Männergesundheit: Der erhöhte Fibrinogenspiegel

Erhöhtes Fibrinogen verstärkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Eiweiß ist der erste von 13 Blutgerinnungsfaktoren. Sie helfen dem Blut, zu gerinnen, und sorgen für den Verschluss einer Wunde. Dazu sind normale Werte notwendig. Bei abweichenden Zahlen besteht die Gefahr von Verschlusserkrankungen. Fibrinogen ist der erste Faktor und mit der Ziffer I gekennzeichnet. Bei einer Verletzung wandelt er sich in Fibrin um und verschließt die Wunde als eine Art Klebstoff.

Bei Verdacht auf Blutgerinnungsstörungen wie einer übermäßigen Blutungsneigung oder verstärkter Blutgerinnung misst der Arzt den Laborwert des Fibrinogens. Seine Bestimmung kommt bei einer medikamentösen Therapie zur Auflösung eines Blutgerinnsels zum Einsatz.

Fibrinogen
Warum ist der Fibrinogen-Wert erhöht? Urheber: altanaka / 123RF.com

 

Gefahren eines erhöhten Fibrinogenspiegels

Erhöhtes Fibrinogen birgt Gefahren. Das Eiweiß spielt bei normalen Werten eine wesentliche Rolle bei der Wundheilung. In Zusammenarbeit mit den anderen Blutgerinnungsfaktoren verschließt es eine Wunde, damit sie ohne Infektion abheilt. Bei erhöhtem Wert steigt laut der Framingham-Studie das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. In der Schwangerschaft sind die Werte erhöht.

Neben dem Schutz vor Blutung steigern sie die Gefahr einer Thrombose. Deshalb ist die Bestimmung des Wertes in dieser Zeit wichtig. Je nach Situation sind die Therapiemaßnahmen unterschiedlich. Der Arzt verordnet eine Messung des Fibrinogenwertes nur bei Verdacht auf eine dadurch verursachte Erkrankung. Sie gehört nicht zum Standardblutbild.

 

Auswirkungen von Fibrinogen im Körper

Fibrinogen im Prozess der Blutgerinnung

Das von der Leber produzierte Glykoprotein Fibrinogen ist die Vorstufe des Fibrins. Unter Einwirkung von Thrombin verwandelt es sich in lösliches Fibrin. Dank der Quervernetzung mit Blutgerinnungsfaktor XIII stabilisiert es sich und erhält eine stabile und unlösliche Form. Das Protein spielt eine wesentliche Rolle in der Verschließung einer Wunde (Hämostase). Es bildet das netzförmige Fibrin und somit die Matrix für das Fibroblastenwachstum. Die Verletzung ist vor großem Blutverlust und Infektionen geschützt und heilt gut ab. Der Begriff Fibrinogen besteht aus den beiden lateinischen Wörtern Fibra und Gen, was so viel bedeutet, wie Fasern hervorbringen.

Wie Ferritin und C-reaktives Protein zählt es zu den Akute-Phase-Proteinen. Davon existieren mehr als 30. Der Körper bildet sie bei akuten Entzündungen und sorgt für die Lokalisierung derselben. Sie aktivieren Abwehrzellen im Blut, welche die Krankheitserreger bekämpfen. Die Eiweiße sind ein wichtiger Teil des Immunsystems. Erhöhtes Fibrinogen steigert die Neigung zur Thrombosebildung.

 

Funktionsweise und Ablauf der Blutgerinnung

Blut tritt bei einer Verletzung mit abnormen Oberflächen in Kontakt. Es besteht eine erhöhte Gefahr von Infektionen, da Bakterien durch die offene Wunde in den Blutkreislauf gelangen. Der menschliche Körper ist dafür ausgerüstet, die Verletzung automatisch zu verschließen. Das von den beschädigten Zellen abgesonderte Gewebe-Thromboplastin aktiviert die Blutgerinnungsfaktoren. Der Transformation von Prothrombin in Thrombin folgt die Verwandlung von Fibrinogen in lösliches Fibrin. Es verknüpft sich mit den Blutplättchen zu einem langkettigen und unlöslichen Aggregat. Kein Krankheitserreger dringt durch den dichten Verschluss der Wunde.

Die Messung des Eiweißes erfolgt bei Verdacht auf eine Alteration und ist kein Standardparameter bei einem Blutbild. Blutserum dient der Fachperson zur Bestimmung des Fibrinogenwertes. Sie bestimmt es nur bei Verdacht auf eine Störung der Blutgerinnung. Gewöhnlich handelt es sich um eine verstärkte Blutungsneigung (zu tiefer Wert) oder um ein vergrößertes Risiko zur Thrombosenbildung. Bei Letzterem ist die Ursache erhöhtes Fibrinogen. Bei Erwachsenen befindet er sich mit zwei bis vier g/l im Referenzbereich. In der akuten Phase einer Blutstillung oder entzündlichen Reaktionen beträgt er bis zu zehn g/l.

Die Leber bildet das Glykoprotein mit dem Gerinnungsfaktor I. Das Fibrinogen ist nur in gerinnbarem Zustand messbar. Besteht die Schädigung durch eine Dysfibrinogenämie, fallen die Messungen falsch aus. Eine Leberzellschädigung oder eine Therapie mit gerinnungshemmenden Substanzen verfälschen ebenfalls den Wert. Stress und Kontrazeptiva sowie das Alter des Patienten verändern die Messung künstlich.

 

Wann ist der Fibrinogenwert erhöht?

Ein erhöhtes Fibrinogen ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Arteriosklerose. Weitere Erkrankungen generieren eine Erhöhung des Eiweißes:

  • Tumore,
  • Verbrennungen oder Verletzungen,
  • diabetische Stoffwechsel-Entgleisung,
  • Infektionen,
  • Entzündungen.

Beim nephrotischen Syndrom verliert der Körper Eiweiß. Dies gleicht er durch eine erhöhte Fibrinogenkonzentration aus. Urämie bewirkt ebenfalls hohe Werte. Bei schwangeren Frauen liegt der gestiegene Wert im Bereich des Normalen. Schlaganfall, Thrombosen und Herzinfarkte gehören zu häufigen Krankheitsbildern bei erhöhtem Fibrinogenwert.

Im Gegensatz zu den Männern nimmt das Risiko bei den Frauen mit steigendem Alter ab. Dies gilt auch für die Wahrscheinlichkeit, bei erhöhtem Fibrinogen eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln. Bei Männern ist ein zusätzliches Risiko für Schlaganfall zu beobachten. Andere risikoerhöhende Faktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind erhöhter Blutdruck, Rauchen und Übergewicht. Diabetes wirkt sich in dieser Hinsicht ebenfalls negativ aus. Die Schlussfolgerung der Studie ist die Empfehlung, das erhöhte Fibrinogen in die Liste der Risiken für kardiovaskuläre Erkrankungen aufzunehmen.

Risiko auch für Frauen

Erhöhtes Fibrinogen in der Schwangerschaft

Die physiologischen Veränderungen in der Schwangerschaft bringen eine Erhöhung verschiedener Blutgerinnungsfaktoren mit sich. Neben Fibrinogen (Faktor I) steigt die Konzentration der Faktoren VII, VIII, IX und X. Dies ist Teil des prokoagulatorischen Systems, welches in der Schwangerschaft aktiv ist. Es schützt die werdende Mutter vor Blutungskomplikationen bis nach der Geburt. In dieser Zeit erhöht sich das Risiko für ein thromboembolisches Ereignis um das Vier- bis Fünffache.

80 Prozent der venösen Thromboembolien sind Beinvenenthrombosen und 20 Prozent Lungenembolien. Das Risiko ist in den ersten sieben Tagen am höchsten und bleibt bis zwei Wochen nach der Geburt bestehen. Im Wochenbett ist das Risiko 20-fach erhöht. Die Hälfte der Vorfälle ereignet sich in dieser Zeit. Eine risikoadaptierte Antikoagulationstherapie verringert die Gefahr.

 

Quellen:

www.grossesblutbild.de/fibrinogen-wert-erhoeht.html

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