Wie wir Kindern gutes Benehmen und Höflichkeit beibringen

Knigge für Kinder oder Wie Eltern die Höflichkeit prägen

Befragen wir heute die ältere Generation, wird es oft heißen: „Bei uns gab es so etwas nicht“. Wir hatten noch gutes Benehmen und Höflichkeit beigebracht bekommen und von der Kinderstube an gelernt. Auf was wir mit dieser plakativen Anspielung hinauswollen, werden Sie in den folgenden Absätzen erfahren.

Im Prinzip geht es uns um die heutigen Umgangsformen, um die Benimmregeln, die jedes kleine Kind von den Eltern lernen sollte.

Kindern Höflichkeit und Benehmen beibringen

Höflichkeit und Benehmen … Sei bitte nicht so frech.. Urheber: quintanilla / 123RF.com

 

Wie steht es eigentlich heute um Höflichkeit und gutes Benehmen? Stimmt es, dass es drastische Unterschiede zu den vorhergehenden Jahren gibt oder hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert? Wir werden es für Sie im Folgenden herausfinden.

Was bedeuten Höflichkeit und gutes Benehmen für Kinder?

Befragt man den Vorsitzenden der Deutschen Knigge Gesellschaft, Hans Michael Klein, zu den Benimmregeln von Kleinkindern, wird er vermutlich darauf verweisen, dass gutes Benehmen tatsächlich auf eine ebenso gute Kinderstube verweist und Schritt für Schritt von den Kleinen erlernt wird. Schlussendlich ist sich ein Baby oder ein Kleinkind noch gar nicht darüber bewusst, was es falsch macht, wenn es seinen Brei durch die Gegend spuckt.

Kindermund spricht wahre Kund – auch wenn es in einigen Situationen wohl nicht gerade angemessen ist. Zum Beispiel wenn die Nachbarin oder die Schwiegermama, sprich die Oma, gefragt wird, warum sie den heute so komisch aussieht. Das hat rein gar nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern vielmehr mit Unbedarftheit und den ehrlichen Gedanken, die unseren Kindern in diesem Moment durch den Kopf gehen.

 

Entwicklungsstufen und dazugehörige Regeln abgleichen

Im Prinzip haben Kinder je nach Entwicklungsstufe eine unterschiedliche Auffassungsgabe für Benimmregeln und Verhaltenssituationen. So sind einige Kinder bereits in der Lage, sich den Geräuschen ihrer Umgebung anzupassen. Andere haben noch kein Feingefühl dafür entwickelt.

Warum fängt gerade ein Baby inmitten absoluter Stille an, zu schreien? Warum  fuchtelt ein Kleinkind winkend mit den Händen, wenn es Mama entdeckt und zieht damit alle Blicke auf sich? Gehen wir wieder zurück auf den Leiter der Knigge Akademie und Gesellschaft, bekommen in den meisten Fällen einzig und allein die Eltern die rote Karte, wenn sich Kinder nicht der Gesellschaftsnorm entsprechend benehmen.

 

Was bedeutet gutes Benehmen?

Es spielt eigentlich keine Rolle, ob wir von Benehmen oder Manieren sprechen. Beide Begriffe bezeichnen die Fähigkeit, sich im sozialen Umfeld entsprechend zu verhalten, ohne andere dabei in ihren Grundrechten zu verletzen. Auf diese Weise ist es Kindern und Jugendlichen möglich, sich in

  • ihr Sozialgefüge einzuordnen,
  • ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und
  • nicht zum schreienden und störenden Außenseiter zu werden.

 

Ihr Kind grüßt nicht? Gehen Sie die Situation direkt an. Erklären Sie, dass man anderen Leuten freundlich einen guten Tag wünscht und achten bei der nächsten Situation auf die Reaktion Ihres Kindes. Kann man machen, man kann dabei auch dem Kinder erklären welche Personen man grüsst und welche nicht.

 

Viele Erziehungswissenschaftler und Pädagogen sind der Meinung, dass Eltern einen grundlegenden Fehler begehen, wenn sie Kinder von klein auf als gleichberechtigt auf Augenhöhe behandeln. Kinder können zumeist die erwachsenen Maßstäbe und Verhaltensweisen noch gar nicht nachvollziehen und werden ganz unbewusst zum heranwachsenden Tyrannen der gesamten Familie und ihres sozialen Umfelds. Viele Eltern trauen sich gar nicht mehr ihren Kleinen zu sagen, wo es lang geht, ohne Murren und Widerworte zu kassieren.

 

Altersentsprechende Benimmregeln für Kinder

Die Regeln für Ihre Kinder sollten immer zum Alter passen, um gutes Benehmen ausweisen. Wir wollen an dieser Stelle von den Kleinen noch nicht verlangen, dass sie die genaue Position von Fischmessern kennen und wissen, wie sie eine Stoffserviette zu handeln haben. Doch aber wohl, dass man mit geschlossenem Mund isst und dass man andere bekannte Erwachsene freundlich begrüßt und am Tisch nicht alle möglichen Körpergeräusche einfach herauslässt.

Ab 3-5 Jahren können Sie Ihren Kindern das Grüßen auch schon eigenverantwortlich überlassen und Sie sehen wie Ihr Kind sich verhält.

 

Revival der althergebrachten Manieren?

Zum heutigen Tage anzunehmen, dass althergebrachte Regeln etwas mit veraltetem Spießertum zu tun haben, ist schlichtweg falsch. Im Prinzip gehören sie zu den Alltagssituationen dazu. Darüber hinaus haben sich die wenigsten darüber Gedanken gemacht, dass bestehende Gesellschaftsnormen erst einmal definiert und erkannt werden müssen, bevor wir diese auch bewusst brechen können.

Haben Kinder gar keine Ahnung von bestimmten Verhaltensregeln in anderen Gruppen und benehmen sich ohne ihr Zutun vollkommen daneben, ist die peinliche Situation für die ganze Familie vorprogrammiert. Obendrein geben Eltern ihren Kindern mehr Sicherheiten und Selbstbewusstsein, wenn sie in der Lage sind, sich ohne das prüfende Auge von Mama und Papa zu benehmen.

 

Wie aus Kleinkindern Erwachsene werden?

Wir sind uns bewusst, dass wir Kleinkinder nicht schon von Anfang an auf das Berufsleben vorbereiten. Doch klettern wir als Eltern gemeinsam mit unseren Kindern die Stufen hinauf in Richtung Selbstständigkeit. Pädagogen und Psychologen gehen heute davon aus, dass viele Jugendliche Probleme damit haben, eine Lehrstelle oder einen Ausbildungsplatz zu finden, da sie nicht im Stande sind, sich mit den erwachsenen Wertemaßstäben vertraut zu machen und denen zu folgen.

Vielleicht ist es an der Zeit, sich mit den wichtigsten Benimmregeln von früher auseinanderzusetzen und verschiedene Situation in der Schule, zu förmlichen Anlässen und in der Freizeit, aber auch im Internet und zuhause näher zu beleuchten. Ehrlich gesagt bezieht sich der Großteil aller Manieren vor allen Dingen auf den Respekt und die gegenseitige Rücksichtnahme. Haben Kinder diesen Prozess gelernt, können wir allen Eltern kräftig auf die Schulter klopfen. Denn sie haben einen guten Job gemacht.

 

Praktische Tipps für die Eltern:

  1. Von klein gilt es, grundlegende Manieren in Freizeit, im Kindergarten, in der Öffentlichkeit lernen Kinder durch abschauen von den Erwachsenen
  2. Deshalb, mit gutem Beispiel vorangehen.
  3. Nur Eltern, die sich über die Gesellschaftsnormen und Manieren bewusst sind, können dies auch an ihre Kinder weitergeben.

 

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