Hilfe, mein Kind isst nicht gut » Tipps für den Suppen Kaspar

Diese Suppe will ich nicht, will ich nicht, will ich nicht!

Wer kennt ihn nicht, den kleinen Suppenkasper, den weder Mama noch Papa davon überzeugen können, den Teller zu lehren? Tatsächlich ist das Problem am Essenstisch in vielen Familien unbewusst anerzogen. Kinder gehören zu den ungewöhnlichen Kritikern. Da kann es entmutigend sein, über Stunden am Herd zu stehen und dann nur auf Ablehnung zu stoßen.

Wie Eltern es schaffen, ihrem Kind das Essen schmackhaft zu machen und Mäkeleien beim Essen richtig einschätzen, erfahrt ihr in dem folgenden Beitrag.

Kind isst nicht richtig

Mein Kind isst schlecht? Copyright: HalfPoint bigstockphoto, Netpapa.de

Mäkelnde Kinder – Nein, ich esse meine Suppe nicht!

Der Suppen Kasper strampelt und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen seine Mahlzeit. Auch am nächsten Tag ist er nicht bereit, nur einen Löffel seiner Suppe zu essen. Tag für Tag wird der kleine Kasper immer dünner. Doch er lernt nicht aus seiner Misere und isst seine Suppe nicht. Am Ende ist nichts mehr vom Kasper übrig und nur weil er einfach keinen Bissen gegessen hat.

Nun sind die klassischen Märchen wohl nicht gerade für ihre sanfte Moral bekannt. Sie sind aber sehr lehrreich und greifen viele Probleme auf, die Eltern wohl schon seit vielen Jahren haben. Geht es um das Essen, raufen sich Mamas und Papas die Haare, wenn sie es ihren Kleinen einfach nicht recht machen können. Mit der Zunahme der Lebensmittelunverträglichkeiten und einer vegetarischen ebenso wie einer veganen Ernährungsweise kommen noch ganz andere Probleme der Nährstoffe und des Speiseplans auf uns zu.

Zunächst einmal macht sich das wählerische Verhalten von Kindern nicht einzig und allein an der Suppe fest, sondern überträgt sich mit Leichtigkeit auf ungewöhnliche Konsistenten und Speisen, die den Kleinen suspekt vorkommen. Gerade Gemüse und das offensichtlich Gesunde treffen nicht immer auf Begeisterung auf dem Teller.

Schnelle Hilfe gegen mäkelnde Kinder

Ein erster Schritt ist ein familiärer Speiseplan, der gemeinsam mit den Kindern erarbeitet wird. Wobei ein toleranter und gesunder Umgang mit den Lebensmitteln bereits mit der Fütterung vom Babybrei anfängt. Gerade in der Anfangszeit sollten Kleinkinder mit einer möglichst breiten Vielfalt an Lebensmitteln in Berührung kommen. Das stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Ausbildung des kindlichen Geschmacks.

Viele Eltern besprechen den wöchentlichen Speiseplan nicht mit den Kindern und setzen sie dann vor vollendete Tatsachen. Dieses Vorgehen stößt nur allzu schnell auf Gegenwehr, was noch nicht einmal überraschend ist. Darüber hinaus macht es Sinn, die Mahlzeiten gemeinsam mit den Kindern zuzubereiten. Untersuchungen und Studien haben herausgefunden, dass Kinder viel wahrscheinlicher etwas essen, das sie auch selbst gekocht oder gebacken haben. Sie sind neugierig, experimentieren mit den Zutaten und den verschiedenen Lebensmitteln und werden ein vollkommen anderes Verhältnis zur Nahrung entwickeln.

Kreativität und Fantasie sind gefragt, wenn es um das Mittagessen oder die Suppe geht. Tatsächlich kann der optische Reiz oftmals entscheidend sein und über Gut oder Böse urteilen. Ein Obst Gesicht, ein kleiner Gemüse Zug oder ein Kartoffelbrei Vulkan sind nur einige Ideen, die sich unkompliziert umsetzen lassen und noch mehr Freude auf den Tisch bringen.

Aus Zeitmangel und Stress verzichten Familien, gemeinsam zu kochen und in Ruhe miteinander zu essen.

Dabei sollte dies ein festes Ritual sein, das

  •  mit Gesprächen,
  •  dem Auswerten des Tages,
  •  Planungen und
  •  einem täglichen Ereignis wertvoller Familienzeit einhergeht.

Wenn es den Eltern möglich ist, sollten beide mit den Kindern am Tisch sitzen.

 

Kein Kind muss den Teller vollständig aufessen!

Du stehst erst auf, wenn du aufgegessen hast. Wer kennt diese Aussage nicht aus der eigenen Kindheit oder Jugend? Angesichts des wachsenden Anteils übergewichtiger Kleinkinder und Jugendlicher ist dies ein völlig irrwitziger Ratschlag, den ihr auf jeden Fall aus dem Regelkatalog streichen solltet. Der Fokus liegt auf dem Hungergefühl und einem gesunden Bauchgefühl, das viele erst wieder lernen müssen.

Hör auf zu essen, wenn du satt bist!

Bei Kindern ist dies ein Satz, der mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl zu hantieren ist. Hat euer Kind überhaupt keine Lust auf Spinat, Gemüse, Suppe oder Kartoffeln und rührt diese überhaupt nicht an, kommt euch dieser Ratschlag ganz gelegen. An dieser Stelle solltet ihr klarstellen, dass der Gemüseeintopf an die fruchtige Nachspeise gebunden ist. Tatsächlich müssen sich die Eltern einiges einfallen lassen und kleinere Umwege in Kauf nehmen, um das eigentliche Ziel zu erreichen.

  •  Euer Einsatz lohnt sich, denn ihr erzieht ein Kind, das einen gesunden Umgang mit Lebensmitteln von Anfang an trainiert.
  •  Wenn es auch schwierig ist, sollte Fast Food eine absolute Ausnahme bleiben.
  •  Gerade die fertigen Gerichte, die es portionsgerecht und unkompliziert im Supermarkt um die Ecke gibt, sind oftmals mit viel zu viel Zucker und Geschmacksverstärker versetzt.
  •  Das verfälscht den Geschmack und auch die Geschmacksknospen der ganzen Familie.
  •  Wer zum ersten Mal gedünsteten Brokkoli oder Blumenkohl mit einer selbst gekochten Sauce und Kartoffeln gegessen hat, wird vermutlich sehr verdutzt sein, wie facettenreich sich der Geschmack darstellt.

Wie Familie mit Lebensmitteln verantwortungsbewusst und gesund umgehen?

Der gesunde Umgang mit den Lebensmitteln schließt verantwortungsbewusstes Verhalten ein. Wir leben in einer Überflussgesellschaft und gehen leider oft sehr fahrlässig mit dem um, was wir in den Ladenregalen sehen. Oder habt ihr schon einmal die Erfahrung gemacht, dass es keinen Apfel mehr gab, keine Mohrrübe und keine Kartoffeln? Bis zur letzten Minute vor dem Feierabend verlangen die Kunden frisch gebackene Brötchen und Brot in den Regalen und sind nicht bereit, zu verzichten. Das setzt sich im eigenen Konsumverhalten im Alltag fort, so dass fast ein Drittel aller Lebensmittel deutschlandweit im Müll landet. Diesem Überfluss können die Familien entgegenwirken, indem sie die Mahlzeiten und den Speiseplan Woche für Woche strukturiert planen und erst etwas Neues kaufen, wenn der Rest aufgebraucht ist.

Das schult eine gewisse Sensibilität und einen gesunden Umgang, der sich unmissverständlich auf die Kinder überträgt. Außerdem ist es ratsam, im Bereich von Gemüse und Obst vor allen Dingen die saisonalen Produkte auszuwählen. Diese gibt es oftmals umweltfreundlich aus der Region und bieten noch dazu dem Körper die Inhaltsstoffe, Nährstoffe und die wichtigen Komponenten, die er zur jeweiligen Jahreszeit braucht. So greifen wir im Sommer wohl eher zur exotischen und leichten Melone und Kirsche – wohingegen im Winter ein Bratapfel, eine Birne und ein Eintopf aus Kürbis besonders lecker schmeckt.

auf Netpapa® schreibt

Mario Foerster, Redaktion Netpapa.de

Als begeisterter Vater bin ich Herausgeber von Netpapa.de eines der größten deutschsprachigen Magazine für Männer und Väter. Ich freue mich, Dir gemeinsam mit anderen Autoren viele interessante Themen vorstellen zu können.


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