Mein wütendes Kind

Alltagstipp: Wütende Kinder – wie reagieren die Eltern richtig?

Schon wieder schreit und weint Dein Kind, weil es seinen Willen nicht bekommt. Reagierst Du nicht auf das lautstarke Missfallen Deines Sprösslings, wirft er sich auf den Boden oder beginnt sogar, wehrlose Gegenstände zu attackieren. Das als klassischer Wutanfall bezeichnete Verhalten des Kleinen sorgt dafür, dass die Eltern mit den Köpfen schütteln.

In einigen Fällen kommt der Ausbruch völlig unvorbereitet und Du fragst Dich, welcher Auslöser dahintersteckt. Speziell Kinder im Alter von fünf Jahren neigen zu den kleinen Tobsuchts-Anfällen und bereiten ihren Müttern und Vätern Sorgen. Dabei stellt die gelegentliche Wut der Sprösslinge keine Komplikation dar, sondern gehört zu einer gesunden Entwicklung des Selbstbilds dazu.Wut beim Mädchen

Wutanfall und wütende Gefühle © upyanose – Fotolia.com

 

Warum bekommen Kinder Wutanfälle

Besteht für Deinen Nachwuchs keine Möglichkeit, seinen Willen durchzusetzen, reagiert Deine Tochter oder Dein Sohn wütend. Das Verhalten stellt keine Seltenheit dar und gehört zu einer normalen Ausbildung des eigenen Bewusstseins dazu. Bei jedem Wutanfall Deiner Sprösslinge spielt die Verneinung und die daraus resultierende Reaktion eine relevante Rolle.

Entweder verwehrst Du Deinem Kind etwas, das es tun oder haben möchte, oder Dein Schützling verweigert eine bestimmte Handlung. Hierbei besteht die Wut als Ventil für die aufgestauten Gefühle des Kleinen. Jedoch achtest Du darauf, dass sich Deine Schützlinge nicht zu stark in einen Tobsuchtsanfall steigern.

 

Wann droht ein Wutanfall Deiner Sprösslinge?

Kommt es bei Deinem Nachwuchs zu einem Wutausbruch, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Durch das Weinen und Schreien baut das Kind seine angestauten Aggressionen schnell ab, sodass im Nachhinein der Klärung des Problems nichts im Wege steht. Speziell durch das lautstarke Kundtun des Missfallens üben die Kleinen aus ihrer Sicht Macht aus und holen sich die Kontrolle zurück. Verbietest Du dem Schützling eine Handlung, fühlt er sich in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt und reagiert durch den emotionalen Ausbruch.

Vorwiegend in der sogenannten Trotzphase neigen Kinder dazu, ihrer Wut mit lautem Geheul und Schreien Luft zu machen. Im Alter von fünf Jahren beginnt der Zeitraum, der aus entwicklungs-psychologischer Sicht zur Ausbildung des „Ich-Bewusstseins“ gehört. Die Definition verwendet der Autor Young-Im Yang in seinem BuchDas Phänomen der Verneinung„. Bei einem Wutanfall spielt das Verweigern eine wesentliche Rolle. Beispielsweise beginnt Dein Kind zu toben, weil Du ihm eine Handlung verbietest oder ein Spielzeug nicht kaufst.

Jedoch besteht auch für die Kleinen die Möglichkeit, durch das Schreien und Weinen ihr Missfallen auszudrücken. Sie verweigern sich durch ihr zorniges Verhalten einer bestimmten Situation. Des Weiteren neigen Deine Schützlinge zu dem Ausbruch, wenn sie an einer Aufgabe scheitern. Hierbei sorgt als Beispiel der missglückte Versuch des Schuhbindens zu einem Wutanfall, dem nicht selten der Schuh als Wurfgeschoss zum Opfer fällt.

 

Besteht bei dem Ausbruch Grund zur Sorge?

Bei der Wut handelt es sich um eine normale Emotion, die auf eine nicht kontrollierbare Situation folgt. Dabei versucht Dein Nachwuchs, durch sein Verhalten den eigenen Willen durchzusetzen. Demnach bewirkt das zornige Gefühl eine Weiterentwicklung des Bewusstseins. Damit die Kleinen lernen, richtig mit einem Zornesausbruch umzugehen, steht Deine Reaktion auf den Anfall im Fokus. Gibst Du Deinem Kind jedes Mal nach, entwickelt es ein falsches Verhaltensmuster, bei dem es sich mit Macht durchzusetzen gedenkt. Spätestens in der Schule trifft Dein Schützling damit auf Grenzen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, gehst Du verständnisvoll und sachlich mit einem Wutausbruch Deiner Kleinen um. Dabei erhält Deine ruhige Reaktion eine wichtige Bedeutung. Gehst Du, auf den Zorn des Kindes mit einer gleichwertigen Rage ein, verunsicherst Du Deine Tochter und Deinen Sohn. In der Folge besteht die Gefahr, dass Dein Nachwuchs seine Gefühle in späteren Situationen unterdrückt. Daher akzeptierst Du die Wut als einen Versuch, Unabhängigkeit zu erlangen.

Speziell bei jüngeren Kindern fallen die Ausbrüche stärker und lauter aus, da ihnen die Mittel zu einer verbalen Verständigung fehlen. Stoßen sie in einem Augenblick auf ihre Grenzen, sehen sie als einzigen Ausweg das Schreien und Toben. Bleibst Du als Vater gelassen, verpufft der Zorn Deines Sprösslings in der Regel ebenso schnell, wie er aufkam. Danach sucht ihr gemeinsam nach einer Lösung des Problems.

 

Manche Kinder neigen zu Handgreiflichkeiten

Steigern sich Deine Schützlinge des Öfteren in einen Wutanfall, überlegst Du Dir, wie Du diesen vorzubeugen gedenkst. Ohne das Aufzeigen von Grenzen besteht das Risiko, dass die Kleinen im Erwachsenenalter ebenfalls leicht in Rage geraten. In der Folge entstehen auf lange Sicht gesundheitliche Komplikationen, wie die Studie „Study Documents How Anger Can Impair Heart Function“ aus dem Jahr 1992 belegt. Auf die Dauer führt stetige Wut zu Bluthochdruck und einem erhöhten Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Zudem neigen Kinder, denen die Grenzen bei einem Zornesausbruch fehlen, schneller zu Handgreiflichkeiten. Besteht für sie nicht die Option, eine Situation zu kontrollieren, ziehen sie der Spielgefährtin an den Haaren oder kneifen das kleine Geschwisterchen, das gar nichts für das Problem kann. Damit das Bedürfnis nach einer emotionalen Spannungslösung nicht in Gewalt ausartet, versuchst Du, den Grund für den Zorn herauszufinden. Beispielsweise verursacht Angst ein wütendes Verhalten. Dazu gehören:

  • Versagensängste,
  • Verlustängste,
  • Angst, in der Achtung anderer zu sinken,
  • Angst vor Zurückweisung
  • oder Angst vor einem Kontrollverlust.

Für das gesunde Aufwachsen Deines Kindes sorgst Du dafür, dass die Ängste keine Grundlage erhalten. Du machst Deinem Nachwuchs auf die Weise klar, dass Du ihn trotz einer nicht gemeisterten Situation liebst. Zusätzlich bietest Du Deinem Schützling Wege aus dem Zorn.

 

Wie überwindet das Kind seine Wutphase?

Bei einem Wutausbruch erhalten die Grenzen für die Kleinen einen hohen Stellenwert. Toben und Schreien Deine Sprösslinge, zeigst Du ihnen, dass Du ihre Gefühle akzeptierst. Trotzdem setzt Du Regeln durch, um dem Nachwuchs einen emotional gesunden Weg aus der Rage zu ermöglichen. Beispielsweise bestehst Du auf einer Auszeit, wenn sich Deine Tochter oder Dein Sohn auf den Boden wirft. Bemerkt das Kind, dass Du ihm die Aufmerksamkeit für eine gewisse Zeit entziehst, denkt es über sein Verhalten nach.

Bemerkst Du, dass die Wut bei dem Sprössling allmählich verraucht, gibst Du ihm die Möglichkeit, sich zu artikulieren. Hierbei fragst Du, welcher Umstand den Zornesausbruch provoziert. Auf die Weise lernen die Kleinen, ihre Gefühle in Worte zu fassen, ohne die Beherrschung zu verlieren.

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Mario, vom Netpapa Team

Als begeisterter Vater und Herausgeber von Netpapa.de einem der größten deutschsprachigen Vätermagazinen, freue ich mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele hilfreiche Themen vorstellen zu können. Unsere Redaktion besteht aus Journalisten, Erziehern, Pädagogen und Mediziner aber vorallem sind wir Väter.


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