Väter zwischen Karriere und Familie

Eine Problematik die viele Väter betrifft – Familie und Karriere miteinander zu vereinbaren bedarf einer hohen Akzeptanz des Arbeitsgebers – und der Wunsch der Väter – mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, kommt bei vielen Arbeitgeber in der Regel auch heute noch schlecht an.

Karriere oder Familie – Väter beabsichtigen, beides miteinander zu vereinbaren. Funktioniert das Vorhaben ohne Karriereknick? Die FFP-Studie 2013 Väter in NRW brachte hervor, dass sich die Rolle des Vaters von der traditionellen Versorgerfunktion um die Übernahme aktiver Verantwortung bei der Erziehung und Betreuung der Kinder erweiterte. Die Begriffe der „moderne“, der „neue“ sowie der „aktive“ Vater fassen das Thema des wandelnden Rollen-Verständnisses zusammen.

Als Vater der Karriere und Familie gerecht werden?

Unter Zeitdruck / Under deadline pressure

Erwartet auch Ihr Chef von Ihnen als Vater, dass Sie genau wie vor der Geburt Ihres Kindes sich vollständig den Anliegen des Unternehmens widmen und Überstunden machen, um Projekte in kürzester Zeit zu beenden? Befürchtet er, Ihnen wäre die Familie wichtiger? Wie Sie richtig vermuten, ist das in der Regel das Ende Ihrer Karriere in der Firma.

Zahlreiche Unternehmen haben sich noch nicht auf die modernen Väter, die Familie und Karriere zu vereinbaren versuchen, eingestellt. Sie erkennen nicht, dass Arbeitnehmer, die sich verstärkt um ihren Nachwuchs kümmern, sich durch ihr Engagement Eigenschaften aneignen, die sie positiv in die Firma einbringen. Dazu gehören:

  • soziale Kompetenzen,
  • Verantwortungs-Gefühl,
  • Einfühlungs-Vermögen sowie
  • die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung.

 

Geht das – Väter und die Elternzeit?

Ist es auch Ihr Wunsch, zumindest für eine gewisse Zeit die Entwicklung Ihres Kindes ganztags zu verfolgen? Die Möglichkeit dazu erhalten Sie durch die Inanspruchnahme der „Elternzeit“.

 

 „Die neuen Väter zwischen Kind und Karriere“ 

Thomas Gerstenkamp, Journalist und Autor des Buches „Die neuen Väter zwischen Kind und Karriere“ (Buderich Verlag, 12,90 Euro), beschäftigte sich mit dem Problem moderner Väter. Er weiß: Sie beabsichtigen

  • am Leben der Familie aktiv teilzunehmen,
  • ihre Kinder aufwachsen zu sehen,
  • sich Zeit für die Familie und insbesondere die Kinder zu nehmen.


Der Journalist Gesterkamp stellte zum Thema folgende statistische Zahlen zusammen:

Vor zwanzig Jahren waren es 1,5 Prozent der Männer, die Erziehungs-Urlaub in Anspruch nahmen. Nach der Reform des Gesetzes zu Elterngeld und -zeit trauten sich 3,5 Prozent der Väter, das neue Elterngeld in Anspruch zu nehmen. Sechs Jahre später im Jahr 2013 wagten es 28 Prozent der deutschen Väter. Bayerische Väter zeigten sich mit 35 Prozent noch mutiger als die Papas anderer Bundesländer. Die statistischen Zahlen beweisen, dass das Elterngeld die Rolle des Vaters zugunsten seiner Familie zu verändern vermag.

Gleichwohl der statistischen Aussage gelingt es vielen Unternehmen nicht, den zeitweisen Rollentausch zwischen Vater und Mutter zu akzeptieren. Vätern in Führungspositionen machen es die Chefs noch schwieriger als den übrigen Arbeitnehmern. Viele Betroffene rechnen daher mit einem Karriereknick oder sogar mit einer Entlassung. Damit bleibt es bei dem Traum, den Nachwuchs von Anfang an ohne größere finanzielle und die Karriere betreffende Einbußen aktiv zu begleiten.

Der gesetzliche Schutz gilt nur bis einen Tag nach Beendigung der Elternzeit. Zudem besitzen Väter, nach ihrer „Pause“ keinen Anspruch auf dieselbe Stelle. Zwei Monate winken die Betriebe problemlos durch, aber Arbeitnehmern in höheren Positionen droht häufig Gegenwind, sofern sie Elternzeit beantragen, so erklärt es Hans-Georg Nelles, der Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf berät.

Volker Baisch, Geschäftsführer der VÄTER gGmbH, die sich für eine väterfreundliche Unternehmens-Kultur einsetzt, vertritt die Ansicht, dass Unternehmen sich ein solches Verhalten auf Dauer nicht leisten können. Er begründet dies mit der Demografie und dem Fachkräfte-Mangel. Väter wechseln in Zukunft ihre Arbeitsstelle, wenn der Unternehmer ihren Wünschen nach mehr Zeit für die Familie nicht nachkommt.

 

Familie und Karriere – was Väter fordern

Aus Angst vor einem Karriereknick nehmen nur wenige Väter mehr als zwei Monate Erziehungsurlaub. Die Möglichkeiten, in Teilzeit zu arbeiten, sind ebenfalls beschränkt und bei den Unternehmen unbeliebt. Aus diesem Grund fordern Väter:

  • Familien-Freundlichkeit in die Unternehmens-Kultur zu verankern,
  • familienfreundliche Termine für Sitzungen,
  • Arbeits-Möglichkeiten zu Hause,
  • Kinderkrippen innerhalb des Unternehmens sowie
  • familienfreundliche Arbeitszeiten beziehungsweise
  • Möglichkeiten der Teilzeitarbeit für Mütter und Väter.

 

Wie setzen Männer ihre Rolle als moderner Vater um?

Zählen Sie sich zu den modernen Vätern, die Karriere und Familie erfolgreich vereinbaren? Wie verteilen Sie die Pflichten, die Eltern im alltäglichen Leben zukommen?

Machen Sie es, wie 71 Prozent der Väter, die sich von Anfang an um die Babypflege kümmern? Vielleicht stehen sie nachts auf, wenn Ihr Kind schreit. Sicherlich toben Sie wie 54 Prozent der Väter viel mit ihrem Nachwuchs und beschmusen ihn wie jeder zweite Papa.

Übernehmen sie Putzarbeiten im Haus, gehören Sie nicht zu den 61 Prozent der Väter, die derartige Aufgaben den Frauen überlassen. Ungeachtet dessen teilen sich 27 von hundert Papas die ungeliebte Arbeit mit ihrer Partnerin.

Es ist nicht leicht, sich als Vater zwischen Familie und Karriere zu bewegen. Gleichwohl aller Widrigkeiten steigt die Zahl der Mutigen, die den Schritt zum „perfekten“ Papa wagen.

 

Studien:

http://www.ffp.de/tl_files/dokumente/2014/vaternrw_bericht.pdf

http://www.ffp.de/tl_files/dokumente/2013/ub2012_bericht.pdf

weiterlesen:

http://www.welt.de/vermischtes/article125995632/Wie-ein-Kind-das-Leben-eines-Mannes-umkrempelt.html

http://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/maenner-wollen-perfekte-vaeter-und-ernaehrer-sein.html

Bildlizenz: © Ursula Deja – Fotolia.com

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktion Netpapa.de

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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