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Tipps gegen Elternstress – Wo ist die Überlastungsgrenze?

Das Elternsein kann stressig sein. Auch als Vater kannst Du schnell den Überblick verlieren oder an Deine Überlastungsgrenze geraten, wenn Dein Sohn quengelt, die Tochter bockig ist oder bummelt – ist oft Stress pur angesagt. Dr. med. Andrea Schmelz, Ärztin und ehemalige Chefredakteurin des Elternratgebers „Gesundheit & Erziehung für mein Kind“ erklärt, was Du tun kannst, wenn Dir alles über den Kopf wächst und der Stress überhandnimmt. Wir zeigen Dir hier hilfreiche Tipps, um den Elternstress zu reduzieren und ergründen warum es hilfreich ist seine Überlastungsgrenze zu kennen.

Eltern Stress Tipps
Gestresste Eltern © HaywireMedia – Fotolia.com
  1. Identifiziere Stressauslöser

Einige Situationen, die Stress auslösen, sind vorhersehbar. Unverhofft geraten Väter schnell ins Trudeln. Ein guter Tipp gegen Elternstress: Überlege Dir, wann und warum Du Deine Belastungsgrenze überschreitest. Weißt Du, welche Situationen und welches Verhalten zu Stress führen, entwickelst Du Strategien, um das zu ändern.

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  1. Feste Rituale und Abläufe

Unerwünschtes Verhalten ist keine Böswilligkeit. Ein Kind agiert anders als Erwachsene. Seine Bedürfnisse weichen von Deinen ab. Es lebt im Jetzt und Hier. Im Gegensatz zu Dir mangelt es ihm an Verpflichtungen. Für Deinen Nachwuchs gibt es keine To-do-Liste, keine tickende Uhr. Ein guter Tipp gegen Elternstress: Gewöhne Dein Kind an feste Rituale. Mit der Zeit pegeln sich bestimmte Abläufe ein.

 

  1. Akzeptiere Unvermeidliches

Dein Nachwuchs braucht seinen gewohnten Rhythmus. Im Zweifelsfall reagiert er mit Trotz. Es nützt nichts, wenn Du Dich ärgerst. Ein toller Tipp bei Elternstress: Nimm in Kauf, dass Dein Kind bestimmte Sachen aufgrund seines Entwicklungsstandes nicht besser weiß oder versteht. Überlege Dir Strategien, um ein unerwünschtes Verhalten zu ändern.

 

  1. Zeitpuffer vermeiden Stress-Situationen

Zeitdruck ist der größte Feind der Eltern. Er entsteht durch Hektik und Stress. Ein kleiner Tipp gegen Elternstress: Ein Zeitpuffer von fünfzehn Minuten genügt, um das morgendliche Fertigmachen entspannter anzugehen. Decke den Tisch abends und leg die Anziehsachen bereit. Morgens geht es gleich viel schneller.Du wirst mit der Hausarbeit nicht fertig, weil Dein Kind den ganzen Tag Beschäftigung sucht? Beziehe es mit ein. Denke daran, dass Du eine Ruhepause verdienst. Entspanne kurz, während Dein Nachwuchs schläft. Das ist besser, als gehetzt das Bad zu putzen. Ein bisschen Erholung hilft enorm.

  1. Du bist nicht perfekt? Gut!

In der Regel sind Väter zu streng mit sich. Im Haushalt mit Kindern sieht es oft chaotisch aus. Dein Nachwuchs erinnert sich später nicht daran, ob alles im Haus perfekt war. In seinem Gedächtnis bleibt die Zeit, die Du mit ihm verbringst, es tröstest, mit ihm spielst und für es da bist. Setze Prioritäten! Die Zeit reicht nicht für alles. Verbringe sie mit Deinem Kind oder gönne Dir eine kleine Auszeit. Bleibt zu Hause der Abwasch ungespült, ist das kein Beinbruch. Ein Tipp gegen Elternstress: Eine kindgerechte, spartanisch eingerichtete Wohnung ohne unnötige Dekorationen erspart viel Zeit beim Abstauben. Dein Kind hat weniger Gelegenheit, die hübschen Sachen zu zerstören.

 

  1. Ausreichend Schlaf entspannt

Unausgeschlafene Väter sind gereizt und stressanfällig. Vermeide zu wenig Schlaf! Gönn Dir einen Mittagsschlaf, sobald Dein Kleines schläft. Wechsel Dich mit Deiner Partnerin bei der Nachtschicht ab, um es zu füttern, oder um es zu beruhigen, wenn es wach wird.

 

  1. Mit Humor und Fantasie Stress vermeiden

Dass Schimpfen nicht viel bringt, weißt Du. Bestrafung quittieren die Kleinen eher mit Trotz. Probiere es mit Humor! Dein Kind verweigert sich, während Du versuchst, ihm den Schlafanzug anzuziehen? Stecke seine Arme in die Hosenbeine und mach dabei ein verwirrtes Gesicht. Dein Kind zeigt Dir sicher, wie es richtig geht! Trödelt es im Park? Schlag einen Wettlauf vor. So bist Du ruckzuck auf dem Heimweg.

 

  1. Wenn Papa eine Auszeit braucht

Manchmal geht es nicht mehr. Die Emotionen kochen hoch. Bist Du kurz davor, die Nerven zu verlieren, gönne Dir eine Auszeit! Verlasse den Raum, zähle rückwärts von zehn bis eins. Stell Dich ans Fenster und atme fünfmal tief durch. Ein super Tipp gegen Elternstress: Geh auf eine innere Traumreise und lass die Gedanken schweifen. Denke an den letzten Urlaub, ans Meer, den Strand.

 

  1. Verantwortung teilen

Vätern fällt es schwer, herauszufinden, was ihr Kind braucht. Mütter verbringen mehr Zeit mit ihm und wissen beim ersten Anzeichen, was zu tun ist. Lass Dir helfen, wenn es Dir zu viel ist. Jeder Elternteil hat seine eigenen Rituale. Kinder finden das schnell raus. Ein Tipp, um Elternstress abzubauen: Oma und Opa freuen sich, ihren Enkel öfter für sich zu haben. Das verschafft Euch mehr Zeit zu zweit und die Möglichkeit, zu entspannen.

 

  1. Mach Dir einen Schlachtplan für wiederkehrende Stress-Situationen

Es sind oftmals dieselben Umstände, in denen Stress aufkommt. Überlege Dir in einer ruhigen Minute, was Du dagegen tust. So bist Du auf kommende problematische Situationen vorbereitet. Das Wissen darüber hilft, Stress zu reduzieren. Falls Dir keine Lösung einfällt, bitte andere Eltern, Deine Frau oder die Großeltern um Rat.

Mit Ruhe gegen Stress ankämpfen

Probiere die zehn Tipps gegen Elternstress aus. Du wirst sehen, wie gut Gelassenheit funktioniert. Eltern haben viel zu erledigen und dementsprechend wenig Zeit. Das Kind arbeitet gegen Deinen Zeitplan. Stress vermeidest Du, indem Du Konflikt-Situationen ruhig angehst, vorausschauend planst und Dir auf diese Weise mehr Zeit verschaffst. Schimpfen bringt nichts. Versuche, Krisen mit Humor zu bewältigen! Die Wohnung ist ein einziges Chaos? Macht nichts! Niemand ist perfekt. Hauptsache Du bist für Dein Kind da. Alles wächst Dir über den Kopf? Gönn Dir eine Pause! Bezieh die Großeltern mit ein! Zeit zu zweit macht gestresste Eltern gelassener.

 

Gestresste Eltern – Wo ist die Überlastungsgrenze

 

Eltern unter Stress erreichen die Überlastungsgrenze

Das Baby schreit, der Sohn fällt draußen beim Spielen hin. Die Tochter quengelt, weil die neue Barbie hässlich ist. Manche Situationen verlangen den Eltern eine Menge Geduld ab. Steigt das Stress-Level, fühlen sich Deine Partnerin und Du unter Umständen überfordert. Erreichen gestresste Eltern die Überlastungsgrenze, erhält eine Verschnaufpause Priorität. Schließlich steht neben den Kindern Eure Beziehung als Paar im Mittelpunkt. Leidet diese unter dem Stress, bemerkt Euer Nachwuchs die gespannte Stimmung.

 

Eltern stehen unter Druck

Spiegel Online berichtet in einem am 12.01.2015 veröffentlichten Artikel über die Studie „Eltern 2015“. Diese belegt, dass sich Eltern oftmals unter Druck gesetzt fühlen. Hierbei befragte das Meinungsforschungs-Institut Forsa im Auftrag der Zeitschrift „Eltern“ tausend Erwachsene zu den Themen Erziehungsarbeit und Stress in der Erziehung. Das Ergebnis der Studie bestätigt den Druck, den sich die Elternteile selbst machen oder von außen erhalten.

In der Erziehung erzeugt nicht ausschließlich der Nachwuchs Stress. Sorgen um das Geld, die Meinung der Gesellschaft und Streit innerhalb der Familie bringen gestresste Eltern an die Überlastungsgrenze. Jedoch zeugt Stress im Alltag in keinem Fall von Schwäche oder einer schlechten Erziehung. Als Elternteil sorgst Du Dich um Deine Sprösslinge. Du wünschst Dir das Beste für sie. Ebenso wie die Mutter stellst Du dabei Ansprüche an Dich selbst. In manchen Fällen zeigen sich diese hoch. Sie zu erreichen, setzt Dich vorwiegend psychisch unter Druck.

Zudem wissen Eltern, dass Kinder Stress auszulösen vermögen. Speziell bei mehreren Sprösslingen kommt es häufig zu Meinungs-Verschiedenheiten. In der Folge schreit der Sohn, die Tochter vergießt eine Träne und die Großeltern mischen sich in die Erziehungsfragen ein. Dabei erhält der Zusammenhalt zwischen den Ehepartnern eine hohe Relevanz. Die Erziehung stellt eine Gemeinschaftsarbeit dar. Das bedeutet, dass zwischen Deiner Partnerin und Dir Einigkeit herrscht. Beginnt Ihr Euch zu streiten, spüren Eure Kinder das gespannte Verhältnis. Der emotionale Druck führt dazu, dass auch sie sich gestresst fühlen.

 

Welche Arten von Stress gibt es?

Die Überlastungsgrenze für gestresste Eltern präsentiert sich unterschiedlich. Manche Paare verspüren einen hohen gesellschaftlichen Druck. Bei ihnen erhöht sich das Stress-Level, wenn beispielsweise Freunde oder Verwandte ihre Erziehungs-Methoden kritisieren. Andere Paare leiden unter der Uneinigkeit in der Erziehung. Erlaubt der eine Partner etwas, das der andere verbietet, entsteht schnell ein Streit. Des Weiteren ergeben sich Meinungs-Verschiedenheiten in Bezug auf:

  • die angestrebten Werte in der Erziehung,
  • Gesundheitsfragen,
  • materielle Güter für das Kind
  • sowie die Eingliederung in die Gesellschaft.

 

Wie beugen Eltern dem Stress vor?

Jede Erziehungsfrage birgt Konflikt-Potenzial. Die Überlastungsgrenze für gestresste Eltern zeigt sich, wenn beide keine Lösung finden. Versucht jeder Partner, seine Meinung durchzusetzen, kommt es zu einem erhöhten Stress-Level. Mischen sich Verwandte und Freunde in die Diskussion ein, erreichen die Eltern schnell die Überlastungsgrenze. Um das zu vermeiden, steht eine ehrliche und offene Kommunikation im Mittelpunkt.

Ein Streit bedeutet in jedem Fall Stress. Das gilt für die Partner ebenso wie für den Nachwuchs. Daher bemühst Du Dich, eine Meinungs-Verschiedenheit ohne einen Konflikt zu klären. Die wichtigen Erziehungsfragen besprichst Du frühzeitig mit Deiner Partnerin. Hierbei stehen die Werte und Normen in der Erziehung im Fokus. Wie wollt Ihr Euren Nachwuchs erziehen? Welche Verhaltensweisen erhalten Priorität? Welche Dinge duldet Ihr im Alltag nicht?

Auch unzufriedene Kinder setzen die Eltern unter Druck. Wünscht sich Dein Sprössling beispielsweise ein Spielzeug und erhält es nicht, beginnt er zu schmollen. Deine Partnerin und Du zeigt Euch dem Kind gegenüber als Einheit. Verweigerst Du Deinem Nachwuchs das begehrte Objekt, Deine Frau gibt jedoch nach, entsteht ein Konflikt. Das Kind leidet unter dieser Uneinigkeit. Zunächst versucht es, seine Grenzen auszutesten und Euch gegeneinander auszuspielen. Beispielsweise weiß das Kleine, dass Mama etwas erlaubt, was Papa verbietet. Sprecht Euch bei jeder größeren Anschaffung daher ab. Tretet Ihr als Einheit vor Euren Nachwuchs, vermittelt Ihr Sicherheit. Somit nehmt Ihr zusätzlich den Druck von Euren Kindern. Die Kommunikation erhält in der Partnerschaft und in der Erziehung Relevanz. Sprecht Ihr offen über die Erziehungsfragen, reduziert sich der Stress im Alltag.

 

Eltern brauchen eine Auszeit

Des Weiteren macht Ihr Euch klar, dass Ihr nicht ausschließlich Mama und Papa seid. Eure Beziehung als Paar erhält ebenso Relevanz. Daher plant Ihr im Alltag ausreichend Zeit zu zweit ein. Während die Großeltern auf die Kinder aufpassen, genießt Ihr beispielsweise ein romantisches Abendessen. Diese Zeit zu zweit bedeutet nicht, dass Ihr Eure Kinder abschiebt. Vielmehr arbeitet Ihr an Eurer Partnerschaft, um den Kleinen Sicherheit und eine gute Eltern-Kind-Beziehung zu bieten. Hierfür plant Ihr neben Erlebnissen zu zweit Familientage ein. Indem Ihr dem Alltag kurzzeitig entflieht, sorgt Ihr für mehr Entspannung und weniger Stress im täglichen Leben.

 

Stress und Überlastung bei Eltern in der Zusammenfassung

Vorwiegend Streit innerhalb der Familie führt gestresste Eltern an die Überlastungsgrenze. Sprechen sich die Partner untereinander nicht ab, sorgen die Erziehungsfragen für Konflikt-Potenzial. Zusätzlich versucht der Nachwuchs, die Uneinigkeit auszunutzen, um den eigenen Willen durchzusetzen. Dieses Verhalten stellt neuen Zündstoff für einen Streit dar. Um die Überlastungsgrenze nicht zu überschreiten, sorgt Ihr für eine offene und ehrliche Kommunikation.

 

 

Buchtipps:

Sabine Bohlmann: Ein Löffelchen voll Zucker… und was bitter ist, wird süß! Das Mary-Poppins-Prinzip. VGS 2004, 12. Auflage; 144 Seiten; 14,99 Euro

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