Religiöse Erziehung im Kindergarten

Bedeutung und Anregung zur Religiösen Erziehung im Kindergarten

Der Bildungsauftrag der Kindergärten beinhaltet die religiöse Erziehung und Wertevermittlung von Kindern. Sie hilft Ihrem Nachwuchs, eine eigene religiöse Orientierung zu entwickeln. Zwei Drittel der Kindergärten in Deutschland befinden sich in kirchlicher Trägerschaft.

Sie stehen vor der Frage, ob Sie Ihren Nachwuchs in einen evangelischen, einen katholischen oder einen nicht-kirchlichen Kindergarten schicken. Im Folgenden erhalten Sie Informationen zur religiösen Erziehung der Kindergärten.

Religion in der Kita – Offenheit für verschiedene Lebenskonzepte

Kinder und Religion
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In den Bildungsplänen der Länder stehen keine konkreten Vorgaben für die religiöse Erziehung in den Kindergärten. Daher liegt es im Ermessen der Erzieherinnen und Erzieher, wie sie die Vermittlung von religiösen Werten gestalten. Das ermöglicht den Kindergärten einen gewissen Spielraum. Die einen arbeiten eher religions-vergleichend, andere konzentrieren sich hauptsächlich auf die christliche Glaubenslehre. Vergleichen Sie die verschiedenen Kindergärten und erfragen Sie deren Konzepte, um genauere Informationen zu erhalten.

Christliche Kindergärten treten anderen Religionen aufgeschlossen gegenüber. Die Erzieherinnen und Erzieher sprechen mit Ihren Kindern über die vielfältigen Glaubensrichtungen, denen sie im Alltag begegnen. Besonders die Werte und Gebräuche von Judentum und Islam bringen sie ihnen näher. Ihre Kinder lernen, offen und tolerant mit den unterschiedlichen Religions-Zugehörigkeiten umzugehen.

 

Religiöse Erzieherinnen und Erzieher als Vorbilder

In welchem Maß Ihre Kinder Religion im Kindergarten erleben, hängt von der religiösen Kompetenz der Erzieherinnen und Erzieher ab. Religions-pädagogisch fortgebildete Mitarbeiterinnen sind die richtigen Ansprechpartner für Sie und Ihren Nachwuchs. Sie nehmen die Fragen und Gedanken Ihrer Kinder ernst und suchen das Gespräch mit ihnen. Durch Erzählen, Basteln und gemeinsame Projekte ermöglichen sie eine spielerische Herangehensweise an die biblischen Geschichten und Traditionen.

 

Ein wichtiger Bestandteil der religiösen Erziehung im Kindergarten ist das gemeinsame Beten. Kinder brauchen Rituale. Sie bieten ihnen Anhaltspunkte und bereiten sie auf das spätere Leben vor. Dankesgebete zu den Mahlzeiten, morgendliche Andachten und religiöse Lieder geben dem Alltag Ihres Nachwuchses eine Struktur. Die Erzieherinnen und Erzieher üben mit Ihren Kindern einfache Grundgebete und freies Beten. Gemeinsam bereiten sie sich auf Feiertage wie Ostern, Pfingsten, Sankt Martin und Weihnachten vor. Dabei lernen die Kinder die Hintergründe dieser Traditionen kennen. Sie machen Erfahrungen mit den Sitten und Gebräuchen der diversen Glaubensrichtungen.

 

Kitas – als Glaubens-Einrichtungen verschiedener Religionen

Christliche Kindergärten veranstalten in Kooperation mit den Kirchen spezielle Gottesdienste für Kinder, Andachten und Meditationen. Ihre Kinder lernen, sich in einer Kirche zurechtzufinden und sich angemessen zu verhalten. Die Gottesdienste bieten eine Möglichkeit zur Orientierung. Besuche in anderen Glaubens-Einrichtungen wie Synagogen oder Moscheen stehen ebenfalls auf dem Plan der Kindergärten. Jüdische und muslimische Kinder zeigen ihren Altersgenossen gern, wie ihre Religion funktioniert. Das fördert den Respekt und die Toleranz gegenüber den diversen Glaubenslehren. Die Kinder entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Sie lernen, dass mehrere Religionen nebeneinander existieren.

 

Religiöse Elternbildung im Kindergarten

Zur religiösen Erziehung in den Kindergärten gehört es, die Eltern mit einzubeziehen. Gerade bei der Vermittlung anderer religiöser Werte sind christlich geprägte Kindergärten auf die Hilfe jüdischer und muslimischer Eltern angewiesen. Diese richten dann Feiertage ihrer Glaubensrichtungen an den Betreuungs-Einrichtungen aus oder ermöglichen Besuche in Synagogen und Moscheen.

 

Viele Kindergärten bieten Elternabende zu religions-pädagogischen und religiösen Themen an. Dort tauschen sie sich mit Ihnen über die religiöse Entwicklung Ihrer Kinder aus. Die Erzieherinnen und Erzieher laden auch die Eltern zu gemeinsamen Gottesdiensten und Feierlichkeiten ein. Unterstützen Sie Ihren Nachwuchs, indem Sie diese Angebote annehmen.

 

Den passenden religiösen Kindergarten finden

Bei der Wahl des Kindergartens kommt es auch darauf an, ob sie religiös sind oder nicht und welcher Glaubenslehre Sie sich zugehörig fühlen. Wünschen Sie sich für Ihre Kinder eine Erziehung nach christlichen Werten, entscheiden Sie sich für eine Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft. Ist es Ihnen wichtig, Ihren Nachwuchs nicht auf eine bestimmte Religion festzulegen, empfiehlt sich ein staatlicher Kindergarten. Gehören Sie einer anderen Glaubensrichtung an, finden Sie auch Angebote speziell auf diese Weltanschauung ausgerichteter Institutionen.

 

Um die passende Einrichtung für Ihren Nachwuchs zu finden, vergleichen Sie die infrage kommenden Kindergärten und erfragen deren Konzepte. Der größte Teil der religiösen Erziehung Ihrer Kinder liegt jedoch bei Ihnen als Vater. Die Pädagogen bauen auf der Grundlage auf, die Sie Ihrem Nachwuchs geben. Genau wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kindergarten sind auch Sie ein Vorbild für Ihre Töchter und Söhne. Kleine Kinder orientieren sich in erster Linie an ihren Eltern und den Erwachsenen um sie herum. Leben Sie ihnen ein offenes und tolerantes Religions-Verständnis vor.

 

 

Redaktion: M.Foerster,  A.Nilsson,

weiterführend:

http://www.evang-montessori-kiga.de/religiose_erziehung.html

http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=1695478

http://www.kindergartenexperte.de/ratgeber-fuer-eltern/paedagogische-konzepte/religionsansatz/