Die Besonderheiten alleinerziehender Väter

„Papa, wo ist die Mama?“, dieser Frage sieht sich der Großteil der alleinerziehenden Väter gegenüber. Sie meistern die Kinder-Erziehung ohne eine Partnerin. Die wichtigen erzieherischen Fragen bewältigen sie in der Regel ohne Unterstützung. Stress und der Druck der Gesellschaft fordern Dich als Betroffenen. Zusätzlich gelten alleinerziehende Väter noch immer als Exoten. Viele leiden unter Bemerkungen oder schrägen Blicken aus dem Umfeld. Trotz dieser Erschwernisse steht für Dich als Vater das Vater-Kind-Verhältnis im Mittelpunkt.

Allein mit dem Vater © vinogradov_il - Fotolia.com
Allein mit dem Vater © vinogradov_il – Fotolia.com

Die Zahl der Allein-Erziehenden steigt

Männer, die ihre Kinder allein erziehen, stellen in der Gesellschaft keine Seltenheit dar. Trotzdem gelten alleinerziehende Väter als Exoten. Sie machen ausschließlich 13 Prozent aller Allein-Erziehenden in Deutschland aus. Laut einer Statistik des Portals Statista gab es im Jahr 2013 knapp 385.000 alleinerziehende Väter in Deutschland.

Warum gibt es mehr Mütter als Väter, die ihre Kinder allein erziehen? Der Grund zeigt sich eindeutig: Im Fall einer Scheidung spricht die Mehrzahl der Familiengerichte das Kind der Mutter zu. Ausschließlich schwerwiegende Faktoren führen dazu, dass sie als „nicht erziehungsfähig“ erklärt wird. Daher präsentiert sich die Zahl der alleinerziehenden Väter deutlich geringer. Unter diesem „Exoten-Status“ leiden zahlreiche Männer, die ihren Nachwuchs allein erziehen.

Am 8.6.2006 berichtete die Onlineausgabe der „Tageszeitung“ „Die Presse“ über eine für die Männerabteilung des Sozialministeriums in Österreich durchgeführte Studie zum Thema „alleinerziehende Väter“ und deren Probleme. (http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/84171/Studie_Der-alleinerziehende-Vater-ein-echter-Exot). Diese zeigt, dass alleinerziehende Männer mit zahlreichen Vorurteilen kämpfen. Vorwiegend weibliche Familienangehörige glauben nicht an die Erziehungs-Kompetenz des Vaters. Das wirkt sich auf das Selbstbild des Mannes aus. Beispielsweise zweifeln die Allein-Erziehenden an ihren Erziehungs-Methoden, wenn die Familie nicht hinter ihnen steht.

 

Von heute auf morgen alleinerziehend

Viele alleinerziehende Väter sehen sich ihrer neuen Position ohne Vorwarnung gegenüber. In der Regel überlegen sich Frauen eine Trennung länger und denken über die Kinder-Erziehung in einem Single-Haushalt nach. Sie wägen die Vor- und Nachteile einer Beendigung der Partnerschaft ab. Stellt Dich Deine Partnerin vor vollendete Tatsachen, fungierst Du unter Umständen von heute auf morgen als Allein-Erzieher. Dabei sorgt nicht ausschließlich die Erziehung des Sprösslings für Stress.

Die Gesellschaft baut Druck auf die alleinerziehenden Männer auf. Mehr noch als Frauen stehen die Väter unter Beobachtung. Für ihre Rolle als Erzieher ohne die weibliche Unterstützung der Mutter erhalten sie auf der einen Seite Bewunderung. Andererseits schlägt ihnen Skepsis entgegen. Somit befindest Du Dich als Betroffener in einem Zwiespalt aus Verantwortung und Überforderung. Trotzdem stehen die Bedürfnisse Deines Sprösslings an erster Stelle. Es ist wichtig, dass Du als Vater die Kontrolle behältst und als Vorbild fungierst.

 

Begründete und unbegründete Ängste

Neben der plötzlichen Rolle als Alleinversorger stehen alleinerziehende Väter einer Reihe von Ängsten gegenüber. Finanzielle Probleme und die Furcht vor dem aufkommenden Zeitdruck sorgen für psychischen Stress. Väter, die ihre Kinder allein großziehen, versuchen, Karriere, Kind und Haushalt zu vereinbaren. Vorwiegend Männer machen Abstriche bei ihrem beruflichen Erfolg.

Hierbei kommen Job- und Existenz-Ängste auf. Verlierst Du Deine Arbeit, findest Du als alleinerziehender Vater nicht leicht eine neue Anstellung. Diese Sorgen sind natürlich und beanspruchen Deine Aufmerksamkeit. Bittest Du um Unterstützung bei Freunden und der Familie, nehmen Dir diese einen Teil der Last von den Schultern. Das hilft Dir, Dein emotionales Gleichgewicht wiederzuerlangen.

Kinder spüren die Sorgen ihrer Eltern deutlich. Verfügt Dein Sprössling über das entsprechende Alter, um die Situation zu erfassen, schließt Du ihn nicht aus. Du erklärst Deinem Nachwuchs, warum ihr beide allein lebt. Ebenso besteht die Möglichkeit, Deine Probleme in Maßen mit dem Kind zu besprechen. Somit bringst Du Deinem Sprössling Vertrauen gegenüber. Das Kind fühlt sich wichtig. Es übernimmt instinktiv mehr Verantwortung.

 

Wie meistern Alleinerziehende ihren Alltag?

Für alleinerziehende Väter steht ein gutes Zeitmanagement im Vordergrund. Um den Alltag mit Deinem Sprössling zu bewältigen, findest Du Deinen eigenen Rhythmus. Überlege Dir, wie Du Deine Arbeit und den Haushalt optimal erledigst. Dazu gehört, dem Kind Pflichten zu übertragen. Verabrede mit Deinem Nachwuchs, dass er den Müll entsorgt oder regelmäßig die Katze füttert. Erkläre Deinem Kind, warum Du erwartest, dass es seine Aufgaben verlässlich erfüllt.

Treten bei der Bewältigung des Haushalts Probleme auf, besteht kein Grund zur Sorge. Als alleinerziehender Vater lernst Du mit der Zeit, wie Du die täglichen Pflichten am besten erfüllst. Eine chaotische Anfangsphase zeigt sich daher vollkommen normal. Der Fokus liegt auf den Bedürfnissen Deines Kindes. Achte darauf, was Dein Nachwuchs braucht. Dabei spielt das emotionale Gleichgewicht eine tragende Rolle. Einige Kinder benötigen speziell nach einer Trennung der Eltern:

  • viel Aufmerksamkeit,
  • mehr Freiraum,
  • klärende Gespräche,
  • Zeit zu zweit
  • oder eine weitere Bezugsperson.

Daher machst Du Dir klar, dass Du als alleinerziehender Vater nicht auf Dich gestellt bist. Die Unterstützung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis erhält eine wichtige Bedeutung. Zudem gelten die Großeltern als relevante Bezugspersonen für Dein Kind. Als alleinerziehender Mann besteht für Dich nicht die Pflicht, Deine Bedürfnisse zu unterbinden. Gehst Du seit längerer Zeit einem Hobby nach, gibst Du dieses nicht auf.

Das Gegengewicht zu dem Alltag erhält Priorität, um für eine psychische Stabilität zu sorgen. Kümmerst Du Dich ausschließlich um den Beruf, das Kind und den Haushalt, macht sich unter Umständen Unzufriedenheit breit. Dieser Druck wirkt sich auf das Verhältnis zu Deinen Mitmenschen aus. Lenkst Du Dich von Zeit zu Zeit von dem Alltag ab, besteht ein positiver Einfluss bei der Vater-Kind-Beziehung.

 

Alleinerziehende Männer – Wir sind keine Exoten

Trotz der steigenden Zahl der Allein-Erziehenden nimmt die Gesellschaft alleinerziehende Väter als Exoten wahr. In den meisten Fällen erhält die Mutter nach einer Trennung das Recht auf die Kinder. Zudem sehen sich Männer der Rolle des Alleinversorgers oftmals ohne Vorwarnung gegenüber. Gezwungen zu sein, den Haushalt, den Nachwuchs und die Arbeit miteinander zu vereinbaren, schürt Ängste. Entlastenden Beistand suchen die Männer bei der Familie und Freunden.

 

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