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Ob nun „Mama“ oder „Papa“ – das erste Wort aus Babys Mund ist ein ganz besonderer Moment, auf den die Eltern zu Recht stolz sind. Die Sprachentwicklung stellt neben der Entwicklung der Motorik einen Meilenstein in der Entwicklung von Kleinkindern dar. Dabei stellt sich vielen Mütter und Vätern die Frage, wie man sein Kind dabei unterstützen kann und ob es sinnvoll ist, bei sprachlichen Fehlern einzugreifen.

Dennoch verläuft das Tempo der kindlichen Sprachentwicklung sehr individuell und ist von vielen anderen Einflüssen abhängig, unter anderem spielen hier das Geschlecht und die Gene eine große Rolle. Dennoch bietet der im Folgenden dargestellte Ablauf eine Orientierungsmöglichkeit; Abweichungen von einigen Wochen bzw. Monaten sind aber durchaus normal.

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Kinder sprechen so gut oder schlecht wie die Eltern“

Elternrolle bei der Sprachentwicklung des Kleinkind   

Sprachentwicklung

 

Schon während der Schwangerschaft nimmt der Fötus Geräusche und Stimmen wahr, dies geschieht etwa ab dem fünften Monat. Auch die Sprechwerkzeuge wie Lippen, Gaumen und Zunge werden bereits fleißig trainiert, beispielsweise durch Daumenlutschen. Mit dem ersten Schrei nach der Geburt teilt sich das Baby lautstark mit und nimmt so Kontakt zu seiner Umwelt auf. In den ersten Lebensmonaten macht sich der Säugling dann vor allem durch Lallen, Quietschen und ab ca. einem halben Jahr durch Plappern einfacher Laute bemerkbar, auch einzelne Wörter werden schon verstanden.

Ein großer Sprung in der Entwicklung der Sprache vollzieht sich zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag: Laute werden konkreten Dingen zugeordnet, z.B. „Wauwau“ für Hund, auch ein Wortschatz von etwa 10-20 Wörtern aus dem direkten Umfeld wird aufgebaut. Mit ungefähr 18 Monaten sprechen die Kinder Zwei-Wort-Sätze wie „Mama da“ oder „Papa kommt“ und können Wünsche äußern wie „Banane haben“.

Rapide verläuft die sprachliche Entwicklung auch im dritten Lebensjahr. Nun werden bereits längere Sätze mit Verben und Pronomen wie „mein, dein, unser…“ gebildet, W-Fragen gestellt und einfache Handlungen auf Bildern erkannt bzw. beschrieben. Mit vier bis fünf Jahren umfasst der kindliche Wortschatz bereits über 2000 Wörter und auch die Pluralbildung und die Vergangenheitsformen werden weitgehend beherrscht. Viele Kinder haben während dieser Entwicklungsstufe noch Probleme in der Aussprache des S-Anlautes wie in Sonne, jedoch regelt sich dies im Lauf der nächsten Monate meist von selbst. Bis zur Einschulung, also um das sechste Lebensjahr, ist die Lautbildung normalerweise abgeschlossen und Sätze werden grammatikalisch korrekt gebildet.

 

Sprachförderung im Alltag

Eine gezielte Sprachförderung ist für die Ausprägung der kommunikativen Fähigkeiten des Kindes unverzichtbar und sollte idealerweise sowohl im heimischen Umfeld als auch in der Kita stattfinden. So können gelegentlich auftretende Schwächen gut ausgeglichen werden. Das A und O ist dabei die liebevolle Zuwendung durch vertraute Personen in Form von Zuhören und Aufmerksamkeit für das Kind – sie bildet den Grundstein für die kindliche Freude am Sich-Mitteilen.

Da Kinder durch Nachahmung lernen, sollten Eltern stets Vorbild sein, auch im sprachlichen Bereich. Dazu gehört es, kindgemäß zu sprechen, d.h. einfach, deutlich und nicht zu schnell. Den anderen aussprechen zu lassen sollte von Anfang an vermittelt werden. Generell sollte die Sprache den Alltag des Kindes begleiten. Dies kann zum Beispiel durch das Versprachlichen gewöhnlicher Handlungen während des Tagesablaufs erreicht werden: Beziehen Sie Ihr Kind beim Kochen ein und erklären Sie ihm, was gerade zubereitet wird und womit. Durch das Benennen der Dinge, etwa verschiedene Gemüsesorten oder Kochgeschirr, wird beim Kind schrittweise der Wortschatz weiter aufgebaut.

Viele Eltern fragen sich, wie sie bei Fehlern der Kinder wie „Da ist ein großes Ebefant!“ reagieren sollen. Bitte machen Sie dabei selbst nicht den Fehler, ihr Kind mitten im Satz zu unterbrechen und zu verbessern. So nehmen Sie ihm die Lust am Sprechen, schlimmstenfalls führt dies zu Frustrationen und das Kind verstummt. Ein besserer Ansatz ist es, das Kind zu ermutigen und ihm den korrekten Satz vorzusprechen: „Ja, das stimmt! Da ist ein großer Elefant!“ So kann sich Ihr Kind die richtige Sprechweise einprägen, ohne dass es direkt auf einen Fehler hingewiesen wurde.

 

So können Sie Ihr Kind konkret unterstützen

  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass das Sprechen Spaß macht
  • Singen Sie Lieder, erfinden Sie einfache Sprachspiele, etwa das Bilden lustiger Reime
  • Schaffen Sie einen ausreichenden Zeitrahmen für gemeinsame Gespräche
  • Erzählen Sie selbst von Ihren Erlebnissen, oft überträgt sich dieses Verhalten automatisch auf Ihr Kind
  • Bilderbücher wecken den kindlichen Erzähldrang – setzen Sie sie also möglichst oft ein und reduzieren Sie gleichzeitig den TV-Konsum Ihres Kindes

 

© Oksana Kuzmina – Fotolia.com

 

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