Sechsfachimpfung bei Babys – gegen was hilft Sie?

Die gängigste Kombinationsimpfung für Kinder ist die Sechsfachimpfung im Babyalter. Sie schützt gleichzeitig gegen Diphtherie, Keuchhusten, Hepatitis B, HiB, Polio und Tetanus. Diese wird im Impfkalender der Ständigen Impfkommission STIKO des Robert-Koch-Institutes zur Zeit empfohlen.

Wir erklären Ihnen die Hintergründe dieser vorbeugenden Maßnahme und wollen Ihnen damit bei Ihrer freien Entscheidung helfen, ob Sie Ihr Kind mit der Sechsfachimpfung schützen wollen.

Sechsfachimpfung. bei Baby, Arzt impft kleines Kind
Sechsfachimpfung bei Babys – Copyright: REDPIXEL.PL bigstockphoto.com

Gegen welche Erkrankungen soll die Sechsfachimpfung bei Kindern schützen?

Die Sechsfachimpfung kann bei Kindern eine ganze Reihe schwerer Infektionskrankheiten verhindern. Deren schwere gesundheitlichen Konsequenzen möchte man durch diese Sechsfachimpfung schon bei jungen Kindern vermeiden.

Sechsfachimpfung gegen:

  • Diphtherie, der Würgeengel der Kinder, war vor Einführung der Impfung eine der häufigsten Todesursache bei Kindern überhaupt. Corynebacterium diphtheriae lässt Schleimhäute und Lymphknoten des Hals-Nasen-Rachenraumes extrem anschwellen, sodass akute Erstickungsgefahr droht. Dann mussten Ärzte einen rettenden Luftröhrenschnitt durchführen. Außerdem schädigt Diptherie Herz, Leber und Nieren, was weitere Todesfälle auslösen kann.

  • Keuchhusten (Pertussis) verursacht Bordetella pertussis. Das hoch ansteckende Bakterium führt zu wochenlangen Hustenattacken, die bei Kleinkindern zu Atemstillständen führen können. Während dieser ganzen Zeit geben die Erkrankten das Bakterium bei Hustenanfällen weiter. Eine rechtzeitige Sechsfachimpfung kann bei Kindern diese Weiterreichung von vornherein verhindern.

  • Hepatitis B ist auf eine Virusinfektion zurückzuführen. Das Hepatitisvirus setzt sich in der Leber fest und verursacht eine akute Leberentzündung (Hepatitis). Diese kann chronisch verlaufen und erhöht das Risiko von Leberzirrhose und Leberkarzinomen.

  • HiB bei der Sechsfachimpfung bei Kindern steht für den Kurznamen des Bakteriums Haemophilus influenzae Typ B. Das blutliebende Grippebakterium, wie der Name frei übersetzt lautet, setzt sich, wie der Name bereits vermuten lässt, in der Blutbahn fest. So verteilt es sich im ganzen Körper und verursacht eine Reihe von Entzündungen. Die folgenreichsten sind Entzündungen des Kehlkopfes (Epiglottitis), die zu Erstickungsanfällen führen, und Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis). Diese kann tödlich verlaufen oder schwere geistige Behinderungen zur Folge haben.

  • Polio, kurz für Polyomyelitis oder Kinderlähmung kennt man dank der Sechsfachimpfung bei Kindern und der bereits vorher üblichen Einzelimpfung heutzutage fast nicht mehr. Polioviren verursachten früher schwere Deformationen der im Wachstum befindlichen Extremitäten. Die Viren können zudem Lähmungen verursachen. Besonders in der Atemmuskulatur sind diese fatal und enden oft tödlich.

  • Tetanus lauert überall. Denn Wundstarrkrampf übertragen normale Bodenbakterien. Clostridium tetani kommt in jedem Blumentopf und jedem Krümel Erde vor. Schon durch kleinste Verletzungen gelangen Clostridien in die Blutbahn, vermehren sich und setzen Toxine frei. Diese Giftstoffe verkrampfen die willkürliche Muskulatur. Typisch sind das sardonische Grinsen (Risus sardonicus) durch Verkrampfung der Gesichtsmuskeln. Gleichzeitig krampft die lange Rückenmuskulatur und verursacht eine Anspannung (Opisthotonus), unter der Wirbel brechen können. Bereits winzige Geräusche oder Berührungen lösen Zuckungen in den Muskeln der Extremitäten aus. All diese Krämpfe sind extrem schmerzhaft. Der Tod tritt bei Nichtbehandlung durch Erstickung ein.

 

Wann soll man die Sechsfachimpfung bei Kindern machen lassen?

Die STIKO empfiehlt mehrere Teilimpfungen der Sechsfachimpfung schon bei Säuglingen und Babys vornehmen zu lassen. Die Grundimmunisierung sollte im zweiten, dritten, vierten und danach zwischen dem elfen und vierzehnten Monat erfolgen.

Sollte keine Grundimmunisierung stattgefunden haben, kann man eine Nachholimpfung vom fünfzehnten bis dreiundzwanzigsten Monat und vom zweiten bis zum vierten Lebensjahr machen.

Danach werden zwei Auffrischungsimpfungen der Sechsfachimpfung bei Kindern im Alter von fünf bis sechs Jahren und zwischen dem fünfzehnten und dem siebzehnten Lebensjahr empfohlen. Diese stellen sicher, dass ein lebenslanger Impfschutz erhalten bleibt.

Warum macht man statt Einzelimpfungen gleich eine Sechsfachimpfung bei den Kindern?

Ganz einfache Antwort: Nur einmal piksen tut weniger weh als sechsmal mit der Spritze anzukommen. Und man braucht so wesentlich weniger Zusatzstoffe in der Impflösung. Erklären Sie Ihrem Kind, was das ganze soll und dass die Stecherei schwere Krankheiten verhindert. Es wird zwar nicht gerade begeistert sein, aber trotzdem mitspielen.

Welche Nebenwirkungen gibt es bei der Sechsfachimpfung bei Kindern?

Durch die Sechsfachimpfung können bei den Kindern Nebenwirkungen auftreten. Diese sind allerdings wesentlich seltener und weniger gravierend als von kategorischen Impfgegnern gerne dargestellt. Nebenwirkungen sind bei jeder medizinischen Behandlung möglich, selbst bei Aspirin und Wadenwickeln.

Impfstoffe enthalten Antigene, die das Immunsystem Ihres Nachwuchses anregen, Antikörper gegen die Erreger zu bilden. Solche aktiven Impfungen verwenden als Antigene inaktivierte Erreger oder Teilen davon.

Daher sind mögliche Nebenwirkungen die gleichen wie bei einer Erkältung oder jeder anderen Immunreaktion. Eventuell treten Kopf- und Gliederschmerzen auf sowie leichtes Fieber. Nach einer Sechsfachimpfung wird das Kind möglicherweise über Übelkeit klagen und sich matt und kaputt fühlen. Die Einstichstelle kann sich röten und anschwellen. Wenn solche Symptome auftreten, sollten sie nach ein, zwei Tagen verschwunden sein.

Nebenwirkungen aufgrund von Konservierungsmitteln sind heutzutage nicht mehr zu erwarten. Quecksilberhaltiges Thiomersal, Aluminiumverbindungen und Phenole verwendet man nicht mehr.

weiterlesen: Impfreaktionen beim Baby und Kleinkind

 

Muss ich denn diese Sechsfachimpfung bei meinen Kindern machen lassen?

Nein, müssen Sie nicht. In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Daher bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie die Sechsfachimpfung wirklich bei Ihren Kindern durchführen lassen wollen.

Auch wenn in letzter Zeit viele Stimmen gegen die Sechsfachimpfung bei Kindern wettern, gibt es aus rein medizinischer Sicht wesentlich mehr Gründe dafür als dagegen. Die vielfach diskutierten Risiken sind auf falsche Informationen und wissenschaftlich nicht haltbare Einzeluntersuchungen zurückzuführen. Sie stehen in keinerlei Verhältnis zum nachweislichen gesundheitlichen Nutzen.

Die Erkrankungen, gegen die man mit der Sechsfachimpfung die Kinder schützt, sind heute aus dem Straßenbild weitestgehend verschwunden. Das lässt viele vergessen, wie gefährlich diese Infektionen verlaufen können und welche Schäden Sie bei Kindern und Erwachsenen anzurichten vermögen.

Das Verschwinden der Erkrankungen ist auf regelmäßige Impfungen zurückzuführen. Ein breitflächiges Unterlassen kann dazu führen, dass diese Krankheiten wieder den Weg in unseren Alltag finden.

Informationsquellen zur Sechsfachimpfung bei Kindern

  1. Ulrich Heininger: Handbuch Kinderimpfungen: Die kompetente Enscheidungshilfe für Eltern. Kreuzlingen: Hugendubel Verlag 2004. ISBN-10: 3720524965.
  2. Robert-Koch-Institut: Aktuelle Empfehlungen der Ständigen Impfkommission hier↑
  3. Robert-Koch-Institut: Weitere deutsche und internationale Informationen zu Schutzimpfungen hier↑

Medizinischer Disclaimer: Diese Informationen dürfen nicht zur Eigendiagnose und Behandlung genutzt werden. Bei Beschwerden und Symptomen muss immer der Kinderarzt, Hausarzt oder Facharzt hinzugezogen werden.

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