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Mein Kind will sich beim Kinderarzt nicht ausziehen, schreit und kreischt?

Schreien, weinen und dann auch noch krank sein – zum Arzt gehen selbst Erwachsene nicht gerne. Die wissen genau, was sie erwartet und, dass es zu ihrem Besten ist. Auf Kinder dagegen wirken die Instrumente, Gerüche, die fremden Menschen und das schmerzende Piksen einer Spritze beängstigend.

Kind beim Kinderarzt
Einfühlsamer Kinderarzt © Oksana Kuzmina – Fotolia.com

Viele von ihnen lassen sich im Kleinkindalter nicht gern von Fremden anfassen und erst recht wollen Kinder sich nicht vor dem Kinderarzt ausziehen.

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Überwiegend ist das eine normale Reaktion. Bei wenigen Kindern deutet sie auf Probleme hin. Am Arztbesuch und an den verpflichtenden U-Untersuchungen führt jedoch kein Weg vorbei.

Keine Angst vor dem Kinderarzt

Wie Du diese mit Deinem Kind möglichst stressfrei gestaltest, erfährst Du im Folgenden.

Ablauf und Hilfe bei den U-Untersuchungen

Was sind U-Untersuchungen und wie laufen sie ab?

Die sogenannten U-Untersuchungen sind Vorsorge-Untersuchungen für Kinder von der Geburt an bis zu einem Alter von sechs Jahren. Die U1 bis U9 gehören zum Pflichtprogramm der gesetzlichen Krankenkassen. Zusätzlich sind zwei weitere, die Untersuchungen U10 und U11, freiwillig möglich. Diese finden im Alter von acht bis neun und zehn bis elf Jahren statt und dienen dazu, die Zeit zwischen der U9 und der ersten Jugend-Untersuchung J1 zu überbrücken.

Die Früherkennungs-Maßnahmen dienen dazu, mögliche Erkrankungen, Entwicklungsstörungen oder auch Vernachlässigung und Kindesmissbrauch zu diagnostizieren, um Dein Kind vor unerkannten Problemen zu schützen. Daher ist es wichtig, die U-Untersuchungen rechtzeitig und komplett wahrzunehmen. Um dies zu gewährleisten, führte ein Teil der deutschen Bundesländer im Jahr 2010 ein verbindliches Einlade- und Meldewesen ein.

Steht eine der verpflichtenden Untersuchungen bei Deinem Nachwuchs an, erhältst Du eine schriftliche Einladung, diese wahrzunehmen. Versäumst Du es, im angegebenen Zeitraum mit Deinem Kind zum Arzt zu gehen, erhältst Du eine Erinnerung. Eltern, die ihre Kinder nicht untersuchen lassen, rechnen mit einer Meldung beim zuständigen Jugendamt. Im Interesse der Gesundheit Deines Kindes empfiehlt es sich, alle notwendigen Untersuchungen wahrzunehmen.

 

Im Kindergarten-Alter setzt das Schamgefühl ein

Die Weigerung Deines Kindes, sich vor dem Kinderarzt auszuziehen, liegt häufig einfach am Schamgefühl des Jungen oder Mädchens. Möglicherweise hattest Du bei den ersten sechs oder sieben Untersuchungen keine Probleme dabei, Deinen Nachwuchs dazu zu bewegen, sich seiner Kleidung zu entledigen. Bei der Nächsten stellst Du fest, dass er das nun nicht mehr bereitwillig tut.

Im Alter von zwei bis drei Jahren interessiert es Kinder nicht, ob sie nackt sind oder nicht. Sie sind unbefangen und noch nicht dazu in der Lage, Regeln und Werte in diesem Umfang zu begreifen. Das Verständnis dafür setzt erst etwa ab dem Kindergarten-Alter ein. Bewusst wird das Deinem Kind meist in einer Situation, in der es sich im Beisein eines Erwachsenen schämt. Dafür ist das Ausziehen beim Kinderarzt für das Kind ein Beispiel. Andere schauen sich das Schamverhalten ihrer Eltern ab, die beispielsweise die Tür abschließen, wenn sie auf die Toilette gehen.

 

Gründe für die Angst vor dem Ausziehen beim Arzt

Einer der Hauptgründe dafür, dass sich Dein Kind nicht vor dem Kinderarzt ausziehen möchte, ist die Entwicklung des Schamgefühls. Der Zeitpunkt, zu dem diese stattfindet, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Setzt das Problem bereits vor dem dritten Lebensjahr ein oder nimmt es auch nach Eintritt in die Schule kein Ende, besteht die Möglichkeit einer tieferliegenden Ursache. Diese besteht beispielsweise in schlechten Erfahrungen oder schlimmstenfalls sexuellem Missbrauch. Sprich mit Deinem Kind und beobachte es genau, wenn Du einen solchen Grund vermutest.

 

Maßnahmen gegen die Angst vor dem Kinderarzt

Da das Vermeiden von Kinderarzt-Besuchen keine Option darstellt, benötigst Du eine andere Lösung. Sprich mit Deinem Nachwuchs und erkläre ihm, was zu erwarten ist. Führe das Gespräch auf Augenhöhe und sei ehrlich zu Deinem Kind. Anderenfalls verliert es das Vertrauen, beispielsweise wenn Du ihm sagst, dass eine Spritze nicht wehtut, sie dann aber doch Schmerzen verursacht.

Vermeide Aussagen, die möglicherweise einen negativen Eindruck bei Deinem Kind hinterlassen. Sagst Du beispielsweise so etwas wie „Du brauchst keine Angst zu haben!“, bleibt bei Deinem Nachwuchs nur die Angst hängen. Drücke Dich lieber positiv aus, indem Du Worte wie Angst, Schmerzen und Ähnliches vermeidest.

 

Spielerisch lässt sich die Angst am besten nehmen

Es gibt einige Bilderbücher, die sich mit dem Thema des Besuchs beim Kinderarzt beschäftigen. Lies diese gemeinsam mit Deinem Kind, bevor Du zum Arzt gehst oder während ihr im Wartezimmer sitzt. Das hilft ihm, zu verstehen, was bei der Untersuchung passiert.

Mit einem eigenen Spiel-Arztkoffer hat Dein Nachwuchs die Möglichkeit, sich selbst als Arzt zu versuchen und seine Kuscheltiere zu untersuchen. So lernt es, dass der Besuch des Kinderarztes nichts Schlimmes ist. Medizinstudenten verdingen sich häufig als Puppendoktoren, um Kindern ein Gefühl dafür zu geben, wofür ihr Arzt da ist.

 

Ablenkung macht den Arztbesuch leichter

Vor und während der Untersuchung ist es hilfreich, das Kind abzulenken. Im Wartezimmer hast Du die Möglichkeit, mit ihm zu spielen, etwas vorzulesen oder Ähnliches. Während der Untersuchung sprichst Du oder der Arzt mit dem Kind.

Vertrauen schafft es, wenn Du selbst möglichst viel übernimmst. Beim Ausziehen des Kindes beim Kinderarzt bist du ihm behilflich. Lass Dein Kind Deine Nähe spüren, halte seine Hand oder gewähre es ihm, auf Deinem Schoß zu sitzen. Bei Dir fühlt es sich sicher und geborgen. Um zu demonstrieren, dass ihm nichts passieren kann, ist es möglich, dass der Arzt die Untersuchung zunächst an Dir durchführt. Was Du machst, das traut sich in der Regel auch Dein Nachwuchs zu.

Behandle Dein Kind stets mit Verständnis und Respekt. Traut es sich eine Untersuchung partout nicht zu, akzeptierst Du dies. Es führt Dich nicht zum Ziel, wenn Du Deinen Nachwuchs dazu zwingst, sich auszuziehen. Hole Versäumtes beim nächsten Arzt-Termin nach.

 

Die U-Untersuchungen gut überstehen

An Arztbesuchen kommt niemand vorbei. Die U-Untersuchungen zur Vorsorge bei Kindern sind verpflichtend und wichtig für die Gewährleistung der Gesundheit Deines Nachwuchses. Allerdings wollen manche Kinder sich vor dem Kinderarzt nicht ausziehen oder fürchten sich vor der Untersuchung. Grund dafür ist häufig die Entwicklung des Schamgefühls. Mit viel Verständnis und spielerischer Vorbereitung schaffst Du es gemeinsam mit Deinem Kind, die Angst zu überwinden und Arztbesuche problemlos wahrzunehmen.

 

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