Wie entwickeln sich die Gedanken beim Baby ?

Die Entwicklung des Denkvermögens beim Kind beginnt bereits im ersten Lebensjahr. Bereits Stunden nach der Geburt schreit ein Baby und signalisiert der Mutter: Ich habe Hunger. Zu mehr ist es in der Anfangszeit seines Lebens nicht fähig. Es ist in dieser Phase auf Reflexe angewiesen. Ein paar Monate später handelt es und reagiert auf Reize deutlich komplexer. Es greift nach Gegenständen und lächelt die Eltern an.

Vom Schweizer Psychologen Jean Piaget stammt ein mehrstufiges Schema zur Denk-Entwicklung bis zum zwölften Lebensjahr. Er beschreibt vier Stufen, welche die Zeit von der Geburt bis zur Pubertät abdecken. Zu Beginn des Lebens beschränkt sich das Denken darauf, Reize wahrzunehmen. Nach und nach kommen komplexere Fähigkeiten hinzu. Ab dem zwölften Lebensjahr ist ein Kind zu abstrakten Denkprozessen fähig.

Von Reizwahrnehmung zu abstraktem Denken

Entwicklung Denkvermögen Baby
Gedanken beim Baby © kamsta – Fotolia.com

 

Der Beginn des Denkens beim Kind

Piaget bezeichnet die Denk-Entwicklung im ersten Lebensjahr als „sensumotorisch“. Mit seinen Sinnen nimmt ein Säugling eine Vielzahl von Eindrücken wahr. Er ist anfangs nicht in der Lage, Gründe für Wahrnehmungen zuzuordnen. So hört das Baby Geräusche und weiß nicht, woher sie kommen. Sieht es Gegenstände, vermag es, deren Bedeutung nicht zu deuten.

 

Das Zusammenspiel der Sinne

Einige Monate später beginnen die Sinne des Babys, zusammenzuspielen. Hört es ein Geräusch, prüft es, woher dies kommt – es sieht in die entsprechende Richtung. Fühlt es ein Spielzeug, nimmt es dieses in den Mund, um es weiter zu untersuchen. Damit tastet sich der Säugling im Laufe der Zeit an seine Umwelt heran. Einfache Erkenntnisse aus den ersten drei Monaten des Lebens bilden den Grundstock, später komplexere Zusammenhänge zu erkennen.

 

Das kindliche Verständnis für Dinge wächst

Der Säugling entwickelt nach und nach eine Vorstellung seiner Umgebung und der Dinge, die ihn umgeben. Er weiß die Gestalten der Eltern auseinanderzuhalten und das Gefühl des eigenen Körpers wächst. Auch alltägliche Dinge vermag er, zu unterscheiden. Ein weiterer Schritt der Denk-Entwicklung im ersten Lebensjahr deutet sich an: Das Baby versteht, wie Dinge zusammenhängen, und weiß sie richtig einzuordnen. Hört es, wie Mutter oder Vater das Trinkfläschchen schüttelt, verbindet es dies mit baldigem Essen. Sieht es, wie ihn die Eltern anlächeln, lächelt es zurück – zunächst unbewusst (Engelslächeln), später lacht es zielgerichtet und „antwortet“ auf die Aktion der Eltern.

 

Zielgerichtetes Handeln des Babys

Dieses Geräusch kenne ich! Sehe ich diesen Gegenstand zum ersten Mal? Habe ich ein Ereignis als angenehm oder unangenehm empfunden? Nach einem Dreivierteljahr besitzt ein Kleinkind einen Fundus an Erinnerungen und Erfahrungen. Damit beginnt es, bewusst zu handeln. Es greift nach einem Lieblingsspielzeug, es ruft nach der Mutter, wenn es Nähe spüren will. Ihr Kind realisiert, dass es durch eigenes Verhalten Dinge bewirkt. Es weiß angenehme Erfahrungen durch sein Verhalten erneut hervorzurufen. Der Druck auf einen bestimmten Punkt der Spieluhr bewirkt, dass die Musik von Neuem beginnt. Erstmals begreift das Kind einfache Zusammenhänge des Prinzips Ursache und Wirkung.

 

Das Kind begreift – Leben im Hier und Jetzt

Bis ein Kind acht Monate alt ist, existieren Dinge, wenn sie unmittelbar präsent sind. Personen, die sein Blickfeld verlassen, vergisst es sofort. Genauso verhält es sich beispielsweise mit Spielzeug. Dies ändert sich jetzt. Das Kind entwickelt die Fähigkeit, sich an Dinge und Personen zu erinnern, die gerade nicht da sind. Verstecke ich mein Lieblingsspielzeug, ist es später noch da, wenn ich nachsehe? Wann taucht Papa wieder auf, wenn er sich hinter der Tür versteckt?

 

Das Ausprobieren beginnt

Sobald die Fähigkeit, sich zu erinnern, einsetzt, probiert das Kind begeistert mögliche Zusammenhänge aus. In komplexeren Situationen weiß es jetzt Ursache und Wirkung zuzuordnen. Wohin fliegt die Puppe, die ich aus meinem Bett werfe – und wie oft bringt sie mir Papa zurück? Wie reagiert Papa, wenn ich in der Badewanne strample und alles nass mache?

 

Die Denk-Entwicklung im ersten Lebensjahr fördern

Eltern sind die ersten Bezugspersonen eines Säuglings. Sie haben es in der Hand, die Denk-Entwicklung des ersten Lebensjahres zu stärken. Schenken Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit und geben Sie ihm neue Reize, die es nicht überfordern. Reagieren Sie auf Aktivitäten und kommentieren Sie diese. Teilen Sie die Freude Ihres Kindes, wenn es Neues entdeckt oder wenn es eine neue Fertigkeit entwickelt. In den ersten Jahren fällt die Lust, zu entdecken und auszuprobieren mit fehlender Einsichtsfähigkeit zusammen. Achten Sie darauf, Gefahren durch Spielzeug, Strom und ähnliche Dinge in Ihrer Umgebung auszuschalten.

 

Quellen:

http://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/denkschritte/

http://www.kindererziehung.com/Paedagogik/Entwicklung/Denkentwicklung.php

http://www.kindererziehung.com/tl_files/entwicklung/denkentwicklung.pdf

http://www.hallofamilie.de/familienleben/kind-eltern/artikel/1/864-die-geistigen-entwicklungsstufen.html

 

 

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