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„Geht alles gar nicht“ oder die Lüge von der Vereinbarkeit von Kindern, Beruf und Partnerschaft

Die Buchvorstellung: „Geht alles gar nicht“ von Marc Brost und Heining Wefing (Rowohlt, 2015)

„Sind wir gerne Väter? Ja, absolut, von ganzem Herzen. Arbeiten wir gerne in unserem Beruf? Ja, leidenschaftlich gerne. Und, geht beides zusammen? … Ja, klar. Manchmal hakt es ein bisschen, manchmal sind alle ein bisschen erschöpft … Die Wahrheit ist: Es ist die Hölle.“

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So beginnt das Buch „Geht alles gar nicht“ von Marc Brost und Heinrich Wefing. Die beiden Autoren stellen eine provokante Behauptung auf:

Kinder, Beruf und Partnerschaft passen nicht zusammen!

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Wer sind die Autoren?

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Marc Brost

Marc Brost ist 1971 geboren und leitet seit einigen Jahren das Hauptstadtbüro der ZEIT. Heinrich Wefing, Jahrgang 1965 arbeitet im Politikressort der überregionalen deutschen Wochenzeitung. Beide sind Väter und gehen einem stressigen Beruf nach. Sie wissen, wovon Sie schreiben.

Wovon handelt dieses Buch?

Die beiden Autoren entwickeln einen Gegenentwurf zur viel gepriesenen Figur des tollen Papas. Du hältst Dich für

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Heinrich Wefing

den Vater, der erfolgreich seinen Job erledigt. Du kommst abends nach Hause und kümmerst Dich um Deine Kinder. Sind die im Bett, folgt die traute Zweisamkeit mit Deiner Partnerin. Alles gelogen! – behaupten Brost und Wefing. Väter wie Du und ich schlafen schlecht, versuchen tagsüber gehetzt im Beruf unseren Mann zu stehen und kommen schlecht gelaunt nach Hause. Dann reicht ein falsches Wort und der Streit mit Kindern und Partnerin beginnt.

 

Die Familie als Spielball unterschiedlicher Interessen

Nicht der Vater ist der Böse, sondern all die Manipulatoren, die uns ein falsches Bild der Realität suggerieren. Die Autoren gehen davon aus, dass es aktuell kein funktionierendes Modell gibt, Kinder, Beruf und Partnerschaft unter einen Hut zu bringen. Verantwortlich ist ihrer Ansicht nach die Politik, die Deutschland als Familienparadies darstellt. Allein mit kurzer Elternzeit und Kita-Plätzen sei das zu erreichen. Sie prangern die Unternehmen und die Wirtschaft an, die Väter mit allerlei Arbeitszeitmodellen an der Nase herumführt.

 

Schluss mit der Augenwischerei

Jetzt sei es Zeit zu reden, fordern Brost und Wefing. Sie wollen Schluss machen mit der „Vereinbarkeitslüge“ und den gesellschaftlichen Illusionen. In ihrem Buch decken sie die Ursachen der dauernden Überlastung von Vätern auf. Sie analysieren, wie die Familienpolitik versagt und an falschen Modellen festhält. Aber die beiden entwickeln auch Ideen, wie die Probleme zu lösen sind.

 

Jammern auf hohem Niveau?

Einigen Argumenten von Kritikern widmen die Autoren breiten Raum. Da geht es darum, dass Mütter sagen: Willkommen im wirklichen Leben – wir schlagen uns seit Jahren damit herum, Kindererziehung und Beruf zu vereinbaren. Auch der Einwand „Ihr Weicheier“ kommt zur Sprache. Euch geht’s doch gut im Vergleich zu Männern früherer Jahrhunderte. Und mit den Problemen der Väter, die Misere zu ändern, setzen sich Brost und Wefing auseinander.

 

Beruf, Kinder und Partnerschaft fressen uns auf

„Geht alles gar nicht“ handelt nicht von karrieregeilen Managern oder übersättigten Vertretern der Mittelschicht. In zehn Interviews weisen die Autoren nach, dass die Schwierigkeiten den Schreiner, Gärtner oder Müllwerker betreffen. Dies sind ganz normale Leute, die ohne Zweitjob nicht über die Runden kommen und sich selbst auf Kosten von Kindern und Partnerin ausbeuten.

 

Wir arbeiten mehr, wir lieben weniger

Heutzutage arbeiten Männer im Schnitt deutlich weniger als vor 30 Jahren. Im Gegensatz sind deren Frauen meist voll berufstätig. In der Gesamtheit arbeitet eine Familie heute mehr als früher. Die Zeit für Liebe und Kindererziehung fehlt. Dies ist den meisten Vätern nicht bewusst – die Gesellschaft suggeriert das Gegenteil. Höchste Zeit, das Thema zur Diskussion zu stellen.

 

Väter haben es schwer

Über zwölf Kapitel entwickeln Brost und Wefing die einzelnen Aspekte der Sisyphus-Aufgabe, Beruf, Kinder und Partnerschaft zu vereinen. Da fehlt nicht die Kapitalismuskritik (capitalism kills love) und der Mangel an Möglichkeiten, sich zu verwirklichen. Ständige Zeitnot und das Bedürfnis nach Entschleunigung sind ebenfalls Thema. Wer zu wenig Antworten in diesem Buch findet, dem sei gesagt: Die Autoren finden es am wichtigsten, die Diskussion anzustoßen und die Dinge beim Namen zu nennen. Ihre Hauptforderung lautet: Ehrlichkeit.

 

… und wer liest dieses Buch?

Da sind Väter auf dem Karrieretrip angesprochen, die sich überfordert fühlen. Auch Mütter, welche die männliche Sicht der Dinge kennenlernen möchten, profitieren davon. Zukünftige Väter bekommen einen Vorgeschmack auf das, was ihnen bevorsteht. Und das Buch spricht Lobbyisten und Politiker an, denn die haben von nichts Ahnung. Sie sind diejenigen, die die Gesetze machen und behaupten, Kinder, Beruf und Partnerschaft passen zusammen. Dabei arbeiten sie 80 Stunden in der Woche und haben keine Kinder.

 

weiterführend:

zum BUCH „Geht alles gar nicht“

http://www.rowohlt.de/buch/Marc_Brost_Geht_alles_gar_nicht.3148997.html

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