Welche Risiken birgt es – Wenn Kinder E-Shisha rauchen?

„E-Shishas“ sind elektronische Wasserpfeifen ähnlich den Elektrozigaretten, die zwar nikotinfrei sind und deshalb legal an Kinder verkauft werden können dürfen, aber keinesfalls ohne Risiko konsumiert werden können. Immer stärker drängen E-Shisha in Schulen, Pausenhöfe und Kinderzimmer. Als Vater machst Du Dir zurecht Sorgen, denn du weißt nicht genau, was drinsteckt. Sollte man sie verbieten?

Mehr als eine halbe Million Minderjährige rauchen regelmäßig E-Shishas – . Damit gibt es ein potenzielles Stress-Thema mehr zwischen besorgtem Teenager-Vater und pubertierender Tochter. Deiner Tochter gefällt es, E-Shishas zu rauchen? Ist das ein Grund zur Sorge oder alles halb so wild?

Fakten über E-Shisha die „Wasserpfeife to go“

RAUCHT E-SHISHA
E-SHISHA & Zubehör © Jipé – Fotolia.com

Einen „Coffee to go“ holst Du Dir ab und an, aber eine „Shisha to go“ ist Dir noch nicht untergekommen? Dann ist es höchste Zeit für ein paar Fakten. E-Shisha ist der hippe Name für das, was wir als elektrische Zigarette kennen. Sie besteht aus drei Teilen: dem an eine orientalische Wasserpfeife erinnernden Mundstück, dem Tank für die Befüllung mit dem sogenannten Liquid und die Verdampfer-Einheit aus Batterie und Heizspirale.

Beim Zug am Mundstück setzt sich die Heizspirale in Gang, das Liquid erhitzt sich und es entsteht das gewünschte Endprodukt, der Dampf. Dessen Inhalation eröffnet laut den Herstellern tolle Erlebniswelten. Ob gemütliches Beisammensein, pure Entspannung oder anregender Genuss – E-Shishas gibt es für jeden Anlass. Eine Einweg-E-Shisha ist für circa acht Euro zu haben und reicht für rund 600 „Puffs“, das, was früher Züge hieß.

E-Shisha – Inhaltsstoffe – Ist das Liquid gefährlich für unsere Kinder?

Die Flüssigkeit, die sich im Tank der E-Shisha befindet und die Basis für den Dampf darstellt, hat den unattraktiven Namen Propylenglykol. Das klingt nicht lecker. Deswegen ist der Verkaufs-Name ein anderer, nämlich „Liquid“. Das Liquid enthält neben Propylenglykol Aromastoffe, die für die Geschmacksausrichtung des Dampfes sorgen. So poppig-bunt und stylish, wie das Design der E-Shishas in Filzstift-Größe ist, so kunterbunt und abwechslungsreich sind die Geschmäcker. Erhältlich sind Liquids mit dem Aroma sämtlicher Obst-Sorten. Daneben gibt es Klassiker wie Menthol oder für Naschkatzen Tiramisu und Zuckerwatte. Beliebt sind auch Energydrink- und Kaugummi-Aroma.

 

Legal, illegal, ganz egal? E-Shishas und Kinder und die aktuelle Rechtslage

Ab 13 Jahren ist es per Gesetz in Ordnung, wenn unsere Kinder leichte Nebenjobs annehmen, ab 16 gehen sie alleine in die Disco oder zum Tätowierer, ab 18 sind sie berechtigt, Zigaretten zu kaufen. Das Jugendschutzgesetz regelt, was Jugendliche und jungen Erwachsenen in welchem Alter zu tun oder besser zu lassen haben. Wie aber sieht es mit dem Konsum von E-Shishas aus?

Raucht Deine Tochter E-Shishas und Du hast ein Problem damit, steht Dir das Gesetz bisher nicht zur Seite. Verbietest oder „beschlagnahmst“ Du die Dampf-Stängel, ändert das nichts daran, dass sie sich an der nächsten Tankstelle oder im Drogeriemarkt ganz legal neu eindecken kann – noch.

Nachdem seit zwei Jahren auf deutschen Schulhöfen und in „Shisha-Bars” mehr als eine halbe Million Minderjährige regelmäßig E-Shishas rauchen, macht nun auch die Politik Dampf. Familienministerin Schwesig und Ernährungsminister Schmidt beabsichtigen, den freien Verkauf von E-Shishas an Minderjährige im Handel und im Internet zu verbieten. Eine Novellierung des Jugendschutzgesetzes wird vermutlich bis Ende des Jahres stattfinden.

Bis es soweit ist, sieht es keine Altersbeschränkung für E-Shishas vor. Der legale Einkauf bleibt bis zur Umsetzung der Reform im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht. Anders sieht die Gesetzeslage schon jetzt aus, wenn das Liquid Nikotin enthält. Nikotin macht die E-Shisha zur Tabakware, sodass der Jugendschutz bereits heute greift. Wer nikotinhaltige Liquids an unter 18-Jährige verkauft, macht sich strafbar. Unter 18-Jährigen ist es nicht erlaubt, nikotinhaltige E-Shishas zu konsumieren.

Mädchen als Zielgruppe für legale E-Shishas

Deine Tochter raucht E-Shishas, obwohl sie eher gesundheitsbewusst ist und Zigaretten eklig findet? Das passt zusammen. E-Shisha-Marketing zielt mit dem Image des sauberen, leichten Genusses gerne auf Mädchen ab. Das Rauchen von Zigaretten steigert unter Jugendlichen längst nicht mehr so den „Coolness-Faktor“ wie in früheren Generationen. Mädchen finden es eher unangenehm, wenn Haare und Kleidung nach kaltem Zigarettenrauch stinken.

Für die gut riechenden Aromen der E-Shishas hingegen sind sie zu begeistern. Genauso wie für die Tatsache, dass eine E-Shisha in jeden Diätplan passt. Nicht zuletzt deshalb weisen Hersteller darauf hin, dass es zum verführerischen „Mousse au Chocolat“ eine kalorienfreie Alternative gibt: die E-Shisha mit Schokokuchen-Aroma.

Als Väter wissen wir, Mädchen umgeben sich gerne mit schönen Dingen. E-Shishas sind schick, passen in jede Handtasche und haben hübschen Accessoires wie Etuis oder Schlüsselbänder.

Pro E-Shisha: ein Plädoyer für Toleranz

Spätestens, wenn unsere Töchter in die Pubertät kommen, merken wir, dass das mit dem Beschützen und Fernhalten von Verlockungen so eine Sache ist. Alkohol, Drogen, falsche Freunde, väterliche Albträume gibt es viele. ”Meine Tochter raucht E-Shishas“ ist da doch eher ein Satz, der uns vergleichsweise gelassen über die Lippen kommt, oder? Ein bisschen Dampf mit Aroma. Kein Verbrennungsprozess, kein Teer und da kein Nikotin, keine Suchtgefahr und keine passiv rauchenden jüngeren Geschwister. Außerdem bleiben Tapeten, Gardinen und Zähne weiß.

Bevor unsere Mädchen auf andere Ideen kommen, lassen wir sie doch lieber dampfen. So lernen sie schon in jungen Jahren den verantwortungsvollen Umgang mit Genussmitteln. Und wir riskieren nicht unseren hart erarbeiteten Ruf, doch eigentlich ein richtig „mega“ Vater zu sein.

Kontra Verharmlosung: jenseits der vernebelten Wahrheit

Der Geruch, der aus dem Zimmer Deiner Tochter kommt, wenn sie E-Shishas raucht, ist angenehm. So fällt es Dir leicht zu glauben, dass sie nur einem harmlosen Teenager-Vergnügen frönt. Neue wissenschaftliche Studien zeichnen jedoch ein anderes Bild. Demnach sind E-Shishas, auch wenn sie kein Nikotin enthalten, krankmachende Wölfe im bunt aufgepeppten Schafspelz. Die Inhaltsstoffe des Dampfes lesen sich wie ein Beipackzettel aus einem Giftschrank:

• Formaldehyd: Eine chemische Verbindung, dessen Krebs auslösende Wirkung Forscher als wahrscheinlich einstufen.
• Aromazusätze: Sie weisen sogenannte „zytotoxische Eigenschaften“ auf. Das bedeutet: Sie schädigen Zellen, vor allem jene, die sich im Wachstum befinden.
• Feine Partikel: Sie sind im beim Dampfen entstehenden Aerosol. Lagern sie sich in der Lunge ab, führt dies zu chronischen Schäden.

Hinzu kommt die psychische Komponente. Suchtforscher kritisieren, dass Kinder sich viel zu früh Suchtrituale antrainieren. „Kickt“ die süßlich-bunte E-Shisha nicht mehr, ist der Schritt zu Zigaretten oder anderen Genussmitteln nur ein kleiner.

Gute Argumente für einen klaren Kopf

Du hältst Deine Tochter (meistens) für ein vernunftbegabtes Wesen? In diesem Fall ist es an Dir als Vater, sie mit allen notwendigen Informationen auszustatten. Noch ist das Verbot per Gesetz keine Realität und Aufklärung tut not. Die Marketing-Profis der E-Shisha-Industrie leisteten ganze Arbeit, aber unsere Kinder sind nicht auf den Kopf gefallen.

 

Redaktion: Netpapa.de
weiterführend:

http://www.rauchfrei-info.de/informieren/tabak-tabakprodukte/tabakprodukte/e-shisha/
http://www.bfr.bund.de/cm/343/nikotinfreie-e-shishas-bergen-gesundheitliche-risiken.pdf

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