Elternfrage: Warum sind Jungs in der Pubertät so vergesslich?

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Jungs in der Pubertät Foto: AleksandFinch, bigstock

Viele Eltern lernen in der Pubertät, ab dem 12 Lebensjahr ihren Sohn ganz neu kennen und müssen dabei gerade bei Jungs mit Vergesslichkeit umgehen lernen. Ist dein Sohn in letzter Zeit vergesslich? Hat er den Turnbeutel zu Hause liegen lassen, nur die Hälfte beim Einkaufen mitgebracht oder vergisst ständig die Hausaufgaben? Viele Väter in unserer Community haben gefragt wie jetzt zu reagieren ist, hilft Strenge oder Geduld und welche Unterstützung kann man als Vater anbieten? Hier erfahren Eltern, warum Jungs in dieser besonderen Lebensphase scheinbar gedankenlos sind, welche Gründe die Vergesslichkeit hat und wie damit umzugehen ist.

Woher kommt die plötzliche Vergesslichkeit in der Pubertät?

In der Pubertät kommen viele Veränderungen auf den Heranwachsenden und seine Eltern zu. Durch die Hormone wandelt sich neben dem Äußeren des Kindes sein Verhalten. Vergesslichkeit in der Entwicklung ist normal. Damit das Gehirn schnell und effizient arbeitet, richtet es sich in der Pubertät neu aus. Dabei dauern die Umbauarbeiten bei jedem Jungen unterschiedlich lange. Bei einigen sind sie schnell abgeschlossen, bei anderen hält die Phase bis zum 20. Lebensjahr an. Die Umbauprozesse wirken sich auf das Verhalten des Kindes aus.

Organisiertes, strukturiertes Denken wie bei Erwachsenen ist noch nicht möglich. Das liegt daran, dass die Verbindungen zwischen dem emotionalen und kontrollierenden System im Gehirn sehr dünn und erst mit 25 Jahren vollständig entwickelt sind.

Vergesslichkeit ist demnach kein böser Wille. Während der Pubertät vergisst das Kind nicht absichtlich wichtige Termine, den Sportbeutel oder die Hausaufgaben. Vielmehr sind die Umbauarbeiten im Gehirn schuld daran, dass es bereits auf dem Weg nach draußen nicht mehr daran denkt, dass es den Müll mitnehmen sollte.

Fehlende Erinnerung stärkt Vergesslichkeit

Eine weitere Ursache für das nachlässige Verhalten des Kindes ist ein verändertes Zeitgefühl. Pubertierende Jungen leben im Augenblick und verlieren dadurch den Überblick über Tage und Wochen. Sie erinnern sich schwerlich daran, was sie in der vergangenen Woche getan haben und können nur unmittelbare Erlebnisse detailliert abrufen.

Die Pubertät ist geprägt von vielen Einflüssen und Anforderungen, sodass manche Dinge durchs Raster fallen. Das Gehirn der Jungen ist mit anderen Sachen beschäftigt. Die Eltern fühlen sich persönlich angegriffen, wenn dieser zum wiederholten Mal etwa nicht tut, das sie gerade mit ihm besprochen haben.

Das häufige Vergessen wichtiger Dinge belastet nicht nur die Eltern. Auch der Nachwuchs hat Probleme damit. Seine Unzuverlässigkeit führt zu schlechten Noten und Ärger mit den Eltern. Sie fühlen sich unverstanden und sind selbst nicht in der Lage, andere zu verstehen.

Wie können Eltern Jungs in der Pubertät unterstützen, damit sie weniger vergesslich sind?

Um die Vergesslichkeit in den Griff zu bekommen, sollten Eltern dem Nachwuchs Mut machen. Eltern helfen ihren Jungen, indem sie versuchen, sich nicht aufzuregen und entspannt zu bleiben, auch wenn es schwerfällt. Diese vermeiden es, sauer und gekränkt auf Distanz zu gehen. Hier kann Euch auch das Buch von Anton Wieser helfen eure Söhne besser zu verstehen, außerdem bietet Anton persönliches Coaching für Väter an: → Coaching für Jungspapas

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Anton Wieser, langjähriger Jungencoach, lässt Jungs zu Wort kommen und zeigt Eltern wie Sie ticken. Humorvoll und im Klartext erklärt er, was Jungs tatsächlich brauchen und wie Eltern sie durch die Pubertät begleiten können

Väter helfen Ihrem Kind, indem sie ihm zeigen, wie er organisierter vorgeht. Erinnerungen an Termine und Aufgaben sind ein erster Weg.

Haben Eltern das Gefühl, dass Ihr Junge mit den Gedanken woanders ist, unterstützen sie ihn zb. mit einer Whatsapp-Nachricht oder einem kurzen Anruf. Alternativen bieten Zettel am Kühlschrank oder eine abendliche Besprechung, bei der Vater und Mutter auf die Aufgaben des nächsten Tages aufmerksam machen.

Dabei sollten die Erinnerungen nicht kontrollierend wirken, sondern unterstützend. Als Vater kannst Du deine Sohn fragen, an welchen Stellen er Hilfe benötigt, und lässt ihm dennoch genug Freiheit.

Wichtig sind Zeiten, in denen der Nachwuchs sich entspannt und den Kopf freibekommt, denn auch eine Überlastung kann Vergesslichkeit verursachen.

 

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