Montessori, Waldorfschule & Co – Welche innovativen und alternativen Schulen es in Deutschland gibt

Welche Vorteile besitzen private Schulen?

Grundschule, Realschule oder Gymnasium – in allen drei Formen zeigen sich immer größere Klassen. Die Folge besteht in überforderten Lehrern und Kindern, die unter einem starken Leistungsdruck stehen. Im schlimmsten Fall führt dieser zu einer Verweigerung, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Um das zu vermeiden, wünschen sich Eltern eine lockere Lernumgebung für ihren Nachwuchs. Beispielsweise informierst Du Dich zu dem Zweck über die alternativen Schulen in Deutschland. Sie unterscheiden sich aufgrund des Lehrkonzepts von den regulären Schulformen.Alternative Schulen

Alternative Schulen in Deutschland, Walddorf & Co – Wo lernen Spass macht – Urheber: olegdudko / 123RF.com

 

Ein Beispiel für die speziellen Schulen ist die Waldorfschule. In einer ruhigen Lernumgebung entfalten Deine Kinder ihre individuellen Talente und leben ihre Kreativität aus. Die Lehrer vermitteln den Unterrichtsstoff spielerisch und stellen die Arbeit im Team in den Vordergrund. Zudem existieren die Demokratischen Schulen, in denen die Sprösslinge eigenständig über ihren Lehrplan entscheiden. Das bedeutet, sie legen fest, wann sie welches Unterrichtsfach besuchen. Durch das Konzept lernen die Kleinen Organisation und erlangen mehr Selbstbewusstsein. Jedoch besteht die Notwendigkeit, dass die Kinder über Disziplin verfügen.

Bevor Du eine alternative Schule für Deinen Schützling auswählst, machst Du Dir ein Bild von der Einrichtung. In einigen Instituten besteht die Möglichkeit, die Arbeit der Lehrer für eine oder mehrere Unterrichtsstunden zu beobachten. Fühlt sich das Kind in der Schule wohl, wirkt sich der Umstand positiv auf die Leistung und den Lernerfolg aus.

 

Die alternativen Schulen in Deutschland

Eltern wählen vorwiegend für ihre Kinder eine der alternativen Schulen in Deutschland, wenn sie beabsichtigen, die Kreativität des Nachwuchses zu fördern. Beispielsweise existieren Musik- oder Sportinternate, die ihre Schwerpunkte auf die jeweiligen Talente der Schüler legen. In der Regel unterscheiden sich die Lehrkonzepte der privaten Schulen von denen regulärer Einrichtungen. Die Lernumgebung gestaltet sich für die Kinder entspannter, sodass das Risiko von Lernstress sinkt. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass die Sprösslinge bessere Leistungen erzielen. Zusätzlich variiert in den alternativen Schulen die Klassengröße. Viele Institute achten darauf, die Klassen – in einigen Fällen auch Kurse – überschaubar zu halten.

Der Vorteil besteht darin, dass die Lehrer sich jedem Schüler widmen können. Dadurch verringert sich die Überforderung der Kleinen. Dabei gilt es, darauf zu achten, dass die Alternativen zu einer regulären Schule vorwiegend aus dem privaten Bereich stammen. Das bedeutet, dass die Eltern die Kosten eigenständig tragen. Abhängig von der Wahl der Lehreinrichtung liegen diese zwischen 500 und 3.000 Euro im Monat. An einigen alternativen Schulformen erhalten die Kinder keine deutschen Abschlüsse. Dazu gehört beispielsweise die internationale Schule, deren Lehrstoff sich nicht an den deutschen Vorgaben orientiert.

 

Für die Wahl der Schule spielt vorrangig das Bedürfnis der Schüler eine Rolle. Fühlen sie sich in der Umgebung wohl und folgen sie dem Unterrichtsstoff ohne Probleme? Hierbei lohnt es sich, die jeweilige Einrichtung vor der Anmeldung des Kindes aufzusuchen. Einige Institute bieten „Schnupperstunden“ an, in denen die Interessenten beispielsweise an einer Unterrichtsstunde teilnehmen.

 

Welche alternativen Schulen existieren in Deutschland?

Das Lehrsystem an regulären Schulen sieht sich zunehmender Kritik gegenüber. Der Unterricht erweist sich oftmals als konservativ, wobei die Leistung der Schüler eine bedeutende Rolle spielt. Hierbei kritisieren die Eltern, dass keine Förderung der individuellen Talente der Kinder erfolgt. Eine mögliche Alternative stellen die Privatschulen dar. Deine Kinder verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Einrichtung. Demnach nimmt die Gestaltung des Unterrichts gleichzeitig Einfluss auf die Erziehung der Kleinen. Das starre Konzept an regulären Schulen erfüllt nicht die Bedürfnisse der Sprösslinge. Welcher private Schulträger sich für Deinen Nachwuchs eignet, findest Du in einem Vergleich der Schulen heraus.

 

Welche Vorteile existieren an alternativen Schulen in Deutschland?

Private Schulträger versuchen in vielen Fällen, den Unterricht erlebnisorientiert zu gestalten. Der Sinn besteht darin, die individuellen Fähigkeiten der Schüler zu fördern. Das Lehrpersonal schenkt dabei jedem Kind die notwendige Aufmerksamkeit, sodass es seine eigene Lernleistung besser einzuschätzen weiß. Der Punkt steigert den Lernerfolg der Kleinen, wie John Hattie in seinem Buch „Lernen sichtbar machen“ belegt. Im Regelfall folgen die Privatschulen dem deutschen Lehrkonzept. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass sie den Schülern ein verstärktes Mitspracherecht einräumen.

Die verschiedenen pädagogischen Ausrichtungen bieten vorwiegend Grundschulen an. Das bedeutet, dass Dein Kind bereits ab der ersten Klasse eine alternative Schule besucht. Weiterführende Schulen, die staatlich sind, halten sich an die reguläre Schulform. Um die Sprösslinge dennoch individuell zu fördern, eignet sich der Besuch einer Privatschule. Bevor Du eine Schule für den Nachwuchs auswählst, bringst Du in Erfahrung, welches Lehrkonzept zu dem Kind passt. Hierbei hilft ein Vergleich der verschiedenen privaten Schulträger.

 

Was stellt eine Waldorfschule dar?

Bei einer alternativen Schule erhält das persönlich gestaltete Lernsystem für die Eltern Bedeutung. Durch eine individuelle Förderung bekommen die Kinder Selbstvertrauen. Sie nehmen aktiv am Unterricht teil und sammeln anhand von erlebnisorientierten Lehrmethoden neue Erfahrungen. Zu den bekanntesten Privatschulen gehört die Waldorfschule.  Viele Waldorfschulen heissen zum Teil auch Rudolf Steiner Schule, nach Ihrem Gründer benannt. Und das schon seit fast 100 Jahren.. Das Hauptaugenmerk an den Schulen liegt auf den kreativen Fähigkeiten der Schüler. Demnach profitieren die Sprösslinge von einem praxisbezogenen Unterricht, der ebenfalls Einfluss auf die soziale Entwicklung nimmt.

Die Hauptfächer besuchen die Lernenden an der Waldorfschule in Epochen. Das heißt, sie nehmen ausschließlich an einem Grundfach zu Beginn des Tages teil. Danach folgen künstlerische und sprachliche Fächer. Dadurch stehen die individuellen Talente der Kinder im Vordergrund. Der Unterricht erfolgt in vielen Fällen fächerübergreifend. Zudem finden mehrere Projekte, die zum derzeit behandelten Thema passen, statt. Somit nehmen die Schüler an einem Erlebnis teil und zeigen sich aufmerksamer als beim frontalen Lernen. Einen festen Lehrplan gibt es an den Waldorfschulen nicht. Stattdessen passt sich der Unterricht an die Fertigkeiten der Sprösslinge an.

weitere Infos zu den Waldorfschulen erhaltet Ihr hier: www.waldorfschule.de

Ein besonderes Merkmal der Privatschule stellt die stabile Umgebung dar. In Waldorfschulen bleiben Kinder, die dem Stoff nicht folgen können, nicht sitzen. Demnach bleibt die Klassengemeinschaft in jedem Fall erhalten. Nach Möglichkeit kommt es nicht zum Lehrerwechsel. Besitzt Dein Nachwuchs eine besondere Begabung, fördern die Pädagogen diese in einer separaten Gruppe. Des Weiteren existieren an der alternativen Schule keine Noten. Die Zeugnisse bestehen ausschließlich aus ausformulierten Einschätzungen. Hier zeigt sich der Vorteil darin, dass die Kinder keinen Leistungsdruck verspüren. Sie entfalten ihre Talente damit freier und leiden nicht an Lernstress.

Die Waldorfschule besuchen die Kinder von der ersten bis zur zwölften Klasse. Dabei erweist sich die Einrichtung oftmals als Ganztagsschule, sodass die Kleinen bis zum späten Nachmittag im Institut bleiben. Nach der Abgabe einer Jahresarbeit in der letzten Klassenstufe erhalten sie den Waldorfabschluss. Dieser ist in Deutschland nicht staatlich anerkannt. Daher bieten die Schulen die zusätzliche Teilnahme an Prüfungen für staatliche Abschlüsse an. Für die Lernenden besteht damit die Möglichkeit, folgende Bildungsabschlüsse zu erhalten:

  • Hauptschulabschluss,
  • mittlere Reife
  • Abitur

An den Waldorfschulen wird das Abitur grundsätzlich wie in anderen Schulen nach 13 Jahren absolviert, das entspricht also G9, was ja auch an diversen staatlichen Schulen nach wie vor die Regel ist.

Bei Bedarf steht einem Schulwechsel auf eine staatliche Schule nichts im Weg. Jedoch passiert es, dass die Schüler bei dem Schritt Unterrichtsstoff nachholen. Im Schnitt liegen die monatlichen Gebühren an Waldorfschulen bei 160 Euro. Bei finanziell schwachen Familien passen die Einrichtungen die Kosten an das Einkommen der Eltern an. Demnach handelt es sich bei der Privatschule um ein sozial engagiertes Institut.

Was ist die Montessori-Schule?

Die Montessori-Pädagogik entwickelte die Italienerin Maria Montessori. Dabei kommt es darauf an, die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zu erfüllen. Bei dieser Schulform liegt das Hauptaugenmerk ebenfalls auf der persönlichen Förderung der Kinder. Dadurch schätzen diese ihre Lernleistung besser ein und erhalten mehr Selbstvertrauen. Die Vera-Studie aus dem 2004 verglich die Leistung von Viertklässlern in den Grundfächern. Es zeigte sich, dass die Schüler der Montessori-Schule speziell bei schwierigen Aufgaben besser abschnitten.

Bei der besonderen Pädagogik lernen die Sprösslinge, selbstständig zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Aufgrund des kindlichen Forschungsdrangs kommt es zu dem selbstbestimmten Lernen. Zwei Drittel der Montessori-Schulen in Deutschland gehören zu den Privatschulen. Gleichsam existieren staatliche Einrichtungen, die ihr Lehrkonzept der Montessori-Pädagogik anpassen.

Der Unterricht in den Schulen orientiert sich an dem deutschen Schulsystem. Die Kinder lernen verstärkt in Gruppenarbeit oder Freiarbeit. Zudem finden zahlreiche Projekte statt, um den Entdeckerdrang der Kinder zu befriedigen. Die ersten zwei bis drei Stunden des Schultags eignen sie sich eigenständig Wissen an. Sie bestimmen, mit welchem Thema sie sich beschäftigen und holen sich bei Bedarf Unterstützung bei anderen Schülern. Erst nach einer Pause wechselt die Freiarbeit zu dem gebundenen Unterricht, der im Klassenverband stattfindet.

An den Montessori-Schulen besteht für den Nachwuchs die Möglichkeit, die drei staatlichen Abschlüsse zu erlangen. Ein Schulwechsel stellt keine Schwierigkeit dar. Auch bei dieser alternativen Einrichtung orientiert sich das monatliche Schulgeld an der finanziellen Situation der Eltern. Sie zahlen zwischen 100 und 400 Euro.

 

Die Freinet-Schulen in Deutschland

Bei dieser alternativen Schulform konzentrieren sich die Pädagogen auf die individuellen Eigenschaften ihrer Schüler. Das bedeutet, die Kinder entscheiden eigenständig, welchen Unterrichtstoff sie in welchem Zeitraum lernen. In den Freinet-Schulen existieren keine festen Lehrpläne. Im Gegensatz zum Frontalunterricht weckt das spielerische Lernen das Interesse der Schützlinge. Zusätzlich spielt die soziale Komponente eine Rolle, da die Kinder einen Klassenrat wählen. Entscheidungen treffen sie ausschließlich gemeinsam.

 

Bei dem Lernkonzept kommt es darauf an, sich kritisch mit Problemen auseinanderzusetzen. Die Schüler sammeln in Projekten oder Ausflügen Erfahrungen, die sie innerhalb der Klasse auswerten. Abhängig von ihren Interessen erstellen sie sich ihre Lehrpläne eigenständig. Ob sie ihre Lernziele einhalten, kontrollieren die Kleinen bei einer Klassenversammlung. Auf die Weise lernen sie die Relevanz von Regeln und Demokratie.

In der Regel handelt es sich bei den Freinet-Schulen um Grundschulen. Das bedeutet, dass Deine Kinder nach der vierten Klasse eine Empfehlung für eine weiterführende Schule erhalten. Viele der alternativen Bildungseinrichtungen befinden sich in staatlicher Trägerschaft, sodass keine Kosten anfallen. Das Schulgeld für private Freinet-Schulen liegt zwischen 35 und 380 Euro im Monat.

 

Welche anderen Alternativschulen existieren?

N*eben den bekannten Privatschulen gibt es beispielsweise die Jenaplan-Schulen. Hierbei spielt das gemeinsame Lernen eine tragende Rolle. Die Kinder erhalten in Kursen den Grundstoff vermittelt und vertiefen diesen im Stammunterricht. Hier kommen Schüler verschiedener Altersklassen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. An den Jenaplan-Schulen erlangen die Kleinen alle staatlichen Anschlüsse. Des Weiteren existieren in Deutschland die Demokratischen Schulen, in denen die Sprösslinge Mitspracherecht erhalten.

Bei den Einrichtungen entscheiden die Kinder eigenständig, wann sie die Schule besuchen und verlassen. Demnach präsentieren sich die Unterrichtszeiten flexibel. Den Tagesablauf gestalten die Schützlinge abhängig von ihren individuellen Fertigkeiten und Interessen. Oftmals nehmen sie an Projekten und Gruppenarbeiten teil. Zudem besteht für sie Möglichkeit, die Freiarbeit und außerschulische Beschäftigungen zu wählen. Auf den Demokratischen Schulen erhalten die Lernenden die mittlere Reife. Absolvieren sie die Prüfung mit guten Zensuren, wechseln sie auf Wunsch auf ein Gymnasium, um ihr Abitur zu erlangen.

 

Eine weitere Alternative zur Regulärschule besteht in der Daltonplan-Schule. In dieser steht die Selbstständigkeit der Schüler ebenfalls im Vordergrund. Sie erwerben sich Kenntnisse in Eigenarbeit oder nehmen an Projekten teil. In einem Jahr besteht für die Kleinen die Notwendigkeit, ein spezielles Arbeitspensum zu bewältigen. Auf welche Weise das geschieht, hängt vom individuellen Bedürfnis der Sprösslinge ab. In dem Institut gelten die Lehrer als Lernhelfer, die den Kindern unterstützend zur Seite stehen.

Einen Frontalunterricht gibt es nicht. Die Benotung findet auf Grundlage schriftlicher Lernergebnisse statt. Das Daltonplan-Konzept tritt vorwiegend in Großbritannien und den USA auf Wohlwollen. In Deutschland setzt es sich nur zögerlich durch. Darum existiert keine reine Daltonplan-Schule in der Bundesrepublik. Jedoch orientieren sich einige Realschulen bereits an dem alternativen Lernkonzept.

 

Ebenfalls zu den Privatschulen gehört die „Club of Rome“-Schule, bei der ganzheitliche Bildungskonzepte im Mittelpunkt stehen. In Projektarbeiten lernen die Kinder, global zu denken und sich für die Nachhaltigkeit einzusetzen. In den jeweiligen Instituten kommt es vermehrt zu einem fächerübergreifenden Unterricht. Zusätzlich ermöglichen Lernlabors den Kindern, eigenständige Erfahrungen zu sammeln. Damit profitieren die Schüler von einer individuellen Förderung, die auf persönliche Stärken und Schwächen des Einzelnen eingeht. In Deutschland befinden sich 15 „Club of Rome“-Schulen, wobei der Großteil Gymnasien darstellt. Jedoch existiert das Konzept gleichermaßen an Grundschulen und Realschulen. Aus dem Grund besteht für die Sprösslinge die Chance, jeden Abschluss zu erwerben.