Gemeinsames Einschlafen –  Wie Väter die Schlafbegleitung meistern

Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Unser Sohn will nachts nicht schlafen. Jeden Abend das gleiche Ritual: Abendbrot essen, waschen, Schlafanzug anziehen und ab ins Bettchen. Während ich fast auf dem Weg einschlafe, ist Philipp putzmunter. Er schreit, weint, wimmert und rüttelt an den Bettgittern. Dann holen wir ihn raus und lassen ihn bei uns einschlafen, bis wir ihn vorsichtig in sein Bettchen zurücktragen. Meine Frau Ella und ich sind mit den Nerven am Ende. Philipp muss lernen in seinem Bettchen einzuschlafen, aber wie? Die Schlafbegleitung ist eine gute Lösung, um Babys und Kleinkindern beim Einschlafen zu helfen.

Schlafbegleitung im gemeinsamen Bett
Familienbett? © asife – Fotolia.com

Das Einschlafen Deines Kindes fördern

Die Schlafbegleitung ist eine effektive Methode, um Deinen kleinen Schützling langsam an das nächtliche alleine Schlafen zu gewöhnen. Sie basiert auf Nähe beim Einschlafen, die Du dem Kind nach und nach entziehst, damit es allein ein- und durchschläft. Babys und Kinder in jedem Alter benötigen das Gefühl von Sicherheit.

Schließen sie ihre Augen, brauchen sie die Gewissheit, dass um sie herum alles in Ordnung ist. Dazu gehört die Tatsache, dass sie mehrmals in der Nacht aufwachen, um sich zu vergewissern, dass alles wie zuvor ist. Sind die Eltern, die es eben noch sanft in den Schlaf wiegten, verschwunden, quittiert es das mit Weinen und Schreien. Eine sanfte langwierige Gewöhnung daran, dass Eltern nicht mehr den Schlaf begleiten, stellen wir Dir in diesem Artikel vor.

Die Schlafbegleitung gibt Babys und Kleinkindern Sicherheit

Alleine einzuschlafen, ist vor allem für Babys schwer. Sie verfügen über einen angeborenen Schutzmechanismus, der ihnen suggeriert, dass sie sicher sind, wenn jemand bei ihnen ist. Babys empfinden das Einschlafen als potenziell gefährlich, da sie in dieser Situation die Kontrolle über ihre Sicherheit verlieren. Schließen sie ihre Augen und verfallen in den Schlafzustand, wissen sie nicht mehr, ob jemand bei ihnen ist und über sie wacht. Darum schlafen sie so gut ein, wenn die Eltern in der Nähe sind oder Du sie auf dem Arm hältst.

Während der Schlafphase wachen Babys auf und vergewissern sich, dass alles noch so ist wie zuvor. Wacht das Baby nun im Kinderbettchen auf statt in den Armen seines Vaters, in denen es so behütet einschlummerte, beginnen sie zu weinen. Reagierst Du als Vater unverzüglich, beruhigst Du es schnell wieder und Dein Kind schläft weiter. Es fühlt sich sicher, weil Du in der Nähe bist.

Schlafbegleitung in den Babyjahren

Findest Du heraus, wie Dein Schützling schnell und zufrieden einschläft, gestaltet sich das abendliche Zubettbringen einfacher. In wenigen Minuten schläft das Kind in Deinen Armen ein, danach legst Du es in sein Bettchen. Im besten Fall schlummert es mit wenigen Unterbrechungen die Nacht durch. Dieses Ritual der Schlafbegleitung funktioniert am besten in den ersten Lebensmonaten Deines Kindes. Ein Neugeborenes wiegen Väter gerne im Arm. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch leicht, bei einem neun Kilo schweren Baby gestaltet sich diese Methode etwas schwieriger. Spätestens dann ist es Zeit, eine Möglichkeit zu finden, wie Dein Kind ohne Hilfe am besten einschläft.

 

Gemeinsames Einschlafen im Familienbett

Sicher ist das einschlafen genauso individuell wie jeder andere Entwicklungsschritt im Leben deines Kindes. Deshalb zählt gerade beim Einschlafen: Kein Stress, kein Druck – vielleicht ist es für Euch enstpannt gemeinsam im Familienbett einzuschlafen. Finde heraus was am besten zu Euch passt. Manche Kinder schlafen sehr gern allein in Ihrem Bett, andere am liebsten mit den Eltern. Beim EInschlafen im Familienbett kannst du diese Zeit als Pause genießen und deine Kinder haben Ihren Vater direkt neben sich. Ob ihr dann die ganze Nacht zusammen schlaft oder du dein Kind in sein Bettchen trägst musst du selber entscheiden.

 

Ab wann schlafen Kinder alleine ein?

Am liebsten schlafen Kinder gar nicht alleine ein. Das ist in ihrer Genetik verankert, da für sie das Einschlafen eine potenzielle Gefahr bedeutet und sie sich ohne Begleitung nicht sicher fühlen. Irgendwann begreifen sie, dass keine Gefahr darin besteht, einzuschlafen, wenn Mutter oder Vater am nächsten Morgen erneut für sie da sind, genauso wie am Abend zuvor. Am wohlsten fühlen sie sich dennoch in der Gesellschaft ihrer Eltern. Sie gewöhnen sich an die Schlafbegleitung und tun alles dafür, dass Du dieses Ritual weiter aufrechterhältst.

 

Ein langer Weg steht vor Dir

Besonders stressig ist das erste Lebensjahr Deines Kindes. Sein Schlaf ist unregelmäßig und unterläuft Schwankungen. Stelle Dich darauf ein, dass der Schlafrhythmus immer wieder wechselt, vor allem tagsüber. Abends stellt sich bald eine Regelmäßigkeit durch feste Rituale ein. Bringst Du es jeden Abend zur geregelten Zeit ins Bett, schläft es verlässlich bis zum Morgen durch. Älteren Sprösslingen fällt das Einschlafen schwerer, denn es benötigt weniger Schlaf. Während ein Kind von sechs bis zwölf Monaten noch zwölf bis 16 Stunden ruht, sind es zwischen dem ersten und dritten Geburtstag zehn bis zwölf Stunden. Der einfache Grund: Dein Nachwuchs ist am Abend nicht müde genug zum Schlafen.

 

Den Tagesrhythmus anpassen

Dein nächster Schritt liegt darin, den Alltag Deines Kindes an den veränderten Schlafbedarf anzupassen. Drei Methoden erweisen sich als effektiv:

  • Wecke Deinen Sprössling morgens früher,
  • lege es abends später schlafen,
  • streiche oder kürze den Mittagsschlaf.

 

#Was können Eltern noch tun?

  • Sage Deinem Kind, dass Schlafen etwas Schönes ist.
  • Durch ausreichend Bewegung am Tag fällt es ihm leichter, einzuschlafen.
  • Führe ein beruhigendes Abendritual ein.
  • In Ausnahmen hilft Schlafen im Elternbett.
  • Vermeide Aufregung vor dem Schlafengehen.
  • Achte auf einen wohltemperierten, abgedunkelten Raum.
  • Zwinge es nicht zum Mittagsschlaf.
  • Zuwendung und körperliche Nähe bringen Sicherheit.
  • Führe feste Tagesabläufe und Schlafenszeiten ein.
  • Nutze Kuscheltiere als Einschlafhilfe.

 

 

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