So verwöhnt Papa das Baby!

Markus Mahlersleben (Autor)

Ich bin Vater einer fünf Monate alten Tochter. Sie heißt Lucy. In diesem Artikel verrate ich Dir meine sieben geheimen Tipps, wie ich unser Baby richtig verwöhne. Als berufstätiger Vater verbringe ich viel Zeit im Büro, die mir mit meiner Tochter fehlt. Diese hole ich durch gemeinsame Stunden am Abend und am Wochenende nach.Papa & Baby

So schläfts sich gut: Papa & Baby Urheber: ondrooo / 123RF.com

Baby verwöhnen Tipp #1:
Gönne Deinem Kind eine Baby-Massage

Eine enge Bindung zwischen dem Baby und den Eltern ist gerade in den ersten Lebensmonaten wichtig. Sie sorgt für das Urvertrauen des Kindes in die Eltern. Meine Frau gibt unserer Lucy die Brust und stellt auf diese Weise durch die Fütterung eine starke Bindung zu ihr her. Damit ich als Vater in der Beziehung zu meiner Tochter nicht zu kurz komme, übernehme ich die Baby-Massage.

Diese ist eine tolle Möglichkeit, meine Bindung zu Lucy zu stärken. Sie wirkt beruhigend und ist besonders für unruhige Babys geeignet. Wir haben die Baby-Massage zu einem Ritual gemacht. Ich massiere meine Tochter täglich, bevor wir gemeinsam ins Bett gehen. Viele Babys gewöhnen sich erst allmählich an diese Art des Körperkontakts. Lucy brauchte ebenfalls ein Weilchen, bis sie in der Lage war, es zu genießen. Bei der Massage spreche ich in ruhigem Ton mit unserem Baby und halte Augenkontakt zu ihr. Das verstärkt die Bindung zusätzlich. Wir verwenden für die Massage ein pflanzliches Baby-Öl. Alternativ käme ein mineralölhaltiges Produkt infrage. Vermeide in jedem Fall Senf- oder Erdnussöl sowie wasserhaltige Feuchtigkeits-Cremes. Diese schaden der empfindlichen Haut des Babys.

Achte darauf, dass das Zimmer, indem Du Dein Baby massierst, schön warm ist und dass es nicht zieht. Ich massiere Lucy unter der Wärmelampe auf dem Wickeltisch. Das mag sie gern und auf diese Weise schließe ich aus, dass sie friert. Ich halte eine weiche Stoffwindel bereit, um überschüssiges Öl nach der Massage vorsichtig vom Babykörper abzutupfen. Ein anschließendes warmes Bad ist ebenfalls geeignet, das verbleibende Fett sanft zu entfernen. Vor der Massage wärme ich es leicht in der Hand vor, damit Lucy nicht erschrickt, wenn ich sie mit dem kalten Öl berühre.

Ich beginne bei der Massage mit den kleinen Zehen, den Füßen und den Beinen. Dann massiere ich behutsam die einzelnen Finger, die Hände und die Arme und anschließend vorsichtig den gesamten Körper.

Rund-ums-Baby zeigt nochmal – Babymassage – so machen Sie es richtig:


Wichtig ist, dass Du immer dieselbe Reihenfolge einhältst. Streichele Dein Baby sanft und rhythmisch in Kreisbewegungen. Achte darauf, dass es Deinem Baby gefällt. Fühlt es sich bei der Massage nicht wohl, hörst Du auf. Ein spezieller Kurs hilft Dir, Unsicherheiten zu vermeiden. Fragt doch einmal Eure Hebamme.

 

Baby verwöhnen Tipp #2:
Das Baby schläft im selben Bett, wie die Eltern

Ich und meine Frau sind Anhänger des Attachment Parenting, einer Erziehungs-Methode, bei der die Bindung zum Kind im Vordergrund steht. Daher ist Co-Sleeping für uns selbstverständlich. Lucy schläft von Anfang an bei uns im Bett.

Helen L. Ball, Elaine Hooker und Peter J. Kelly untersuchten die Auswirkung von Co-Sleeping auf die Bindung zwischen Vater und Kind. Ihre Erkenntnisse hielten sie in ihrem Buch „Parent–infant co-sleeping: fathers‘ roles and perspectives“ fest. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Bindung sich durch Co-Sleeping deutlich verstärkt. Babys, die mit den Eltern in einem Bett schlafen, wachen seltener auf. Schließlich bringt die Mutter sie nicht nach dem nächtlichen Stillen wieder zurück ins kalte Kinderbett.

Schläft Dein Baby mit Dir und Deiner Partnerin in einem Bett, nutzt Du auch die Nacht für gemeinsame Zeit mit Deinem Kind. Dein Atmen, Deine Körperwärme und Dein Herzschlag beruhigen den Säugling. Sie helfen ihm, friedlich einzuschlafen. Husten oder Weinen bemerken die Eltern schneller, als wenn das Baby im Nebenraum schläft.

Meine Lucy ist den ganzen Abend bei uns. Meistens schläft sie auf dem Arm oder im Tragekörbchen ein. Ins Bett gehen wir alle zusammen. Zwar boxt und tritt sie mich im Schlaf, das vertraute Gefühl beim gemeinsamen Schlafen übertrifft jedoch jede nächtliche Ruhestörung.

 

Baby verwöhnen Tipp #3:
Nutze den Mittagsschlaf Deines Babys als gemeinsame Zeit

Unter der Woche mache ich meine Mittagspause im Büro. Die Zeit reicht nicht, um nach Hause zu fahren. Am Wochenende aber habe ich Zeit, bei meinem Baby zu sein. Lucy schläft mittags so gegen eins für eine halbe, manchmal eine Stunde. Diesen Mittagsschlaf machen wir an den freien Tagen zusammen und nutzen die Zeit, um ausgiebig zu kuscheln. Es ist das schönste Gefühl der Welt, wenn sie auf meinem Schoß oder auf meiner Brust einschläft und wir uns eng aneinander gekuschelt zusammen ausruhen.

Das Baby fühlt Deinen Atemrhythmus und Deinen Herzschlag, wenn Du es auf Deine Brust legst. Das beruhigt das Kind und schafft Vertrauen, denn es liegt nicht allein in einer Wiege oder einem Baby-Bett. Gleichzeitig stärkst Du die Bindung zu Deinem Kind und erhältst Zeit, Dich auszuruhen.

 

Papa & Baby
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Baby verwöhnen Tipp #4:
Kuscheln zwischendurch verwöhnt das Baby und macht dem Papa Freude

Klar, manchmal benötigst Du Ruhe für Dich und möchtest ein gutes Buch lesen. Mit einem einfachen Tipp verwöhnst Du Dein Baby und gönnst Dir etwas Ruhe. Kuschel mit Deinem Kind, während Du liest oder Dich ausruhst. Unsere Lucy beschäftigt sich gerne mit einem spannenden Mobile, das es zu ertasten gilt, mit einer Spieluhr oder einem Kuscheltier. Dieses bietet die Möglichkeit, es mit den Händen zu befühlen oder seine Formen mit dem Mund zu erforschen.

Ich lege mich gerne mit Lucy auf die weiche Spieldecke, die bei uns im Wohnzimmer liegt. Lucy spielt dann mit einem Kuscheltier oder einem Mobile auf meinem Schoß, während ich lese. Lucy halte ich in einem Arm, das Buch in der anderen Hand. So haben wir engen Körperkontakt, aber ich komme auch nicht zu kurz. Generell stärkt häufiges Kuscheln zwischendurch die Vater-Kind-Bindung. Unsere Nähe zueinander verwöhnt das kleine Menschlein auch ohne, dass es nötig ist, es zu beruhigen.

 

Baby verwöhnen Tipp #5:
Der Vater beruhigt das Baby

Weint Lucy doch einmal, nehme ich das Beruhigen des Babys meiner Frau ab, so häufig es geht. Ich halte Lucy im Arm, wiege sie sachte hin und her und streichle sie vorsichtig. Auf diese Weise beruhigt sie sich in der Regel bald.

Das Schreien des Babys zu ignorieren, ist für uns keine Option. Ich verwöhne unsere Lucy auch mit Streicheln und Kuscheln, wenn sie schlechte Laune hat oder aufgeregt ist. Nur auf diese Weise erhält sie das Urvertrauen zu mir als Vater.

 

Baby verwöhnen Tipp #6:
Trage das Baby im Tragetuch, statt es im Kinderwagen zu fahren

Auch unterwegs hast Du die Option, Dein Baby durch engen Körperkontakt zu verwöhnen. Eine einfache Möglichkeit hierfür bietet der Einsatz eines Tragetuches statt eines Kinderwagens. Dabei förderst Du die Muskel-Entwicklung Deines Kindes sowie sein Gleichgewicht und das Ausbilden von Sehnen und Gelenken. Viele Babys, die in einem Tragetuch hängen, statt in einem Kinderwagen zu liegen, lernen schneller zu sitzen, zu stehen und zu laufen.

Der enge Körperkontakt zwischen Dir und Deinem Kind vermittelt Deinem Baby Sicherheit. Außerdem hat es die Möglichkeit, mehr von seiner Umwelt mitzubekommen, als wenn es im Wagen liegt. Alle Dinge, die Du tust, erlebt es mit Dir zusammen. Dein Kind erhält unterschiedliche Perspektiven auf seine Umgebung, je nachdem, ob Du es auf dem Rücken oder vor dem Bauch trägst.

 

Baby wird vom Vater massiert
Babymassage & Entspannung pur -Urheber: marchibas / 123RF

Baby verwöhnen Tipp #7:
Sensibilisier Dich für die Bedürfnisse Deines Kindes

Für mich als Vater ist es wichtig, eine beständige Bindung zu meiner Tochter zu besitzen und diese stets zu stärken. Daher habe ich mir angewöhnt, sensibel auf die kleinsten Regungen von Lucy zu reagieren. Verwöhne Dein Baby während Eurer gemeinsamen Zeit mit ständiger und bedingungsloser Aufmerksamkeit. Lerne, kleinste Anzeichen von Unruhe und Unbehagen zu erkennen. So verstehst Du Dein Kind von Tag zu Tag besser.

Merkst Du, dass Dein Baby unruhig ist und sich nicht wohlfühlt, reagierst Du am besten sofort. Nimm es in den Arm und wiege es hin und her oder streichle es. Lucy entwickelte sich in den ersten fünf Monaten ihres Lebens zu einem ruhigen und zufriedenen Baby, seit ich sie genau beobachte und schnell reagiere. Seitdem weint sie kaum noch, ohne dass Sie Schmerzen oder Hunger plagen. Sie gluckst und freut sich stattdessen, wenn ich sie hochnehme.

 

Papas Verwöhn-Programm macht Babys glücklich

Babys lieben es, wenn Du sie verwöhnst. Viel Liebe und Aufmerksamkeit gehören ebenso dazu, wie Körperkontakt. Regelmäßiges Kuscheln und Massagen für das Baby fördern die Beziehung zwischen dem Vater und seinem Nachwuchs. Deine Bindung zum Kind ist genauso wichtig, wie die zur Mutter. Es entwickelt sich zu einem ausgeglichenen Menschen, wenn das Urvertrauen zu beiden Elternteilen vorhanden ist.

 

 

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