Dreifachimpfung bei Kindern (MMR-Impfung)

Masern, Mumps und Röteln Impfung bei Kindern

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes empfiehlt eine Dreifachimpfung bei Kindern: gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Gegebenenfalls kann eine gegen Windpocken hinzukommen (MMRW-Impfung, Vierfachimpfung). Die Kosten übernimmt Ihre Krankenkasse. In Deutschland besteht keine Impfpflicht, sodass Sie niemand dazu zwingt. Wir wollen Sie über den Nutzen, aber auch mögliche Risiken und Nebenwirkungen einer Dreifachimpfung bei Ihren Kindern informieren.

Dreifachimpfung bei Kindern

MMR-Impfung: Dreifachimpfung bei Kindern Copyright: naumoid, bigstockphoto

 

Wann sollte ich die Dreifachimpfung bei meinen Kindern machen lassen?

Die STIKO empfiehlt die erste Grundimmunisierung vom elften bis vierzehnten, die zweite vom fünfzehnten bis zum dreiundzwanzigsten Monat. Danach sind noch Nachholimpfungen möglich, um den Impfschutz sicherzustellen. Der behandelnde Kinderarzt wird Sie im Rahmen der normalen Routineuntersuchungen auf die Möglichkeit einer Dreifachimpfung bei Ihren Kindern hinweisen. Wenn Sie Fragen haben, ist er für Sie der richtige Ansprechpartner. Zurzeit werden vierzehn Standardimpfungen für Kinder empfohlen. Vielleicht möchten Sie diese Möglichkeiten nicht komplett ausschöpfen. Ihr Arzt kann Sie darüber informieren, welche davon für Ihr Kind sinnvoll und welche gegebenenfalls in Erwägung zu ziehen sind. Die Dreifachimpfung dürfte er Ihnen empfehlen.  ( Impfplan Kinder – Alle Kinderimpfungen in der Übersicht )

 

Warum verwendet man statt Einzelimpfungen eine Dreifachimpfung bei Kindern?

Die Dreifachimpfung bei Kindern hat einen ganz einfachen Vorteil: Onkel Doktor muss Junior nur einmal piksen statt dreimal. Zudem kann man durch die Mischung in einem einzigen Präparat die Menge an Zusätzen wie etwa Konservierungsstoffen gering halten. Sollten Nebenwirkungen auftreten, sind diese bei einem Kombipräparat geringer als bei drei beziehungsweise vier einzelnen Impfungen.

 

Dreifachimpfung bei Kindern: Wie sieht der Krankheitsverlauf aus, wenn man nicht impft?

Alle Infektionskrankheiten, die man mit der Vierfachimpfung oder Dreifachimpfung bei Kindern vermeiden will, werden durch Viren hervorgerufen.

Masern überträgt das Masernvirus, eines der ansteckendsten überhaupt. Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schnupfen und Husten. Erst einige Tage später geben sich die Masern durch den typischen Hautausschlag zu erkennen. Als seltene Komplikationen treten Infektionen der Atemwege wie akute Bronchitis oder Lungenentzündung (Pneumonie) auf. In noch selteneren Fällen kommt es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten (Meningoencephalitis), die unter Umständen tödlich verlaufen kann.

Mumps. Auch hier ähneln die Anfangssymptome der einer Grippe, mit Husten, Fieber und Kopfschmerzen. Typisch für die Mumps sind Entzündungen der Speicheldrüsen, vor allem der Ohrspeicheldrüsen in den Wangen vor den Ohren. Deren schmerzhaftes Anschwellen führt zu den markanten Hamsterbacken. In seltenen Fällen verursacht die Mumps Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder der Hirnhäute (Meningitis). Eine gefürchtete Komplikation sind Hodenentzündungen (Orchitis), die zu Unfruchtbarkeit führen.

Röteln äußern sich in einem roten, fleckigen Hautausschlag. Besonders gefährlich sind die Röteln, wenn sie bei Frauen ohne Immunität in der Schwangerschaft auftreten. Die Viren befallen das ungeborene Kind und verursachen schwere Missbildungen.

Windpocken führen zu Fieber, verbunden mit einem juckenden Hautausschlag am ganzen Körper. Bei Jugendlichen und Erwachsenen treten als Komplikationen Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten (Meningoencephalitis), der Leber (Hepatitis) und der Lunge (Pneumonie) auf. Die Varizellen-Viren verursachen nicht nur Windpocken: Bei jedem fünften Erwachsenen, der sich mit Windpocken infiziert hatte, tritt später eine Gürtelrose auf.

 

Wie soll ich mich während der Dreifachimpfung bei meinen Kindern verhalten?

Kein Baby oder Kind schreit hurra, wenn der Doktor mit der Spritze ankommt. Schon gar nicht, wenn es die Prozedur kennt und als schmerzhaft in Erinnerung hat. Das tut überhaupt nicht weh wäre gelogen, aber dramatisieren sie den Vorgang auch nicht. Versuchen Sie einem älteren Kind zu erklären, was das mit der Spritze soll. Etwa im Sinne von tut jetzt ein bisschen weh, aber so wirst Du später nicht krank.

Einen Säugling oder ein Kleinkind sollten Sie am besten im Arm halten, größere Kinder auf Ihren Schoß setzen. Kleinere Kinder lassen sich recht gut mit Spielzeug oder im Gespräch etwas ablenken. Ist die Prozedur vorüber, nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm und trösten es.

 

Welche unerwünschten Nebenwirkungen können bei der Dreifachimpfung bei Kindern auftreten?

Im Vergleich zu den früher verwendeten Präparaten sind die modernen Impfstoffe vielfach ausgetestet und gut verträglich. Auch wenn Nebenwirkungen selten sind, kann es wie bei jedem Medikament zu unerwünschten Reaktionen kommen. Bedenken Sie, dass fast alle Impfungen, so auch die hier besprochene Dreifachimpfung bei Kindern, aktive Impfungen sind. Das heißt, man veranlasst das Immunsystem, bestimmte Antikörper zu bilden, die die krankmachenden Viren unschädlich machen, sobald sie sich im Körper zu vermehren versuchen.

Eine solche Aktivierung des Immunsystems äußert sich so, wie Sie das von einer sich ankündigenden Erkältung kennen:

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • leichtes Fieber
  • Mattigkeit und Abgeschlagenheit
  • Übelkeit und Unwohlsein.

Darüber hinaus können an der Einstichstelle Rötungen und Schwellungen auftreten. Alle beschriebenen Symptome sollten aber nach zwei oder drei Tagen abklingen. Im Grunde genommen sind diese ein Zeichen dafür, dass die Immunabwehr funktioniert.

Wie bei jeder Injektion kann bei falscher Injektionstechnik zu Beschwerden kommen, etwa wenn die Kanüle einen Nerv trifft oder die Injektion zu schnell erfolgt. Aber Ihr Kinderarzt ist darin speziell ausgebildet und verfügt über die notwendige Erfahrung, sodass das nicht passieren sollte.

Sollten Sie unplanmäßige Nebenwirkungen feststellen oder auch nur vermuten, empfiehlt es sich, das von Ihrem Kinderarzt abklären zu lassen.

 

Spielen Allergien und Unverträglichkeiten bei der Dreifachimpfung bei unseren Kindern eine Rolle?

Die gute Nachricht: alle häufigen Allergien wie die gegen Hausstaubmilben, Laktose, Gluten sowie Heuschnupfen spielen keine Rolle. Die einzige bekannte Allergie, die ins Spiel kommen könnte, ist eine Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß. Für die Impfstoffproduktion vermehrt man Viren auf Hühnereiern, sodass sich Reste davon in sehr kleinen Mengen in einer Impfdosis befinden können. Eine solche Hühnereiweiß-Allergie ist jedoch ausgesprochen selten.

 

Wie schädlich sind die Zusatzstoffe in den Impfdosen der Dreifachimpfung bei Kindern?

Früher verwendete man zur Haltbarmachung bei vielen Impfstoffen Thiomersal. Da dieses Konservierungsmittel geringe Mengen Quecksilber enthielt, setzt man es heute nicht mehr ein. Aluminiumverbindungen und Konservierungsmittel auf Phenolbasis sind in so geringer Menge enthalten, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten sind. Die empfohlene Dreifachimpfung bei Kindern berücksichtigt die Besonderheiten der kleinen Patienten und ist dahingehend gut ausgetestet.

Informationsquellen

  1. Ulrich Heininger: Handbuch Kinderimpfungen: Die kompetente Enscheidungshilfe für Eltern. Kreuzlingen: Hugendubel Verlag 2004. ISBN-10: 3720524965.

wer wir sind

Dr. Harald Stephan, Wissenschaft-/ Fachautor

Dr. rer. medic. Harald Stephan, er ist Wissenschaft-/ Fachautor und Naturwissenschaftler mit medizinischer Promotion und bei Netpapa.de verantwortlicher Experte und Autor für medizinische Themen.


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