Elternfrage: Mein Kind will nicht lesen

Bücher tragen einen großen Schritt zur kindlichen Entwicklung bei. Sie helfen dem Nachwuchs, Fähigkeiten wie Konzentration, logisches Denken, Sprachvermögen zu fördern. Fehlt Kindern die Lust am Lesen, sollten die Eltern die Gründe dafür entdecken. Erst mit diesem Wissen gelingt es ihnen, die Motivation fürs Lesen zu wecken. Wir zeigen welche Voraussetzungen ein Kind zum Lesen braucht und wie Eltern ihre Kindern das lesen von Büchern beibringen können.

Mit Papa lesen, Copyright: fizkes bigstockphoto

4 Tipps wie Eltern ihre Kinder zum Lesen bringen können

  • Das Interesse am Lesen wecken Eltern bei ihren Kindern, wenn sie Bücher in den Familienalltag integrieren. Wie geht das?
    • Schon beim Kauf eines Buches sollten Eltern ihre Kinder einbeziehen und sie das Buch aussuchen lassen
    • Bücher auswählen die den Interessen des Kindes entsprechen (zb. Fußball, Pferde, Computer, Minecraft)
    • Bücher bekannter Vorbilder wie Paluten können Kinder begeistern
    • Bücher für Erstleser sind besonders auf den Einstieg für kleine Lesebeginner ausgelegt
    • Gemeinsame Buchbesprechungen fördert das Interesse
  • Gemeinsames Lesen und Vorlesen als Familienzeit innerhalb der Familie eingeführen, so verbindet der Nachwuchs das Lesen mit Spaß und einem Gefühl der Geborgenheit. Mit Vorlesen beginnen Eltern, danach wird abwechselnd gelesen.
  • Vorgegebene Auszeiten am Tag, der Umgang mit Besinnung und Langeweile kann in eine Lesezeit übergehen. Ständige Medienzeiten, Bespaßung und eine zu hohe Auslastung der Kinder, zb. durch zu viele Hobbys verhindern das Lesen.
  • Abenrituale zum Lesen fördern die Leselust. Etwas länger wach bleiben und dafür noch 3 Seiten eines Buches lesen, wirkt auf Kinder spannend und kann zum Lesen animieren.

Mario Förster, Blogger

Tipp: Kinder ab 5 Jahren finden in den Erstleserbüchern für Jungen und Mädchen speziell dafür ausgelegt Bücher. Unseren Jungs haben zum Einstieg in das selbständige Lesen besonders gut Kleine Drachen Kokosnuss Bücher gefallen, später ab 7 Jahren haben Sie gern Minecraft Bücher gelesen. Leider konnte ich Sie zu meinen Favoriten zb. von Jule Verne nicht verführen.

Entwicklung und Gesundheitliche Voraussetzungen zum Lesen

  • Erfolge beim Lesenlernen erfordern von Kindern mehrere Kompetenzen:
    • phonologische Bewusstheit
    • Konzentration
    • Merkfähigkeit.

Um sich unter den gelesenen Worten eine Handlung vorzustellen, steht ebenfalls Fantasievermögen im Mittelpunkt. Die frühkindliche Förderung dieser Fähigkeiten erleichtert dem Nachwuchs den Einstieg in die Welt der Bücher. Leiden Kinder unter bisher unentdeckten Seh- oder Sprachverständnisstörungen, fühlen sie sich beim Lesenlernen aufgrund des eigenen Unvermögens überfordert. Bevor Eltern gegen die „Leseunlust“ des Nachwuchses angehen, schließen sie diese Ursachen aus. Dadurch vermeiden sie unwissentlichen Druckaufbau, der Stress und ein hohes Konfliktpotenzial mit sich bringt.

Woher rührt das Desinteresse fürs Lesen bei Kindern?

Eltern üben für ihren Nachwuchs eine Vorbildfunktion aus. Ihr Desinteresse an Büchern geht auf ihn über. Nimmt er sie als langweilig oder unwichtig wahr, sinkt seine Motivation, das Lesen zu lernen.

Ebenso resultiert das mangelnde Interesse an einer geringen Lesekompetenz aufgrund von:

  • zu wenig Leseerfahrung
  • Konzentrationsproblemen beim Lesen
  • Desinteresse an den gelesenen Inhalten

Sie begünstigt die Leseunlust, sodass ein Teufelskreis entsteht.

Fühlen sich Kinder bei einer Tätigkeit überfordert oder unter Druck gesetzt, reagieren sie frustriert. Daraus entwickelt sich ein vermeidendes Verhalten, sodass die Lesekompetenz auf einem niedrigen Niveau bleibt.

Teilweise verweigern Kinder das Lesen aufgrund von:

  • Sehstörungen
  • Problemen beim Sprachverständnis
  • Legasthenie

Resultiert der Unwillen gegenüber dem Lesenlernen aus einer dieser Ursachen, ziehen die Eltern einen Experten zurate.

Wie motivieren Eltern den Nachwuchs zum Lesen?

Damit Kinder ein grundlegendes Interesse an Büchern gewinnen, helfen die folgenden Tricks:

  • Vorlesen und das Kind in die Geschichte einbinden
  • den Wert von Büchern hervorheben
  • Bücher nach dem Interesse des Kindes auswählen
  • Comics und Magazine als Alternative zum Buch anbieten

Vorlesen fördert Aufmerksamkeit und Sprachverständnis

Beim Vorlesen genießen Eltern und Kind die gemeinsame Zeit, in der sich die gegenseitige Bindung verstärkt. Bereits wenige Monate alte Babys profitieren aufgrund des Geborgenheitsgefühls von einer vorgelesenen Geschichte. Sobald der Nachwuchs deren Inhalt versteht, erhöhen sich durch das Zuhören:

  • auditive Wahrnehmung
  • Sprachverständnis
  • Aufmerksamkeit
  • Merkfähigkeit

Diese Kompetenzen benötigt das Kind später beim Lesenlernen.

Bemerken Eltern, dass die Aufmerksamkeit des Kindes bei bekannten Geschichten nachlässt, geben sie ihm in diesen eine Hauptrolle. Im Alter zwischen zwei und sechs Jahren ist der kindliche Egozentrismus stark ausgeprägt. Daher fesseln Geschichten in der auf das Kind bezogenen Ich-Perspektive die Aufmerksamkeit mehr als solche mit „fremdem“ Hauptcharakter.

Als wertvoll erachtete Dinge wecken Interesse

Ebenso wecken Eltern die kindliche Neugier auf ein Buch, wenn sie dessen Wert verdeutlichen. Bekommt es ein Kinderbuch zum Geburtstag oder zu Weihnachten, nimmt es dieses als etwas Wertvolles wahr. Der Effekt verstärkt sich, wenn ihm Mama und Papa den pfleglichen Umgang mit Büchern vorleben:

  • Bücher sorgfältig ins Regal stellen
  • eingerissene Seiten sorgfältig kleben
  • Seiten nicht knicken oder bemalen

Benutzen Eltern im Alltag Bücher, um Dinge nachzuschlagen, lernt das Kind sie als wichtige Informationsquellen kennen.

Auf das Kind zugeschnittene Inhalte wecken die Leselust

Weigert sich ein Kind zu lesen, liegt die Ursache mitunter im bisherigen Desinteresse an den Buchinhalten. Seine Neugierde wecken Eltern, wenn sie gezielt nach Geschichten mit seinen Interessengebieten suchen. Beschäftigt sich der Nachwuchs am liebsten mit seiner Spielzeugrakete, kommt etwa ein Kinderbuch über einen Astronauten infrage.

Alternativ führen Eltern das Kind über andere Medien an Bücher heran:

  • Einem Hörbuch zu lauschen, erfordert weniger Konzentration als selbst zu lesen. Gleichzeitig steigert es die Lust des Nachwuchses, neue Geschichten kennenzulernen.
  • Zu vielen beliebten Kinderfilmen und -serien gibt es inzwischen Comics und kurze Bücher, in denen die Helden spannende Abenteuer erleben.
  • Ratgeber und Anleitungen zu Videospielen vermitteln wertvolles Wissen, um neue Level zu erreichen. Dadurch lernt das Kind Bücher als Hilfsmittel im Alltag kennen.

Bevor es sich an ein Buch wagt, geben ihm die Eltern alternativ ein Comicbuch zum Lesenlernen. Hier beschränkt sich der Leseinhalt auf einzelne Wörter und kurze Sätze. Diese wirken auf Kinder weniger abschreckend als eine bilderlose Buchseite.

 

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