Nebenverdienst beim Elterngeld – Was kann ich in der Elternzeit dazuverdienen?

Zuverdienst während der Elternzeit: Was geht, was nicht?

Damit das Familienbudget einen zusätzlichen Puffer bekommt, entscheiden sich viele Mütter und Väter für einen Nebenverdienst zum Elterngeld, oder denken zumindest darüber nach. „Was kann ich in der Elternzeit dazuverdienen?“, fragst du dich und möchtest den Nebenjob entsprechend planen? Hier erfährst du, welche Einnahmen gehen und wo Abstriche drohen. Wie oft bei Finanzfragen ist eine kurze Antwort leider nicht einfach, sondern es muss ins Detail gegangen werden.

Zuverdienst während der Elternzeit

Nebenverdienst beim Elterngeld von zu Hause aus? Copyright: monkeybusinessimages – bigstockphoto.com

Nebenverdienst beim Elterngeld: Es gibt ein Stundenlimit

Bevor es ums liebe Geld in konkreten Zahlen geht, steht zuerst ein anderer Faktor für die gesetzlichen Regelungen im Raum: die Arbeitszeit in der Elternzeit. Während Du in Elternzeit bist, darfst du maximal 30 Stunden in der Woche für einen Nebenverdienst reservieren.

Der Gedanke dahinter: Du erhältst Elterngeld, damit Du nicht in deinem Hauptberuf das Lebenseinkommen sichern musst, sondern mehr Zeit für dein Kind hast. Wer mehr als 30 Stunden wöchentlich arbeiten würde, nimmt sich keine Extrazeit für das Baby und das unterstützt der Staat nicht mit zusätzlichen Leistungen.

Wichtig bei einer Selbstständigkeit: Bist du als selbstständiger Unternehmer gemeldet, kann natürlich kaum überprüft werden, ob du wirklich maximal 30 Stunden in der Woche trotz Elternzeit arbeitest. Der Staat schaut daher in diesem Fall auf dein Einkommen vor der Geburt und legt fest, das ein Nebenverdienst beim Elterngeld maximal 75 Prozent des vorherigen Wertes ausmachen darf. Dabei wird nicht jeder einzelne Monat betrachtet, sondern die Gesamtzahl der Bezugsmonate.

 

Und wenn die zeitliche Grenze überschritten wird?

Manchmal kommt es je nach Beruf und Branche vor, dass in einem Monat einmal ein höherer Arbeitsaufwand entsteht. Findest du beispielsweise einen Nebenjob in einer Eisdiele, können die heißen Sommerwochen schon mal mehr Arbeit mit sich bringen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du komplett auf Elterngeld verzichten musst.

Überschreitest du die 30 Stunden in einer Woche, entfällt das Elterngeld für den entsprechenden Monat. Im nächsten Lebensmonat des Kindes kann das Elterngeld jedoch trotz Zuverdienst wieder beantragt und auch ausgezahlt werden, wenn du die 30 Stunden wöchentlich nicht wieder überschreitest.

Aber Vorsicht: Hast du beispielsweise als Papa nur zwei Monate Elternzeit genommen, ist beim einmaligen Überschreiten der Zeitgrenze für beide Lebensmonate das Elterngeld weg. Der Grund liegt in der staatlichen Entscheidung, das Elterngeld immer über mindestens zwei Monate bezogen werden muss. Da in diesem Fall nur ein weiterer Monat bliebe, entfällt das Elterngeld ganz.

 

Drei Fakten zur Höhe deines Nebenverdienst in der Elternzeit

Wichtig ist dir sicher auch die Frage: Was kann ich dazuverdienen, ohne dass das aktuelle Elterngeld gekürzt wird?

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Staat hat in diesem Fall keine Freibeträge vorgesehen. Das bedeutet, dass jeder Cent, den du in der Elternzeit verdienst, auf dein Elterngeld angerechnet wird. Für viele Besitzer einer Photovoltaik-Anlage sicher ärgerlich: Auch ein Gewinn aus der Solarenergie auf deinem Dach gilt als Erwerbseinkommen und wird entsprechend auf das Elterngeld angerechnet.

Die gute Nachricht hinterher: Solange du in Anstellung maximal 30 Stunden wöchentlich und in selbstständigen Berufen für maximal 75 Prozent des alten Einkommens arbeitest, erhältst du immer mindestens 300 Euro Elterngeld. Diese Untergrenze ist festgesetzt und unabhängig von deinen Monatsbezügen.

Wichtig ist zudem, dass wirklich nur Verdienste angerechnet werden, die als Erwerbseinkommen zählen. Du musst sie also durch eigene Arbeit erzielt haben. Besitzt du hingegen beispielsweise Kapitalanlagen, zählen deren Ausschüttungen nicht zum Verdienst. Sie werden entsprechend nicht auf das Elterngeld angerechnet. Dasselbe gilt für Einmalzahlungen, da sie kein fortlaufendes Einkommen sind.

Informationen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Broschüre zum Elterngeld und Elterngeld plus

 

Die Kürzung des Elterngeldes vorab berechnen

Wie viel du dazuverdienen kannst, damit sich der Nebenverdienst gemeinsam mit dem Elterngeld überhaupt lohnt, lässt sich am einfachsten mit einem Beispiel vorrechnen.

Schritt 1: Das Elterngeld VOR dem Nebenverdienst ermitteln

Das Elterngeld orientiert sich als Leistung an deinem Nettoeinkommen. Liegt das zwischen 1.000 und 1.200 Euro bekommst du 67 Prozent als Elterngeld. Bei einem Nettoeinkommen darunter steigt der Prozentsatz um 0,1 Prozent je zwei Euro und liegt nie unter der 300-Euro-Grenze. Verdienst du netto mehr als 1.200 sinkt das Elterngeld entsprechend im Zwei-Euro-Takt um 0,1 Prozent. Bei einem Einkommen über 2.769,23 Euro wird nicht mehr mit Prozenten gerechnet, sondern ein Elterngeld von 1.800 Euro festgelegt. Gehen wir in diesem Beispiel von 1.200 Euro netto aus, bekommst du also pro Lebensmonat deines Kindes 804 Euro Elterngeld.

Schritt 2: Den Nettowert deines Nebenverdienstes abziehen

Das Einkommen, das du während der Elternzeit aus deinem Nebenverdienst erzielst, wird vom angesetzten Nettoeinkommen aus der Zeit vor der Geburt abgezogen. Hast du in diesem Beispiel also vorher 1.200 Euro netto für das Elterngeld anrechnen können, sind es mit einem Nebenverdienst von beispielsweise 400 Euro in der Elternzeit nur noch 800 Euro.

Schritt 3: Das veränderte Elterngeld beim Zuverdienst

Standen dir vor dem Nebenverdienst 1.200 Euro als Berechnungsgrundlage und damit 804 Euro Elterngeld zu, sind es durch das weitere Einkommen in der Elternzeit nur noch 1.000 Euro netto. Entsprechend sinkt das Elterngeld auf 670 Euro. Anstelle der 804 Euro reinem Elterngeldhast du damit im Monat 680 Euro Elterngeld plus 400 Euro Nebenverdienst und damit 1.080 Euro insgesamt.

 

Lohnt sich vor diesem Hintergrund ein Nebenjob in der Elternzeit überhaupt?

Diese Frage muss natürlich jedes Elternteil für sich entscheiden, doch für viele dürfte ein Nebeneinkommen aus rein finanzieller Sicht in der Elternzeit eher unattraktiv sein. Das hat der Staat mit Absicht so geregelt, denn die Elternzeit soll vor allem dem Kindeswohl dienen und dafür sollen Mama und/oder Papa Zuhause sein.

Da jede Lebenssituation jedoch sehr individuell ist, lohnt es sich für dich eventuell, eine Beratungsstelle in deiner Nähe aufzusuchen. Die Mitarbeiter vor Ort können gemeinsam mit dir die wichtigsten Punkte zum Elterngeldbezug mit und ohne Nebenverdienst betrachten.

wer wir sind

Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Vätermagazine, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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