Warum Dein Kleinkind eisenhaltige Nahrungsmittel braucht

Eisen ist ein Spurenelement und lebensnotwendig für jeden Menschen. Es ist Bestandteil des Blutbildungs-Prozesses und verantwortlich für den Transport von Sauerstoff. Damit Dein Kind nicht die weltweit häufigste Mangel-Erkrankung, das Eisendefizit betrifft, beugst Du rechtzeitig vor. Dabei hilft die richtige Wahl eisenhaltiger Nahrungsmittel für Dein Kleinkind.

Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin sowie des Muskelfarbstoffes Myoglobin. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) versorgen alle Zellen des Körpers mit Sauerstoff. Diesen benötigen die Zellen, um Energie zu produzieren und den Organismus am Laufen zu halten.

Eisenhaltiges Lebensmittel Fisch
Eisenhaltiges Lebensmittel Fisch © Gorilla – Fotolia.com

Die roten Blutkörperchen enthalten Hämoglobin, das den Sauerstoff transportiert. Das Myoglobin in den Muskeln speichert den Sauerstoff. Ebenfalls benötigt der Körper Eisen für die Zellteilung, die Herz- und Hirnfunktionen und den Hormon-Stoffwechsel.

Was ist Eisen und wofür benötigt es Dein Kind?

Mangelt es an Eisen im Organismus, produziert dieser weniger Hämoglobin und damit weniger rote Blutkörperchen. Das bewirkt eine Anämie oder umgangssprachlich Blutarmut. Symptome davon sind Blässe, wegen der mangelnden Durchblutung, wie ein geschwächtes Immunsystem. Somit sind betroffene Kinder anfälliger für Infektionen, die wiederum den Eisenmangel begünstigen: Es führt zu einem Teufelskreis. Weitere Mangel-Erscheinungen sind Müdigkeit, Konzentrations-Schwäche und Schlafrhythmus-Störungen. Bis hin zu Kopfschmerzen, brüchigen Nägeln und Haarausfall geht die Liste.

Kommt ein Kind zur Welt, ist sein Eisenspeicher vorerst reich gefüllt. Erst nach circa sechs Monaten sind die Vorräte aufgebraucht. Anders ist das bei Frühgeborenen, Zwillingen oder Drillingen: Bei ihnen reichen die Reserven für circa zwei Monate, danach benötigen sie Alternativen. Neben Kindern sind Frauen im Menstruationsalter, Greise und Leistungs-Sportler vermehrt betroffen.

 

Wie beuge ich Eisenmangel vor?

Eisenhaltige Nahrungsmittel bei Kleinkindern verringern das Risiko einer Anämie. Bis zum sechsten Monat deckt die Muttermilch noch ausreichend den Bedarf nach Eisen ab. Danach benötigt das Kind zusätzliche Nahrungsquellen, selbst wenn die Mutter weiter stillt. Professor Koletzko von der Stiftung Kindergesundheit (http://www.kindergesundheit.de/newsletter-11-2010.html) empfiehlt, Kinder bereits mit Beginn des fünften Monats neben dem Stillen mit Brei zu füttern. Anderenfalls besteht das Risiko eines Eisenmangels.

 

Welche eisenhaltigen Nahrungsmittel eignen sich für mein Kleinkind?

Empfohlen sind für Kleinkinder bis drei Jahre acht Milligramm Eisen täglich. Diese Zahl zu erreichen, ist nicht leicht: Achte deshalb bewusst auf die richtige Auswahl der Lebensmittel.

Am besten geeignet sind:

  • rotes Fleisch, Fisch, Wurst und Eigelb,
  • Hirse, Roggen, Hafer und Weizenkeime,
  • Amaranth und Quinoa,
  • Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Bohnen und Linsen,
  • Ölsamen, wie Sonnenblumen- oder Sesamsamen sowie
  • grünes Blattgemüse.

Der Körper baut Eisen aus tierischen Produkten deutlich leichter ab als das von Pflanzen, da dieses in der schlechter verwertbaren dreiwertigen Form auftritt.

Eine ausgewogene Ernährung für Kleinkinder beinhaltet jeden zweiten Tag eine Portion Fleisch, maximal drei Portionen die Woche. Hierbei bietet es sich an, püriertes Fleisch in einen Brei aus Gemüse und Kartoffeln zu mischen. Bevorzugst Du eine vegetarische Ernährung oder Dein Kind lehnt Fleisch ab, ist das nicht schlimm. Gib ihm zweimal täglich eine der oben genannten Alternativen um den Bedarf an Eisen zu decken. Vitamin C verstärkt den Effekt des Minerals, indem es die Aufnahme vereinfacht. Daher ist es klug, wenn Du Vitamin-C-haltiges Gemüse zum Fleisch reichst oder Deinem Kind frisches Obst zum Nachtisch gibst.

 

Eisenmangel: unterschätztes Risiko

Die richtige Ernährung ist ein Thema, das nicht viele Eltern beschäftigt. Die GRETA-Studie – German Representative Study of Toddler Alimentation – beweist, dass Kinder in deutschen Haushalten zu viel Fleisch und Süßes und zu wenig Getreide-Produkte und Gemüse essen (https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0031-1276869). Oft unterschätzen sie das Risiko von Mangel-Erkrankungen, bis es zu spät ist. In Deutschland leiden circa drei Prozent aller Kinder an Anämie, in ärmeren Ländern wesentlich mehr. Dieser Umstand wiederum ist dort der mangelnden Grundversorgung geschuldet. Bis vor 70 Jahren gingen Forscher noch von einer Art Anämie aus, heute wissen sie, dass es über 200 verschiedene Klassifizierungen gibt.

Achte auf eine ausgewogene Ernährung und darauf, dass Dein Kleinkind genügend eisenhaltige Nahrungsmittel zu sich nimmt. Damit beugst Du präventiv einem Eisenmangel vor, bevor Dein Kind Tabletten benötigt. Anämie ist eine nicht zu unterschätzende Krankheit und durch verantwortungsvolle und bewusste Ernährung leicht zu vermeiden.

 

 

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