Nein ich will nicht in meinem Bett schlafen: So gut wie jedes Elternpaar ist mit der folgenden Situation vertraut: Man müht sich ab mit allen möglichen Einschlafritualen, etwa einer Gute-Nacht-Geschichte, Schlafliedern oder teilweise sogar wohltuenden Massagen, doch sobald man das Kind zugedeckt hat und das Zimmer verlässt, ist das Geschrei groß:

Lautstark wird nach dem behaglichen Elternbett verlangt. Aber wie kommt es eigentlich das ein Kind nicht im eigenen Bett schlafen will und was kann man dagegen tun?

Wenn Kinder viel lieber bei den Eltern schlafen:

Kind im Bett

Wenn Kinder nicht im eigenen Bett schlafen wollen:

Zu unserer Schlafkultur gehört es, dass Kinder in ihrem eigenen Bett übernachten. Was manch einer nicht weiß: In nicht wenigen anderen Zivilisationen ist es gang und gäbe, dass Babys und Kleinkinder bei ihren Eltern ganz selbstverständlich im großen Familienbett schlafen. Oft sind sie dann bereits im Schulalter, ehe sie ausquartiert werden.

Diese Vorstellung erschreckt hierzulande viele. Ganz allgemein muss gesagt werden: Es gibt nicht den optimalen Zeitpunkt, ab wann ein Kind in seinem Zimmer schlafen soll, da es sich um einen höchst individuellen Prozess handelt. Jede Familie sollte unter Beachtung der Bedürfnisse aller Mitglieder für sich selbst entscheiden, wer wann und wo schläft. Die meisten Experten sind sich allerdings einig, dass die Kinder spätestens im Vorschulalter an den eigenen Schlafplatz gewöhnt werden sollten, da der Ablöseprozess umso mehr erschwert wird, je älter das Kind ist und je länger es mit dem Übernachten im Elternbett vertraut ist.

Doch warum tun sich viele Kinder so schwer damit, im eigenen Bett zu schlafen? Zunächst einmal ist festzuhalten, dass hier der Gewöhnungseffekt greift: Die Mehrheit der Säuglinge verbringt schon alleine aus praktischen Gründen die ersten Monate im Elternschlafzimmer. Häufiges nächtliches Aufwachen veranlasst viele Eltern dazu, die Wiege neben dem Bett zu positionieren. Gerade auch, wenn das Baby gestillt wird, verbringt es automatisch viel Zeit in der elterlichen Schlafstatt.

Einen abrupten Einschnitt bedeutet es dann, ab einem gewissen Zeitpunkt zum Schlafen räumlich von Mama und Papa getrennt zu werden. Der Drang nach der gewohnten körperlichen Nähe ist ein entscheidender Faktor, weshalb viele Kinder nicht im eigenen Bett einschlafen wollen.

 

Generell ist das jeweilige Schlafverhalten abhängig von Alter, Schlaftyp, Psyche und Gesundheitszustand. Insbesondere Kleinkinder sind erst einmal damit beschäftigt, ihren Schlafrhythmus zu finden, was sich durchaus lange hinziehen kann. Ebenso muss die Vielzahl an Eindrücken, die über den Tag gesammelt wurden, im kindlichen Kopf verarbeitet werden. Eine wichtige Rolle spielen zudem seelische Belastungen. So können bei älteren Kindern manchmal Probleme in der Schule oder mit Freunden eine Ursache für Schlafprobleme sein.

Nicht zuletzt hat die Schlafumgebung großen Einfluss darauf, ob es mit dem Übernachten im eigenen Zimmer klappt: Bisweilen ist es schlicht zu hell, zu dunkel, zu laut, zu kalt oder zu ungemütlich, als dass sich das Kind auf Schlaf einlassen kann.

 

Maßnahmen für ein gelingendes (Ein)schlafen

Es sind die eben erwähnten Aspekte, die zugleich die geeigneten Ansatzpunkte bilden, um gegenzusteuern und Ihrem Kind und Ihnen die Möglichkeit bieten, einen erholsamen Schlaf zu erhalten. Im Folgenden werden einige Tipps erläutert, wie es doch noch klappen kann, dass nachts Ruhe und Zufriedenheit einkehren.

  • Lassen Sie Ihr Kind seinen eigenen Schlafplatz gestalten, damit es sich wohlfühlen kann, schließlich soll er nur ihm gehören
  • Sorgen Sie für ein angenehmes Einschlafritual: Vorlesen, zuhören und körperliche Nähe geben Sicherheit und helfen dem Kind, langsam von den Aktivitäten des Tages in den Einschlafmodus zu wechseln
  • Ein dezentes Nachtlicht und das Lieblingskuscheltier bescheren eine behagliche Atmosphäre und beugen der Angst vor Dunkelheit vor
  • Die Kinderzimmertüre sollte stets einen Spaltbreit offen bleiben, damit sich das Kind nicht alleine gelassen oder ausgeschlossen fühlt
  • Lassen Sie Ausnahmen zu: Wenn das Kind krank oder nach einem schlimmen Alptraum verstört ist, sollte es bei den Eltern übernachten dürfen
  • Loben Sie Ihr Kind ausführlich, wenn es mit dem Übernachten im eigenen Bett geklappt hat – so wird dies zu einem positiven Erlebnis
  • Bieten Sie Alternativen zum Schlafen im Elternbett an, z.B.: am Wochenende gemeinsames Kuscheln nach dem Aufwachen

 

Welchen Hinweis Sie auch beherzigen, am wichtigsten sind dabei Geduld, Gelassenheit und Konsequenz. Vertrauen Sie darauf – irgendwann haben es noch alle Kinder gelernt, im eigenen Bett zu schlafen.

Redaktion: Foerster, Katja Grüner,  Anna Nilsson,Quellen, Literatur, Verweise:

Weiterführende Literatur: http://www.lzg-rlp.de/service/gesundheitstelefon/text/artikel/305/

© ivolodina – Fotolia.com

 

 

 

Einige Informationen fehlen noch!Hat mir nicht so gut weitergeholfenHat mir gefallen - aber nicht richtig geholfen!Hat mir geholfen und gut gefallenArtikel hat mir sehr gut gefallen ( Bewerte jetzt als erster diese Seite )
Loading...