Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen. Nur was, wenn es der Kinder zwei oder drei sind und der Altersunterschied groß? Gibt es dann gleich kleine und große Sorgen geballt oder kann der perfekte Altersunterschied bei Geschwisterkindern gar dafür sorgen, dass sich manches Problem von alleine löst?

Bei geringen Altersunterschieden teilen die Geschwister sicher einiges mehr, was Interessen, Spielzeug, Freunde, etc. angeht. Und ja, auch für Sie als Papa erleichtert sich das generelle Handling etwas. Dafür aber besteht eine gewisse Gefahr (eben weil das ältere Kind es noch nicht begreifen kann), dass das „Neue“ als Eindringling gilt, dass dem älteren den Platz auf Papas Schoß und Schulter streitig macht.

geschwisterGibt es den perfekten Abstand?

Zwischen Beförderung und Betreuung

Rein pragmatisch betrachtet, lassen sich auf die Frage nach dem idealen Altersunterschied von Geschwisterkindern viele Thesen bemühen. Beispielsweise finden die beiden Bs immer große Beachtung: Beförderung und Betreuung. Sind die Kinder nämlich in einem Abstand von 2 bis 3 Jahren zueinander, können (Geschwister)-Kinderwagen und Buggy bequem für beide genutzt werden.

Sukzessive oder parallel. Die Suche nach einem Betreuungsplatz und im besten Fall der Betreuungsplatz selbst verteilen sich nicht auf zwei entgegengesetzt liegende Enden der Stadt. Ein Weg, ein Abwasch, sozusagen. Und dann können beide auch fast zeitgleich auf dieselbe Grundschule und auch die Freunde und Kindergeburtstage könnten Gemeinsamkeiten aufweisen. Wie gesagt, rein pragmatisch betrachtet. Nur, wer betrachtet Kinder schon „rein pragmatisch“?

Aber selbst auf diese Aspekte reduzierte Empfehlungen, was den Altersunterschied bei Geschwisterkindern angeht, greifen nicht selten ins Leere. Klar kommt man in Sachen Windelwechseln nicht aus der Übung – und die Babyausstattung nicht aus Gebrauch. Andererseits will man vielleicht manchmal erst einmal aus der Übung kommen, sich mit voller Konzentration den ersten Jahren und spannenden Phasen des ersten Kindes widmen, um dann beim zweiten Kind Dinge bewusst anders zu machen – und nicht aus Gewohnheit dieselben Pfade betreten.

Nicht zu vergessen ist die Doppelbelastung in manchen Phasen: Schläft das eine Kleine, wacht das andere auf und weckt damit das Schlafende. Oder auch zwei Babyschalen, doppelte Ration Windeln bei Ausflügen, maximal Ausstattung bei minimalem Nervenkostüm. Da kommen Sie als Papa sicher auch immer wieder an Ihre Grenzen.

 

Großer Altersunterschied = große Entfremdung?

Entschließen Sie sich also dazu, „aus der Übung“ zu kommen und sich mit dem Geschwisterchen etwas mehr Zeit zu lassen – also beispielsweise 4,5 oder gar 6 Jahre – wird man die Grundgriffe des Windelwechselns nicht verlernt haben. Auch das Fläschchen geben und Kinderwagen schieben beherrschen Sie bestimmt immer noch perfekt. Dasselbe gilt für die Krabbelgruppen- und Kindergartenrituale, für das Töpfchen, den Schnuller oder die ersten Sprech- und Übersetzungsversuche. Kurzum: Man verlernt den liebevollen Umgang mit einem Baby nicht, nur weil zwischen dem ersten und zweiten Kind einige Jahre vergangen sind. Andererseits ist es natürlich eine Umstellung, sich wieder auf diese ersten Lebensphasen einzustellen, während das ältere Geschwisterchen schon fleißig das ABC paukt oder sich darauf vorbereitet.

Diese Umstellung gilt für den Job, die Wohnräume und die Partnerschaft ebenso wie für den Umgang mit dem älteren Kind. Es muss nun (bewusster als wenn es erst 2 oder 3 wäre) lernen zurückzustecken und zu teilen – Aufmerksamkeit, Raum, Auto, Spielzeug, Mama und Papa. Andererseits ist es in diesem Alter bereits empfänglicher, was ehrliche Erklärungen angeht. Es kann besser verstehen, dass es jetzt ein wenig „mithelfen“ muss, d.h. sich vielleicht selbst seine Klamotten aussuchen und anziehen, die Schleife binden lernen, seinen Teller abräumen, etc. Es kann leichter nachvollziehen, dass Mama und Papa beide lieben, aber das Baby vieles ja noch nicht alleine kann. Mama und Papa schließlich können das Verständnis aktiv erweitern, indem sie das ältere Kind mit einbeziehen, ihm beim Windelwechseln und Fläschchen geben erklären, warum sie was tun oder es auch mal den Kinderwagen schieben lassen.

 

Am Ende zählen nicht die Jahre, sondern wie man den Altersunterschied aktiv gestaltet …

…. denn einen perfekten Altersabstand zwischen Geschwisterkindern gibt es nicht – auch nicht auf Papier und schon gar nicht in der Praxis. Natürlich „nerven“ ältere Kinder kleine Geschwister, auf die man aufpassen muss. Andererseits kann man ihnen doch so viel beibringen und zeigen.

Zudem lernen ältere Kinder damit Verantwortung zu übernehmen, an die man sie behutsam heranführen sollte. Natürlich kommen bei ausgeprägterem Bewusstsein schnell Verdachtsmomente auf: „Mein kleiner Bruder/meine kleine Schwester darf sich alles erlauben und wird nie bestraft! Ich durfte so etwas früher nie!“

Am Ende gilt es wohl, ungeachtet des Altersunterschieds von Geschwisterkindern, deren Beziehung als Eltern so gleichberechtigt und altersgerecht wie möglich zu gestalten. Es gibt immer Pros und Contras für das eine oder das andere. Entscheiden Sie, wie das Geschwisterchen vom Abstand her am besten in Ihre Lebensplanung passt.

 

Redaktion: Foerster, Katja Grüner,  Anna Nilsson,

http://www.kinder.de/themen/kleinkind/erziehung/artikel/geschwister/die-stellung-in-der-geschwisterreihe.html

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