Papa-Phasen – die Zeit wenn nur der Papa zählt

Die wichtigsten Papa-Phasen im Leben der Kinder

Im Laufe ihres Heranwachsens durchleben Kinder mehrere Papa-Phasen. In diesen Abschnitten erhält der Vater als Vorbild und Bezugsperson einen hohen Stellenwert. Dein Sprössling braucht Dich in dem Zeitraum als Ansprechperson und Vertrauter. Bei Mädchen und Jungen können sich die Lebensabschnitte, in denen der Vater eine besondere Rolle spielt, unterscheiden. Speziell für die primäre Sozialisation braucht Dich Dein Kind. Das liegt an dem Umstand, dass der Vater die Symbiose zwischen Mutter und Schützling durchbricht. Daraus entwickelt sich die Triade. Auf die Weise lernt das Kind, sich von der Mutter zu lösen und sich in die Umwelt zu integrieren.

Papa & Baby

So schläfts sich gut: Papa & Baby – So beginnen die wichtigsten Papa-Phasen | Urheber: ondrooo / 123RF.com

 

In welchen Lebensabschnitten ist Papa besonders wichtig?

Auch während der sekundären Sozialisation kommt Dir eine relevante Aufgabe zu. Du dienst als „sicherer Hafen“ des Sprösslings. Bei Problemen benötigt Dein Kind Deinen Rückhalt, um sich beschützt und gestärkt zu fühlen. Fehlt die Vaterfigur während dieser Phasen, bleiben in seiner Psyche bleibende Schäden zurück. Beispielsweise leidet der Nachwuchs an Minderwertigkeitskomplexen oder Schwierigkeiten, eine Beziehung mit anderen Menschen einzugehen. Neben dem Kindesalter erhält der Vater im Teenageralter der Schützlinge Relevanz. Das bedeutet, Du fungierst gleichermaßen als Rollenvorbild und „Wegebereiter in die Erwachsenenwelt“ für Dein Kind.

Im Erwachsenenalter brauchen Deine Zöglinge weiterhin Deine Unterstützung. Sie orientieren sich beim Erziehen ihrer Kinder an Deinen Methoden. Der Grund besteht darin, dass die Anerziehung von Regeln und Normen während der primären Sozialisation im Regelfall ein Leben lang vorhält.

 

Wann brauchen Kinder den Vater am meisten?

Die Vaterfigur erweist sich für die Kinder als relevante Bezugsperson, damit sie Selbstbewusstsein erlernen und sich an ihre Umwelt anpassen. Bereits ab der Geburt bemerkt der Säugling die Anwesenheit beider Elternteile. Die Stimme des Vaters sorgt für einen beruhigenden Effekt, da sie dem Schützling Sicherheit vermittelt. Bis zum fünften Lebensjahr übernehmen Vater und Mutter die primäre Sozialisation des Nachwuchses. Dem männlichen Elternteil kommt dabei die Rolle der zweiten Bezugsperson zu. Er leitet die Triangulation ein, wodurch es zum Aufbrechen der symbiotischen Verbindung zwischen Mutter und Kind kommt.

Dadurch besteht für den Sprössling die Möglichkeit, sich zu entfalten und ein Ich-Bewusstsein zu entwickeln. Während des Heranwachsens übernimmt der Vater gleichzeitig die Aufgabe eines Spielpartners. Dabei profitieren vorrangig Jungen von den Aktivspielen wie Sport im Freien, Klettern oder Zelten. Das bedeutet, sie erkennen den Vater als Rollenvorbild an. Gemeinsame Erlebnisse schweißen der männliche Elternteil und die Schützlinge zusammen. Speziell mit Beginn der Pubertät benötigen die Söhne eine Vater-Sohn-Zeit, um sich bewusst mit der Männer-Rolle auseinanderzusetzen. Sie messen sich mit ihrem Vater und heischen auf diese Weise nach seiner Aufmerksamkeit.

 

Mädchen benötigen die väterliche Zuneigung, um eine Vorstellung von ihrem späteren Männerbild zu erhalten. Die Eigenschaften, die der Vater besitzt, suchen die Töchter zu einem späteren Zeitpunkt bei ihren Partnern.

 

Mit Papa alleine – wie`s geht zeigt uns Flying Uwe

 

Die wichtigen Vater-Phasen bei Kindern

Bereits ab dem ersten Lebenstag erhält die Vaterfigur für den Nachwuchs eine wesentliche Bedeutung. Erleben die Väter die Geburt ihrer Sprösslinge mit, bindet das emotionale Ereignis sie fester an das Kind. Des Weiteren hört dieses von Beginn an die Stimme des männlichen Elternteils und erkennt es als Bezugsperson an. In ihrer Publikation „Der Vater. Bedeutung und Funktion für das Kind und die Vater-Kind-Beziehung“ beschreibt Sigrid Lang den Vater als Förderer der Sozialisation.

Er bringt dem Kind Regeln und Normen, die in der Gesellschaft gelten, bei. Damit bereitet er den Nachwuchs auf die sekundäre Sozialisation und den Eintritt in die Außenwelt vor. Durch seine Hilfe verlassen Söhne und Töchter die familiäre Einheit und nehmen Kontakte zu anderen Personen auf. Das heißt, der Vater unterstützt die Fähigkeit der Sprösslinge, Beziehungen zu knüpfen und diese aufrechtzuerhalten. Bereits ab „Stunde Null“ brauchen die Schützlinge das Gefühl der väterlichen Aufmerksamkeit. Nicht in jedem Krankenhaus besteht für Dich die Möglichkeit, der Geburt beizuwohnen. Daher bewährt es sich, sich im Vorfeld über diese Option zu erkunden.

 

Kinder unterscheiden ab der achten Lebenswoche zwischen Vater und Mutter. Aufgrund der im Regelfall ruhigeren Art des weiblichen Elternteils erwarten die Säuglinge von der Mutter Geborgenheit. Der Vater übernimmt innerhalb der Familie den aktiven Part. Das heißt, die Sprösslinge erwarten von ihm eine Aktion. Bei Babys beobachtest Du, dass sie in Deiner Gegenwart die Augen weit öffnen. Um die Vater-Kind-Bindung zu stärken, gilt es für Dich, an der täglichen Routine teilzunehmen. Beispielsweise nimmst Du Deiner Partnerin verschiedene Pflichten ab und entlastest sie damit gleichzeitig. Zu Deinen Aufgaben gehören als Beispiele:

  • das Füttern des Kindes,
  • Baden,
  • das Windeln wechseln
  • und das Anziehen.

 

Hört der Nachwuchs während dieser Tätigkeiten Deine Stimme, fühlt er sich geborgen. Ebenso nimmt Deine Aktivität einen positiven Einfluss auf die psychische Entwicklung des Kindes. Es erweist sich im späteren Leben als weniger stressanfällig. Der Grund besteht in dem Spielverhalten der Väter. Im Gegensatz zu Müttern setzen die männlichen Elternteile ihren Körper verstärkt als Spielzeug an. Sie berühren das Kind und bedienen damit dessen Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Zu dem Ergebnis kommen die Forscher Ross Parke und Douglas Sawin in der Studie „The Family in Early Infancy: Social Interactional and Attitudinal Analyses“.

Ab dem vierten Lebensmonat besteht für Dich die Möglichkeit, Deine Partnerin mehrere Stunden zu entlasten. Beispielsweise passt Du auf den Nachwuchs auf, während die Mutter einen freien Abend genießt. Aufgrund der Nähe zur männlichen Bezugsperson fühlt sich das Kind umsorgt. Die gemeinsame Zeit beeinflusst die Vater-Kind-Beziehung positiv, da eine erste Loslösung aus der symbiotischen Mutter-Kind-Bindung erfolgt.

 

Der Vater weist erste Grenzen auf

Zu Deiner Funktion als „Förderer der Sozialisation“ gehört es, dem Nachwuchs feste Grenzen zu setzen. Mit 16 Monaten beginnt bei Kindern oftmals die Trotzphase. In dem Lebensabschnitt überschreitet er festgelegte Grenzen. Damit testen sie Deine Willensstärke ebenso aus wie ihre eigenen Fähigkeiten. Mit der Entwicklung des Ich-Bewusstseins nehmen sich die Kinder als Individuen wahr und versuchen, ihren freien Willen durchzusetzen. Als Vater besteht Deine Aufgabe darin, Verbote klar auszusprechen und deren Übertreten konsequent zu ahnden. Vorerst bewährt es sich, eine unerwünschte Tätigkeit des Schützlings mit einem deutlichen „Nein!“ zu kommentieren.

 

Obgleich der Nachwuchs eine Widrigkeit beging, braucht er das Gefühl, geliebt zu werden. Daher schreist Du besser nicht. Körperliche Gewalt beeinträchtigt die Beziehung zwischen Kind und Eltern. Zudem zerstört sie eure Vertrauensbasis. Eine bessere Alternative besteht darin, den Sprössling auf seine Tat hinzuweisen und ihm zu erklären, warum Dir sein Verhalten missfällt. Während der Kommunikation verzichtest Du auf das Lachen. Eine freundliche Miene animiert den Nachwuchs, seine Aktion zu wiederholen. Sprichst Du neutral und mit beherrschtem Gesichtsausdruck mit Deinem Kind, bemerkt dieses den Ernst der Lage.

Beginnt die Trotzphase des Kindes, reagiert es auf eine Zurechtweisung mit Zorn. Beispielsweise schreit es oder wirft seine Spielsachen um sich. Von der Unbeherrschtheit solltest Du Dich nicht anstecken lassen. Erhebst Du die Stimme, verängstigst Du den Nachwuchs. Um den Trotz zu unterbinden, bewährt es sich, eine Ablenkung zu schaffen. Das heißt, Du lenkst die Aufmerksamkeit des Sprösslings auf ein Spiel oder eine andere Freizeitbeschäftigung. Fühlst Du Dich durch das Verhalten des Kindes verärgert, lohnt sich ein gemeinsamer Ausflug, um die Gemüter zu beruhigen. Danach sprichst Du in Ruhe mit dem Nachwuchs über sein Fehlverhalten.

 

Ausdauernde Spiele mit dem Vater

Ab dem zweiten Lebensjahr probieren die Kinder ihre Motorik intensiv aus. Sie spielen, rennen und testen ihre Kräfte aus. Hierbei kommt das Spielverhalten des Vaters dem Durchhaltevermögen der Sprösslinge zugute. Männliche Elternteile spielen bewegungsorientiert und neigen zu einem weniger ängstlichen Verhalten. Das bedeutet, sie trauen dem Schützling mehr zu. Des Weiteren profitieren die Kinder von dem väterlichen Impuls, eine Herausforderung zu bieten. Der Anreiz verschafft den Zöglingen die Möglichkeit, eine Niederlage zu überwinden und daraus zu lernen. Durch den Prozess erhalten die Sprösslinge Selbstvertrauen. Ausdauer und das aktive Spielen stärken die soziale Kompetenz der Kinder. Sie kennen ihre Fähigkeiten und integrieren sich aus dem Grund besser in eine Gruppe.

 

Die Papa-Phasen in der frühen Kindheit

Ab dem dritten Lebensjahr entdecken die Schützlinge die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Sie bemerken die Eigenheiten, die für Mama und Papa spezifisch sind. Während der Phase identifizieren sich die Zöglinge mit ihrer Geschlechterrolle. Söhne orientieren sich verstärkt an ihrem Vater, da sie die Gleichgeschlechtlichkeit verbindet. Für Töchter erhält das Sozialverhalten des Vaters Bedeutung. Daran erkennen sie, welches Benehmen sie von späteren Partnern erwarten.

 

In der Regel stellen die Kinder ab dem dritten Lebensjahr zahlreiche Fragen, um die sexuelle Identifizierung zu erfahren. Ebenso schauen sie Fernsehen und sprechen mit Dir später über das Erlernte. Siehst Du Dir gemeinsam mit Deinem Kind einen Film an, erweist sich als vorteilhaft. Du erklärst ihm das Gesehene und erweiterst auf die Weise seine Allgemeinbildung. Des Weiteren interessieren sich die Sprösslinge für ihre Herkunft. Sie fragen, woher sie kommen und ziehen aus Deiner Antwort einen großen Teil des Ich-Verständnisses. Daher besteht die Notwendigkeit, das Kind altersgemäß aufzuklären. Informationen, die über sein Denkvermögen hinausgehen, speichert dieser nicht ab. Zudem führt die Überforderung unter Umständen zu einem mangelnden Selbstbewusstsein.

Bis zum fünften Lebensjahr erweist Du Dich für das Kind als alleinige Vorbildfunktion. Mit Beginn der sekundären Sozialisation, die im Kindergarten und der Schule stattfindet, orientieren sich die Schützlinge an ihren Freunden. Der Schuleintritt sorgt dafür, dass sich Deine Sprösslinge mit anderen Kindern vergleichen. Sie bemerken, dass sie mehr oder weniger als ihre Altersgenossen besitzen oder beherrschen. Daraus ergibt sich ihr Rollenverständnis in dem sozialen Umfeld. Gibst Du Deinem Nachwuchs Taschengeld, reichen zunächst 50 Cent pro Woche aus. Dabei gewährst Du dem Kind, eigenständig zu entscheiden, wofür es das Geld verwendet.

 

Durch die Maßnahme erhält der Sprössling ein erstes Verständnis für Werte. Der Bewegungsdrang der Kinder nimmt mit dem fünften Lebensjahr zu. Die Zöglinge sehnen sich nach aktiven Spielen und längeren Abenteuern. In der Regel reagieren Väter bei einem Ausflug nicht übervorsichtig. Aus dem Grund entwickelt das Kind in Deiner Gegenwart Selbstvertrauen. Es lernt seine körperlichen Grenzen kennen. Die Feinmotorik entwickelt sich bei Schützlingen ab dem sechsten Lebensjahr. Zeigst Du ihnen in diesem Lebensabschnitt den Umgang mit Werkzeugen, förderst Du ihre handwerklichen und kreativen Fähigkeiten. Als Vater besitzt Du eine technische Kompetenz und erklärst dem Kind Zusammenhänge. Es lernt aus eurer gemeinsamen Zeit.

 

Die frühe Jugend Deiner Kinder

Die Phase der frühen Jugend beginnt bei Kindern mit sieben Jahren. Ab dieser Zeit fängt der Sprössling an, sich mit anderen zu messen. Dazu gehört, dass er sich über den Willen der Eltern hinwegsetzt. Jungen neigen während des Lebensabschnitts vermehrt zu Rangeleien. Bekommt Dein Sohn Schwierigkeiten mit anderen Kindern, steht Deine Funktion als Ratgeber im Vordergrund. Du hilfst ihm dabei, Probleme zu lösen. Des Weiteren fungierst Du als „Beschützer im Hintergrund“. Für das Kind erweist es sich als wichtig, Komplikationen eigenständig zu bewältigen. Dadurch erlangt es Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Trotzdem benötigt es Deinen Rückhalt.

 

Hierbei reagieren Männer rational, während die Mutter emotional agiert. Sie versucht, den Nachwuchs zu schützen, indem sie ihm Probleme abnimmt. Deine Aufgabe besteht darin, die Situation sachlich zu bewerten und dem Schützling Eigeninitiative zu vermitteln. Mit neun Jahren besitzt das Kind das richtige Alter, um einige Stunden allein zu Hause zu verbringen. Beispielsweise planst Du einen abendlichen Restaurantbesuch mit Deiner Frau. Im Vorfeld informierst Du Deinen Sohn oder die Tochter über das Vorhaben. Erkläre dem Kind besser, wohin ihr geht und wie es im Notfall Kontakt zu euch aufnehmen kann.

Um das Aufkommen von Furcht zu vermeiden, legst Du dem Nachwuchs beispielsweise einen Videofilm ein. Zusätzlich bewährt es sich, das Abendbrot vorzubereiten. Indem Du den Schützling allein lässt, zeigst Du ihm Dein Vertrauen. Dadurch stärkst Du das Selbstbewusstsein des Zöglings. Der Beginn der Pubertät setzt bei Kindern bereits mit dem zwölften Lebensjahr ein. Hierbei besteht Deine Aufgabe als Vater darin, die Artikulation von Emotionen bei dem Kind zu fördern. Beispielsweise weckst Du sein Interesse an Musik oder einer kreativen Beschäftigung. Vorwiegend Söhne brauchen das Gefühl, dass ihr Vater ihre emotionale Seite akzeptiert.

 

Pubertät und Papa-Phase der Kinder

In der Pubertät kommt es ebenfalls darauf an, den Kindern Grenzen zu setzen. Dazu zählen gleichermaßen finanzielle Einschränkungen. Das heißt, Du erfüllst dem Nachwuchs nicht jeden Wunsch, sondern bietest ihm die Möglichkeit der Eigeninitiative. Beispielsweise rätst Du dem Sprössling, das Taschengeld durch Mithilfe im Haushalt zu vermehren. Die Aufgaben erhalten für das selbstständige Handeln der Kinder einen hohen Stellenwert. Zusätzlich gestattest Du Deinem Nachwuchs, eigene Erfahrungen zu machen. Möchten sie das Rauchen ausprobieren, informierst Du sie über Deine Einstellung zu dem Thema. Ein sofortiges Verbot weckt jedoch das Interesse der Kinder.

 

Was bewirkt der Vater auf das spätere Leben

Der Vater unserer Kindheit – Robert Betz

 

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Vätermagazine, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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