Die Refertilisierung beim Mann – Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit

Refertilisierung Ablauf
Refertilisierung beim Mann Copyright: nelzajamal bigstockphoto
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Ablauf und Kosten der Refertilisierung

Ist die Familienplanung abgeschlossen, lassen sich mittlerweile viele Männer in Deutschland sterilisieren. Doch manchmal ändert sich die familiäre Situation, einer Trennung folgt eine neue Beziehung, und damit eventuell der Wunsch, doch noch ein Kind mit der neuen Partnerin zu haben.

Eine Umkehr der Sterilisierung ist für den Mann möglich. Doch was eine Refertilisierung kosten wird, ist ein großer Faktor bei der Entscheidung. Und wer bezahlt die Refertilisierung?

Refertilisierung
Vorbereitung zur Refertilisierung – Copyright: JacobLund bigstockphoto

Umkehr der Sterilisierung

Das Leben läuft nicht immer ganz nach Plan. Obwohl Du Dir sicher warst, dass Du keine Kinder mehr willst, haben sich Deine Gedanken darüber in den letzten Monaten grundlegend geändert. Du möchtest Vater werden, der Kinderwunsch wird übermächtig, und Du denkst über eine Refertilisierung nach. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Kann die vorangegangene Vasektomie wieder rückgängig gemacht werden?
  • Ist die Zeugungsfähigkeit wieder voll gegeben?
  • Wie läuft eine Refertilisierung ab?
  • Wie viel wird eine Refertilisierung kosten?
  • Wer bezahlt die Refertilisierung beim Mann?

Wir werden diese Fragen alle beantworten, und Dir damit ein wenig Klarheit verschaffen.

Die Sterilisierung beim Mann ist nicht länger endgültig!

Grundsätzlich sollte die Entscheidung, sich einer Vasektomie zu unterziehen, gut überlegt sein. Sie stellt die sicherste Methode der Verhütung dar. Der Eingriff beim Mann ist, im Verhältnis zu einer Sterilisation der Frau, verhältnismäßig einfach und wesentlich unkomplizierter.

Solltest Du Dich danach dennoch mit dem Gedanken tragen, noch einmal Kinder haben zu wollen, kann eine Vasektomie grundsätzlich umgekehrt werden. Vereinfacht ausgedrückt werden dabei die durchtrennten Samenleiter wieder zusammengenäht. Eine Zeugungsfähigkeit ist in den meisten Fällen wieder gegeben.

Allerdings werden solche Eingriffe oftmals nur von Experten ihres Gebietes vorgenommen, da es sich hier um keinen urologischen Standardeingriff handelt. Daher entstehen bei der Refertilisierung Kosten, die nicht wirklich als günstig einzustufen sind. Sie kosten ein Vielfaches der Vasektomie.

Ist die Zeugungsfähigkeit nach dem Eingriff wieder voll gegeben?

Ob die Zeugungsfähigkeit wieder bei 100% liegt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen

  1. ) Die Durchgängigkeit der Spermien nach dem Eingriff
  2. ) Die Dauer, die zwischen der Vasektomie und der Refertilisierung liegt
  3. ) Das Alter des Mannes und seiner Partnerin
  4. ) Einnahme von Schmerzmitteln

Nach der erneuten Verbindung der ehemals durchtrennten Samenleiter dauert es in jedem Fall ein paar Wochen, bis sich die Spermien so weit erholt haben, dass sie als voll fruchtbar einzustufen sind. Die geschieht etwa 12 Wochen nach dem Eingriff, kann aber im Einzelfall auch bis zu 2 Jahren dauern.

Auch die Zeitspanne, die zwischen der Vasektomie und der Refertilisierung liegt, spielt eine nicht unbedeutende Rolle. Die besten Aussichten bestehen, wenn die Umkehr der Sterilisation beim Mann nicht länger als drei Jahre zurückliegt, bei Eingriffen, die bis zu acht Jahren zurückliegen, wird es ungleich schwerer, ein Kind zu zeugen.

Auch sollte der Mann nach dem Eingriff nicht regelmäßig zu Schmerzmitteln, insbesondere Ibuprofen, greifen. Es ist erwiesen, dass dieser Wirkstoff eine hormonelle Auswirkung auf die Zeugungskraft hat.

Ablauf: Was passiert bei einer Refertilisierung?

Bei der Vasektomie wurden die Samenleiter von den Hoden getrennt. In den Hoden werden jedoch weiter Spermien gebildet, die aber nicht ins Ejakulat gelangen. Vor der Refertilisierung werden ein paar Voruntersuchungen durchgeführt.

Einmal wird per Ultraschall ein erster Eindruck des zu operierenden Körperteils ermittelt, zudem gibt es eine Blutuntersuchung. Der Eingriff selbst findet unter Vollnarkose statt. Über den Hoden werden zwei kleine Schnitte gesetzt, operiert wird dann unter dem Mikroskop, da die Samenleiter lediglich ein paar Millimeter breit sind. Die vernarbten Enden derselben werden abgeschnitten, und dann mit den Hoden verbunden.

Jetzt sollte Flüssigkeit aus den Samenleitern austreten, die sofort untersucht wird. Sind darin genügend fruchtbare Samen enthalten, können die Samenleiter mit hauchdünnen Stichen direkt wieder verbunden werden. Dieser Eingriff nennt sich Vasovasostomie. Nach dem Eingriff wird der Operierte für ein bis zwei Wochen arbeitsunfähig geschrieben, damit alles gut verheilen kann.

Was wird die Refertilisierung kosten?

Während eine Vasektomie mit zwischen 400 Euro und 500 Euro zu Buche schlägt, sind die Kosten für eine Refertilisierung wesentlich höher. Du musst dabei mit zwischen 2000 Euro und 5000 Euro rechnen. Der Eingriff wird vorrangig von Spezialisten vorgenommen, da diese Operation nicht zur Alltagsurologie gehört.

Dabei kommen neben dem Mikroskop noch viele andere Geräte zum Einsatz, deren Verwendung bezahlt werden muss. Selbst die Fäden, die zum Verbinden der Samenleiter genutzt werden, sind sehr teuer.

Gerade wegen der hohen Kosten für die Refertilisierung ist es ratsam, sich zu überlegen, ob eine Vasektomie tatsächlich vorgenommen werden sollte. Denn bei der Frage „wer bezahlt die Refertilisierung“ kommt unweigerlich nur eine Antwort.

Wer bezahlt die Refertilisierung

Wenn nach einer Vasektomie eine Refertilisierung vorgenommen werden soll, geht das große Rechnen erst richtig los. Spezielle Refertilisierungszentren versprechen die höchste Erfolgsquote, wenn es um die Wiedererlangung der Fruchtbarkeit beim Mann geht, aber sie kosten eben auch eine ganze Stange Geld.

Wer bezahlt die Refertilisierung also? Die Krankenkassen lehnen die Kostenübernahme bei einem solchen Eingriff ab. Da eine Vasektomie keine medizinisch notwendige Operation darstellt, die lediglich auf Wunsch des Patienten vorgenommen wird, kann eine Erstattung der Kosten nicht den Kassen auferlegt werden, so wird argumentiert. Es stellt sich Dir also nicht die Frage, wer bezahlt die Refertilisierung, sondern es muss heißen: Kann ich mir die Refertilisierung auch leisten?

Zusammengefasst ist die Vasektomie eine sehr gute Wahl der Verhütung, wenn die Familienplanung definitiv abgeschlossen ist. Aber wer möchte schon das Wort „nie“ leichtfertig benutzen? Umstände und Situationen ändern sich im Leben, und was heute gilt, kann morgen schon längst seine Gültigkeit verloren haben.

Also überlege Dir den Schritt zur Sterilisation gut, bevor Du diesen Weg betrittst. Denn bei der Beantwortung der Frage, wer bezahlt die Refertilisierung, kommen viele Männer und Paare an ihre finanziellen Grenzen.