Konstruktions-Spiele fördern die kindliche Entwicklung

Ihre Kinder entdecken von der Geburt bis zur Pubertät immer neue Spiele. Den Beginn machen sensomotorische Spiele. Ein Kleinkind entdeckt Gegenstände und berührt sie. Später ahmt es spielerisch Bezugspersonen nach. Der ältere Nachwuchs spielt Rollenspiele. Ein Konstruktions-Spiel hilft Kindern, aus vorhandenen Grundmaterialien ein eigenes Produkt herzustellen.

Dies gelingt, weil ein Plan vorhanden ist und ein Ziel. Kinder, die sich mit Konstruktions-Spielen beschäftigen, nehmen Ihre Umwelt intensiver wahr und stärken ihre kreativen Fähigkeiten.

Bild Junge baut
Wenn Kinder bauen und konstruieren © Deyan Georgiev – Fotolia.com

Von der Rassel zum Metallbaukasten

Bereits im ersten Lebensjahr spielt Ihr Kind mit Materialien oder Dingen, verwendet sie jedoch noch nicht sachgerecht. Es nimmt sie oral-sensorisch wahr, es betastet sie und steckt sie in den Mund. Bald entwickeln sich die Fähigkeiten und Ihr Kind beginnt, Spielzeug zu rollen, zu kneten und beispielsweise große Legosteine zusammenzustecken.

Nach und nach ist es in der Lage, verschieden geformte Teile der richtigen Öffnung von Steckspielen zuzuordnen. In der nächsten Entwicklungsstufe nähern sich Kinder dem Konstruktions-Spiel. Die Spiel-Materialien sind komplexer. Im Vordergrund steht neben dem Spaß am Spiel der am Ergebnis. Außerdem fasst Ihr Kind vorher einen Plan, was das Ergebnis des Spiels sein wird.

 

Die Entdeckung der Dimensionen

Türme aus Spielsteinen umzuwerfen, macht kleinen Kindern am meisten Spaß. Damit lernen sie gleichzeitig, wie sie Gegenstände aufeinanderlegen, damit das Gebilde nicht umfällt. Bis sie diese Erkenntnisse umsetzen, dauert es noch. Zunächst bauen Kleinkinder zweidimensional. Sie legen Bauklötze nebeneinander. Nach und nach kommen treppenähnliche Gebilde hinzu. Erst in einer weiteren Stufe entstehen Türme und die Fähigkeit, dreidimensionale Werke zu erschaffen.

 

Kinder entdecken eigene Fähigkeiten

Konstruktions-Spiele geben Ihren Kindern das positive Gefühl, ein Werk eigenständig zu schaffen. Sie sind der Urheber und erleben die eigene Identität intensiv. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst. In Verbindung mit Rollenspielen simulieren sie die Wirklichkeit und gehen auf Abenteuerreise. Fantasie und Kreativität wachsen. Nicht zuletzt entwickeln sie nach und nach mehr Verständnis für technische Zusammenhänge.

 

Nah an der Realität bleiben

Bei Rollenspielen liegt das Schwergewicht auf der Fantasie und darin, Situationen zu verarbeiten oder nachzuspielen. Verwendete Materialien weichen von der Realität ab. Ein langer Stock dient als Schwert, ein langes Hemd als Brautkleid. Im Gegensatz liegt bei Konstruktions-Spielen der Schwerpunkt auf realistischem Erleben und Umsetzen eines Plans. Einen Turm oder ein Auto zu bauen, macht mehr Spaß, wenn die eingesetzten Materialien naturgetreu sind. Auch echte Werkzeuge beim Bau einer Hütte verstärken die wirklichkeitsnahe Lern-Erfahrung.

 

Erfolg und Misserfolg liegen nah beieinander

Ihr Kind wirft Bauklötze gegen die Wand, weil der Turm immer wieder umfällt. Es weint und ist wütend über das blöde Spiel. Es verfehlt ein Ziel, das zum Greifen nah erschien. Neben den positiven Auswirkungen von erfolgreichen Konstruktions-Spielen für Kinder haben auch Misserfolge große Bedeutung. Das Erleben des Scheiterns sorgt zunächst für Zorn und Frustration. Nach einiger Zeit führt dies, – am besten mit der Hilfe der Eltern – zu einer Strategie, die das Problem bewältigt.

 

Bauen fördert Konzentration bei Kindern

In sich versunken baut Ihr Kind einen Turm, ein Schiff oder Auto. Stundenlang erbringt es eine konzentrierte Leistung, die sie in anderen Bereichen seines Lebens noch nicht beobachten. Damit trainiert es seine Ausdauer ohne Zwang aus eigenem Antrieb. „Für die Basis des Turms brauche ich große Steine, für das Dach kleinere, flachere“.

Ihr Kind lernt, verschieden Formen von Körpern in Beziehung zu setzen. Es begreift, wie es runde und eckige Steine unterschiedlich einsetzt. Sie entdecken, dass Sandburgen weniger haltbar sind als Produkte aus dem Metallbaukasten. Auf diese Weise erwerben Kinder in Konstruktions-Spielen eine erste Vorstellung von geometrischen Körpern. Auch physikalische Gesetze entdecken sie in Grundzügen.

 

Bauen und konstruieren in der Natur

Toben statt still sitzen! – dies ist ein weiterer wichtiger Entwicklungsfaktor. Verbunden mit Konstruktions-Spielen für Kinder entsteht daraus der Abenteuer-Spielplatz. Zusammen mit Gleichaltrigen fantasievolle Objekte schaffen, unterstützt die körperliche Entwicklung und die Kreativität. Seinen Platz in einer Gruppe finden, Ideen gemeinsam spinnen und umsetzen, bereitet auf das Erwachsenen-Leben vor.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder alte Bretter und Werkzeug parat haben. Denken Sie sich altersgerechte Projekte aus, die sie gemeinsam umsetzen. Das Baumhaus im Garten baut nicht Papa alleine, das bauen die Kinder – und die Eltern helfen, wo es nötig ist. Das dauert länger und nicht jeder Nagel sitzt perfekt – der Spaß beim Konstruieren ist durch nichts zu ersetzen.

 

Kindliche Lust am Bauen

Ihre Kinder bauen lustvoll Sandburgen. Die Lego-Eisenbahn gestalten sie immer wieder neu und der Staudamm am Bach entsteht aus altem Holz. Dies ist der Grundstein für Ihren Nachwuchs, im Erwachsenen-Alter als Architekt oder Ingenieur echte Häuser, Straßen oder Brücken zu bauen. Bildet sich in der Jugend die Lust am Konstruieren, bleibt Sie erhalten und sucht sich später professionelle Ausdrucksformen.

 

Redaktion: M.Foerster,  A.Nilsson,

weiterführend:

http://spiel-und-kind.de/wissenswertes/spielentwicklung/spielentwicklung.html

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