Wissenswertes rund um die Pflege der Milchzähne

Ungefähr um den 7. Lebensmonat herum wird Dein Nachwuchs die ersten Milchzähnchen bekommen. Das Zahnen ist oft recht unangenehm für die Kleinen und führt zu Weinen und Quengeln. Alles, was Du als Papa über die Pflege der ersten Milchzähne wissen musst und wie Du Dich verhältst, wenn ein Milchzahn blutet, bringen wir für Dich hier auf den Punkt.

Pflege der Milchzähne
die Pflege der Milchzähne – Copyright: Listopad Olga bigstockphoto

Der Fahrplan für die ersten Zähne

Die 20 Milchzähne eines Menschen beginnen frühestens um den sechsten Lebensmonat sichtbar zu werden. Im Regelfall sind es die Schneidezähne im Unterkiefer, die sich langsam einen Weg durch das Zahnfleisch bahnen. Ihnen folgen die Schneidezähne im Oberkiefer und erst dann beginnen sowohl unten als auch oben die Ecken- und die Backenzähne durchzubrechen. Die Durchbruchszeiten werden vom Zahnarzt auch „Eruption“ genannt.

Meist kommt ein Zahn pro Lebensmonat

Die Milchzähne besitzen noch keine Verwurzelung und sind meistens nur einen Millimeter stark. Aus diesem Grund sind sie sowohl für Karies anfälliger als auch empfindlicher gegenüber Verletzungen durch harte Speisen und Unfälle, etwa beim Anstoßen des Kopfes.

 

Warum ist die Pflege der ersten Milchzähne wichtig?

Nun könnte man denken, dass die Milchzähne nicht entscheidend für die Gesundheit sind, da sie in absehbarer Zeit vom Dauergebiss ersetzt werden. Das ist jedoch grundsätzlich falsch! Ganz im Gegenteil ist die Pflege der ersten Milchzähne wichtig, denn sie dienen als Platzhalter.

„Der Zweck der Milchzähne ist neben der Nahrungsaufnahme eine Platzhalter-Funktion.“

Ohne den Druck, den sie auf das Zahnfleisch und die Kiefer ausüben, würden die Zähne des Dauergebisses schief wachsen. Eine zu früh entstandene Zahnlücke ohne nachkommenden Zahn verkleinert sich, da die benachbarten Milchzähne den Freiraum besetzen. Das gilt es mit der richtigen Pflege der ersten Milchzähne zu verhindern.

 

Was gehört zur Pflege der Milchzähne?

1. Ebenso wie Erwachsene mindestens einmal und besser zweimal jährlich zu einer Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt gehen sollten, beginnt mit dem Wachsen der Milchzähne auch für Kinder die Kontrolle. Im Regelfall empfehlen Kinderärzte, den ersten Termin so zu legen, dass bereits alle Milchzähne sichtbar sind. Jede weiterer Kontrolle sollte im Abstand von sechs Monaten erfolgen.

Spätestens zum 30. Lebensmonat sollte die erste FU, die Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung, stattfinden.

2. Auch Milchzähne wollen vor Karies geschützt werden. Werden die täglichen Plaque-Bakterien nicht entfernt, kann der Zahnschmelz aufbrechen und der Milchzahn viel zu früh ausfallen. Kleinkindern bis zwei Jahre sollte daher einmal täglich und alle anderen zweimal täglich die Zähne putzen.

 

Wie sieht Zähneputzen bei Kleinkindern aus?

Natürlich kann Dein Nachwuchs noch nicht so zur Zahnbürste greifen wie Du es tust. Bei den Jüngsten empfehlen Zahnärzte eine sogenannte „Fingerzahnbürste“. Sie wird wie ein Fingerling aufgesetzt und besitzt besonders weiche Borsten. Ihr benutzt sie am besten immer am Abend, wenn Dein Kind gerade ruhig und entspannt in Deinem Arm liegt.

Sobald er circa ein Jahr alt ist, darf der Nachwuchs sich mit einer ersten Kinderzahnbürste selbst an der Reinigung versuchen. Schau ihm dabei über die Schulter, kritisiere es aber nicht sofort, damit es den Spaß an der Zahnpflege nicht verliert. Hilfreich ist gemeinsames Putzen, bei dem Dein Kind von Dir abgucken kann.

Wichtig: Nutze unbedingt Kinderzahnpasta, denn die enthält eine kindgerechte Menge an Fluorid. Meist sind dies 500 ppm. Die geringere Menge hat zwei Gründe: Zum einen benötigen die jungen Milchzähne schlicht nicht so viel Fluorid, zum anderen kann es gerade bei den Jüngsten noch öfter passieren, dass sie die Zahnpasta herunterschlucken. Komplett auf Fluoride zu verzichten, ist hingegen nicht sinnvoll, denn es härtet die Milchzähne und macht sie so widerstandsfähig.

 

Vermittle Deinem Nachwuchs die Zahnputzmethode KAI

1. K steht für Kaufläche

Erzähle Deinem Kind, dass es wie ein Krokodil voller Reißzähne das Maul ganz weit öffnet. So bringst Du Sohn und Tochter spielerisch dazu, mit weit geöffnetem Mund auch bis zu den Backenzähnen zu kommen.

2. A steht für Außenfläche

Im nächsten Putzschritt ist Dein Kind ein Löwe oder Tiger und knurrt. Es beißt die Zähne zusammen und während es knurrt, kann es mit der Zahnbürste viele Kreise auf der Vorderseite ziehen.

3. I steht für Innenfläche

Jetzt ist noch einmal das Krokodil gefragt. Im hungrig geöffneten Maul findet die Zahnbürste genügend Platz, um auch die Zahninnenseite zu putzen.

Mit diesen drei Schritten gelingt die Pflege der ersten Milchzähne erfahrungsgemäß sehr gut.

 

Die Milchzähne weichen dem Dauergebiss

Zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr wird Dein Kind nach und nach alle Milchzähne verlieren, denn das bleibende Gebiss rückt von unten nach und verdrängt die alten Zähne. Im Idealfall schiebt sich der untere Zahn so nach oben, dass der Milchzahn in der Nacht verschluckt oder am Tag beim Zähneputzen, Essen oder Spielen herausfällt.

Was tun wenn ein Milchzahn blutet

Manchmal kann es geschehen, dass ein Milchzahn blutet. Das ist meist dann der Fall, wenn Dein Kind bei einem wackeligen Zahn neugierig ist und mit der Zunge oder den Fingern Druck darauf ausübt. Auch zu hohes Drücken mit der Zahnbürste kann dazu führen, dass das Zahnfleisch verletzt wird und es rund um den Milchzahn blutet.

Eine elektrische Zahnbürste sollte daher erst ab dem 4. bis 5. Lebensjahr eingesetzt, denn eine Handzahnbürste ist ungefährlicher als ein rotierender Zahnkopf.

Ist es einmal passiert und der Milchzahn blutet, ist die Aufregung groß. Reagiere möglichst mit ruhiger Stimme und ohne fahrige Bewegungen. Bitte Dein Kind, etwas Wasser in den Mund zu nehmen und für eine Minute im Mund zu behalten. Der Milchzahn blutet meist nur kurz, sodass nach dem Ausspucken des Wassers bereits Ruhe sein sollte.

Bei Blutungen nicht auf Zellstoff beißen lassen

Lege kein Zellstofftaschentuch in den Mund, denn es könnten sich Fasern lösen und die Wunde verunreinigen. Möglich ist ein Beißen auf ein Stofftaschentuch. Endet die Blutung nicht binnen weniger Minuten, ist ein Arztbesuch ratsam.

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