Große Begabung, schlechte Noten: das soziale Verhalten von Underachievern und ihre Leistungen

Soziales Verhalten von Hochbegabten unterscheidet sich in einigen Fällen von Personen mit einem „normalen“ Intelligenz-Quotienten. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten Underachiever: hochbegabte Kinder, die dennoch schlechte Noten in der Schule schreiben. Im weiteren Verlauf erhältst Du ausführliche Informationen zu besagten Hochbegabten und ihr soziales Verhalten.

Rein statistisch gelten zwei von 100 Kindern als hochbegabt. Experten sprechen von einer Hochbegabung ab einem Intelligenz-Quotienten von 130. Bei 15 bis 20 Prozent der Hochbegabten handelt es sich um Underachiever.

Hochbegate Kinder
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Bis zu 20 Prozent der Hochbegabten gelten als Underachiever

Zwar variieren die Definitionen zum Underachievement, dennoch existiert weitestgehend Einigkeit über das soziale Verhalten der entsprechenden Hochbegabten. Ihre Leistungen in der Schule spiegeln nicht ihren Intelligenz-Quotienten wider. Im Gegenteil: Oftmals schreiben Underachiever schlechte Noten, weshalb sie schlimmstenfalls in akuter Versetzungsgefahr schweben.

Besagtes soziales Verhalten der Hochbegabten stellt Dich als Vater des Kindes vor eine Herausforderung. Trotz des überdurchschnittlich hohen Intelligenz-Quotienten bleiben herausragende schulische Leistungen aus. Dein Kind nutzt das vorhandene geistige Potenzial nicht aus. Deswegen fallen Klassenarbeiten maximal durchschnittlich, häufig sogar unterdurchschnittlich aus.

 

Schwierige Diagnose – soziales Verhalten der Underachiever deutet auf Problemschüler hin

Underachiever zeigen im sozialen Umgang mit anderen Personen Probleme. Sie grenzen sich gezielt von Gleichaltrigen ab. Außerdem mangelt es ihnen an einem zielstrebigen Arbeitsverhalten und an Selbstwert-Gefühl. Stattdessen äußern sie sich negativ über die Schule.

Allerdings deutet für Eltern und Experten derartiges soziales Verhalten der Hochbegabten nicht zwingend auf ein Underachievement hin. Schließlich bringt der restliche Großteil der hochbegabten Personen eine Leistung, welche dem Intelligenz-Quotienten entspricht. Dementsprechend schwer fällt Dir als Vater – und auch den Psychologen – die richtige Diagnose.

Eltern und Experten erkennen die eigentliche Ursache für die schlechten Noten oftmals nicht. Vielmehr liegt die Diagnose nahe, das Kind sei zu schlecht für das in der Klasse geforderte Niveau. Die Verbindung zwischen einem Problemschüler und der Hochbegabung klingt unrealistisch. Folglich bleibt der eigentliche Grund für die schlechte Leistung der Hochbegabten und ihr soziales Verhalten unerkannt.

Das Verhalten der Underachiever verdeutlicht, dass gute Leistungen in der Schule sowie ein gutes Lernverhalten lediglich begrenzt von der Intelligenz des Kindes abhängen. Beim Underachievement fehlt den Hochbegabten die Fähigkeit oder der Anreiz, sich zu motivieren. Die Situation tritt beispielsweise ein, wenn sich Kinder in der Schule unterfördert fühlen.

Die Jungen neigen infolgedessen zu einem auffälligen Verhalten, das bis zum Stören des Unterrichtes, kontinuierlichen Regelverstößen und der Verweigerung des Schulbesuches reicht. Mädchen beabsichtigen dagegen tendenziell, möglichst nicht aufzufallen, um nicht als „Streber“ zu gelten. Daher liegt statistisch der bekannte Anteil männlicher Underachiever höher.

 

Underachiever benötigen pädagogische Unterstützung

Dennoch bleibt es bei Underachievern nicht zwangsläufig bei schlechten Noten. Allerdings benötigen die Hochbegabten eine für sie ansprechende Umgebung, in der sie lernen. Hierfür bedarf es pädagogischer Hilfe für Dein Kind. Erst, wenn es die erforderliche Ausdauer und Bereitschaft zum Lernen entwickelt, bringt es seine Intelligenz in der Schule ein.

Potenzielle Ursachen für das Underachievement

Eine geeignete Lernumgebung setzt zunächst die richtige Diagnose und anschließend die Suche nach den Ursachen voraus. Fällt das Ergebnis eines Intelligenz-Testes überdurchschnittlich aus, stelle Dir gemeinsam mit Experten die Frage, woran das Versagen Deines Kindes in der Schule liegt.

Jedes Underachievement fällt anders aus. In allen Fällen liegen andere Gründe vor, die aus der Schule, der Familie oder der Persönlichkeit des Hochbegabten stammen. Das erfordert eine detaillierte Analyse. Die Ursachen kommen möglicherweise aus dem körperlichen oder dem psychischen Bereich des Underachievers. Einige Kinder erbringen beispielsweise ausschließlich Leistung in Themengebieten, welche sie interessieren. Bei anderen Hochbegabten liegt dagegen eine auditive oder visuelle Wahrnehmungs-Störung vor.

Als weitere potenzielle Problemzone gelten die Schule und ihre Lehrkräfte. Mitunter fällt Lehrern der Umgang mit geistig überlegenen Schülern schwer. Andere Lehrpersonen fordern von den Hochbegabten zu wenig, was zu Demotivation führt. Dasselbe gilt für die Eltern: Erwartest Du als Vater zu wenig von Deinem Kind, fehlt ihm die erforderliche Motivation. Sofern Eltern zu hohen Druck aufbauen, verweigern manche Kinder ebenfalls die Leistung. Unterstütze deshalb Dein Kind dabei, seine Interessen in ausgewählten, speziellen Gebieten auszuleben. Die damit verbundenen Erfolge steigern das Selbstwert-Gefühl und wirken sich auf andere Fächer aus.

 

Der Underachiever und sein soziales Verhalten kurz erläutert

Das Underachievement stellt eine besondere und daher schwer zu erkennende Form der Hochbegabung dar. Underachiever nutzen ihr geistiges Potenzial nicht aus, sondern schreiben trotz hohem Intelligenz-Quotienten unterdurchschnittliche Noten. Dazu zeigen die Hochbegabten ein soziales Verhalten, das als problematisch gilt. Sie grenzen sich von ihren Mitschülern ab, leiden an einem mangelhaften Selbstwert-Gefühl und äußern sich negativ über die Schule. Erst mit der richtigen Lernumgebung und pädagogischer Unterstützung rufen die Underachiever ihr wahres Leistungsvermögen ab.

 

weiterführend:

https://www.iflw.de/wissen/hochbegabung.htm

http://www.hochbegabtenhilfe.de/Underachievement.html

http://www.dghk.de/regionalvereine/berlin-brandenburg/hochbegabung/underachievement