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Erkältung und Fitnesstraining - Was geht und wann wird es gefährlich?

Du bist das Gegenteil eines Sportmuffel und möchtest Dein Fitnesstraining trotz Erkältung durchziehen? Leichter Sport bei einer Erkältung kann in manchen Fällen sogar die Genesung unterstützen, doch in anderen setzt Du Dich ernsten Gefahren für Deine Gesundheit aus. Woran Du erkennst, wann Du aufdrehen kannst und wann lieber auf das Sofa gehen solltest, zeigen wir Dir hier.

Fitnesstraining bei Erkältung
Fitnesstraining trotz Erkältung - Copyright: dmitriisimakov bigstockphoto, Netpapa.de

 

Was fällt unter den Begriff Erkältung?

Allgemein sprechen wir gern von einer Erkältung, wenn die Nase läuft, der Hals schmerzt und man sich insgesamt abgeschlagen fühlt. Der Überbegriff wird aber nur im Volksmund benutzt und Dein Hausarzt schaut bei der Definition genauer hin.

In den meisten Fällen handelt es sich um einen viralen Infekt, weswegen im Übrigen auch Antibiotika überhaupt nicht helfen können. Die Viren setzen sich in der Nasen- und der Rachenschleimhaut fest und sorgen für lokale Entzündungen. Da nur die oberen Atemwege betroffen sind, ist eine klassische Erkältung vergleichsweise harmlos.

Gefährlicher wird es, wenn die Viren abwärts wandern und sich in das Lungengewebe einnisten. Sobald es bronchial wird, kann es für Deine Gesundheit deutlich gefährlicher werden. Nicht selten reagiert der Körper jetzt auch mit Fieber. Der Husten wird insgesamt anstrengender und schmerzhafter, da Schleim aus tieferen Regionen gelöst werden muss.

Fitnesstraining bei Erkältung - Das Wichtigste im Überblick

  1. moderater Sport bei leichten Erkältungen kann gesundheitsfördernd wirken
  2. bei Fieber ist Fitnesstraining trotz Erkältung immer tabu
  3. mit starkem Husten wird Sport bei einer Erkältung eventuell lebensgefährlich
  4. im Zweifelsfall immer zuerst den Hausarzt befragen
  5. starke Beschwerden sollten vor dem ersten Sport mindestens 48 Stunden abgeklungen sein

 

Wann Fitnesstraining trotz Erkältung okay ist

Betrachten wir zuerst den Fall, dass Du eine Infektion der oberen Atemwege hast. Die klassischen Symptome sind dabei:

  • Kratzen im Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Sprechen ist anstrengend und kann Husten auslösen
  • die Nase ist teilweise oder komplett zugeschwollen
  • Du musst häufig zum Taschentuch greifen
  • leichte Kopf- und Gliederschmerzen treten auf

Bei all diesen Beschwerden ist der Körper nicht fit für den Alltag, denn er ist abgelenkt: Die Kraft wird benötigt, um die Abwehrkräfte zu mobilisieren. Das Immunsystem geht ans Werk und beseitigt die Erreger.

Dennoch kann Sport bei einer Erkältung der oberen Atemwege sogar sinnvoll sein.

 

Solange sich der Infekt nur in den oberen Symptome zeigt und Du Dich vergleichsweise fit fühlst, regt ein leichtes Fitnesstraining trotz Erkältung sogar noch das Immunsystem an. Durch die besser Durchblutung und den leichten Anstieg der Körpertemperatur (was auch bei Sport im gesunden Zustand geschieht) beschleunigt sich insgesamt die Arbeit der Abwehrkräfte.

Wichtig: Im Zweifelsfall solltest Du trotzdem zuerst Deinen Arzt fragen, ob Training sinnvoll ist!

 

Wann Sport bei einer Erkältung tabu ist

Die körperliche Anstrengung bei einer Trainingseinheit addiert sich bei einer Erkältung zu der Anstrengung, die Dein Körper für die Genesung aufbringen muss. Daher wird Du auch bei jedem Fitnesstraining trotz Erkältung merken, dass Deine Kondition schlechter ist.

Pushe Dich auf keinen Fall über Dein Konditionslimit.

Bei einer stärkeren Erkältung, wenn sogar der Gang zum Bäcker ein Kraftakt wird, hast Du bei Deinem Sportverein oder im Fitnessstudio nichts verloren. Auch die Laufschuhe und Gewichte Zuhause haben Pause! Auf keinen Fall darfst Du Medikamente wie Schmerzstiller oder fiebersenkende Mittel nehmen und glauben, dass Du nun ein Fitnesstraining trotz Erkältung machen kannst!

Folgende, weitere Symptome zeigen Dir klar an, wann Sport bei einer Erkältung tabu ist:

  1. Deine Körpertemperatur im Ruhezustand steigt über 37,7 Grad Celsius
  2. Dir machen Schwindelgefühle zu schaffen
  3. Du hast ein kaltes Gefühl in der Brust, wenn Du tief einatmest
  4. Du hast starken Husten (mit schleimigen Auswurf)

 

Allgemein geht man davon aus, dass die gesunde Körpertemperatur (ohne aktuelle Anstrengung oder Aufenthalt an einem sehr heißen Ort) nicht über 37,7 Grad Celsius steigt. Führt Dein Infekt aber dazu, ist Fitnesstraining trotz Erkältung schlecht. Es droht sonst eine Überanstrengung, die bis hin zu Zusammenbrüchen führen kann.

Ein kaltes Gefühl beim Einatmen sowie Husten samt Auswurf sind die deutlichsten Zeichen dafür, dass Sport bei dieser Erkältung verboten ist. Die Erreger sind offenbar so weit in die unteren Atemwege vorgedrungen, dass dort Entzündungen aufgetreten sind.

Die Nähe dieser Entzündungsherde zum Herzen kann zu ernsten Komplikationen wie einer Herzmuskelentzündung führen.

 

Es droht eine Superinfektion

Treibst Du Dich trotz einer ernsten Infektion zum Sport an, kann der geschwächte Körper anfällig wie eine sogenannte Superinfektion werden. Gemeint ist damit, dass eine bereits vorhandene Infektion den Körper soweit schwächt, dass die Abwehrkräfte nicht mehr ausreichend Kapazitäten haben, um weiteren Erregern den Eintritt in den Organismus zu verwehren.

Meist setzt sich auf die virale Infektion dann eine bakterielle obenauf.

Jetzt kann es lebensgefährlich werden. Bei einer Infektion der Atemwege mit Viren sind es in der Praxis meist Bakterien, die Deine Grundinfektion ausnutzen und sich in Richtung Herzmuskel bewegen.

 

Sport bei einem leichten Infekt: Tipps für das Fitnesstraining trotz Erkältung

Egal wie fit Du sonst bist und wie viele Kilometer Du beim Joggen oder Radfahren zurücklegt, Dein Sport bei Erkältung sollte insgesamt auf ein moderates Maß reduziert werden.

1. Verzichte auf Intervalltraining"

Damit der Kreislauf nicht übermäßig belastet wird, solltest Du statt Deinem gewohnten Intervalltraining lieber einige Tage auf sanften Ausdauersport setzen. Achte dabei auch ganz genau auf Dein Körpergefühl. Musst Du vor Anstrengung Husten oder fühlst Dich schwach, beende das Training vorzeitig.

Schwitzen ist gesund

Durch die vorübergehend schlechtere Kondition wirst Du vermutlich bei Deinem Programm stärker schwitzen. Das ist an sich noch kein Problem, solange Du Dich ansonsten gut fühlst. Die stärkere Schweißproduktion kann beim Fitnesstraining trotz Erkältung sogar nützlich sein, denn der Körper treibt den Erreger aus dem Körper. Wichtig ist natürlich, während und nach dem Sport bei einer Erkältung viel Wasser oder Tee zu trinken, damit der Wasserhaushalt ausgeglichen bleibt.

 

2. Eine Pulsuhr ist jetzt sinnvoll

Über Sinn oder Unsinn einer Pulsuhr am Arm kann beim zwar allgemein streiten, doch bei einem Fitnesstraining trotz Erkältung überwiegen definitiv die Vorteile. Durch das Messgerät kannst Du mit einem Blick schnell überprüfen, wie es um Deinen Kreislauf bei er Anstrengung bestellt ist. Merkst Du, dass der Sport bei Erkältung doch den Organismus zu stark belastet, beendest Du Dein Training.

 

3. Sei fair gegenüber Sportsfreunden

Besteht Dein Sport bei einer Erkältung aus privatem Training, etwa daheim auf dem Crosstrainer oder beim Joggen im Park, musst Du "nur" darauf achten, Dich nicht über das Tageslimit zu pushen. Anders sieht es aus, wenn Du beispielsweise in einem Team spielst oder Kampfsportler auf der Matte bist. In diesem Fall kann Sport bei einer Erkältung auch zur Ansteckungsgefahr für Deine Mitsportler und Mitsportlerinnen werden. Besser ist es daher, dass Fitnesstraining trotz Erkältung solange allein zu betreiben, bis Du nicht mehr infektiös bist.

 

Fitness bei Erkältung - Die praktische 48-Stunden-Regel

Es kommt also sehr stark auf die individuelle Verfassung an, um die Frage nach einem Fitnesstraining trotz Erkältung zu beantworten. Egal ob leichter Infekt oder starke Erkältung mit kompletten Sport-Stopp: Du musst Dich in beiden Fällen fragen, ab wann Du wieder Dein gewohntes Programm aufnehmen kannst. Dafür hat sich in der Praxis eine Art 48-Stunden-Regel bewährt.

Sie besagt, dass Du frühestens 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome wieder alles geben darfst.

Und in Deinem eigenen Interesse solltest Du in diesem Fall nicht schummeln! Warte tatsächlich ab, bis die Nase wieder vollkommen frei ist und Du auch am Morgen überhaupt nicht husten musst. Meistens sammelt sich in der Nacht durch die liegende Position das restliche Sekret und macht uns daher kurz nach dem Aufstehen zu schaffen. Nach dem ersten Tee/Kaffee des Tages sind diese Symptome wie weggezaubert. Dennoch gilt die 48-Stunden-Regel erst dann, wenn auch morgens keine Beschwerden mehr da sind.