Die erste rebellische Phase: Was tun, wenn mein Kind mich nicht ernst nimmt?

Bei vielen Kindern beginnt sie mit circa fünf Jahren: Zum ersten Mal wird gegen Papa aufbegehrt und nicht mehr brav auf Bitten und Hinweise reagiert. Für Väter stellt sich dann die Frage: „Mein Kind nimmt mich nicht ernst, was soll ich tun?“ Die gute Nachricht: Mit klaren Verhaltensregeln und konsequenter Durchsetzung kommst Du gemeinsam mit Deinem Kind in den meisten Fällen gut durch diese Phase.

Für viele Väter kommt die Veränderung im Verhalten ihrer Tochter oder ihres Sohnes sehr plötzlich. Lange Zeit war alles gut und das Kind folgsam beziehungsweise bei Fehlern einsichtig und beinahe von einem auf den anderen Tag gibt es Wiederworte, bockiges Verhalten oder sogar Beleidigungen als Antwort.

mein Kind mich nicht ernst nimmt?Mein Kind nimmt mich nicht mehr ernst: Am Anfang war noch alles gut

Als Vater fällt Dir schmerzhaft auf: Mein Kind nimmt mich nicht mehr ernst. Die denkbar schlechteste Reaktion wäre es jetzt jedoch, die Verhaltensänderungen mit einem Lächeln übergehen zu wollen und zu hoffen, es sei nur ein schlechter Tag.

„Es handelt sich um die erste rebellische Phase, die zur Kindheit dazugehört.“

Die Wiederworte hinzunehmen, bedeutet daher nur, dass Du den Konflikt vermeidest und Dein Kind damit in seinem Verhalten bestärkst. Das sollte jedoch nicht Dein Ziel sein.

„Wichtig ist es jetzt, Grenzen vorzugeben und deren Einhalten ohne Ausnahme zu verlangen.“

Das Wichtigste im Überblick

  • Durch mangelnden Respekt testen Kinder häufig ihre Grenzen aus
  • Es handelt sich um eine normale Entwicklungsphase bei Jungen und Mädchen
  • Die meisten Kinder kommen mit circa fünf Jahren in diese Phase
  • Du solltest klare Regeln und Grenzen vorgeben
  • Das Brechen der Vorgaben muss sofort Konsequenzen für das Kind haben


Mein Kind nimmt mich nicht ernst: Welche Formen kann das annehmen?

So individuell die Menschen bereits im Kindesalter sind, so unterschiedlich kann sich die Respektlosigkeit je nach Situation zeigen. Es gibt aber häufig vorkommende Varianten, die sich beobachten lassen.

1. Herumalbern mit Papa

Zeigen die circa Fünf-Jährigen zum ersten Mal Respektlosigkeit, äußert sich das häufig durch Kichern und Lachen. Umgangssprachlich sagt man auch gern, dass sie den Kasper machen und Dir als Vater damit das Gefühl vermitteln, dass Du niemand bist, dem man gerade zuhören muss. Es ist die klassischste Form des Nicht-Ernst-Nehmens.

Diese Form des mangelnden Respekt ist typisch für die Ausprobier-Phase. Dein Kind möchte herausfinden, wie Du reagierst, wenn es nicht sofort Deinen Anweisungen folgt oder auf eine Frage antwortet.

2. Schmollen mit Papa

Statt Albernheiten erleben Eltern auch oft, das Kinder auf Dinge, die ihnen gerade nicht gefallen, mit dem typischen Schmollen reagieren. Gern werden dabei direkt die Arme verschränkt oder eine andere abweisende Gestik genutzt.

Mit circa fünf Jahren haben Kinder erstmals den Gedanken, dass sie elterliche Wünsche ablehnen können und testen die Reaktion aus. Es ist die introvertierte Form der Ausprobier-Phase gegenüber der extrovertierten Art des Herumalberns.

3. Wiederworte (samt Beleidigungen)

Je nachdem wie gut der Wortschatz eines Kindes ist, kann die Respektlosigkeit sich auch auf verbaler Ebene durch klare Wiederworte und die ersten Beleidigungen zeigen. Papa ist plötzlich „doof“ oder „stinkt“ und es wird diskutiert, warum das Kinderzimmer aufgeräumt werden muss.

Nach dem Warum einer Sache zu fragen, ist zunächst kein mangelnder Respekt, doch es entsteht schnell eine respektlose Situation, wenn das Kind in der Diskussion die Autorität des Vaters zu untergraben versucht. Kommen Beleidigungen hinzu, ist die Grenze definitiv überschritten.

4. Physische Gewalt, Hauen und Treten

Auch wenn sie ihren Eltern körperlich unterlegen sind, versuchen manche Kinder auch mit physischer Gewalt einen eigenen Standpunkt zu sichern und wollen kneifen, schlagen und um sich treten.

Diese Form des respektlosen Verhaltens sollte prinzipiell nie toleriert werden. Es ist für das Sozialleben des Kindes sehr wichtig, von Beginn an zu lernen, dass körperliche Angriffe – sowohl auf Erwachsene als auch andere Kinder – tabu sind!

Stelle klare Regeln auf damit dein Kind Dich ernst nimt

Stellt ein Vater fest, „mein Kind nimmt mich nicht ernst“, ist das im ersten Moment ein Schock und kommen Beleidigungen seitens des Kindes hinzu, ist das auch für uns Erwachsene verletzend und traurig.

 

Drei Dinge solltest Du auf keinen Fall tun:

1. Überspiele die Situation nicht mit eigener Freundlichkeit.
2. Geh dem Streit nicht durch Beenden des Gesprächs aus dem Weg.
3. Greife auf keinen Fall zu körperlicher Gewalt.

 

Die beste Art, Deinem Kind in einer solchen Situation zu begegnen, ist mit ruhigen aber klaren Worten zu sagen, dass Du mit dem gerade gezeigten Verhalten nicht einverstanden bist.

„Sage bestimmt Nein zum Verhalten Deines Kindes.“

Gute Regeln im Umgang mit Kindern, die einen Erwachsenen nicht ernst nehmen, sind immer die, die Du auch wirklich mit Konsequenzen umsetzen kannst. Alles andere wäre nur leere Drohungen und auch das merken sich Kinder. Sie nehmen Dich noch weniger ernst, wenn sie merken, dass Regelbrüche folgenlos bleiben.

Gute Regeln für den Alltag sind:

  1. Das Kinderzimmer wird mindestens einmal in der Woche (oder einem anderen, festgelegten Rhythmus) vom Kind selbst aufgeräumt.
  2. Wenn Du gerade telefonierst oder anderweitig beschäftigst bist, muss es sich gedulden.
  3. Kleine Hilfestellungen im Alltag werden vom Kind übernommen, um frühes Verantwortungsbewusstsein zu lernen.
  4. Es gibt klare Tischmanieren, die beim gemeinsamen Essen eingehalten werden.

 

Die Liste der Regeln lässt sich ganz individuell nach Familiensituation abändern und ergänzen. Wichtig ist, dass Dein Kind verstehst, dass Du als Vater Regeln aufstellen kannst und es tust. Es muss diese Regeln und damit auch Dich ernst nehmen.

Mein Kind nimmt mich nicht ernst: Benenne die Konsequenzen

Halten Sohn oder Tochter sich nicht an die aufgestellten Regeln und zeigen bei jeder Auseinandersetzung weiterhin, dass sie Dich nicht ernst nehmen, musst Du angemessene Konsequenzen umsetzen.

Da die erste rebellische Phase vor oder mit Beginn der Grundschulzeit auftritt und die Kinder entsprechend noch sehr jung sind, sollte das Disziplinieren nicht zu streng sein. Auf keinen Fall solltest Du Deinem Kind Angst machen oder Macht ausüben, denn dadurch entsteht ein dauerhaft gestörtes Verhältnis.

Gute Konsequenzen für den Alltag sind abhängig von der Situation:

Gibt es überhaupt gute Konsequenzen? .. oder sind das dann schon Strafen? Wir finden es besser Kindern in den Situatuationen in denen Sie rebellisch sind wirkliche Kompromissen und Alternativen anzubieten. Mit Einfühlungsvermögen in die Situation wirst Du auf solche Strafen verzichten können:

  1. Verbote, eventuell über einen gewissen Zeitraum die Lieblingsserie nicht zu schauen
  2. der klassische Stubenarrest, während die Freunde draußen spielen dürfen
  3. der Entzug der Süßigkeiten für x Tage
  4. die Pflicht, kleine Aufgaben aus dem Haushalt wie Geschirr wegräumen zu übernehmen

Mein Kind nimmt mich nicht ernst: Wann Du Hilfe in Anspruch nehmen solltest

In den meisten Fällen, musst Du den Gedanken „Mein Kind nimmt mich nicht mehr ernst“ nur während der Ausprobier-Phase ertragen und kannst durch Regeln und konsequentes Verhalten bei Regelbrüchen auch schnell den Respekt als Vater wiedererlangen.

„In manchen Fällen kann das Problem jedoch tiefgreifendere Ursachen haben. Diese gilt es dann – gegebenenfalls mit Hilfe – zu ergründen.“

Ein Kind kann beispielsweise eine Störung der Impulskontrolle haben und wir daher viel schneller beleidigend oder sogar gewalttätig. Hier kann ein kindgerechtes Coaching sowohl den Eltern als auch dem Nachwuchs helfen, eigene Emotionen besser zu verstehen und zu hinterfragen.

Möglicherweise zeigt sich ein Kind auch schnell respektlos, da es gerade Probleme mit Freunden hat, sich im Kindergarten von den Erziehern ungerecht behandelt fühlt und Vergleichbares. Hier solltet ihr in Ruhe ergründen, was vorgefallen ist.

Erlebe es auch niemals als persönliche Schwäche, wenn Dein Kind Dich nicht ernst nimmt und Du keine dauerhafte Lösung des Problems allein finden kannst. Beratungsstellen, Kinderärzte und auch Kinderpsychologen sind dafür da, Eltern mit Fachwissen und Erfahrung sowie Übungen zur Seite zu stehen.

Ihre Angebote in Anspruch zu nehmen, zeigt nur, dass Du Dich für das Wohl aller Familienmitglieder stark machst.

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