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Wir stellen Euch in unserer Reihe „7 Fragen an..?“ bekannte und weniger bekannte Menschen aus dem Bereich Familie, Erziehung und Elternbildung vor. In diesem Interview wollen wir von Sandro Spieß, Familienvater und Marketingleiter bei Eventbrite wissen wie er sein Vater sein empfindet und was sich bei ihm dadurch beruflich verändert hat. Lass Dich überraschen von..

7 Fragen an Sandro Spieß

Sandro Spieß, Vater sein bei Eventbrite

1. Erzählt uns was über Dich und was genau machst Du?

Ich heiße Sandro, bin 33 Jahre alt, verheiratet, Vater eines einjährigen Sohnes und seit einigen Jahren bei Eventbrite, mittlerweile als Director Marketing. (Eventbrite ist eine der führenden Plattformen für Events, auf der jeder neue Events erstellen, teilen, entdecken und besuchen kann.) Ich bin in einer Kleinstadt im Nordosten Bayerns geboren und aufgewachsen, habe dann insgesamt zehn Jahre in München gelebt, bevor ich Anfang 2015 für den Job bei Eventbrite nach Berlin

2. Wie hat es sich auf deine Karriere ausgewirkt, Vater zu werden?

Vater zu werden verschiebt auf jeden Fall die Prioritäten im Leben. Wo früher oft der Job Vorrang hatte, steht jetzt noch mehr die Familie an Nummer 1. Die Arbeit und Verantwortung im Job ist nicht weniger geworden und deshalb musste ich einige Dinge in meinem Alltag ändern. Ich versuche früher zu Hause zu sein, um noch Zeit mit meinem Sohn verbringen zu können. Das ist bei einem flexiblen Arbeitgeber wie Eventbrite zum Glück kein Problem; ich hole die Arbeit dann eben auch mal abends nach, sobald der Kleine schläft, z.B. wenn ich  Calls mit meinen Kollegen in den USA von zu Hause aus führe.

3. Welche beruflichen Erkenntnisse sind entstanden seit du Vater bist?

Das Verständnis für Kollegen und Mitarbeiter, die auch Eltern sind, ist bei mir deutlich gestiegen, seit ich selbst Vater bin. Man kann sich noch besser in die Situation hineinversetzen und weiß, dass es oft eine Herausforderung ist, alles unter einen Hut zu bekommen und die Selbstverwirklichung im Job auch mit der Familie zu vereinen. Ganz grundsätzlich habe ich nicht das Gefühl, dass es einen großen Einfluss auf meine Karriere hatte, Vater zu werden, vielmehr hat es mich als Person verändert – und damit auch automatisch die Art und Weise, wie ich arbeite, Teams führe und Prioritäten setze.

5. Wie teilen du und deine Frau sich Beruf und Familie?

Meine Frau ist aktuell noch zu Hause, möchte aber schnellstmöglich wieder zurück in den Job. Wir haben leider immer noch keinen Kitaplatz und suchen deshalb gerade nach einer Tagesmutter bzw. einer Nanny für unseren Sohn. Die ganze Situation rund um die Betreuung unseres Kindes ist leider wahnsinnig frustrierend.

Aus diesem Grund verbringt meine Frau tagsüber die meiste Zeit mit unserem Sohn und ich habe in der Regel abends noch etwas Zeit mit ihm und bringe ihn dann ins Bett. Die Nachtschicht übernimmt dann wieder meine Frau – er wacht ein-, zweimal nachts auf – aber da er ein Frühaufsteher ist, haben er und ich morgens zwischen halb 6 und halb 8 nochmal zwei Stunden zusammen, in denen meine Frau nochmal in Ruhe schlafen kann.

Bisher kommen wir mit dieser Aufteilung ganz gut klar – sind uns aber sehr wohl dessen bewusst (und wissen es auch von unseren Freunden), dass es nochmal deutlich aufwändiger wird und ein hohes Maß an Abstimmung bedarf, wenn wir beide wieder arbeiten..

6. Eventbrite gilt als besonders familienfreundlich. Wann und wie hat dich dein Arbeitgeber unterstützt, für deine Kinder zu sorgen und da zu sein?

Eventbrite bietet jedem Arbeitnehmer extrem viel Flexibilität, seine Zeit so einzuteilen, wie es für Jeden individuell am Besten passt, solange alle Ziele erreicht werden. Ich kann jederzeit von zu Hause arbeiten oder auch einfach früher nach Hause gehen, solange ich sicherstelle, dass ich und meine Teams unsere Aufgaben erfolgreich erledigen. Kurz gesagt zählen nicht die abgesessenen Stunden im Büro, sondern die Ergebnisse. Ergibt ja auch Sinn, oder?

Ein absolutes Highlight für mich und die anderen Väter und Mütter bei Eventbrite ist aber mit Sicherheit die Möglichkeit, acht Wochen bei vollem Gehalt in Elternzeit zu gehen – zusätzlich zu der gesetzlich gesicherten Elternzeit. Das habe ich so noch bei keinem anderen Arbeitgeber erlebt, und war für mein persönliches Wachstum sehr wichtig. Die zusätzliche Elternzeit haben wir als Familie voll ausgeschöpft und sind einige Wochen durch Südafrika gereist. Für diese Möglichkeit und die Flexibilität bin ich Eventbrite immer noch wahnsinnig dankbar.

Und für die Kolleginnen und Kollegen, die eine Familie planen, hat Eventbrite gerade ein Programm eingeführt, das diese Eltern in spe mit Geld und Rat ganz individuell unterstützt, z.B. bei der Fruchtbarkeitsplanung, in-Vitro, Adoption, oder dem Einfrieren von Eizellen für einen späteren Zeitpunkt.

7. Was sollte sich deiner Meinung nach in Deutschland ändern, damit Väter und Mütter noch besser Familie und Karriere in Einklang bringen können?

Wie bereits angesprochen, sind wir gerade in einer frustrierenden Situation, da wir die Betreuung für unseren Sohn nicht geregelt bekommen. Es ist so ärgerlich, dass es einem dadurch schwer gemacht wird, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Vor allem dann, wenn beide ihre Karriere weiter verfolgen möchten. Hier muss einfach etwas passieren. Dass wir in Berlin keine Kitagebühren zahlen, ist auf dem Papier natürlich toll, aber eine flächendeckende Abdeckung und ausreichend freie Plätze fänden wir in unserer Lage wichtiger.

Ganz grundsätzlich denke ich, dass Arbeitgeber sich auch einfach mehr auf die Ansprüche von Familien – in welcher Ausprägung auch immer – einstellen sollten. Mehr Flexibilität am Arbeitsplatz in Bezug auf Arbeitszeiten, Teamführung und Präsenzzeiten würden vielen Unternehmen gut tun. Mütter und Väter stellen in meinen Augen extrem starke Arbeitnehmer dar, weil sie quasi gezwungenermaßen effizient und produktiv arbeiten. Und wenn man sie als Unternehmen bei der Herkulesaufgabe unterstützt, Beruf und Familie zu jonglieren, gewinnt man sehr dankbare und deswegen loyale und engagierte Kollegen.

Ein großer Dorn im Auge ist mir auch immer noch, dass im Job und bei Bewerbungsprozessen oft automatisch davon ausgegangen wird, dass sich vor allem die Mutter um das Kind kümmert. Oft kann eine arbeitende Mutter da nicht gewinnen, weil ihr von Anfang an unterstellt wird, dass sie weniger leistet, weil sie manchmal ihr Kind priorisieren muss. Aber auch auf arbeitende Väter wirkt sich diese Annahme negativ aus: Papas, die eigentlich auch gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten, wird das nicht ermöglicht und angeboten, weil einfach davon ausgegangen wird, dass das eben nicht ihre Rolle ist.

Da bin ich schon sehr froh, mit Eventbrite einen modernen und agilen Arbeitgeber gefunden zu haben, der alle Eltern – auch jenseits der traditionellen Geschlechterrollen – unterstützt.

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