Gerald Hüther „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“ Zitate und Denkweisen

Die besten Gerald Hüther Zitate und Denkweisen

Auf den ersten Blick mag den Menschen der Name Gerald Hüther unbekannt erscheinen. Seine Bücher „Jedes Kind ist hoch begabt“, „Neues vom Zappelphilipp“ und „Was wir sind und was wir sein könnten“, die er u.a. in Zusammenarbeit mit dem Familientherapeuten Helmut Bonney schrieb, sind da weitaus bekannter.

Dr Gerald Hüther
Dr Gerald Hüther- Bildlizenz wikimedia, Urheber Foto: Franziska Hüther – 08. Februar 2016

In diesen Werken geht es um Persönlichkeitsentwicklung, Reifung und ADHS bei Kindern und die Sichtweisen des Neurobiologen, die sich grundsätzlich von der allgemeinen Ansicht unterscheidet. Im Laufe der Zeit hat Gerald Hüther ein paar Aussagen getroffen, die teilweise sehr provokant sind. Einige davon werden hier beleuchtet.

Ist ADHS eine Krankheit, oder lediglich der Versuch, schon im Kindesalter kleine Erwachsene zu erziehen? Die besten Gerald Hüther Zitate geben über diese Frage Aufschluss. Hüther verteufelt den Einsatz von Medikamenten wie Ritalin, er plädiert vielmehr, sich auf Werte zu besinnen und Erziehung zu überdenken.

Laut Hüther werden unsere Kinder belastet von

  • Leistungsdruck, sowohl in der Schule als auch zu Hause
  • einer Erziehung, die eher einem Dressurstil gleicht
  • mangelnder Fantasie, die durch zu wenig Spielen herrührt
  • fehlenden Freiräumen zur eigenen Entwicklung
  • dem Fehlen der eigenen Kindheit.

Gerald Hüther Bücher

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Hüther über den Leistungsdruck

Die besten Gerald Hüther Zitate weisen auf Versäumnisse in Sachen Bildung hin. Statt Kinder zum Lernen zu zwingen, müssten „Kinder sich das Wissen selbst aneignen wollen“. Hüther sagt weiter, dass die Freude am Leben verloren ginge, sobald die Freude am Lernen verloren wurde.

Angst wirkt noch stärker als Not – Verbundenheit entsteht jenseits von Angst und Not 

Seiner Meinung nach sei jedoch das deutsche Bildungssystem nicht darauf ausgelegt, genau diese Lernfreude zu fördern. Vielmehr würde in Schulen Wert darauf gelegt, die Youngsters zu funktionierenden Menschen zu machen, welche die eingeführten staatlichen Systeme erhielten. Dabei entstünden junge Erwachsene, die nicht wüssten, was sie wollten und wofür sie eigentlich da wären.

Wie Kinder abgerichtet werden

Die Erziehung unseres Nachwuchses vergleicht Hüther mit Dressur im Zirkus. Die Kinder würden mit Wissen gefüttert, es werde ihnen aufgezwängt, bis zum sprichwörtlichen Erbrechen. Die besten Gerald Hüther Zitate spiegeln seine Einstellung hierzu deutlich wieder.

So sagt der bekannte Neurobiologe, wir würden unsere Kids bereits schon in den Kitas dressieren, sie darauf abrichten, von Anfang an erfolgreich zu sein, und zu funktionieren.

Später in der Schule würden die Kinder mit dem Schulstoff gefüttert, bis nach den Prüfungen praktisch das Erbrechen einsetzte. Hüther zieht dabei Vergleiche zu Essstörungen und sagt, dass passiv angeeignetes Wissen nutzlos wäre. Was man sich einprägen wolle, müsse aktiv erarbeitet werden.

Spiele ohne Grenzen?

Die Tage des unbeschwerten Spielens sind offensichtlich gezählt, wenn man die besten Gerald Hüther Zitate ansieht. Der Neurologe prangert an, dass die selbstständige Entfaltung der Kinder in den Tagesstätten nicht gefördert, sondern eher unterdrückt würde.

Fast apokalyptisch und provokant ist daher seine Zukunftsvision, in der er prophezeit, dass in 20 Jahren junge Menschen untätig zu Hause säßen, mit Virtual-Reality-Brille und bedingungslosem Grundeinkommen, da es keine Jobs mehr gäbe, die sie „mit ihren Fähigkeiten verrichten könnten“.

Begeisterung ist Dünger für das Gehirn

Schuld daran sei die einfallslose Erziehung in Kindergärten, die nur darauf abziele, Konsumenten zu schaffen, die später nur arbeiten würden, um sich etwas leisten zu können. Laut Hüther habe der Nationalsozialismus sich in Schulen gute Nazis erschaffen, und der Kommunismus hätte durch seine Grunderziehung gute Sozialisten erzogen.

Wenn die kindliche Entwicklung gebremst wird

Freie Entscheidungen zu treffen und logisch nachzudenken, fiele Kindern zunehmend schwerer. Die besten Gerald Hüther Zitate sagen auch, warum das so ist. So traf der Neurologe eine deutliche Aussage über Kinder, die unter Daueraufsicht von Erwachsenen stünden.

Sie würden „an der Hand herumgeführt und glichen Haustieren und Stalleseln, die ein freies Leben nicht mehr kennen würden“.

Hüther sagt, dass Kinder grundsätzlich Impulse brauchen, um ihren Wissensdurst zu entdecken und um ihn befriedigen zu wollen. In den klassischen Kindergärten würde das nicht gefördert, das Schulsystem sei darauf überhaupt nicht ausgelegt.

Einzig die wenigen Waldkindergärten böten ein ansprechendes Umfeld, dass an die Neugier der Kinder appelliere und sie anrege, mehr herauszufinden. Dabei wären sie in Begleitung von Erziehern, die sie gewähren ließen, und nur nach Notwendigkeit Grenzen aufzeigten. Diese Form der Erziehung sei stimulierend für das Gehirn und seine Entwicklung.

Zu kleinen Erwachsenen gemacht

Die Lern- und Schulsysteme unterdrücken die natürlichen Fähigkeiten der Kinder, und ganz besonders das Entdecken dieser Fähigkeiten. Laut Hüther wären Kinder noch nie in der Vergangenheit so eingeengt gewesen. Sie könnten nicht zeigen, was sie auf dem Kasten hätten, alles wäre vorgegeben.

Da Kinder jedoch Aufmerksamkeit wollten und bräuchten, vermehrten sich die ADHS-Fälle in den letzten Jahren dramatisch. Dies läge nicht daran, dass unsere Kinder immer kränker würden, sondern daran, dass mit einer Pille meist jedes Problem gelöst werden kann. Ritalin, das Wundermittel gegen ADHS, würde laut Hüther „die Eltern glücklich machen, da es sich um ein angeblich genetisches Defizit handle, der Arzt wäre ebenfalls glücklich, weil er mit nur einer Pille alles lösen könnte, und die Pharmakonzerne wären ebenfalls beglückt, immerhin verdienten sie genug daran“.

Hüther hält ADHS nicht für eine Krankheit, sondern für ein Signal, dass Kindern ihrer Umwelt senden. Sie wollen einfach nur Kind sein, und nicht von Anfang an als kleine Erwachsene behandelt werden, die funktionieren müssen, um zu bestehen.

Was brauchen Kinder wirklich?

Kinder brauchen laut Hüther die Freiheit, sich selbst entwickeln zu können. Sie müssen angeregt werden, Lösungen zu finden, die ihnen nicht vorher mehr oder weniger nahegelegt werden.

Sie müssen Lust am Lernen und Entdecken bekommen, und sich darüber auch mitteilen können, ohne sich auf vorgefertigte Antworten beziehen zu müssen. Kinder dürfen an den Aufgaben wachsen. Ihre Kreativität kann mit einfachen Mitteln gefördert werden, gemeinsames Gestalten mit Eltern, Geschwistern oder Freunden sollte ihren Ideenreichtum wachsen lassen.

Sie sollten nicht darauf getrimmt werden, später ein guter Konsument zu werden, der so funktioniert, wie es das System von ihm verlangt. Kinder müssen heranwachsen und dabei auch Fehler machen. Denn daraus lernen sie und werden irgendwann zu lebensbejahenden Erwachsenen, die Spaß am Leben haben.

Quelle:
u.a. Gerald Hüther: „Was wir sind und was wir sein könnten“ 

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