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Weniger bekannt ist die Wochenbettdepression beim Mann, die etwa zehn Prozent der neuen Väter betrifft.  Die Wochenbettdepression kommt meist als eine besondere Form der Depression bei der Mutter direkt nach der Entbindung des Babys vor.

Männer sollten wissen das dieser sogenannte Baby Blues auch Sie treffen kann. Ist das Baby da, erwartet das Umfeld große Freude bei Ihnen. Nicht immer tritt dieses Gefühl ein. Der sogenannte Baby-Blues in den ersten Wochen ist bekannt. Dauert dieser länger, handelt es sich um eine postpartale Wochenbettdepression. Den Vater kann diese ebenso treffen wie die Mutter.

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Vom Baby-Blues zur Depression – Die Wochenbettdepression beim Mann

Sie sind mit diesem Problem nicht allein. Wissenschaftler des „Parenting Research Centre“ beschäftigten sich in Melbourne mit diesem Thema. Sie fanden heraus, dass etwa zehn Prozent der Väter die postpartale Depression in den ersten zwölf Monaten nach der Geburt des Kindes betrifft. In Einzelfällen dauert diese schwere Zeit fünf Jahre an.

Die australischen Wissenschaftler untersuchten die Psyche von 3.471 Männer mit Kindern im Alter bis zu fünf Jahren. Die Ergebnisse verglichen sie mit der „allgemeinen männlichen erwachsenen Bevölkerung“. Grundlage waren die Daten der Studie „National Survey of Mental Health and Wellbeing“. Die Studie des „Parenting Research Centre“ brachte hervor, dass im Vergleich junge Väter 40 Prozent häufiger unter psychischen Problemen leiden als „Männer im Allgemeinen“. Insgesamt betrifft mit 9,7 Prozent die Wochenbettdepression öfter den Mann als die Frau. Von den Müttern leiden 9,4 Prozent darunter.

Wir sind jetzt eine Familie und wo bleibt die Zufriedenheit ? Copyright: phildate bigstockphoto

Wodurch äußert sich die Wochenbettdepression beim Mann?

Die Symptome einer Wochenbettdepression beim Vater ähneln denen der Mutter. Zu ihnen gehören:

  • Schuldgefühle,
  • Angst, dem Baby Leid anzutun,
  • Reizbarkeit,
  • allgemeine Ängstlichkeit.
Was erwartet Männer nach der Geburt ihres Kindes? Copyright: TernavskaiaOlga bigstockphoto

Mögliche Gründe der postpartalen Depression

Francine de Montigny interessierten die Gründe für die Entstehung der postpartalen Depression beim Mann. Die Psychologin wertete die Daten von 204 Vätern aus. Als Messinstrumente ihrer Forschungen dienten:

  • der „Parenting Stress Index“,
  • der „Parent Expectations Survey“
  • die „Edinburg Postpartale Depressionsskala“ und
  • die „Dyadic Adjustment Scale“.

Mit dem „Parenting Stress Index“ erfasste die Psychologin, inwieweit die Eltern unter Stress leiden. Durch den „Parent Expectations Survey“ erfragte sie, wie die Väter ihre Effizienz einschätzten. Mit der „Dyadic Adjustment Scale“ stellte sie die Beziehungsqualität zwischen den Elternteilen fest. Die „Edinburg Postpartale Depressionsskala“ stufte die Väter ab Erreichen der Punktzahl zehn als depressiv ein. Die höchste zu erreichende Punktzahl betrug 30.

Mama und Baby brauchen, auch wegen dem Stillen, besonders viel gemeinsame Zeit, Copyright: paulaphoto, bigstockphoto

Das Ergebnis der Studie brachte hervor, dass 8,2 Prozent der teilnehmenden Väter die postpartale Depression betraf. Die Kinder der Teilnehmer waren im Durchschnitt elf Monate alt. Die Mütter stillten diese ausnahmslos über mindestens sechs Monate. Jeder fünfte Vater erlebte zuvor eine Fehlgeburt der Partnerin. Mehr als die Hälfte der Väter hatten kein weiteres Kind.

Die Forschung der Psychologin ergab, dass die Paarbeziehung depressiver Väter schlechter war, als die der nicht-depressiven. Alle Väter engagierten sich in der Vater-Kind-Beziehung. Depressive Väter empfanden, dass ihr Kind zu viel schreit. Francine de Montigny empfiehlt zur Problemlösung einen Kurs des Bindungsforschers Karl Heinz Brisch mit Namen „SAFE®„. Der Name bedeutet „Sichere Ausbildung für Eltern“.

Wo bleibe ich als Vater eigentlich…?

Nach der Entbindung dreht sich alles um Mutter und Kind. Den Vater vergisst das Umfeld. Sie sind mit Ihren Gefühlen allein und leiden heimlich. Die Depressionen verstärken sich durch Missverständnisse in der Eltern-Kind-Beziehung. Der Besuch spezieller Kurse zum Thema „Wochenbettdepressionen beim Vater“ hilft Ihnen weiter. Scheuen Sie sich nicht, ärztliche und / oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen und Links

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