Potenzielle Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahren

Obwohl die Entwicklung von Kindern zeitlich verschieden verläuft, offenbaren sich bei einigen deutliche Unterschiede gegenüber Gleichaltrigen. Achten Sie als Vater beispielsweise auf motorische und sprachliche Störungen.  Jedes Baby und Kind entwickelt sich mit seiner eigenen, individuellen Geschwindigkeit. Während einige von ihnen schnelle Fortschritte zeigen, benötigen Nachzügler vergleichsweise viel Zeit.

Dennoch existieren für die kindliche Entwicklung Referenz-Zeitpunkte, um den persönlichen Fortschritt einem durchschnittlichen Verlauf gegenüberzustellen. Außerdem bleibt der unmittelbare Vergleich mit Gleichaltrigen.

 Entwicklungsstörungen bei Kindern

© kei u - Fotolia.com
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Entwicklungsstörungen bei der Nahrungsaufnahme

Einige Säuglinge zeigen Probleme beim Füttern. Hierbei dauert das Stillen verhältnismäßig lange oder das Kind verweigert die Nahrungsaufnahme. Oft legen sich derartige Komplikationen nach einiger Zeit. Treten die Probleme hartnäckig auf und dauert die einzelne Fütterung in den ersten drei Lebensmonaten länger als 45 Minuten, suchen Sie Hilfe auf. Drei bis sieben Prozent aller Kinder zeigen schwere Futterstörungen. Dadurch drohen Gedeih-Störungen, das Kind verliert an Gewicht und es kommt zu Verzögerungen im Wachstum.

Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung bei Kindern

In den ersten Lebensmonaten besteht die Gefahr von Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung hinsichtlich der Motorik. Einige Babys lernen das Gehen nur schleppend. Außerdem zeigen sie unsichere, ungeschickte Bewegungen mit den Händen oder den Armen. Das erkennen Sie beispielsweise, wenn Ihr Kind häufig Gegenstände fallen lässt oder bei Mal- sowie Bastel-Aufgaben Probleme auftreten.

Sofern Sie den Verdacht einer beeinträchtigten motorischen Entwicklung besitzen, suchen Sie einen Kinderarzt auf. Andernfalls droht ein Verlust an Selbstvertrauen, wodurch die Gefahr von Verhaltensproblemen besteht. Infolgedessen neigen Kinder zu einem aggressiven oder ängstlichen Verhalten.

 

Probleme bei der sprachlichen Entwicklung

Neben den motorischen Abläufen entwickelt sich ab der Mitte des ersten Lebensjahres die Sprache des Babys. Allerdings fällt es diesbezüglich schwer, frühzeitig Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung zu identifizieren. Einige Kinder beginnen bereits im Alter von neun Monaten, eigenständig erste Worte zu sprechen. Andere Kinder benötigen dagegen teilweise mehr als zwei Jahre, ehe sie ganze Wörter formulieren. Gleichzeitig zeigen sich in dem Alter erhebliche Unterschiede im Umfang des Wortschatzes. Das erschwert für Sie als Vater die Einschätzung, ob die Entwicklung normal oder auffällig verläuft.

Achten Sie darauf, wie sich das Sprach-Vermögen Ihres Kindes im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern verhält. Ernsthafte Störungen in der sprachlichen Entwicklung zeigen sich durch eine schwer verständlich, sehr undeutliche Aussprache, während Kinder gleichen Alters selbstständig komplette Sätze formulieren. Dasselbe gilt, wenn Ihr Kind nur wenig redet oder keine vollständigen Sätze bildet.

Erneut empfiehlt sich in derartigen Situationen der Besuch eines Kinderarztes, um die Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung zu untersuchen. Je früher die Diagnose einer Störung stattfindet, desto besser unterstützen Experten – beispielsweise in Kursen zur Sprachförderung – eine normale Entwicklung.

 

Verhaltensauffälligkeiten und ADHS

Als weitere mögliche Auffälligkeit gilt die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (kurz ADHS). In Deutschland zeigt sich die Störung bei knapp fünf Prozent der drei- bis 17-jährigen Kinder. Dabei überwiegt der Anteil der Jungen. Zu den Anzeichen gehören:

  • Störungen bei der Konzentration und Aufmerksamkeit,
  • starker Bewegungsdrang,
  • körperliche Unruhe
  • unüberlegtes, impulsives Handeln.

Allerdings gilt in den ersten Lebensjahren großer Bewegungsdrang als normal. Ein hyperaktives Verhalten zeigt sich deswegen erst ab einem Alter von drei Jahren. ADHS bedarf der Diagnose durch einen Kinderarzt oder einen Facharzt für Kindermedizin.

Möglicherweise stellen die verzögerte Entwicklung oder die ausgeprägten Schwächen bei Ihrem Kind Hinweise auf spätere Lernstörungen in der Schule dar. Unerkannt besteht die Gefahr von ernsthaften Problemen beim Schreiben, Lesen und Rechnen in der Schule. Aus diesem Grund raten Experten zur frühzeitigen Diagnose von Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung durch Ärzte. Dadurch bestehen gute Aussichten, um durch eine gezielte Therapie und Förderung die Ursachen zu behandeln und die Auffälligkeiten zu beheben oder zu reduzieren.

Wenden Sie sich deshalb bei Sorgen zunächst an Ihren Kinderarzt. Er kennt den ideal-typischen Verlauf der Entwicklung eines Kindes und unterscheidet Spätentwickler von ernsthaften Auffälligkeiten. Nehmen Sie alle Untersuchungen zur Früherkennung (U1 – U9) wahr. Im Rahmen derer stellt der Arzt frühzeitig fest, ob Störungen oder Auffälligkeiten vorliegen. Gleichzeitig berät er Sie bezüglich geeigneter Maßnahmen zur Förderung.

Insbesondere die letzte Untersuchung „U9“ vor der Einschulung besitzt eine große Bedeutung. Im zugehörigen Zeitrahmen zeigen die Kinder deutliche Fortschritte in ihrer Entwicklung. Dementsprechend offenbaren sich hierbei möglicherweise vorliegende Auffälligkeiten.

Letztendlich verläuft die Entwicklung jedes Kindes individuell. Deswegen besteht bei verzögerten Fortschritten nicht zwingend Grund zur Sorge. Bleiben Sie dennoch aufmerksam und kontaktieren Sie bei dem begründeten Verdacht auf Auffälligkeiten Ihren Kinderarzt. Die frühe Diagnose in Kombination mit geeigneten Therapien unterstützt die „normale“ Entwicklung.

Autor Mario Förster, Anthofer, Bartholome

weiterführendes Wissen:

http://www.rhein-erft-kreis.de/stepone/data/downloads/81/81/00/entwicklungsauffaelligkeiten.pdf

 

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