Wenn Kinder trödeln und bummeln ist das ein ganz typisches und normales Verhalten, nahezu alle Eltern kleinerer und auch größerer Kinder ist dies vertraut: Die Zeit drängt und Eile ist geboten, um nicht zu spät zum Kindergarten, zur Schule oder einem anderen wichtigen Termin zu kommen, doch der Nachwuchs kümmert sich herzlich wenig darum?

– mit einer Seelenruhe wird getrödelt, all die Hektik rundherum scheint das Kind nicht zu stören. Interessant ist es, der Frage nachzugehen, weshalb Kinder diese Verhaltensweise zeigen und welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Wenn Kinder trödeln oder einen anderen Rhythmus haben

Mein Kind trödelt morgensWarum trödeln Kinder eigentlich?

Zunächst einmal vorweg: Für alle Kinder sollte es hin und wieder die Gelegenheit zum Trödeln geben, der Alltag und insbesondere die kostbare Freizeit sollten nicht von morgens bis abends durchgetaktet werden, der berühmte »Freizeitstress« ist ungut für Kinder.

Sie sollten jeden Tag die Möglichkeit haben, sich in aller Ruhe ins Spiel vertiefen zu können, ohne ständig in ihren Spielhandlungen unterbrochen zu werden. Dieses Versinken in eine spielerische Tätigkeit ist entscheidend für die Anbahnung von Kreativität und Konzentrationsfähigkeit, das bestätigen auch Entwicklungspsychologen.

Andererseits ist Pünktlichkeit eine Tugend, die im Alltagsleben erforderlich ist und aus diesem Grund frühzeitig Thema in der Erziehung sein sollte.

Interessanterweise gibt es zwei Typen von Trödlern: Zum einen wären da die Träumer, die generell mehr Zeit für bestimmte Abläufe brauchen. Daneben gibt es aber auch noch die gezielten Bummler, die entdeckt haben, dass das Trödeln bestimme Vorteile haben kann, etwa, dass einem die Eltern unliebsame Tätigkeiten abnehmen und man sich bequemerweise nicht selbst darum kümmern muss.

Im Allgemeinen können verschiedene Gründe dahinterstecken, warum Kinder trödeln. Manchen geht es morgens einfach zu schnell, sie haben ein anderes Tempo. Diese Bummler lassen sich von ungeduldigen Eltern oft nicht beeindrucken, ganz im Gegenteil, dadurch kann das Trödeln noch verstärkt werden. Außerdem setzen, wie bereits erwähnt, manche Kinder das Trödeln bewusst ein, um Hilfe zu erzwingen, z.B. beim Anziehen.

Oder aber das Kind sieht partout nicht ein, weshalb es das Spiel, das gerade so Spaß macht, abbrechen sollte und hat im Hinauszögern eine wirkungsvolle Methode gefunden. Anders als Erwachsene leben Kinder im Hier und Jetzt, nutzen den Moment und tun eben das, was sie im Augenblick spannend finden. Ungeduldige Eltern werden dann als Störfaktor wahrgenommen.

Bewusste Trödler haben gelernt, dass sie durch ihr Verhalten auch unangenehme Handlungen oder Ereignisse hinausschieben können, zum Beispiel den Gang zum Zahnarzt. Plötzlich müssen alle möglichen Dinge unbedingt vorher noch erledigt werden – bisweilen sind die Bummler hier sehr kreativ!

Bei kleineren Kinder kommt hinzu, dass sie schlicht noch über kein Zeitgefühl verfügen. Sie haben keine Vorstellung davon, ob eine Viertelstunde für Zähneputzen und Anziehen reichen. Manche Kinder sind keine Morgenmenschen, tun sich schwer mit dem Aufstehen und kommen auch hinterher trotz Antreiben nicht richtig in die Gänge. Da hilft nur: Mehr Zeit einplanen und den morgendlichen Bummlern ihr eigenes Tempo lassen. Überhaupt gibt es eine Reihe brauchbarer Tipps gegen das Trödeln, die im Folgenden erläutert werden.

 

Sinnvolle Tipps gegen das Trödeln

 

  • Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie, geduldig zu sein, Hektik verschärft das Problem nur.

 

  • Planen Sie morgens mehr Zeit ein, damit nicht alle fünf Minuten auf die Uhr geguckt werden muss.

 

  • Vereinfachen Sie die Handlungsabläufe für Ihr Kind. Beispiel: Legen Sie die Kleidung, die angezogen werden soll, in der richtigen Reihenfolge parat, so kann auch Zeit eingespart werden.

 

  • Gönnen Sie dem Kind seinen eigenen Rhythmus, auch wenn das mit früherem Aufstehen verbunden ist. Besprechen Sie mit ihm die zeitliche Abfolge und teilen Sie gemeinsam ein, was zu welcher Zeit erledigt sein sollte.

 

  • Falls Ihr Kind durch das Trödeln nach Aufmerksamkeit und Zuwendung sucht, geben Sie ihm diese an anderer Stelle in ausreichendem Maße.

 

  • Versuchen Sie sich doch einmal in einem Wettkampf: Wer kann sich schneller anziehen, wer schafft es in fünf Minuten, den Tisch abzuräumen? Kinder entwickeln oft einen erstaunlichen Ehrgeiz, wenn es darum geht, sich mit Mama oder Papa zu messen.

 

  • Auch ein Rollentausch kann sinnvoll sein: Wenn Ihr Kind zu einer bestimmten Uhrzeit mit einem Freund verabredet ist, dann bummeln Sie! Ihr Kind wird dann die negativen Auswirkungen des Trödelns am eigenen Leib erfahren.

 

  • Zu guter Letzt noch ein Buchtipp: Eine Ausgabe der Reihe »Leo Lausemaus« widmet sich diesem Thema auf kindgerechte und witzige Weise. Titel: »Leo Lausemaus trödelt mal wieder«.

 

Redaktion: Foerster, Katja Grüner,  Anna Nilsson,

 

© S.Kobold – Fotolia.com

Einige Informationen fehlen noch!Hat mir nicht so gut weitergeholfenHat mir gefallen - aber nicht richtig geholfen!Hat mir geholfen und gut gefallenArtikel hat mir sehr gut gefallen (1 Punkte )
Loading...