Die Lippenbändchen sind dünne Bindegewebsfalten, die mit Mundschleimhaut bedeckt sind und in den Mundvorhof hineinragen. Die medizinische Fachbezeichnung dafür ist frenulum labii oder auch ligamentum tectolabiale. Im Mund befinden sich zwei Lippenbändchen, eines über den Schneidezähnen im Oberkiefer, das andere an derselben Stelle im Unterkiefer. Durch einen kleinen Eingriff kann das Lippenbändchen verlagert, weiter nach oben versetzt oder entfernt werden. Diese Operation wird zumeist schon im Kindesalter durchgeführt. Nähere Informationen zu diesem Eingriff erfahren Sie im folgenden Abschnitt. [adsense_id=2]  Lippenbändchen

Probleme mit dem Lippenbändchen – gerissen und operieren:

Das Lippenbändchen im Oberkiefer ist größer und sitzt bei vielen Menschen zu weit unten, so dass es zu weit in den Bereich des Zahnzwischenraumes hineinragt. Als Folge entsteht dann zwischen den oberen Schneidezähnen ein sogenanntes Diastema mediale, ein mehr oder weniger größerer Spalt.

Warum sollte bei Kindern ein zu tief sitzendes Lippenbändchen korrigiert werden?

Wie schon oben erwähnt, ist ein zu tief sitzendes Lippenbändchen häufig die Ursache für ein Diastema mediale, eine bleibende Zahnlücke zwischen den vorderen Schneidezähnen. Neben dem ästhetischen Aspekt wird das zu tief liegende Lippenbändchen bei Kindern häufig operiert, da es ansonsten zu einer undeutlichen Sprache führen und sich vor allem ein Lispeln entwickeln kann.

Im Rahmen der zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wird der Zahnarzt auch einen Blick auf das Lippenbändchen Ihres Kindes werfen und mit Ihnen sprechen, falls er eine Operation für notwendig erachtet. Die chirurgische Entfernung (Exzision) sollte dann durchgeführt werden, wenn das Lippenbändchen sich bereits in der Nähe des Zahnhalses befindet, denn dann wird durch die Lippenbewegung eine Zugkraft ausgeübt, die das Diastema mediale begünstigt.

 

Wann empfehlen Zahnärzte das Entfernen des Lippenbändchens?

Der früheste Zeitpunkt für die Operation des Lippenbändchens ist bei Kindern das Alter, wenn die bleibenden seitlichen Schneidezähne durchgebrochen sind. Ist das Milchgebiss noch vorhanden, so wird in der Regel noch nicht operiert. Nach der Operation schließt sich bei Kindern die Lücke zwischen den Schneidezähnen meist innerhalb von drei Monaten. Sollte das Diastema bleiben, so kann dies später nur noch kieferorthopädisch korrigiert werden.

 

Operation des Lippenbändchens

Bei der konventionellen Methode wird das Lippenbändchen und die darunter liegende Muskulatur mit einem Skalpell durchtrennt. Danach werden die Wundränder vernäht, wobei die Fäden ungefähr eine Woche im Mund verbleiben müssen. Das Pieksen des Fadens unter der Lippe ist für Kinder oft störend und unangenehm.

Außerdem ist die Entfernung des Lippenbändchens mittels Skalpell meist eine recht blutige Angelegenheit, für Kinder also auch nicht sonderlich angenehm. Daher setzen Zahnärzte bei der Operation des Lippenbändchens mittlerweile auf die moderne Lasermethode. Damit wird das Lippenbändchen schonend und nahezu unblutig korrigiert. Nähte zum Wundverschluss sind bei dieser Operationsmethode nahezu selten nötig. Die Heilung verläuft wesentlich schneller und beschwerdefreier. Dies ist gerade bei Kindern ein großer Vorteil.

 

Manchmal ist die Ursache des Diastemas auch ein Mesiodent

Mesiodent? Wahrscheinlich haben Sie noch nie davon gehört, in eher seltenen Fällen kann solch ein „Kerl“ aber auch Ursache eines Diastemas sein. Als Mesiodenten bezeichnet man einen überzähligen Zahn in Zapfenform, der sich zwischen die oberen mittleren Schneidezähne schiebt. Selten bricht dieser Zahn durch und ist nur durch eine Röntgenaufnahme zu erkennen. Ihr Zahnarzt wird dies auch bei Ihrem Kind prüfen, wenn ein Diastema vorliegt. Der Mesiodent wird operativ entfernt, aber meist erst nach abgeschlossenem Wurzelwachstum der anderen Zähne, damit nichts beschädigt wird. Danach sollte sich auch das Diastema schließen.

 

Wenn Ihr Zahnarzt Ihnen bezüglich Ihres Kindes zu einer Lippenbändchen-Operation rät, so wird er Sie ausführlich darauf vorbereiten und offene Fragen mit Ihnen klären. Besprechen Sie mit ihm alles, was Ihnen auf dem Herzen liegt und beziehen Sie auch Ihr Kind in die Gespräche ein.

 

Redaktion: Foerster, Katja Grüner,  Anna Nilsson,

© dimedrol68 – Fotolia.com

 

 

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