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Wenn Väter keine Gefühle zeigen können hat dies oft Auswirkungen auf die ganze Familie. In der Partnerschaft sowie in der Beziehung mit den Kindern spielen Gefühle und Emotionen eine wichtige Rolle und denoch gibt es eine Vielzahl von Männer, die ihren Frauen und Kindern keine Gefühle zeigen.

Vielen Männern fällt es prinzipiell schwerer anderen Menschen gegenüber Gefühle zu zeigen, Sie neigen oft nicht zu herzlichen Umarmungen, spontanen Küssen oder Lob. Andere Männer verbergen auch Gefühle wie Wut oder Enttäuschung. Problematisch wird dies wenn die eigenen Kinder betroffenen sind.

Kann ein Vater ohne Gefühl für Kinder sein?

Väter ohne Gefühl

Wenn Männer und Väter keine Gefühle zeigen – Die anerzogene Gefühlskälte bei Männern

Speziell bei Männern spielen Gefühle eine untergeordnete Rolle. Es gibt Männer, denen es schwerfällt, anderen Menschen gegenüber Gefühle zu zeigen. Sie neigen nicht zu herzlichen Umarmungen, spontanen Küssen oder Lob. Andere Männer verbergen auch Gefühle wie Wut oder Enttäuschung.

Hierbei gibt es Unterschiede, ob diese Gefühlskälte ausschließlich auf die eigene Familie zutrifft. Zeigen Sie Ihrer Partnerin gegenüber Emotionen, aber bei Ihrem Kind fällt es Ihnen schwer? Trifft dieser Umstand auf Sie zu, liegt die Ursache eventuell in Ihrer eigenen Kindheit. Oftmals herrscht der Irrglaube, Emotionen seien weibisch und ein Zeichen für Schwäche. Erziehen Väter ihre Söhne nach diesen Regeln, kommt es im Erwachsenen-Alter zu einer Gefühlskälte. Speziell handelt es sich um eine anerzogene Gefühlskälte. Sie als Mann verfügen über verschiedene Emotionen. Sie lieben Ihre Partnerin oder sind stolz auf Ihr Kind. Jedoch fühlen Sie sich unwohl, wenn es darum geht, dies zu beweisen. Beispielsweise versteifen Sie sich bei einer Umarmung.

Das Verstecken der Empfindungen als Mann begründet sich aus der eigenen Erziehung. Ihr Vater zeigte keine Gefühle, darum fällt es auch Ihnen schwer. Hierbei fehlt der emotionale Lernprozess. Einige Menschen zeigen ihre Empfindungen intuitiv. Andere erlernen dies durch die Eltern. Leiden Sie an einer anerzogenen Gefühlskälte, besteht diese nicht als Krankheit. Reden Sie mit Ihrer Familie darüber. Versichern Sie Ihrer Partnerin und Ihrem Nachwuchs, dass Sie beide trotzdem lieben. Die anerzogene Gefühlskälte eines Mannes gleicht eine gefühlsbetonte Frau ohne Probleme aus. Somit brauchen Sie nicht zu fürchten, dass dies Einfluss auf Ihre Sprösslinge hat.

 

Fehlende Gefühle dem Kind gegenüber

Einigen Männern fällt es schwer, dem eigenen Kind gegenüber Emotionen zuzulassen. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um eine Form der Gefühlskälte. Auch der Kinderwunsch spielt eine tragende Rolle. Männer zeigen Gefühle intensiver, wenn es einen bewussten Kinderwunsch gibt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums Gender in Basel. Besonders ausgeprägt zeigt sich die mangelnde Emotionalität der Väter, wenn die Kinder im Teenager-Alter sind.

Ein wichtiger Fakt besteht darin, dass es sich nicht um das Desinteresse am eigenen Kind handelt. Sie als Vater nehmen am Leben Ihrer Sprösslinge teil. Halten Sie sich aus der Erziehung zurück oder zeigen Sie wenig Gefühle, leiden Sie eventuell unter der Angst vor Ablehnung. In einigen Fällen fehlt Vätern die intensive Bindung zum Kind, die beispielsweise die Mutter besitzt. Darauf reagieren sie mit einer emotionalen Distanz. Auch hierbei empfehlen Experten, mit der Partnerin und dem Kind darüber zu sprechen. Fehlt Ihrem Kind eine Erklärung für die vermeintliche Emotionslosigkeit, kommt es unter Umständen zu einer Schädigung des Selbstwertgefühls.

 

Die Gefühlskälte als Krankheit

Neben der anerzogenen Gefühlskälte gibt es eine entsprechende Störung der Persönlichkeit. Hierbei handelt es sich um die Alexithymie. Jeder zehnte Mensch leidet an der krankhaften Gefühlsblindheit. Überdurchschnittlich oft betrifft dies das männliche Geschlecht. Hierbei erhält der Umstand Relevanz, dass die betroffenen Männer Gefühle besitzen. Schließlich gehören die Emotionen zum Leben dazu. Allerdings haben sie Probleme, die Empfindungen zu benennen und damit auch zu identifizieren. Einen an Gefühlsblindheit leidenden Mann erkennen Sie an einer mangelnden Konflikt-Bereitschaft.

Bricht innerhalb der Familie oder dem Freundeskreis ein Streit aus, zieht sich der Betroffene lieber zurück. Stauen sich jedoch in seinem Inneren die Gefühle, kommt es oftmals ohne Vorwarnung zum Ausbruch. Tränen oder ein Wutausbruch folgen, für die der Mann jedoch keine Begründung hat.

 

Die Mediziner beschäftigen sich seit Längerem mit der Gefühlsblindheit. Die Emotionen haben ihren Ursprung im limbischen System. Um diese Gefühle zu analysieren, kommt das Stirnhirn zum Einsatz. Bei alexithymen Menschen arbeiten die beiden Hirnbereiche nicht ausreichend zusammen. Dieses Ergebnis veröffentlichte eine Studie des Pariser Instituts Mutualiste Montsouris. Die Gefühlskälte resultiert aus einer fehlenden Identifizierung der Gefühle. Deren Ursache liegt in der frühesten Kindheit. In der Regel besteht die mangelnde emotionale Wärme innerhalb der Familie als größtes Problem. Partner und Kinder gefühlsblinder Menschen leiden unter dem fehlenden Austausch von Zärtlichkeiten.

Bei unter Alexithymie leidenden Patienten kommt es vermehrt zu psychischen Krankheiten. Depressionen sowie Burn-out-Zustände zeigen sich häufiger als bei anderen Menschen. Der Grund liegt in der Orientierungs-Losigkeit im eigenen Gefühlsleben. Gefühlsblinde bewältigen Stress schlecht, meinen Psychologen. Daher kommt es zu körperlichen Beschwerden wie:

  • Bluthochdruck,
  • Schwindel
  • und Gefäßverkalkung.

Als Vater achten Sie darauf, bereits im Babyalter mit Ihrem Kind zu kommunizieren. Geben Sie Gefühlen einen Namen, damit Ihr Sprössling lernt, diese zu unterscheiden. Zudem erhält es höchste Wichtigkeit, die eigenen Emotionen zuzulassen. Schließlich bilden Gefühle kein Zeichen für Schwäche oder mangelnde Männlichkeit.

 

weiterführende Informationen:

www.netpapa.de/vater-sohn-beziehung.html

www.zeit.de/zeit-wissen/2006/02/Gefuehllose

www.unibas.ch/index.cfm?uuid=7F0B4624C00A1C4D778622DFC8194D6F&type=search&show_long=1

Lizenz: © Photographee.eu – Fotolia.com

Redaktion: M.Foerster, Bartholome & Anthofer, veröffentlicht von  A. Nilsson,

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