesweit handelt es sich um staatlich anerkannte Ersatzschulen, die in freier Trägerschaft geführt werden.

Fragen zur Waldorfschule
Waldorfschule Copyright: smolaw bigstockphoto

Erst mit Übergang zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die Waldorfpädagogik über die deutschen Landesgrenzen hinaus im Ausland ihren Einflusskreis erweitert. Heute gibt es über 1.000 Waldorfschulen, wobei sich der Großteil in Europa befindet.

Kaum eine andere Schulform hat mit mehr Vorurteilen zu kämpfen wie die Waldorfpädagogik. Aus diesem Grund haben wir uns 15 Fragen zur Waldorfschule herausgepickt und finden eine klare Antwort.

Ist die Waldorfschule staatlich anerkannt?

Wollen wir die Frage nach der staatlichen Anerkennung allumfassend beantworten, gehen wir auf das deutsche Schulrecht ein. Danach haben wir es mit allgemeinen Ersatzschulen als freie Träger zu tun.

Mit der Überprüfung der Gleichwertigkeit zu den öffentlichen Schulen ist die staatliche Schulaufsicht betraut worden, die damit aber kein Weisungsrecht übernimmt. Erst die Anerkennung als Ersatzschule macht finanzielle Zuschüsse vonseiten des Staates frei. Diese sind zum Teil abhängig von dem festgelegten Schulgeld, das sich am Einkommen orientiert.

Ist die Waldorfschule staatlich anerkannt? Ja! Die Waldorfschule bietet alle Abschlüsse der staatlichen Schule. Allenfalls die Bezeichnungen weichen voneinander ab und orientieren sich am Bildungsgesetz der Bundesländer.

In den meisten Fällen handelt es sich um die Abschlüsse der Sekundarstufe 1. Das sind der Realschulabschluss und der Hauptschulabschluss. Nach der Sekundarstufe 2 legen die Schüler das Abitur ab. Laut Aussage der Waldorfschule erreichen nahezu alle Schüler den mittleren Schulabschluss und ungefähr 50 % legen das Abitur ab. Wer an einer Waldorfschule einen Schulabschluss macht, erhält dieselbe Gültigkeit wie an anderen Schulen. Das Abitur ist in den meisten Fällen an eine externe Prüfung gebunden, für die vor Ort die Schulverwaltung zuständig ist.

Welches Ziel verfolgt die Waldorfschule?

Der Waldorfpädagogik geht es also darum, den Schülern die Freude am Lernen zu erhalten. In erster Linie soll nicht die Frage beantwortet werden – Ist die Waldorfschule staatlich anerkannt, sondern gehen Kinder gerne in die Schule. Das macht das Ganze gerade für die Lehrer anstrengend und arbeitsintensiv.

Schließlich stehen ihnen keine vorgefertigten Materialien und Bücher zur Verfügung, nach denen sie unterrichten und Kapitel für Kapitel abarbeiten. Es geht vielmehr um einen Themenschwerpunkt, den Schüler und Lehrer über Wochen verfolgen, um zu lebenswichtigen Erkenntnissen zu kommen und die einzelnen Fachbereiche und Wissensbereiche miteinander zu verknüpfen.

Aus diesem Fachunterricht, dem Epochenunterricht, dem Themenunterricht und den übergreifenden Themen ergibt sich ein Wissensnetzwerk, das funktioniert wie das Gehirn eines Menschen, in dem auch kein Themengebiet isoliert voneinander steht, sondern miteinander verbunden ist.

Erst wenn wir diese Verknüpfungen Verbindungen schaffen, können wir davon ausgehen, dass aus theoretischem Wissen anwendbares Wissen wird. Wir haben es eigentlich mit dem tatsächlich wertvollen Wissen zu tun.

Was kostet die Waldorfschule im Monat?

KOSTENÜBERSICHT Ist die Waldorfschule kostenfrei?

Soll dein Kind an einer Waldorfschule gehen, bist du unter Umständen zu einem Schulgeld verpflichtet. Durchschnittlich liegt das aktuelle Schulgeld der Waldorfschulen oder die Elternbeiträge bei 2.052 EUR im Jahr. Diese Schätzung geht auf das Jahr 2012 zurück. Das macht also pro Monat einen Durchschnitt von 170 EUR pro Schüler. Aus anderen Quellen sind Schulgelder von ca. 200 EUR pro Monat zu entnehmen. Wir verweisen an dieser Stelle auf eine regionale Abhängigkeit und auf die jeweilige Schule.

Ist die Waldorfschule kostenfrei? Jein. Das pädagogische Prinzip der Waldorfschulen steht auch dafür, niemals ein Kind aus rein finanziellen Gründen aufzunehmen. Es gibt einen gewissen Prozentsatz sozial benachteiligter Schüler, die Schulen in freier Trägerschaft aufnehmen.

Die Kosten für den Schulbesuch können aber je nach Schulform oder Region schwanken. Eine der wichtigsten Kernaspekte in der Waldorfpädagogik weist keinen Schüler ab, nur weil er sich den Schulbesuch nicht leisten kann.

Für diese Schüler zahlt zum Beispiel die Sozialkasse oder die Familienkasse das Schulgeld, damit die Kinder die Gelegenheit bekommen, an eine Privatschule oder an eine Ersatzschule in freier Trägerschaft zu gehen. Im Gegensatz zu den Montessori Schulen zum Beispiel, die monatlich zwischen 200 EUR bis 500 EUR veranschlagen, ist die Waldorfschule in Sachen Schulgeld relativ kostengünstig und unternimmt enorme Anstrengungen, wenn Eltern einmal nicht in der Lage sind, das Schulgeld zu zahlen.

Die Frage – ist die Waldorfschule kostenfrei – sollte durch verfügbare Chancen für Eltern erweitert werden, die sich den Schulbesuch aus finanziellen Gründen nicht leisten können.

Ist die Waldorfschule eine Sonderschule?

Für viele ist die Waldorfschule vielleicht eine sonderbare Schule. Das macht aus ihr aber keine Sonderschule. So einfach lässt sich die Frage gar nicht beantworten, da das Waldorfprinzip das Zensurensystem und die Reglementierungen des staatlichen Bildungssystem vollkommen abgeschafft hat.

Das Hauptaugenmerk liegt auf den Charaktereigenschaften und der Begabung jedes einzelnen Schülers. So hat doch jeder Schüler die Gelegenheit, mit der mittleren Reife, dem Abitur oder der Fachschulreife abzuschließen.

Ist die Waldorfschule eine Privatschule?

Zugegeben: Sobald das Wort Privatschule fällt, verspüren viele ein Gefühl, in einen elitären Kreis überzugehen. Dabei haben die so genannten Ersatzschulen in freier Trägerschaft nur wenig mit exklusiven Privatschulen zu tun, wie wir sie aus Internaten in Großbritannien kennen.

Hier haben wir es zum Teil mit sehr hohen Schulgebühren zu tun, die es an der Waldorfschule nicht gibt. Aber ja, im Grunde genommen ist die Waldorfschule eine Privatschule. Sie hebt sich in freier Trägerschaft von den allgemeinen Schulen ab, da sie ihr eigenes Konzept und den eigenen Weg durch die Bildung der Kinder geht. Vielleicht sollten wir uns lieber fragen, was die Waldorfschule eigentlich von der Privatschule unterscheidet.

Was ist der Unterschied zwischen Waldorfschule und staatliche Schule?

Du fragst dich, was der wesentliche Unterschied ist? Die Waldorfschule ist keine Staatsschule. Auf dieser Schule wird nach einem weltanschaulichen und pädagogisch didaktischen Konzept unterrichtet.

Als Freie Schule gibt sie sich selbst ihre Form. Dabei sind es die Eltern, die oftmals ihre Kindern an eine freie Schule schicken und diese als Ausgangspunkt aktiv mitbetreiben. So versucht die Waldorfschule-Pädagogik sich an einem anderen Menschenbild zu orientieren.

Dabei nimmt sich das Grundprinzip nicht das Alleinrecht heraus, das ihr es mit der einzig wahren Pädagogik zu tun haben. Es ist die Pädagogik, die sich Lehrer, Eltern und Schüler wünschen. Im Gegensatz dazu versucht man an der Staatsschule durch Vereinheitlichung und Formalisierung Pädagogik und Lernstoff unterzuordnen.

Es geht vielmehr um das allgemeingültige Wissen, das nicht im Zusammenhang mit dem Individuum steht. An dieser Stelle sollten wir uns also fragen, ob es überhaupt notwendig ist, ein staatliches und allgemeingültiges Schulkonzept zu veranschlagen. Die allumfassende und geforderte Objektivität ist vielleicht nur ein Idealbild, das wir nie erreichen können.

Sobald sich ein Individuum mit Wissen auseinandersetzt, wird es immer sein subjektives Selbstbild einbringen. So orientiert sich die staatliche Schule vielmehr an der Vorbereitung auf ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft auf Grundlage der Staatsinteressen. Die Waldorfschule stellt sich dieser Objektivität entgegen und sieht die Individualität jedes Objekt in Verbindung mit einem anderen Objekt.

Welche Fremdsprachen werden in der Waldorfschule unterrichtet?

Einen großen Anteil an der ganzheitlichen Entwicklung der Schüler haben die Fremdsprachen. Sie bieten Schülern die Möglichkeit, neue Welten zu erschließen und die Identität zu bereichern.

Einst forderte Steiner in seiner Anschauung der Waldorfpädagogik, zwei Fremdsprachen in der ersten Klasse mit sechs Wochenstunden zu unterrichten. So sollen die Schüler an der Waldorfschule zwei oder mehr Fremdsprachen erlernen, um die globale Weltsicht besser nachempfinden zu können. Das jeweilige Angebot der Fremdsprachen gilt es vor Ort nachzufragen.

Was macht man in der Waldorfschule?

Die Waldorfschule ist keine Schule wie jeder andere. Im Rahmen des Lehrplans gibt es bildhaften, wissenschaftlichen und entwicklungsorientierten Unterricht. So stimmt sich die pädagogische Abrechnung auf das prozesshafte kindliche Lernen ab, damit sich die Schüler frei entfalten. Dieses Konzept konzentriert sich von Anfang an auf das Prinzip der menschlichen Freiheit.

Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem bildhaften Unterricht. Die Schüler sollen das Gelernte und Gesetzmäßigkeiten in Verbindung mit Anschaulichem setzen. Um sich ein freies Urteil zu bilden, ist ein fundamentales, umfassendes Wissen eine Voraussetzung, dass im wissenschaftlichen Unterricht gelehrt wird. So verbindet sich der Unterricht mit den Lebensfragen der Schüler und möchte offene Fragen beantworten.

Wer hat die Waldorfschule gegründet?

1919 hat Rudolf Steiner mit Emil Molt für Stuttgarter Arbeiterkinder eine eigene Schule gegründet. Der Besitzer der Waldorf Astoria Zigarettenfabrik benannte die Schule nach der Fabrik und verwirklichte seine Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit in der Bildung. So gehört die Waldorfschule bis heute zu einer der ersten Gesamtschulen, die auf die Pädagogik der Förderung setzen.

Wer geht zur Waldorfschule?

Jeder, der möchte. Es steht euch vollkommen frei, eure Kinder bereits zur ersten Klasse in der Waldorfschule anzumelden oder später von der staatlichen Schule zu wechseln. Dabei ist es empfehlenswert, sich frühestmöglich mit den zuständigen Beratern kurz zu schließen. Schnuppertage bilden für die Kinder einen ersten Einblick in das Pädagogikprinzip und in den Schulalltag. Grundsätzlich fällt den Schülern von der staatlichen Schule die Umstellung auf die Waldorfschule weniger schwer.

Wie funktioniert die Waldorfschule?

In der Waldorfschule kann kein Schüler sitzen bleiben. Alle absolvieren gemeinsam 12 Schuljahre. Der Lehrplan geht auf die geistige und seelische Veranlagung der Kinder ein. So wird neben dem sachbezogenen Unterricht auch vielseitiger künstlerischer Unterricht gegeben.

Wo gibt es eine Waldorfschule in meiner Nähe?

Schaut am besten beim Bund der Freien Waldorfschulen vorbei, denn mittlerweile gibt es in ganz Deutschland freie Waldorfschulen. In ländlichen Gebieten müssen die Eltern oftmals einen längeren Fahrtweg in Kauf nehmen, um dem Kind die Gelegenheit zu geben, an eine freie Waldorfschule zu gehen. Direkt auf der Webseite liefert der Bund der Ganztagsschulen eine regionale Übersicht und die wichtigsten Kurzinformationen wie die verfügbaren Fremdsprachen, die Anzahl der Klassenzüge oder die Verfügbarkeit einer Betreuung am Nachmittag.

Der Jahresabschluss des Bundes der Freien Waldorfschulen 2018 kommt aber zu dem Ergebnis, dass es auf dem Land immer mehr freie Träger gibt, die sich neu gründen. Anteilsmäßig haben im Schuljahr 2017/2018 gut 39 % der Landkreise und kreisfreien Städte eine Waldorfschule. Allein diese Statistik zeigt, dass die Waldorfpädagogik im Kommen ist und sich auf dem Land einer steigenden Nachfrage erfreut.

Google Karte mit Waldorfschulen in deiner Nähe

www.waldorfschule.de/service/schulen/schulverzeichnisse/

Nicht zuletzt die abnehmenden Dorfschulen und Landschulen im staatlichen Bildungssystems haben einen kräftigen Anteil an der Zunahme der Waldorfschulen. So müssen viele Kinder jeden Morgen über Kilometer durch die Ortschaften fahren, um in einer großen Gesamtschule anzukommen und hier in der grauen Masse von mehr als sechs Klassenzügen unterzugehen. Das missfällt nicht nur den Schülern, sondern auch den Eltern, die sich ein freies und individuelles Schulprinzip wünschen, wo ihr Kind als Persönlichkeit wahrgenommen wird.

Welche Kinder sind für die Waldorfschule geeignet?

Die Waldorfpädagogik macht keinen Unterschied zwischen den Kindern und den Schulformen. So etwas wie Klassifikationen gibt es nicht. Der Schüler steht mit seiner Persönlichkeit und seinen Begabungen im Fokus. So gehen alle Kinder gemeinsam in eine Klasse, sie lernen und entdecken miteinander.

Das schult von Anfang an die sozialen Kompetenzen und verdrängt jegliche Form von Klassifikationen, die Kinder abwertet oder einen Bildungsstempel aufsetzt, der ihr gesamtes Leben vorbestimmt.

Welche Waldorfschule ist die Beste?

Jede freie Schule steht und fällt mit dem Personal und dem Lehrerkollegium. Nun finden in regelmäßigen Abständen Schnuppertage in den Waldorfschulen statt. An diesem Tag der offenen Tür laden alle Lehrer und Schüler auf einen Besuch ein. Hier haben Interessenten die Möglichkeit, sich die Klassenzimmer anzugucken, einen Blick auf die Materialien und das pädagogische Konzept zu werfen.

So ist es jedem angeraten, selbst aktiv zu werden und in Kontakt mit der Waldorfschule zu treten. Prinzipiell gleicht sich das pädagogische Prinzip. Dennoch entscheiden für viele Eltern die Lehrer, ihr Engagement, die Lage der Schule und individuelle Vorteile über den Wechsel hin zu einer Waldorfschule.
10 Fragen zur Waldorfschule: Ist die Waldorfschule eine Gesamtschule?
ist die waldorfschule eine sonderschule

FAZIT: Was ist die Waldorfschule

Es geht also gar nicht um Allgemeingültigkeit, sondern um den individuellen Weg, den ein Schüler in seinem Leben geht. Hier trifft das Individuum Lehrer auf das Individuum Schüler.

Aus ihrem Zusammenwirken und der Zusammenarbeit ergibt sich eine Wirklichkeitspädagogik, die nicht den optimalen Schüler zum Ziel hat, sondern ein individuelles und ideales Selbstbild, das die Schüler von sich selbst schaffen. Es geht in erster Linie darum, den Schülern einen neuen Anreiz zu geben, Wissen aufzunehmen und im direkten Verhältnis zum praktischen Leben handhabbar und anwendbar zu machen.

 

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