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Die Bedeutung des Vaters in der Erziehung

Die ersten Jahre spielt der Vater im Leben der Kinder meist eine untergeordnete  aber dennoch wichtig Rolle. Das Kind ist bis zum dritten Lebensjahr zwar weitgehend auf die Mutter fixiert, aber auch du als Vater kannst in dieser Zeit schon viele kindliche Bedürfnisse erfüllen. Spätestens bei dreijährigen Kindern beginnt deine Papa-Phase und du wirst genauso wichtig wie die Mutter.

Sowohl für Söhne als auch für Töchter ist es gut, dass eigene und das andere Geschlecht durch die beiden Elternrollen kennenzulernen. Wir möchten dich in diesem Artikel zu deiner Vaterrolle informieren, dir Lust darauf machen und Hintergründe zeigen:

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So sehen wir die Vaterrolle heute:

  • als Vater bist du mehr als nur Ernährer der Familie
  • heute gestalten Mutter und Vater aktiv die Erziehung ihrer Kinder
  • als Vater begleitest du dein Kind nach seinen Bedürfnissen
  • für Töchter ist der Papa der wichtige erste Kontakt zum männlichen Geschlecht
  • für Söhne ist der Vater ein Vorbild für ihr eigenes Geschlecht
  • Papas zeigen Gefühle und müssen keineswegs perfekt sein
  • Väter entwickeln sich in Ihrer Vaterrolle

Vaterrolle in der Familie
Vater in der Familie – Copyright: dolgachov bigstockphoto

 

 

Die Rolle des Vaters als männliche Bezugsperson und starkes Vorbild

Früher war der Vater vor allem Ernährer

Schaut man nur wenige Jahrzehnte in die Vergangenheit, war die Bedeutung des Vaters in der Erziehung recht einfach: Er war der Ernährer der Familie und brachte das Geld für Frau und Kinder Nach hause. Entsprechend hatte er relativ wenig mit der eigentlichen Erziehung des Nachwuchs zu tun. Er war viel außer Haus und überließ der Mutter sowohl Haushalt als auch Kinder.

Dieses Bild gibt es zwar auch heute noch in manchen Familien, doch in den meisten modernen Familien sind sowohl Mutter als auch Vater an der Erziehung beteiligt. Der moderne Vater trägt das Kleinkind im Wickeltuch, spielt mit seinen Schulkindern und hilft durch den ersten Liebeskummer.

Vater und Tochter
Vater und Tochter im Alltag, Copyright: CHOReograPH bigstockphoto

Mamas und Papas geben die Rollenbilder vor

Die geschlechtsspezifische Prägung eines Menschen beginnt im Grunde bereits in der Kleinkindphase, denn noch bevor Kinder sprechen können, nehmen sie die Unterschiede zwischen Mama und Papa durchaus wahr. Je älter sie werden, umso bewusster wird ihnen, dass sie „wie Mama“ oder „wie Papa“ sind. Im Kindergarten können sie meistens eindeutig den Unterschied der Geschlechter benennen und wissen um ihre Zugehörigkeit.

Natürlich ist jeder Mensch einzigartig und auch der Erziehungsstil eines Vaters unterscheidet sich stark vom Stil eines anderen. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass Kinder ihre Eltern immer als Rollenbild wahrnehmen. Sie entwickeln ein weibliches und männliches Rollenverständnis auf Basis der Eltern.

Wächst ein Kind mit einer selbstbewussten Mama auf, wird es Frauen, die als selbstsichere Menschen auftreten, normal finden. Eine schüchterne Mutter wird das Bild entsprechend anders prägen. Für Väter gilt dasselbe: Zeigt der eigene Papa beispielsweise selten Emotionen, wird das als „männlich“ und entsprechend normal für Männer abgespeichert.

Bedeutung des Vaters für die Entwicklung des Kindes

Die Erziehung eines Kindes vermittelt also Sichtweisen und Erwartungen. Damit Du als Vater überhaupt einen Einfluss auf Dein Kind nehmen kannst, musst Du von Anfang an eine Vater-Kind-Bindung aufbauen. Das bedeutet, so viel Zeit wie möglich mit Sohn und/oder Tochter zu verbringen.

In jedem Alter ist es für Kinder wichtig, dass Papa immer ein offenes Ohr für Probleme zeigt. Der Streit im Sandkasten ist für den 3-Jährigen ebenso einschneidend wie der Liebeskummer für den 15-Jährigen. Nimm also innerlich den Blickwinkel Deines Kindes an, um die kindlichen Probleme in ihrer Wichtigkeit zu verstehen.

Um den Kontakt zum Kind aufzubauen und zu halten, benötigst Du Zeit und ehrliches Interesse. Indem Du da bist, kannst Du als modernes Rollenbild eines Mannes dienen. Du wirst es häufig gar nicht bewusst bemerken, doch Kinder erlernen Rollenbilder quasi nebenbei – einfach durch das Beobachten im Alltag.

Während ein autoritärer Vater „der alten Schule“ bei der Interaktion mit Kindern wenig Gefühl zeigt, kannst Du ganz ehrlich zeigen, was Dir am Herzen liegt. Mit den Kindern gemeinsam zu lachen und auch traurige Momente zu erleben, ist für den modernen Vater von großer Bedeutung.

Es ist wichtig, zu erwähnen, dass jedes Kind individuell ist und seine ganz eigene Entwicklung durchlaufen wird. Die Unterscheidung in die Erziehung von Mädchen und Jungen betont im Folgenden aber die Entwicklung der Rollenbilder.

Bedeutung des Vaters in der Erziehung eines Mädchens

Für die meisten Väter ist die Geburt der eigenen Tochter mit der Geburt einer Prinzessin gleichzusetzen. Ein Papa sieht in seiner Tochter ein geradezu engelhaftes Wesen und möchte sie mehr als alles andere beschützen. Das wirkt sich deutlich auf viele Erziehungsentscheidungen aus.

Eine Tochter wird zärtlich erzogen und oft kann sie mit Weinen oder Bitten den Vater auch zu Zugeständnissen und Kompromissen erweichen. Hier ist es wichtig, dass Du klare Regeln und Grenzen setzt und bewusstes Fehlverhalten auch Konsequenzen hat.

„Väter müssen gut aufpassen, ihre Töchter nicht zu sehr zu beschützen, damit sie zu einer selbstbewussten Frau heranwachsen.“

Die Bedeutung des Vaters in der Erziehung eines Mädchens prägt jedoch nicht nur ihren Charakter, sondern ihr Männerbild – und das sehr stark. Da der Kontakt zum Papa für ein Mädchen der erste Kontakt zum anderen Geschlecht ist, bestimmt das Leben mit dem Vater auch ihre Erwartungen an spätere Partner. Als Vater hast Du daher eine große Verantwortung für ihre künftigen Liebesbeziehungen!

Erziehung des Sohnes
Vater und Sohn Beziehung und Erziehung – Copyright: Paha_L bigstockphoto

Bedeutung des Vaters in der Erziehung eines Jungen

Während der Papa für eine Tochter oft die „erste große Liebe“ ist, nehmen Jungen ihren Vater als großes Männervorbild. Sie wollen ein so starker, kluger und cooler Mann werden und freuen sich, wenn sie als Kindergartenkind schon mit Papa vorm Spiegel rasieren „spielen“ können.

Für die Persönlichkeitsentwicklung eines Sohnes nimmst Du die wichtigste Rolle überhaupt ein. Daher ist es ganz entscheidend, wichtige Werte zu vermitteln. Dazu gehören Dinge wie:

  • auch Männer zeigen Gefühle, das ist nicht uncool
  • Männer nutzen keine Gewalt, weder gegen Mitmenschen noch Tiere
  • sie sind Frauen gegenüber immer respektvoll
  • auch Männer machen Fehler

Durch das Rollenbild, das Du vorlebst, beeinflusst Du langfristig auch, wie Dein Sohn sich in späteren Liebesbeziehungen verhalten wird. Er wird unbewusst oder bewusst Deine Beziehung zu seiner Mutter als Paradebeispiel sehen.

Beim Vatersein ist Perfektion nicht das Ziel

Viele Papas werden innerlich fast panisch, wenn sie an ihre Bedeutung als Vater in der Erziehung denken. Immerhin gibt es so vieles, was Du falsch machen könntest. Doch die gute und wichtige Nachricht: Fehler nicht okay!

Als moderner Papa musst Du keineswegs perfekt sein, denn das ist kein Mensch. Du zeigst Deinem Kind durch Fehler, dass auch Männer falsche Entscheidungen treffen oder eine Situation falsch bewerten. Ein Fehler ist sogar etwas Gutes, denn dann kannst Du Deinem Kind zeigen, dass das Eingestehen von Fehlern eine wichtige Eigenschaft ist.

Der Vater bei der Erziehung von Dreijährigen

Väter verfügen über einen fordernden Einfluss auf das Kind. Die Mutter nimmt eine behütende Rolle ein, sodass Sie den Gegenpol bilden. Für den Nachwuchs ist dies von höchster Wichtigkeit, um die eigene Identität zu entwickeln. Das Verhalten des Vaters wirkt sich demnach auf die emotionale Einstellung der Kinder aus.

Durch die Herausforderung machen Sie Ihre Kinder stark. Ihre Vaterrolle bei der Erziehung besteht darin, die Widerstandsfähigkeit Ihrer Sprösslinge zu festigen.

Mit Beginn des dritten Lebensjahres interessieren sich Ihre Kleinen verstärkt für Ihre Umgebung. Väter unterstützen diesen Entdeckerdrang beispielsweise durch Aktivitätsspiele.

Zeigen Sie Ihrem Nachwuchs die Natur und fördern Sie somit seine psychische und physische Entwicklung. Machen sich die Kinder schmutzig oder verletzen sich leicht, stärkt dies die Abwehrkräfte. Als Vater verfügen Sie über die notwendige emotionale Distanz zu Ihrem Kind, um es nicht einzuengen. Daher nehmen Sie bei der Erziehung eine wichtige Bedeutung ein.

Die Papa-Phase bei Dreijährigen

Vorrangig bei dreijährigen Kindern startet die Papa-Phase. Hierbei stellen Sie für Ihre Tochter oder Ihren Sohn die wichtigste Bezugsperson dar. Ihre Sprösslinge entdecken die Welt und suchen Sie als geeigneten Ansprechpartner. Bei Müttern weckt diese Phase unter Umständen Eifersucht. Jedoch handelt es sich um ein natürliches Phänomen.

In der Regel fordern Ihre Kleinen Ihre permanente Anwesenheit ein, sobald Sie von der Arbeit kommen. Für das Kind relevante Aufgaben übernehmen Sie. Dazu gehört beispielsweise das Schmieren der Abendbrot-Schnitte oder das Vorlesen der Gutenacht-Geschichte. In einigen Fällen erfährt Ihre Partnerin in dieser Zeit eine demonstrative Ablehnung von Ihrem Kind. Speziell bei Dreijährigen bilden Sie als Vater den Spaßfaktor. Sie spielen mit dem Nachwuchs Spiele, für die der Mutter Zeit und Kraft fehlen.

Zudem sorgt Ihre Vaterrolle in der Erziehung bei Ihrem dreijährigen Kind für die Abgrenzung zur Mutter. Als Vater lösen Sie Ihre Sprösslinge aus der symbiotischen Beziehung von Ihrer Partnerin.

Für die Identitäts-Findung der Kinder ist dieser Umstand besonders relevant. Der Prozess der Abgrenzung beginnt in der Regel im zweiten bis dritten Lebensjahr Ihrer Kleinen. Das Kind empfindet die Anwesenheit als selbstverständlich und fixiert sich daher auf Sie als Vater. Zu diesem Ergebnis kommt der Familien-Soziologe Hans-Walter Grumbinger.

Die Erziehung des Vaters bei Fünfjährigen

Dieses Streben nach Unabhängigkeit erkennen Sie ab dem fünften Lebensjahr Ihrer Kinder. Ihre Sprösslinge erlauben nach der Zweisamkeit mit der Mutter eine Dreierbeziehung mit Ihnen. Des Weiteren beginnt in diesem Alter die Rebellions-Phase. Ihre Kinder testen ihre Grenzen aus. Hierbei kommt es zu:

  • Wutanfällen,
  • Lügen,
  • Trotz
  • und Aufsässigkeit.

Für Ihre Kleinen zeigt sich dieser Prozess wichtig, um die eigene Persönlichkeit zu finden. Ihnen als Elternteile raubt dies unter Umständen die Nerven. Ihre Vaterrolle bei der Erziehung besteht im Aussprechen von Verboten. In der Regel verfügen Väter über mehr Strenge. Reagieren Sie auf die Auflehnung Ihrer Kinder unnachgiebig, jedoch nicht aggressiv.

Speziell in dieser Lebensphase haben Kinder vor Ihnen als Vater mehr Respekt als vor der Mutter. Ihre Partnerin nimmt Ihr Nachwuchs als den nachgiebigen Part wahr. Vernachlässigen Sie in dieser Phase der Erziehung Ihre Vaterrolle, setzt sich das Kind im späteren Leben im schlimmsten Fall über Regeln und Normen hinweg.

Die Rolle des Vaters im siebten Lebensjahr der Kinder

Speziell Söhne identifizieren sich mit ihrem Vater. Daher nehmen Sie während der gesamten Erziehung Ihrer Kinder eine Vorbild-Funktion ein. Für das Finden der eigenen Persönlichkeit Ihres Sohns sorgen Sie für ein gemeinsames Abenteuer. Für Jungen erhält die Zeit mit dem Vater eine hohe Priorität.

Töchter und Söhne suchen gleichermaßen die Anerkennung des Vaters. Dieser Wunsch nach Ihrem Respekt wächst stetig mit zunehmendem Alter Ihrer Sprösslinge. Damit unterstützen Sie durch Ihre Vaterrolle in der Erziehung die Selbstwert-Entwicklung Ihrer Kinder. Als Vater haben Sie die Aufgabe, mit ihnen gemeinsam Probleme zu klären. Sie fungieren als Ratgeber und Unterstützer. Laut psychologischer Studien stärken Sie auf diese Weise die Leistungsfähigkeit Ihrer Kleinen.

Vater-Kinder-Beziehung

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Nimm Dir Zeit für Deine Vaterrolle

Damit Du der Bedeutung des Vaters in der Erziehung gerecht werden kannst, musst Du natürlich ausreichend Zeit haben, um Dich mit Deinen Kindern zu beschäftigen. Gerade in der heutigen Arbeitswelt ist das nicht einfach. Es ist für viele Familien der Regelfall, dass bereits Kleinkinder täglich acht Stunden und länger in der Kita sind.

Schaffe Dir diese Zeitfenster

  • Plane Zeit für mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag ein
  • Führe gezielt Gespräche beim Essen und frage Deine Kinder, wie ihr Tag wird/war
  • Kleine Kinder lieben Rituale wie die abendliche Gute-Nacht-Geschichte
  • Plane freie Tage mit Ausflügen ein

Quellen und Literatur:

Letzte Aktualisierung am

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