Die Gehörentwicklung im ersten Lebensjahr des Babys

B Bereits bei der Geburt besitzt Ihr Kind ein ausgebildetes und funktionstüchtiges Gehör. Dennoch reift es in den darauf folgenden Wochen und Monaten aus. Im weiteren Verlauf erfahren Sie, wie die Hörentwicklung im ersten Lebensjahr verläuft.

Die Gehörentwicklung eines Kindes beginnt streng genommen im Mutterleib. Vor der Geburt vernimmt das ungeborene Kind erste Geräusche. Es hört den Herzschlag seiner Mutter und deren Stimme über Schallwellen, welche das Fruchtwasser ins Mittelohr überträgt.

Entwicklung des Gehörbereiches beim Baby

Gehör beim Baby
Reagiert das Baby auf Töne © Alexandr Vasilyev – Fotolia.com

 

Bei der Geburt stellt sich der Gehörbereich um. Anstelle des Fruchtwassers hört der Säugling ab sofort über Frequenzen in der Luft. Deshalb passt sich das Hörvermögen langsam den höheren Frequenzen an. Zu Beginn liegt die Hörschwelle bei 80 Dezibel, weshalb Ihr Baby hohe oder leise Töne nach der Geburt kaum vernimmt. Es dauert bis zum Ende des zweiten Lebensjahres, ehe die Schwelle ein mit dem Erwachsenengehör vergleichbares Niveau erreicht.

Angesichts des nicht ausgereiften Gehirns vor und zum Zeitpunkt der Entbindung vertrat die Medizin lange Zeit die Meinung, den Neugeborenen fehle die Fähigkeit des Hörens. Mittlerweile gilt besagte Ansicht als überholt. Die Experten wissen: Kinder kommen mit einem organisch ausgebildeten Gehör zur Welt. Deswegen hören die neugeborenen Babys Geräusche aus ihrer Umgebung, worauf sie reagieren. Gleichzeitig vernehmen Sie erstmals die Stimme Ihres Vaters.

 

Singen oder Reden fördert die Hör-Entwicklung

Nach der Geburt setzt sich die Hör-Entwicklung im ersten Lebensjahr fort. Angesichts der aus der Umwelt registrierten Reize bildet sich das Hörvermögen aus. Als Eltern unterstützen Sie im ersten Lebensjahr die Hör-Entwicklung, indem Sie mit Ihrem Kind kommunizieren. Das Neugeborene erfreut sich an vertrauten und bekannten Stimmen:

  • Erzählen Sie Ihrem Kind Geschichten,
  • reden Sie ihm gut zu
  • oder singen Sie Lieder vor.

Das fördert den Reifungsprozess des Gehörs. Außerdem aktivieren Sie das Interesse des Babys, selbst Laute von sich zu geben. Folglich unterstützen Sie neben der Hör- gleichermaßen die Sprach-Entwicklung.

 

Neugeborenes erkennt früh die Stimme der Mutter

Wie bereits erwähnt, besitzt Ihr Kind von Beginn an ein vollständig funktionsfähiges Gehör. Deswegen verfügt es über die Fähigkeit, von Menschen gesprochene Worte in der Gesamtheit aller Umgebungs-Geräusche zu erkennen. Es dauert nur eine kurze Zeit, ehe das Neugeborene die Stimme der Mutter von den Stimmen anderer Personen unterscheidet.

In den ersten Wochen und Monaten sammelt das Kind kontinuierlich Erfahrungen, welche das Hörvermögen verfeinern. Dadurch lernt es unterschiedliche Laute in der menschlichen Sprache kennen. Außerdem wirken Stimmen von Bezugspersonen beruhigend. Vom Kind abgegebene Geräusche beschränken sich in den ersten zwei Monaten auf Lachen oder Gurgeln.

 

Reaktion auf das Gehörte ab dem dritten Monat

Nach ungefähr drei bis vier Monaten beginnt Ihr Kind, auf das Gehörte zu reagieren. Dabei bewegt es seine Augen oder den gesamten Kopf in Richtung der wahrgenommenen Akustik-Quellen. Darüber hinaus versucht Ihr Kind, Ihnen zu antworten. Das Baby reagiert mit einem Lachen oder mit anderen Geräuschen auf Aussagen und Reaktionen von Ihnen. Zudem beginnt das Baby zu diesem Zeitpunkt, in verschiedenen Tonhöhen zu „plappern“.

 

Nach sechs Monaten reagiert das Kind auf seinen Namen

In der Phase vom sechsten bis zehnten Lebensmonat erkennt Ihr Kind seinen eigenen Namen. Gleichzeitig versucht es, einfache Wörter nachzuahmen und entwickelt ein Verständnis für häufig benutzte wie „Ja“ oder „Nein“. Zum Ende der Hör-Entwicklung im ersten Lebensjahr wiederholt Ihr Kind gehörte, vorhergesagte Wörter. Zudem hört und befolgt es in dieser Phase erstmals einfache Anweisungen und versteht einfache Fragen. Erkundigen Sie sich beispielsweise bei Ihrem Kind danach, wo sich der Ball befindet, dreht es sich in die entsprechende Richtung.

 

Auf Anzeichen einer Hörstörung achten

Es empfiehlt sich, die erläuterte Hör-Entwicklung im ersten Lebensjahr genau zu beobachten. Dadurch erhalten Sie Hinweise auf eine möglicherweise vorliegende Störung des Hörvermögens Ihres Kindes. Durchschnittlich leiden zwei bis fünf von 1.000 neugeborenen Kindern in Deutschland an einer Hörstörung.

Angeborene Fehlfunktionen deckt das für Neugeborene angebotene Hör-Screening auf. Die Kosten für den sogenannten Kurzhörtest für Säuglinge trägt in der Regel die Krankenkasse. Allerdings bilden sich Störungen in einigen Fällen erst in den Wochen und Monaten nach der Geburt. Potenzielle Auslöser stellen beispielsweise Infektionen dar.

Achten Sie aus diesem Grund trotz eines guten Ergebnisses des Hör-Screenings auf Auffälligkeiten. Sofern Sie den Verdacht besitzen, Ihr Kind höre zu schlecht, suchen Sie einen Kinderarzt auf. Letzterer klärt daraufhin in Untersuchungen, ob es sich um einen begründeten Verdacht handelt oder, ob die Hör-Entwicklung unauffällig verläuft.

 

Stark geschädigtes Gehör: Das Kind verstummt

Darüber hinaus besitzen Neugeborene in seltenen Fällen ein stark geschädigtes Gehör, weshalb sie sehr schlecht oder gar nichts hören. Das erkennen Sie an einer rückläufigen Sprach-Entwicklung. Die betreffenden Kinder beginnen ebenfalls nach einiger Zeit, Laute von sich zu geben. Jedoch nimmt das entsprechende Verhalten später wieder ab, da das Baby keine Antwort hört. Infolgedessen gibt das Kind zum Ende des ersten Lebensjahres hin keine Geräusche mehr von sich und verstummt.

Zusammengefasst verfügt Ihr Sohn oder Ihre Tochter zum Zeitpunkt der Geburt über ein funktionstüchtiges Gehör. Fördern Sie deshalb die Hör-Entwicklung, indem sie mit ihrem Kind aktiv kommunizieren.

 

Redaktion: M.Foerster,  A.Nilsson,

weiterführend:

http://www.zacho.de/kinder-und-paedakustik/entwicklung-des-ohres/

 

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