Schulprobleme in der Grundschule (1. und 2. Klasse)

Für Eltern und Kinder ist es ein aufregender Moment, wenn die Tore zur Grundschule sich zum ersten Mal für den Nachwuchs öffnen und damit das erste Schuljahr beginnt. Doch nicht selten erfolgt danach eine gewisse Ernüchterung und es gibt kleine und große Probleme in der 1. Klasse. Welche auf euch zukommen und wie ihr damit umgehen könnt, beleuchten wir in diesem Artikel.

Probleme in der 1. Klasse
Probleme in der 1. Klasse: Copyright: lucidwaters bigstockphoto, Netpapa.de

 

In der 1. Klasse – Die ersten Wochen und Monate

Nach der schönen Einschulungszeremonie stellt sich bei vielen Schülerinnen und Schülern eine gewisse Ernüchterung ein. So lustig wie erwartet ist der Schulalltag nicht und plötzlich sind zeitiges Aufstehen und stilles Sitzen Teil des Alltags. Nachmittags gibt es Hausaufgaben und überhaupt gilt es, sich in einer komplett neuen Gruppe zurechtzufinden.

Versetzt Du Dich als Papa in diese Situation, kannst Du vielleicht nachvollziehen, dass Deine Tochter oder Dein Sohn sich in einer anstrengenden Phase befindet und Probleme in der 1. Klasse daher gar nicht so selten sind. Am besten kannst Du als Vater helfen, wenn Du die jeweiligen Probleme genau betrachtest und gemeinsam mit Deinem Kind, den Lehrern und anderen Eltern gezielte Lösungen angehst.

 Schulprobleme 1.Klasse – Das Wichtigste im Überblick

  •  mit der Einschulung beginnt ein neuer Lebensabschnitt, was Kinder stresst
  •  setze Deinen Erstklässler nicht zusätzlich unter Druck
  •  sprich mit Lehrern über typische Probleme in der 1. Klasse
  •  Schulen mit Sozialarbeitern vermitteln bei vielen Sorgen
  •  der Schulwechsel sollte eine Notlösung bleiben

 

Dein Kind in der 1.Klasse – Verstärke nicht künstlich den Stress

Mit der geradezu militärischen Strenge aus alten Jahrhunderten hat die moderne Grundschule nichts mehr zu tun. Natürlich sollen die Kinder durch ihre Lehrer/in grundsätzliche Disziplin lernen, doch die Pädagogik heute arbeitet für dieses Ziel mit spielerischen Elementen.

Die Lehrkräfte sind darauf vorbereitet, dass ein ehemaliges Kita-Kind, das bis dahin alle Alltagsabläufe in seiner Gruppe kannte, nun ein Schulkind mit vielen Unsicherheiten ist. Diese werden im Idealfall durch klare Regeln aber auch Freiraum zur persönlichen Entwicklung abgebaut. Das gelingt bei manchen Kindern besser und schneller als bei anderen. Es ist daher nicht notwendig, dass Du Dein Kind mit Anweisungen wie „Sitz immer still“ oder „Mach mir keinen Ärger“ zusätzlich unter Druck setzt. Die meisten Erstklässler sind sich ohnehin der Tatsache bewusst, dass jetzt viel Neues von ihnen verlangt wird. Und wer sich in einer Bockphase dem widersetzen möchte, wird durch elterliche Forderungen meist noch ablehnender.

 

Probleme in der 1. Klasse: Sprich mit allen Beteiligten

Egal, ob Dein Kind seine Hausaufgaben vernachlässigt, die ersten schlechten Noten auftreten oder es Streit auf dem Pausenhof gibt: Am besten verschaffst Du Dir einen Überblick über die Gesamtsituation, wenn Du mit allen Beteiligten das Gespräch suchst.

1. Fange bei Deinem Kind an und bitte es ohne Vorwurf in der Stimme, die Situation aus der eigenen Sicht zu beschreiben.

2. Danach erfolgt ein vertrauensvolles Gespräch mit der zuständigen Lehrkraft oder auch dem Elternbeauftragten der Schule. Manchmal wird das Kind dazu eingeladen, um auch dem Lehrer seine Sicht darzulegen, doch oft ist ein Austausch unter den Erwachsenen zunächst sinnvoller.

3. Ist ein anderes Kind in das Problem involviert, sollte auch dieses (und gegebenenfalls dessen Eltern) zu einer Gesprächsrunde hinzukommen.

 

Dein Kind in der 2.Klasse – Die erste 6 steht unter der Klassenarbeit?

Natürlich ist es für Dich als Vater erst einmal ein Schock, wenn Dein Kind mit einer schlechten Note Nachhause kommt. Es wäre jedoch ein Fehler, jetzt lautstark zu schimpfen und mit harten Konsequenzen zu drohen. Viele Kinder sind dann entweder verschreckt und die schulischen Leistungen verschlechtern sich weiter, oder sie reagieren trotzig, was ebenfalls das Gegenteil von dem ist, was Du möchtest.

Die beste Art, Noten-Probleme in der 2. Klasse zu lösen, ist Dein Kind ganz in Ruhe nach den Gründen zu fragen:

  1. Hat Dein Kind bereits im Unterricht das Thema nicht verstanden und sich nicht getraut, nachzufragen?
  2. Hat es zwar das Thema verstanden, aber schlicht vorher nicht gelernt?
  3. Gab es am Tag der Klassenarbeit Ärger, der abgelenkt hat?
  4. Wie ist das Verhältnis zur Lehrkraft in diesem Fach?

Zeichnet sich die Möglichkeit ab, dass unfair benotet wurde, ist ein 4-Augen-Gespräch mit dem Lehrer oder der Lehrerin sinnvoll. Dabei solltest Du nicht sofort mit Vorwürfen starten, sondern Dir zunächst ganz ruhig und sachlich die Benotung erklären lassen. Was spricht für die schlechte Zensur? Welche Leistung hätte erbracht werden sollen? Sind Dir die Erklärungen am Ende immer noch zu schwammig oder schlicht unfair, kann entweder mit dem Klassenlehrer oder direkt der Schulleitung gesprochen werden.

 

Schulprobleme 1.Klasse – Problemfächer erkennen

Probleme in der 1. Klasse sind nicht immer zwischenmenschlicher Natur oder beziehen sich auf die gesamte Lernleistung. Es kann schlicht vorkommen, dass sich bereits so früh Defizite in einzelnen Fächern abzeichnen. Manche Kinder haben grundlegende Probleme mit Mathematik oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, die den Deutschunterricht für sie zum Horror macht.

Es ist für die spätere schulische (und damit langfristig auch berufliche) Laufbahn wichtig, solche Problemfächer frühzeitig zu erkennen. Je später Probleme auffallen, desto mehr Stoff muss nachgearbeitet werden und desto größer sind bereits Angst und Frust bei Deinem Kind. In der Grundschule ist es zunächst eine gute Idee, kleine und private Lerngruppen zu bilden. Lass Dein Kind die neuen Freunde mit Nachhause bringen und ihr setzt euch gemeinsam an Hausaufgaben und Übungen. Erst wenn das nicht ausreicht, ist es sinnvoll, über eine professionelle Nachhilfeschule nachzudenken.

 

Ein klärender Besuch beim Kinderarzt

Nicht immer muss eine schlechte Klassenarbeit oder eine kleine Rangelei auf dem Schulhof der Anlass zu großer Sorge sein. Kinder sind ebenso wie wir Erwachsenen keine Roboter und können schwieriger Lernphasen und mal einen schlechten Tag haben.

Dennoch ist es wichtig, Probleme in der 1. Klasse nicht zu ignorieren und das Kind zunächst zu beobachten.

Häufen sich Auffälligkeiten, ist es zur Sicherheit sinnvoll, einmal beim Kinderarzt vorzusprechen. Es gibt eine Reihe von gesundheitlichen Ursachen, die sich direkt auf die Schulleistung und das soziale Miteinander in der Grundschule auswirken.

Dazu zählen:

  • Legasthenie (die Lese- und Rechtschreibstörung)
  • unbekannte Linkshändigkeit (das bedeutet großen Stress für das Gehirn)
  • eine Aggressionsstörung
  • Dyslexie (Probleme beim Leseverständnis)
  • Dyskalkulie (Probleme mit Zahlen und Rechenarten)
  • ADS und ADHS (eine reine Aufmerksamkeitsstörung oder eine Aufmerksamkeitsstörung samt Hyperaktivität)

Eine entdeckte Ursache ist kein Grund zur Verzweiflung bei Dir und/oder Deinem Kind, sondern gibt euch die Chance, aktiv an der Wurzel des Problems zu arbeiten, statt nur Symptome bekämpfen zu können.

Diese Bücher können Dir bei Schulproblemen helfen:

 

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