Schwierigkeiten in der Schule – Welche Lernschwächen gibt es?

Schulische Probleme stellen keine Seltenheit dar

„Wie lief der Test in Deutsch?“, fragst Du Deinen Sprössling und erkennst augenblicklich den traurigen Ausdruck in seinen Augen. Bringt der Sohn oder die Tochter wiederholt schlechte Noten mit nach Hause, stellt in vielen Fällen nicht Faulheit die Ursache für die ungenügende Leistung dar. Stattdessen leiden zahlreiche Schützlinge an einer erschwerten Lernfähigkeit. Dabei fragst Du Dich als Elternteil: Welche Lernschwächen bei Kindern gibt es? Bekommt der Schüler vorwiegend beim Lesen und Schreiben Probleme, liegt der Verdacht einer dahingehenden Schwäche nah. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass der Nachwuchs die Legasthenie aufweist. Dyskalkulie und HKS gehören gleichermaßen zu den bekannten Lernschwächen.

Lernschwächen
Wie Lernschwächen den Schulalltag bestimmen Urheber: highwaystarz / 123RF.com

 

Welche Lernschwächen gibt es?

Schlechte Leistungen in der Schule sorgen für die Lernenden und die Eltern für Stress. Vorwiegend der herrschende Leistungsdruck wirkt sich zusätzlich negativ auf das Selbstwertgefühl der Kleinen aus. Dabei handelt es sich bei den Schwierigkeiten, dem Unterricht zu folgen, nicht ausschließlich um fehlende Disziplin. Stattdessen finden sich bei einer Vielzahl der Sprösslinge Schwierigkeiten bei dem Lernen.

Stehen unter Tests und Klassenarbeiten unzureichende Ergebnisse, sorgen sich die Eltern gleichermaßen um die Zukunft ihrer Zöglinge. Ihnen stellt sich die Frage: Welche Lernschwächen gibt es? Abhängig vom Schweregrad der Einschränkung bekommen die Betroffenen Probleme beim Lesen, Schreiben oder der Konzentration.

 

Ungenügende Zensuren resultieren aus Lernschwächen

Nicht jedes Kind, das einmal eine schlechte Note bekommt, leidet an Schwierigkeiten in der Schule. Jedoch verantworten die Schwächen bei dem Lernen eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit. Gleichzeitig fällt es den Zöglingen schwer, ihre Schulaufgaben schnell und organisiert durchzuführen. Zu den bekanntesten Problemen in dem Bereich zählen:

  • die Lese-Rechtschreib-Schwäche,
  • das HKS
  • sowie die Dyskalkulie.

 

Die Störung macht Buchstaben zu einem Rätsel

In vielen Fällen fragen sich die Eltern betroffener Kinder: Welche Lernschwächen gibt es? Speziell, wenn der Nachwuchs ausschließlich stockend liest, ahnen die Erziehungsberechtigten, dass ein Problem vorliegt. Des Weiteren erschwert die Störung das Buchstabieren, sodass bereits ein Diktat zu einer unmöglichen Aufgabe ausartet. Die Lernschwäche, welche das Lesen und Schreiben negativ beeinflusst, zeigt sich weit verbreitet und nennt sich kurz LRS.

Hierbei handelt es sich um die Lese-Rechtschreib-Schwäche, die in unterschiedlichen Schweregraden auftritt. Oftmals fällt es den betroffenen Schülern schwer, das Geschriebene flüssig zu lesen. Dabei passiert es, dass sie ähnlich klingende Buchstaben vertauschen. Des Weiteren besteht die Option, dass sie unter Schwierigkeiten bei der Wortfindung leiden. In der Folge verlangsamt sich das Sprechen.

Treten Probleme beim Schreiben von Wörtern auf, zählen die Komplikationen in der Regel zur entsprechenden Lernschwäche. Jedoch behauptet die Psychologin Janin Brandenburg vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung, es handle sich um eine separate Störung. Um ihre Hypothese zu stützen, veröffentlichte sie im Jahr 2015 eine in Deutschland durchgeführte Studie. Diese trägt den Namen „Working Memory in Children With Learning Disabilities in Reading Versus Spelling: Searching for Overlapping and Specific Cognitive Factors“. Laut der Wissenschaftlerin treten bei Kindern, die schlecht lesen, andere Probleme auf, als es bei der Schreibstörung der Fall ist.

Die Lernschwächen resultieren in einer Komplikation in dem Arbeitsgedächtnis der Kleinen. Dabei präsentiert sich bei Schülern mit Leseproblemen ein Defizit in einem Teilsystem der kognitiven Verarbeitung. Demnach fällt es den Betroffenen schwer, unterschiedliche Tätigkeiten, die sie zur gleichen Zeit ausführen, zu koordinieren. Aus dem Grund konzentrieren sie sich nicht auf die einzelnen Buchstaben und stocken während des Lesens.  Sprösslinge, die Schwierigkeiten beim Schreiben aufweisen, erleiden dagegen Komplikationen in der phonologischen Schleife. Diese stellt den Part des Arbeitsgedächtnisses dar, der die Verarbeitung von Informationen übernimmt. Kommt es in dem Bereich zu einer Störung, zeichnet sich die Lernschwäche durch Rechtschreibprobleme aus.

In der Fachsprache nennt sich die Lese-Rechtschreib-Schwäche Legasthenie. Ein weiteres Symptom für das Phänomen stellt eine schwache Organisations-Fähigkeit dar. Dabei braucht Dein Kind mehr Zeit, um bestimmte Dinge zu sortieren. Die Mehrzahl der betroffenen Schützlinge bekommen gleichermaßen Schwierigkeiten bei der Zeiteinteilung. Jedoch existieren Möglichkeiten, diese Lernschwäche durch ein spezielles Training abzumildern.

 

HKS sorgt für eine gestörte Konzentration

Fällt es Deinem Nachwuchs schwer, sich auf einen Sachverhalt zu konzentrieren, liegt der Verdacht der HKS nahe. Die Lernschwäche trägt den ausführlichen Namen hyperkinetisches Syndrom und beeinflusst die Aufmerksamkeit der Zöglinge. Aus dem Grund führen die Schüler ihre Aufgaben nicht geflissentlich durch, sondern wenden sich anderen Aktivitäten zu. In der Folge bleiben beispielsweise Testfragen ungelöst und eine schlechte Zensur folgt.

Als weiterer Bestandteil der Lernschwäche zeigt sich die Hyperaktivität. Fällt es Deinem Sprössling schwer, ruhig an einer Stelle zu verharren, weist dies auf das Syndrom hin. Aufgrund der impulsiven Reaktionen des Kindes sowie seiner flatterhaften Art erledigt es gestellte Prüfungen ausschließlich oberflächlich. Eine kleine Ablenkung reicht aus, um die Aufmerksamkeit des Schülers anderweitig zu fesseln.

In einer Stellungnahme der Bundesärztekammer zu der Problematik heißt es, dass Jungen vermehrt an der HKS leiden. Ebenfalls stellt die Bezeichnung ADHS ein Synonym für das Phänomen dar. Jedoch gilt es, zu beachten, dass das Syndrom nicht in jedem Fall eine Lernschwäche darstellt. Manche Betroffene verfügen über eine hoch entwickelte Intelligenz und bewältigen den Unterrichtsstoff obgleich unzureichender Aufmerksamkeit. Daher bleibt die als psychische Erkrankung anerkannte Störung lange Zeit unentdeckt.

 

Auch Zahlen stellen ein Problem dar

Kommt Dein Nachwuchs mit einem unzureichenden Ergebnis in einem Mathematiktest nach Hause, schöpfen die wenigsten Eltern Verdacht. Jedoch existiert eine Lernschwäche, die den Schützlingen das Rechnen erschwert. Die unter dem Begriff Dyskalkulie bekannte Störung betrifft vorwiegend die Wahrnehmung und die Orientierung der Zöglinge. Bei dem schulischen Problem gibt es in der Regel keine Auffälligkeiten im Verhalten der Betroffenen.

Dennoch gestalten sich zahlreiche Lebensbereiche für die jeweiligen Kinder schwierig. Dazu gehören beispielsweise:

  • Ordnungsstrukturen,
  • die Organisation,
  • die Orientierung im Raum,
  • das visuelle Gedächtnis,
  • die Zeitorientierung
  • sowie Handlungsabläufe.

 

Wie reagieren Eltern bei einer Lernschwäche?

Vermutest Du, dass Dein Nachwuchs Probleme bei dem Lernen aufweist, lohnt es sich, den Schulpsychologen aufzusuchen. Durch wenige Untersuchungen gelingt es ihm, die Schwierigkeiten des Schülers zu identifizieren und zu analysieren. Gleichermaßen berät der Experte Deine Partnerin und Dich, ob sich eine Therapie für die entsprechende Lernschwäche eignet.

Auf diese Weise besteht für Deinen Sprössling die Chance, mit der Störung zurechtzukommen. Zudem besteht die Notwendigkeit, dem Kind Zuneigung und Unterstützung zu spenden. Am besten versicherst Du dem Schützling, dass er nicht dumm ist. Oftmals brauchen die Kleinen, die an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln, diesen Trost.