So kannst Du als Vater Deine Tochter in der Pubertät unterstützen

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Treten bei Mädchen ab 12 bis 13 Jahren vermehrt Stimmungsschwankungen auf, vermuten Eltern den Beginn der Pubertät als Ursache. Eine 2018 veröffentlichte Langzeitstudie weist darauf hin, dass das Alter, in dem die Geschlechtsreife einsetzt, bei Jugendlichen zunehmend weiter absinkt. Durchschnittlich tritt die erste Regelblutung bei Mädchen in europäischen Ländern im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren auf. Wie Du als Vater deine Tochter in dieser Lebensphase gut unterstützen kannst und worauf es jetzt ankommt, erfährst Du hier.

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Mädchen ab 12 Jahre, das ist jetzt dran:

  • Mädchen ab 8 Jahren können schon erste Anzeichen der Vorpubertät zeigen
  • Die Pubertät der Tochter kann Väter aufgrund der körperlichen Veränderung des Mädchens zur jungen Frau verunsichern und neue Hemmschwellen aufbauen.
  • Mädchen sehnen sich in der Pubertät verstärkt nach der Anerkennung und der Bestätigung des Vaters, die beide Auswirkungen auf das Selbstbild und das Selbstbewusstsein des Nachwuchses haben.
  • Für Töchter prägt das Verhalten des Vaters der Mutter und ihnen gegenüber ihr späteres Männerbild und ihr Selbstbild als Frau.

Diese Themen musst Du als Vater jetzt auf dem Schirm haben:

Oft sind die Themen, die Mädchen während ihrer Pubertät beschäftigen, für die Väter das sprichwörtliche Buch mit sieben Siegeln:

  • Gewichtsschwankungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Wachstum von Haaren, Busen oder Hüften
  • Liebesangelegenheiten und
  • Streit zwischen Freundinnen

Dennoch raten wir davon ab, dass sich der Vater während dieser wichtigen Entwicklungsphase seines Kindes aus der Erziehung zurückzieht. Indem er seiner Tochter Aufmerksamkeit schenkt und sie bestätigt, unterstützt er sie im Aufbau eines positiven Selbstbilds.

So verhalten sich Väter den pubertierenden Töchtern gegenüber

Beginnt bei einem Mädchen die Pubertät, ändert sich zunächst ihr Verhalten, bevor später körperliche Veränderungen auftreten. Dieser Entwicklung vom Kind zur jungen Frau stehen Väter teils verunsichert gegenüber.

Unser Tipp:

Oft fühlen sich Väter, die scheinbar plötzlich mit einer pubertierenden Tochter umgehen sollen, ins kalte Wasser geworfen. Verunsicherung, Hilflosigkeit und daraus resultierender Frust können jedoch die Eltern-Kind-Beziehung drastisch verändern. Um einem gestörten Vertrauensverhältnis entgegenzuwirken, empfiehlt es sich für den Vater, sich auf diese besondere Phase im Leben seines Nachwuchses vorzubereiten.

Darum sollten Väter in der Erziehung pubertierender Mädchen präsent bleiben

Während der Pubertät herrscht zwischen vielen Müttern und Töchtern ein enges Vertrauensverhältnis. Der Grund: Mit Fragen zur emotionalen und körperlichen Entwicklung wenden sich Mädchen bevorzugt an eine Geschlechtsgenossin.

Väter empfinden diese Zeit oft als verwirrend und frustrierend. Teilweise reagieren sie darauf, indem sie die Erziehungsfragen der Mutter überlassen und sich selbst im Hintergrund halten. Jedoch nimmt der Vater großen Einfluss auf das Selbstbild der Tochter und ihr Verständnis vom Frausein. Vorwiegend die väterliche Rolle als Spiegel zur Außenwelt erhält für pubertierende Mädchen Relevanz. Durch die Bestätigung des Vaters oder deren Ausbleiben beurteilen Töchter ihre Außenwirkung. Kritische Äußerungen dem eigenen Aussehen gegenüber können dementsprechend zu einer Verschlechterung des Selbstbilds führen.

Fünf Tipps für Väter von pubertierenden Töchtern

Eine wichtige Verhaltensregel für Väter lautet: Präsenz zeigen. Oft kann sich die Tochter in der Pubertät launenhaft oder gar kratzbürstig benehmen – davon sollte sich der Vater nicht abschrecken lassen. Um sein Kind in dieser Entwicklungsphase zu unterstützen, ist es ratsam:

1. Interesse zu zeigen

Während der Pubertät grenzen sich Kinder verstärkt von den Eltern ab. Dennoch sehnen sie sich nach Liebe und Verständnis. Sucht die Tochter das Gespräch – vielleicht auch über ein unangenehmes Thema – sollten Väter zuhören und Interesse sowie Anteilnahme bekunden.

2. Vater statt Freund zu sein

Manche Väter versuchen, sich ihren pubertierenden Töchtern gegenüber als „locker“ und „cool“ zu beweisen. Das äußert sich beispielsweise in laxen Vorgaben zu Ausgehzeiten oder anderen Erziehungsthemen. Allerdings brauchen Teenager Sicherheit. Verändert sich plötzlich die Vaterrolle, fühlen sie sich irritiert und reagieren mit Ablehnung.

3. Äußerungen zu überdenken

Während der Pubertät befinden sich viele Mädchen im Zwiespalt, was den eigenen Körper angeht. Diese Unsicherheit kann sich durch unbedachte Äußerungen des Vaters zu Themen wie Gewicht, Make-up und Kleidung verstärken.

4. Komplimente ehrlich zu meinen

Negative Äußerungen zum Aussehen oder Verhalten der Tochter können der Vater-Kind-Beziehung ernsthaften Schaden zufügen. Gleiches geschieht, wenn sich Väter ihrem Nachwuchs gegenüber unaufrichtig verhalten.

Ein solcher Fall tritt beispielsweise ein, wenn Väter Komplimente aussprechen, diese aber nicht ernst meinen. Auch ein falsches Lob kann pubertierende Mädchen schnell verunsichern und sich negativ auf die Vertrauensbasis auswirken.

5. Familienaktivitäten zu planen

Pubertierende Teenager machen manchmal den Eindruck, sie würden alles andere lieber tun, als Zeit mit der Familie zu verbringen. Jedoch kann gemeinsame Vater-Tochter-Zeit helfen, die familiäre Bindung und das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Das setzt voraus, dass sich der Vater während dieser Aktivitäten vollständig auf sein Kind konzentriert. Ein gemeinsames Essen, ein Ausflug oder ein Abend im Kino bilden einen passenden Rahmen für ein solches Vater-Tochter-Event.

Unser Fazit

Teilweise fühlen sich Väter ratlos, wenn die Tochter in die Pubertät kommt und aus dem einst „kleinen Mädchen“ ein teils launischer Teenager wird. Sprechen sie mit der Partnerin über ihre Gefühle, lassen sich Selbstzweifel im Hinblick auf die neuen Aufgaben in der Vaterrolle unterbinden. Ebenso kann es helfen, die eigene Unsicherheit dem verständigen Nachwuchs gegenüber zu kommunizieren – das schafft Missverständnisse aus der Welt.

Quellen und Nützliche Links:

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