Trennen sich die Eltern ist dies besonders für die gemeinsamen Kinder oft ein Trauma – in einigen Fällen möchten die Kinder auch zum Vater ziehen – Obwohl die Kinder meist bei der Mutter bleiben. Der Kontakt zum Vater gestaltet sich dann oft sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von gerichtlich geregelten Besuchszeiten über eine private Regelung der Eltern bis hin zu abwechselndem Wohnen des Kindes bei Mutter und Vater.

Häufig entsteht bei Jugendlichen, die bei ihrer Mutter leben, der Wunsch, zum Vater zu ziehen. Eine Situation entsteht, die eine Menge Zündstoff birgt. Lesen Sie hier zehn Tipps, die Ihnen helfen, wenn ein Jugendlicher zum Vater ziehen will:

10 Tipps wenn ein Kind zum Vater ziehen will

Bild Vater-Kind
Vater und Kind © Michael Schindler – Fotolia.com

Was tun, wenn ein Kind beim Vater leben will?

 

  1. Sprechen Sie über die Gründe

    Finden Sie die Gründe heraus, warum der Jugendliche zu Ihnen als Vater ziehen will. Ist das eine kurzfristige Trotz-Reaktion nach einem Streit mit der Mutter? Gibt es längere Spannungen mit der Mutter, die sich nicht auflösen oder ist der Wunsch Zeichen des Selbstständig-Werdens und des sich Abnabelns?

 

  1. Hinterfragen Sie sich selbst

    „Natürlich kann mein Kind zu mir ziehen!“, sagen viele Väter. Sind Sie dem gewachsen? Hinterfragen Sie, ob Sie einen pubertierenden Mitbewohner für länger aushalten. Sind Sie trotz Beruf in der Lage, sich ausreichend zu kümmern? Haben Sie genug Platz in Ihrer Wohnung?

 

  1. Kommunizieren Sie – mit der Mutter

    Versetzen Sie sich in die Lage der Mutter. Es ist eine Riesenaufgabe, ein oder mehrere Kinder allein zu betreuen. Finden Sie zusammen mit Ihrer ehemaligen Frau oder Lebensgefährtin gemeinsame Lösungen gegen zu viele Vorschriften und Stress, wenn die Mutter einen Umzug ablehnt. Treffen Sie eine gütliche Regelung über Besuchsrechte, falls sie dem Umzug zustimmt.

 

  1. Kommunizieren Sie – mit Ihrem Kind

    Leben Erwachsene und Jugendliche zusammen, ergeben sich Konflikte. Der Wunsch, zum Vater zu ziehen, ergibt sich aus der Vorstellung, dass es da besser wird. Dies trifft nicht immer zu. Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, wie Sie sich das Zusammenleben denken. Entspricht das den Vorstellungen des Kindes? Ist der/die Jugendliche, die/der zum Vater zieht, sich im Klaren darüber, dass es seine Freunde verliert oder eine neue Schule besuchen wird?

 

  1. Reagieren Sie souverän

    Getrennt lebende Eltern, bieten ihren Kindern neben vielen Problemen eine überraschende Möglichkeit: Es kann beide Seiten ausprobieren! Geben Sie der Mutter das Gefühl, dass nicht ihr Versagen in der Erziehung zum Wunsch des Kindes führt. Geben Sie ihm diese Möglichkeit, wirkt ein Umzug für die Mutter nicht verletzend – und nicht für Sie, falls Ihr Kind es sich anders überlegt.

 

  1. Ermöglichen Sie einen Test-Umzug

    Prüfen Sie, ob die Möglichkeit besteht, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter für einen begrenzten Zeitraum bei Ihnen lebt. Verwenden Sie die großen Ferien. Möglicherweise besucht Ihr Kind einige Wochen eine andere Schule, falls Sie weit von der Mutter entfernt wohnen. Damit geben Sie allen Beteiligten die Möglichkeit, herauszufinden, wie sich die veränderte Situation in der Realität gestaltet. Entspricht die neue Umgebung den Vorstellungen des Kindes? Ist der Vater dem/der neuen Mitbewohner/in und seiner Erziehungsaufgabe gewachsen. Wie richtet sich die Mutter ihr Leben ohne Kind ein?

 

  1. Vor- und Nachteil-Liste erstellen

    Sind Sie oder Ihr Kind sich nicht sicher, was alles auf Sie zukommt, erstellen Sie eine Liste. In dieser stellen Sie Vor- und Nachteile des Umzugs gegenüber. Sie gewinnen mehr Klarheit und sind in der Lage, gemeinsam eine Entscheidung zu treffen.

 

  1. Erstellen Sie einen Zeitplan

    Bei einem geplanten Umzug in eine weit entfernte Stadt macht ein genauer Zeitplan Sinn. Wann muss der Jugendliche zum Vater ziehen, um den Beginn eines neuen Schuljahres in einem anderen Bundesland nicht zu verpassen? Benötigen Sie als Vater Urlaub, um Ihr Kind abzuholen?

 

  1. Rat beim Jugendamt holen

    Sie sind sich nicht sicher, ob es Ihnen gut tut, wenn Ihr Kind zu Ihnen zieht? Die Mutter weigert sich, zuzustimmen? Sie sind von den Motiven Ihres Nachwuchses nicht überzeugt? Holen Sie sich Rat beim Jugendamt!

 

  1. Sorge – und Aufenthalts-Bestimmungsrecht neu regeln

    Es macht Sinn, demjenigen Elternteil, bei dem das Kind lebt, einen Teil des Sorgerechtes zu übertragen. Bei getrennten Eltern, die sich das Sorgerecht teilen, besteht kein Handlungsbedarf. Ebenso verhält es sich mit dem Aufenthalts-Bestimmungsrecht, wenn die Eltern weit voneinander entfernt leben.

 

Tun Sie alles, um den Umzug Ihres Kindes im Konsens mit der Mutter zu ermöglichen. Stellen Sie mögliche Streitigkeiten und Abneigungen gegen Ihre Exfrau zurück. Das Wohl des Kindes zählt!

 

Redaktion: M.Foerster,  A.Nilsson,

weiterführend:

http://www.familienrecht.de/sorge-umgang/musterfall-aufenthaltsbestimmungsrecht/

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