Wie stellen sich Eltern heute eine Familie vor?

Unterscheiden sich Eltern heute von den Müttern und Vätern aus früheren Generationen? Mit der Frage beschäftigten sich bisher zahlreiche Studien und Untersuchungen. Eine Forsa-Studie der Zeitschrift „Eltern“ verglich die Vorstellungen junger Männer und Frauen zu dem Thema Familie. Dabei bestätigten die Befragten, dass die Erziehung nicht ausschließlich in der Hand der Mutter liegt. Als Vater bringst Du Dich in die Erziehung gleichberechtigt ein und stellst ein Vorbild für Deinen Nachwuchs dar.

Elternstress © Scott Griessel - Fotolia.com
Elternstress © Scott Griessel – Fotolia.com

Des Weiteren verändern sich zunehmend die Familien-Modelle. Neben der klassischen Konstellation, die aus Mutter, Vater und den Kindern besteht, stehen Patchwork-Familien und gleichgeschlechtliche Paare mit den Sprösslingen im Mittelpunkt.

 

Das Elternbild verändert sich mit der Zeit

Eine feste Vorstellung des Begriffs „Familie“ existiert schon lange nicht mehr. Zwar wünschen sich junge Eltern heute noch immer Kinder, jedoch variieren die jeweiligen Familien-Modelle. Der Wert einer gemeinsamen Zukunft mit dem Nachwuchs zeigt sich ungebrochen hoch. Im Gegensatz zu Erziehungsberechtigten in früheren Zeiten steht mittlerweile aber der geeignete Partner im Fokus.

Geht die Suche nach dem oder der Richtigen erfolglos aus, scheitert der Kinderwunsch unter Umständen an dem Aspekt. Zusätzlich wissen die jungen Eltern, dass der Nachwuchs das bisherige Leben verändert. Partner wünschen sich, dass beide Zeit in die Erziehung investieren. Daher findest Du ein Gleichgewicht zwischen Deiner Karriere und dem Engagement in der Familie.

 

Unterscheiden sich Eltern heute von älteren Generationen?

Die Elternschaft bringt in jedem Alter Verantwortung und oftmals Stress mit sich. Trotzdem verfügen junge Paare über den Kinderwunsch und die Gewissheit, dass Familie einen Segen darstellt. Im Gegensatz zu früheren Generationen verschiebt sich jedoch der Zeitpunkt der Geburt des ersten Sprösslings zunehmend nach hinten. Während Pärchen zwischen 18 und 20 Jahren mit Mitte 20 eine Familie zu gründen gedenken, liegt der Durchschnitt bei den 30-Jährigen bei Mitte 30.

Des Weiteren belegt die Eltern-Studie aus dem Januar 2016 die veränderte Sicht auf die Familie. Diese bestand früher klassisch aus den beiden Elternteilen und den leiblichen Kindern. Noch immer halten 67 Prozent der Befragten an der Vorstellung fest, aber längst gilt sie nicht als vorherrschendes Modell. Stattdessen setzt sich die Patchwork-Familie bei den jungen Eltern als häufigste Form der Gemeinschaft durch. Dabei bringen Deine Partnerin und Du je eigene Sprösslinge in die Ehe ein.

Gleichgeschlechtliche Paare mit Nachwuchs stellen in der heutigen Zeit keine Seltenheit dar. Daher verwundert es nicht, dass 80 Prozent der befragten Eltern glauben, die Struktur gewinnt zukünftig noch mehr an Relevanz. Zusätzlich unterscheiden sich die Meinungen junger Menschen in Bezug auf Trennungen von älteren Generationen. Daher leben Kinder mit alleinerziehenden Müttern und Vätern zusammen. Dabei profitieren die Eltern ohne Partner von der Unterstützung aus dem Umfeld.

 

Eltern zeigen sich zunehmend aufgeschlossener

Toleranz bestimmt mittlerweile den Alltag junger Familien. Aus dem Grund stehen die Eltern heute Themen wie der Leihmutterschaft oder der künstlichen Befruchtung offen gegenüber. Trotzdem kommt das Austragen des Sprösslings durch eine Leihmutter ausschließlich bei 15 Prozent der Studien-Teilnehmer infrage. Mehr Zuspruch erhielt die Adoption als Alternative zu den leiblichen Sprösslingen.

 

Junge Eltern fühlen sich unter Druck gesetzt

Bereits seit längerer Zeit stellt die Erziehung der Kinder keine alleinige Frauensache dar. Gründest Du mit Deiner Partnerin eine Familie, bringst Du Dich aktiv in die Erziehungsfragen des Kleinen ein. Schließlich erwarten die Eltern in der heutigen Zeit, dass beide Partner Engagement zeigen und die eigene Karriere zurückstehen lassen. Auf die Weise entsteht zwischen den Müttern und Vätern Gleichberechtigung. Damit kümmerst Du Dich zusammen mit Deiner Frau um wichtige Kernthemen wie:

  • die Schlafenszeiten des Sprösslings,
  • den Erziehungsstil,
  • eventuelle Strafen
  • und die Förderung des Kindes.

Aber vereinfacht das gemeinsame Anpacken die Erziehung der Kleinen? Laut einer aus dem Jahr 2014 stammenden repräsentativen Studie im Auftrag von Eltern-Family fühlen sich junge Mütter und Väter zunehmend unter Druck gesetzt. Dabei besitzen vorwiegend die Frauen hohe Ansprüche an das eigene Handeln, das in ihnen Versagensängste hervorruft. Weiterhin wirken gesellschaftliche Normen, die Medien und Verwandte und Bekannte auf die Eltern ein.

Beinahe 60 Prozent der befragten Männer und Frauen denken, dass die heutigen Erwartungen und Anforderungen an Eltern höher sind als früher. Vorwiegend betrifft die Aussage die Erziehungsberechtigen von Schulkindern zwischen neun und zwölf Jahren. Jedoch halten 30 Prozent der Studien-Teilnehmer dagegen, indem sie erklären, ausschließlich die Art der Anforderung unterliegt Veränderungen. Beispielsweise sei der Leistungsdruck im Gegensatz zu früher deutlich höher. Der Lernstress der Sprösslinge wirkt sich auf die Eltern aus.

 

War die Erziehung früher einfacher?

Jedoch neigen die Eltern dazu, ihre eigene Kindheit zu verklären, sodass sie zu hohe Ansprüche an sich selbst stellen. Vor dem Umstand warnt der Diplompsychologe Ulrich Gerth. Vorwiegend junge Mütter und Väter hadern damit, ihre Kleinen zur Selbstständigkeit zu erziehen. Zusammen mit Deiner Partnerin versuchst Du, Euren Nachwuchs stetig zu beschützen. Die Gefahr besteht, dass daraus eine überbehütende Erziehung entsteht. Daraus resultiert eine spätere Unselbstständigkeit der Kinder, die im schlimmsten Fall Probleme im Erwachsenenleben bekommen.

Daher unterstützt Gerth als Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungs-Beratung, kurz „bke“, das Fördern der Eigenständigkeit der Sprösslinge. Deine Kinder brauchen das Gefühl, dass Du ihnen vertraust. Dadurch wächst das Selbstbewusstsein der Kleinen und sie lernen, sich in der Schule und dem späteren Berufsleben durchzusetzen. Des Weiteren gehören die eigenen Erfahrungen zum Leben dazu. Schränkst Du Deinen Nachwuchs zu stark ein, hinderst Du ihn daran, durch Fehler zu lernen und bessere Lösungswege für ein Problem zu entwickeln.

Hierbei wägen Deine Frau und Du ab, in welchen Situationen ihr dem Kind Freiheiten gewährt. Im Mittelpunkt steht die Sicherheit des Sprösslings. Um diese auch in finanzieller Hinsicht zu gewährleisten, fordern junge Familien mehr Unterstützung durch den Staat. Die Forsa-Studie aus dem Jahr 2016 belegt, dass sich 25 Prozent der Befragten mehr Kinder- und Betreuungsgeld wünschen.

Mehr als 35 Prozent der Studien-Teilnehmer fordern längere Freistellungszeiten für die Erziehung. Zudem stehen mehr Möglichkeiten für die Betreuung der Kleinen im Fokus. Im Bezug auf die Bildungseinrichtungen stellen sich mehr als 30 Prozent der Teilnehmer Verbesserungen vor.

 

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