Vater oder Mutter – Wer ist hier der Boss?

Old-fashioned Rollenmodelle

Der Mann als Ernährer der Familie, der für Frau und Kinder sorgt, Sicherheiten schafft und alles unter einen Hut bringt. Die Hausfrau, Mutter und Küchenwunder zugleich, die Mahlzeiten, Haushalt und Kinder mühelos in den Griff bekommt: Diese veralteten Rollenmodelle sind mittlerweile mehr als 100 Jahre abgelaufen. Da wäre es doch an der Zeit, einen Blick auf die eigene Familie zu werfen und zu schauen, wie wir den Alltag in den Griff bekommen.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit P&G

Familienmodelle. Stereotype. Rollenverteilung.

Zusammenhalt in der Familie

Zusammenhalt in der Familie Urheber: dolgachov / 123RF

Ich für meinen Teil setze auf Gleichberechtigung, ohne dabei die alten Rollenmodelle über zu strapazieren. Ist die Rolle als solches nicht etwas wunderbar Bequemes, in das wir uns zurückziehen? Eines steht fest: Viele fühlen sich in einer festen Rolle eingeengt und überfordert zugleich. Für mich ist es nicht immer leicht, die Herausforderungen aus dem Job mit der Sorge um die Kinder und die eigene Beziehung unter einen Hut zu bringen, ohne eine der Komponenten zu vernachlässigen.

Meine Frau sieht mich vielleicht nicht als den starken Versorger. Doch unsere Gesellschaft impliziert noch immer das Bild des Mannes in der Familie. Dabei ist es schön zu sehen, dass sich die alten Familienmodelle aufsplittern. Nicht zuletzt weil sich alternative Lebensformen in der Familie durchgesetzt haben. Gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern, Patchwork Familien und unverheiratete Paare mit Kindern und Pflegekindern bringen ein buntes und zugleich vielseitiges Modell ins Gespräch, das den Stereotypen ihren ursprünglich festen Halt raubt.

 

Deutschlandweite Studie über die Rollenverteilung in Familien

Wie sehen wir Väter eigentlich die Rolle der Frau zum einen in der Gesellschaft und zum anderen in der eigenen Familie? Das ist eine Frage, die ohne gründliche Überlegungen gar nicht zu beantworten ist. Ist es nicht gerade das Bild der Frau, das einer enormen Wandlung unterliegt und dennoch viele berufstätige Mütter überfordert? Wenn wir etwas ehrlicher damit umgehen, müssen viele Väter doch zugeben, dass sie in ihrer Frau oftmals die starke Schulter finden, die nahezu mühelos Haushalt und Beruf sowie Kinder unter einen Hut bringt.

Viele Väter neigen dazu, sich an den Vorstellungen im Haushalt zu orientieren und sich darin zurückzulehnen. Das mag vielleicht nur ein Grund sein für die doch überraschenden Ergebnisse der Studie vom rheingold Institut, die im Auftrag der Online Plattform „for me“ durchgeführt wurde. Hier hatte man insgesamt 1.000 berufstätige Mütter im Alter zwischen 20 und 50 Jahren befragt, um Antworten zu den Anforderungen und den Rollenmodelle der Gesellschaft und insbesondere der berufstätigen Mütter zu bekommen.

 

Ergebnisse der Studie:

  • 51 % der Mütter übernehmen Dinge selbst, bevor sie sich mit ihrem Partner auseinandersetzen.
  • 68 % der Mütter haben eingesehen, dass sie alle Aufgaben gar nicht selbstständig übernehmen können und die Unterstützung ihres Partners brauchen.
  • 69 % der Frauen sehen sich selbst als das Familienoberhaupt.
  • 45 % der Frauen haben ein schlechtes Gewissen, den Anforderungen der Familie, der Freunde und des Partners nicht mehr zu genügen.

 

Wie bewerte ich als Vater die Ergebnisse der Studie?

Besonders bedenklich für mich als Vater ist der prozentuale Anteil an Frauen, die sich mit einem schlechten Gewissen herumplagen. Jede zweite Mutter und Frau hat das Gefühl, den familiären und gesellschaftlichen Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden.

Bewegen wir uns heute in der Zeit der vorgetäuschten Emanzipation, in der wir unseren Frauen viel mehr auferlegen, als sie aushalten? Eine harte Fragestellung, die von allen Vätern, die sich für die modernen Rollenmodelle einsetzen, brutale Ehrlichkeit abverlangt. Sind wir immer dazu bereit, unseren Frauen 100-prozentig unter die Arme zu greifen und aus der eigenen Komfortzone herauszukommen? An dieser Stelle beginnt das betretene Grübeln, da es in der einen oder anderen Situation sogar einfacher erscheint, die Verantwortung für die Situation an das gelassenere Temperament der Frau zu übergeben.

 

Rollenverteilung in modernen Familien

Doch wer sich entschlossen für die moderne und offene Familie mit einer gleichmäßigen und fairen Rollenverteilung in der Familie ausspricht, muss diesen Weg kompromisslos mit der eigenen Partnerin gehen. Nur dann lässt sich das Ziel erreichen, dass beide zufrieden in der Familie sind.

Was die Studie neben ihren Ergebnissen auch aufdeckt, ist die versteckte Angst der Mütter, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Etwas zu verstecken und zu verschweigen oder nicht anzusprechen, lässt in uns selbst einen Zustand der Unzufriedenheit schwellen. So wäre es fortan vernünftig, mehr miteinander in Familien zu sprechen, sich über problematische Situationen auszutauschen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

 

Was nehmen wir Väter aus der Studie mit?

Die Studie sollte bestimmt nicht bezwecken, sich gegenseitig die Aufgaben aus den Händen zu reißen, um für Unterstützung zu sorgen. Es ist vielmehr der offene, selbstbestimmte und tolerante Umgang mit den Rollen in unseren Köpfen, mit den eigenen Vorstellungen und Ängsten im gemeinsamen Dialog, der für die Familien zielführend ist. Nehmt dies zum Anlass, in eurer Familie über Aufgaben und Herausforderungen zu reden, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

„for me“ ist übrigens eine Onlineplattform von P&G, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen und insbesondere Mütter in allen Lebenslagen zu unterstützen. Hier gibt es Inspiration und Hilfestellung zu Themen rund um Haushalt, Famile und Wohlfühlen. Schaut einfach mal vorbei.

www.for-me-online.de/

Emanzipation und Gleichberechtigung beginnt dort,
wo Offenheit und Toleranz ansetzt.

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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