Hintergründe und Hilfe bei Lese-Rechtschreibschwäche

Agatha Christie, Albert Einstein, Bill Gates, Ernest Hemingway und Dustin Hoffman haben eines gemeinsam: Sie alle leiden oder litten an einer Form von Lese-Rechtschreibschwäche oder Legasthenie. Wir zeigen was Legasthenie und LRS ist und wie Eltern und Kinder damit umgehen können.

Der Umgang mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

Ist Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) dasselbe?

Interview mit Michael Kortländer von www.legakids.net

 

Die Begriffe Legasthenie und LRS werden sowohl im allgemeinsprachlichen Umgang wie auch in den von den Schulen durchgeführten Tests, fast immer, ohne Unterscheidung angewandt.

Zwischen den Begriffen LRS und Legasthenie zu unterscheiden, wie es im Übrigen im Bundesland Bayern lange Zeit gemacht wurde, führt leider nicht zu einer besseren oder differenzierten Förderung der betroffenen Kinder. Die gängige (medizinische) Diagnostik stellt letztlich überhaupt nicht fest, woran die Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten eines Kindes liegen, sondern nur, dass sie da sind. Dennoch wird dann das Etikett „Lese-Rechtschreib-Störung“, also im allgemeinen Verständnis „Legasthenie“ vergeben.

Dies führt häufig zunächst zu einer Entlastung von Kind und Familie, da das Gefühl entsteht, nicht selbst „Schuld“ zu sein an den Schwierigkeiten und den Verursacher erkannt zu haben, die „Legasthenie“, also etwas, was irgendwie im Kind vorhanden ist. Im zweiten Schritt entsteht ein verändertes Selbst- und Fremdbild des Kindes, das zu einem Verlust der Selbstwirksamkeit führt: Ich habe Legasthenie und werde niemals richtig lesen und schreiben lernen.
 
Jahrelange Erfahrung in der Praxis sowie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen zudem: Es gibt keine wirksamen unterschiedlichen Förderkonzepte für Kinder einerseits mit LRS andererseits mit „Legasthenie“. Alle Kinder profitieren von einer individuell an ihren Kenntnis- und Fähigkeitsstand angepassten motivierenden Förderung, die konkret am Lesen und Schreiben arbeitet.
 
Kinder als Legastheniker zu bezeichnen, was immer auch eine gewisse Stigmatisierung beinhaltet, ist also eher kontraproduktiv.
 
Da die Ausbildung insbesondere der Grundschullehrkräfte in der Didaktik des Schriftspracherwerbs häufig gar nicht gegeben ist, haben wir alphaPROF geschaffen.
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Vater und Tochter machen Hausaufgaben
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Auswege und Umgang mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Fachjournalist und Legasthenie Experte Lars Michael Lehmann verweist auf Lösungsansätze und Ursachen, die oftmals in den Schulen vernachlässigt werden. In einem Beitrag zur Legasthenie vom MDR Sachsen geht der Blick auf die Missstände an den Grundschulen, die oftmals nur grobe LRS Tests durchführen. Dabei bleiben gerade Kinder mit leichter LRS auf der Strecke. Die fehlenden Differenzierungen und eine unzureichende Ursachensuche sind das eigentliche Problem.

 

 

Woher kommt die Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Im Prinzip haben einst Pädagogen den Begriff der Lese-Rechtschreib-Schwäche geprägt. Sie fassen darunter diejenigen zusammen, die Probleme haben, das Lesen und Schreiben zu erlernen. Was in diesem Zusammenhang fehlt, ist eine Abgrenzung zum Analphabetismus und zur Legasthenie.

In der Praxis kommt es zu den meisten Problemen, wenn die Lese-Rechtschreib-Schwäche pauschaliert behandelt wird. Dabei macht es einen Unterschied, ob dein Kind unter Legasthenie, leichter LRS oder einer ausgeprägten Lese-Rechtschreib-Störung leidet. Die gezielte Differenzierung und Ursachensuche würde zu ersten Lösungsansätzen dieser Problematik führen.

 

Wie viele Schüler leiden in Deutschland unter LRS?

Laut Aussage des MDR Sachsen sind rund 20 % aller Menschen von der Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen. Bis zu 7 % davon sind von der Legasthenie oder der Dyslexie betroffen. Der Rest leidet unter der erworbenen LRS, die klare Ursachen hat.

Zum einen kommt ein Kind mit einem Lehrkonzept nicht zurecht – zum anderen wurde in der Familie von Anfang an zu wenig gelesen. Oftmals werden die Erfolge beim Lernen mit den Erfolgen im Leben gleichgesetzt. So ist es zwingend notwendig, auf eine zielgerichtete und frühestmögliche Förderung zu setzen. Andernfalls bestimmt sich der spätere Schulweg bereits in den ersten Jahren.

 

Jedes Kind möchte Lesen & Schreiben lernen

Führt man eine frühe Umfrage bei Schulanfängern durch, geben die meisten eine deutlich positive Tendenz. Sie sehen es als reizvoller, in die Schule zu gehen und nicht noch ein Jahr im Kindergarten zu bleiben. Im Prinzip möchte jedes Kind Lesen und Schreiben lernen, um endlich mit den „Großen“ mitzuhalten.

Die eigentliche Herausforderung ist das Erlernen von ausgedachten Zeichen, Buchstaben und der damit zusammenhängenden Buchstabensprache. Unser Gehirn ist gar nicht biologisch auf das Lernen dieser Buchstaben vorbereitet und sieht sich mit einer enormen Herausforderung konfrontiert. Nur wenn die Seh-Verarbeitung und die Hör-Verarbeitung äußerst präzise ineinandergreifen, kann dein Kind lesen und schreiben lernen.

 

Der Großteil der Beeinträchtigungen bleibt bis zum Schuleintritt unerkannt, sodass viele Familien vollkommen überrascht und unvorbereitet in die LRS hineinrutschen. Dabei sind die Schwierigkeiten beim Lernen nicht zu unterschätzen, denn sie wirken direkt auf die psychische und die schulische Entwicklung der Kinder und werden als enorme Belastung wahrgenommen.

Das verhängnisvolle ist der Teufelskreis, in den viele Kinder geraten. Sie werden schnell als Versager und Außenseiter abgestempelt und verlieren einen großen Teil ihres Selbstwertgefühls als Folge der andauernden Misserfolge. Das wird zum Beispiel in höherer Aggressivität, Desinteresse und dissozialen Verhaltensweisen deutlich, so Brandau, Pretis, Kraschnitz in ADHS bei Klein- und Vorschulkindern, 2003.

 

LRS versus Legasthenie

Möchten wir die Probleme besser verstehen, treffen wir auf zwei unterschiedliche Gruppen:

  • Menschen, bei denen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben auf klare Ursachen zurückgehen und
  • Menschen, deren Schwierigkeiten sich nicht einfach durch Ursachen erklären lassen.

 

Bei der ersten Gruppe, also bei den Schülern mit erkennbaren Ursachen, haben wir es mit LRS zu tun. Wohingegen in der zweiten Gruppierung eine Legasthenie vorliegt. Weder den Kindern noch den Pädagogen ist geholfen, pauschalisiert vorzugehen. Eine echte Legasthenie lässt sich nicht durch die Fähigkeiten eines Schülers, durch eine mangelnde Unterstützung oder Intelligenz erklären. So haben wir es auch nicht mit einer Legasthenie zu tun, wenn Kinder unter bestimmten Erkrankungen der Sinnesorgane leiden.

 

Aus fachlicher Perspektive gesehen, haben wir es bei der Legasthenie mit einer Teilleistungsstörung im Gehirn zu tun, die das Lernen in Verbindung mit der Schriftsprache erschwert.

 

Oftmals sind die Probleme mit der Wahrnehmungsverarbeitung dafür verantwortlich, dass Laute nur schwerlich in Schriftzeichen umgekehrt werden können. Diese Ausführungen und Definitionen sind dem Fachbuch über die Legasthenie –  umschriebene Lese-Rechtschreib-Störung aus dem Jahr 1999 von Dr. Edith Klasen – entnommen. So verweisen diese Definitionen deutlich auf die veränderte Wahrnehmung und eine der größten Unterschiede zur LRS.

 

Legasthenie Experte Lars Michael Lehmann:

„Es ist aus der wissenschaftlichen Perspektive jedoch nicht förderlich, wenn man die Kinder in LRS-Klassen separiert. Die Kinder sollten in ihrem Lernumfeld bleiben und dort so gut wie möglich gefördert werden oder extern von Spezialisten..“

 

Das Problem in der Praxis –  fehlende Differenzierung

 

Nun wissen wir aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive, dass sich hier zwei deutliche Gruppen voneinander unterscheiden. Dennoch werden in der Praxis die betroffenen Schüler gemeinsam mit der gleichen Therapie beschult. Im Allgemeinen ist vom Förderunterricht die Rede.

Auch wenn vielen Kindern mit einer individuellen Förderung bereits geholfen ist, wären eine klare Differenzierung und eine generalisierte Lehrmethode, die in den normalen Unterricht von Anfang an mit eingebunden wird, die LÖSUNG. So kann zum Beispiel intensives Üben bei Schülern mit ausgeprägten Problemen mit dem Schreiben zu einer Verhärtung der Probleme führen. Es werden sich keinerlei Verbesserungen einstellen. Ganz im Gegenteil: Bei den Betroffenen treten Frust und Ärger auf, da sie auch nach vielfachem Üben keinerlei Verbesserungen erfahren. In diesem Fall verweigern sich die Kinder den Übungen und dem Unterricht.

Es wäre viel hilfreicher, die Ursachen für ihre Probleme zu erkunden und an der Wurzel anzugehen. So hat man im Bereich der Forschung sogar herausfinden können, dass oftmals Probleme mit der Verarbeitung der Sinnesorgane eine der Hauptgründe waren. Hier ist von der Sinnesverarbeitung die Rede, so würde ein Befund vom HNO Arzt ohne Ergebnis bleiben.

 

(Ein Beispiel aus dem Bundesland Sachsen)

Wie steht es in Sachsen den Umgang mit LRS?

Wie in dem obig erwähnten Beitrag vom MDR Sachsen zu entnehmen war, gibt es landesweit nur gröbere LRS Tests. Dabei ist die Vorgehensweise zumeist ähnlich. Wird ein Kind in der Schule auffällig, durchläuft es einen tiefgründigen Test an LRS Stützpunkten. Auf diese Weise versucht man den Schweregrad zu definieren, um die Schüler zu separieren. Dabei sind eine Differenzierung und eine Abgrenzung der LRS zumeist vollkommen fehlgeleitet. Es wäre förderlicher, die Kinder integrativ in den normalen Klassen zu beschulen und eine individuelle Förderung durch spezialisierte Pädagogen zu ermöglichen. Dann ist davon auszugehen, dass sich auch auf lange Sicht eine Verbesserung einstellen wird.

 

Mögliche Lösungsansätze für den Umgang mit LRS

Wie in vielen anderen Lehrbereichen kommen wir an dieser Stelle weiter, wenn wir Vergleichsansätze mit den Skandinaviern suchen. Denn hier geht man differenziert, individuell und pragmatisch der eigentlichen Ursache auf den Grund. Darüber hinaus zeigt eine Fokussierung auf die eigentlichen Talente und Begabungen eines Schülers in diesem Lehrkonzept deutlich motivierende Wirkungen bei den Betroffenen.

Ein Schüler wird sich von Anfang an besser fühlen, wenn seine deutlichen Stärken im schulischen Bereich hervortreten, selbst wenn er Probleme beim Schreiben und Lesen.

Die Probleme im sächsischen Bildungswesen sind vielfältig ausgebildet und verteilen sich gleichmäßig auf die staatlichen wie auch auf die privaten Schulen. Ansätze, die Kinder individuell der persönlichen Entwicklung gemäß zu beschulen, sind zunächst einmal förderlich. Doch ist in diesem Zusammenhang eine gezielte Förderung denkbar? Kritisch werden die Konzepte bewertet, die auf eine esoterische Basis zurückgehen. Auch die Annahme, dass die Ernährung einen Einfluss auf die Ausbildung der Legasthenie oder LRS ein Schüler hat, sieht LRS-Experte Lehmann als äußerst kritisch und zieht hier keine vorschnellen Parallelen.

 

Kann ein Schüler Legasthenie überwinden?

Auch in diesem Bereich wird es niemals einheitliche Konzepte geben, da die Probleme und deren Ausbildung viel zu individuell ausfallen. Hier sollten sich Pädagogen und Lehrer um ein Vielfaches besser ausbilden lassen, Fortbildungen besuchen und sich weiterbilden, um differenzierte Fähigkeiten zu besitzen, die Schüler gezielter zu fördern. In diesem Zusammenhang hat sich gerade das Silbenlesen, sprich die Analyse der Sprache und der Schriftsprache nach Lautgruppen als besonders praktikabel erwiesen.

 

Auch das Schweizer Modell bringt interessante Ansätze. Hier lernen die Kinder von Anfang an das Schreiben und Lesen nach Gehör, um potentiellen LRS Problemen von Anfang an vorzubeugen.

Was an dieser Stelle fehlt, ist oftmals die wissenschaftliche Fundierung, sodass sich die Lehrer mit der Herausforderung konfrontiert sehen, ein Kind individuell da abzuholen, wo es steht. Oftmals kann den Schülern über den gesamten Werdegang zum Beispiel in differenzierten und separaten LRS Klassen nur unzureichend geholfen werden, sodass sicher kaum Verbesserungen einstellen. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf.

 

Wie erkenne ich, dass mein Kind Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat?

  1. Dein Kind hat in der zweiten Klasse noch hartnäckige Probleme mit dem Zuordnen der Buchstaben und Laute. Die Fehler wiederholen sich, ohne dass sich eine sehenswerte Verbesserung einstellt.
  2. Am Ende des ersten Schuljahres kann dein Kind die Buchstaben ordentlich benennen. In der Praxis ergeben sich Probleme, von einem Laut auf eine Silbe zu schleifen.
  3. Nur mit großen Problemen kommt ein Kind vom Klang eines Wortes zu deren Bedeutung. Betroffene Kinder lesen oftmals sinnentstellend, Silbe für Silbe, ohne das Gelesene auch nur ansatzweise zu verstehen.
  4. Gerade die Worte, die in den Grundwortschatz gehören, werden einmal richtig und wiederum einmal falsch geschrieben. Übungsdiktate sind eine echte Qual.
  5. Auch in der dritten Klasse kannst du die Texte deines Kindes nur sehr schwer entziffern.
  6. Selbst bei einfachen Worten kommt es in der vierten Klasse in Übungsdiktaten immer wieder zu Fehlern und zu Verwechslungen in der Buchstabenreihenfolge.
  7. Der Förderunterricht in der Schule bleibt ohne Erfolg.

 

Was können die Eltern bei LRS tun?

Zum einen bietet sich auch außerhalb der Schule und in Verbindung mit den Pädagogen ein individuelles Legasthenie oder LRS Coaching, das deutlich auf eine Einzelforderung abzielt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Schulform dein Kind besucht oder welchen aktuellen Wissensstand es derzeit hat. Die Ausarbeitung eines Trainingsplans und die Dokumentation der Entwicklung legen einer Basis für eine zielgerichtete Verbesserung des aktuellen Zustands. Dabei sollten unbedingt das vorhandene Potenzial und die persönlichen Bedürfnisse im Bereich des Lernens herauskristallisiert und eingearbeitet werden. Nur wenn die Eltern regelmäßig Berichte über die Entwicklung der LRS enthalten, ist eine individuelle und zielgerichtete Förderung gegeben.

 

VORSICHT: Mit konventioneller Nachhilfe werdet ihr keine Erfolge erzielen. Ausschließlich spezialisierte und ausgebildete Fachkräfte können im Rahmen der gezielten Einzelförderung diese Lernprobleme an der Wurzel angehen.

Bei den Profis reicht das Angebot von der speziellen LRS Förderung, der präventiven Sozialtherapie über das Legasthenie Training bis hin zu individuellen Programmen.

 

Das LRS Zentrum und die Beratungsstelle für Betroffene gibt den Eltern folgende Tipps und Hinweise mit auf den Weg:

  • Respektiere, liebe und akzeptiere dein Kind, selbst wenn es in der Schule Probleme hat.
  • Überbewertet die Problematik in der Schule nicht. Weder in der ersten noch in der zweiten Klasse werden ein Fundament für das spätere Berufsleben gelegt. Oder hätte Agatha Christie vielleicht in der Grundschule gedacht, dass sie später eine der berühmtesten Kriminalautoren wird? Das Hauptaugenmerk liegt auf einer unbeschwerten Kindheit.
  • Gerade im Familienverbund sollte Leistungsdruck von Anfang an unterbunden werden. Insbesondere die steigenden Anforderungen im Hinblick auf die Leistung, die heute in den Schulen vorherrschen, sind der Grund für alles Übel und die zunehmende Demotivation und abnehmende Lernfreude.
  • Selbst wenn Eltern dazu neigen, nervös oder zu ehrgeizig zu reagieren, sollten sie diese Schwächen von den Kindern fernhalten.
  • Auch wenn es auf Eltern förderlich wirkt, ist zumeist das intensive Üben und Wiederholen des Unterrichtsstoffes in der Familie destruktiv.
  • Eltern sollten niemals die Rolle des Lehrers einnehmen, denn sie belasten damit die häusliche Atmosphäre.
  • Eltern sollten vielmehr in das Gespräch mit den Pädagogen gehen und ihre Besorgnis äußern. Nehmt Beratungsangebote war und informiert euch über Fördermöglichkeiten außerhalb der Schule.

 

Es kitzelt in deinen Fingern, wenn dein Kind mit schlechten Schulnoten nachhause kommt? Du meinst, mit fleißigem Üben bekommt ihr das schon in den Griff? Das mag bei vielen Schülern vielleicht eine positive Wirkung zeigen. Bei Kindern mit LRS verkehrt sich diese Haltung ins Gegenteil und die Frustration der Misserfolge der Schule übertragen sich auch auf die eigene Familie.

 

Wie Lesen zum Familienalltag wird

Studien haben aber auch herausgefunden, dass eine unmittelbare Einbindung des Lesens in den Alltag eine enorme Erleichterung und Verbesserung herbeibringt. So sollten Kinder von Anfang an vom Kleinkindalter in Verbindung mit Sprache gebracht werden. Es ist wieder an der Zeit, den Kleinsten jeden Abend vorzulesen und gemeinsam in die fantastischen Abenteuerwelten abzuheben. Ein nicht zu unterschätzender Anteil der Schüler, die heute mit LRS zu kämpfen haben, sind nur unzureichend vorab mit der Sprache in Berührung gekommen.

 

Was wünschen wir uns für die Zukunft?

Zunächst einmal kommen wir einen deutlichen Schritt weiter, wenn in der Lehrpraxis, im Lehrplan und in der Förderung deutlich zwischen

  • der Legasthenie und
  • der Lese-Rechtschreib-Schwäche unterschieden wird.

Es ist notwendig, zu differenzieren. So finden wir heraus, welche Kinder unter einer leichten vorübergehenden LRS leiden, die oftmals auf methodische Ursachen zurückgeht, und welche mit Legasthenie ihr gesamtes Leben verbringen. Hier hat gerade die erziehungswissenschaftliche Forschung ein großes Aufgabenfeld vor sich, dass beackert werden muss, um endlich klare Verbesserung für unsere Kinder zu erreichen.

 

weiterführende Informationen für Eltern:

Kontakt zum Legasthenie Experte Lars Michael Lehmann
www.legasthenie-coaching.de

www.mdr.de/sachsen/chemnitz/interview-legasthenie-experte-dresden-100.html

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